05/06/2026
Viele kennen den Satz:
„Der Anguss soll das Hufgeschwür bzw. den Hufabszess zum Reifen bringen, damit er sich eröffnet und abfließt.“
Tatsächlich bewirkt das feuchtwarme Milieu genau das: Es fördert die Entwicklung des Entzündungsprozesses.
Bei einem Hufgeschwür, das überwiegend durch Fäulnisbakterien geprägt ist, vergrößert sich dadurch „nur“ der Hornschaden.
Sind jedoch eitererregende Bakterien beteiligt und liegt ein Hufabszess vor, betrifft die Schädigung jedoch das lebende Gewebe.
Ein über mehrere Tage angelegter Angussverband kann die Ausbreitung des Infektionsgeschehens erheblich beschleunigen.
In manchen Fällen breitet sich der Prozess unter der gesamten Hornkapsel aus. Die Folge können großflächige Hornablösungen bis hin zum Ausschuhen sein.
Wichtig:
• Zunächst klären, was tatsächlich vorliegt.
• In jedem Fall ist eine gezielte Lokalisation und Eröffnung anzustreben.
• Wird ein Angussverband eingesetzt, sollte dies nur kurzzeitig und unter täglicher Kontrolle erfolgen.
❗ Vermeide: tagelanges „Angießen“ als Ersatz für eine gezielte Diagnostik und Behandlung.
Der Angussverband kann ein wertvolles Hilfsmittel sein – allerdings nur kurz und gut überwacht. Insbesondere, wenn es sich nicht um ein einfaches Hufgeschwür, sondern um einen Hufabszess handelt.