DHG e. V.

DHG e. V. Die Deutsche Huforthopädische Gesellschaft ist ein gemeinnütziger Verein, der zur Aufgabe hat die allgemeine Hufsituation zu verbessern. Die DHG e.V.

bildet zum Beruf des Huforthopäden aus. Was ist Huforthopädie

Praktizierte Huforthopädie heißt heute meist, mit langjährig verschleppten Hufproblemen konfrontiert zu werden. Viele Pferdebesitzer erkennen erst nach einer langen Odyssee, dass Reparaturen, technische Hilfsmittel und großangelegte Operationen die falsche Wahl für die Gesundung Ihres Pferdes waren. Ausgangspunkt für die Probleme an de

r Gliedmaße des Pferdes ist häufig ein bedenkenloser Umgang mit dem Huffundament. Schiefgelaufene Hufe werden zu den regel- bis unregelmäßigen Bearbeitungsterminen gerade geschnitten, Hornrisse geklammert, Spalten herausgefräst und für alle Schwierigkeiten soll als Gehkrücke das altbewährte Eisen herhalten. Die Auswirkungen solcher Manipulationen auf die Hornkapsel sowie auf die Sehnen, Bänder und Gelenke werden konsequent nicht bedacht. Wesentlich bekömmlicher für die Gliedmaßengesundheit ist eine Hufbearbeitung, die die auf den Huf einwirkenden Formkräfte zu nutzen weiß und die so auf direkte und abrupte Stellungsmanipulationen verzichten kann. Huforthopädische Arbeit am Huf heißt werden lassen . Das Prinzip ist, den Huf so zu bearbeiten, dass er seine physiologische Form behält bzw. - sollte er diese schon verloren haben - dass er sich in eine optimale Belastungssituation zurücklaufen kann. Huforthopädie nutzt dabei die Kräfte, die den Huf tagtäglich formen und verformen. Neben der Steuerung des Hornabriebs, die nicht wie üblich in einem verspäteten manuellen Kürzen der von Hornabrieb relativ verschonten Hornwände, sondern in einer vorbeugenden Forcierung des Abriebs an eben diesen Stellen besteht, arbeitet die Huforthopädie mit der Ausschaltung ungünstiger und der Herstellung günstiger Hebel am Huf. Negative Wirkungen des Bodengegendrucks werden damit minimiert, positive im Gegenzug aktiviert. In dieser Weise schafft Huforthopädie mit ihrer Arbeit am Huf jeweils von neuem die Ausgangsbedingungen für eine positive Formveränderung des individuellen Hornschuhs wodurch eine langsame Rückführung in eine physiologische Hufform möglich wird. Die huforthopädische Nutzung der Formkräfte setzt einen Barhuf voraus. Es spricht nichts gegen einen Hufschutz an einem physiologisch geformten Huf, wenn es darum geht, zu hohen Abrieb zu vermeiden. Der Einsatz von Hufbeschlägen zum Zwecke der Therapierung unphysiologischer Hufzustände ist jedoch aus huforthopädischer Sicht abzulehnen, da hiermit die Untauglichkeit des Hufes lediglich ausgeglichen (Gehkrücke) und nicht beseitigt wird.

Viele kennen den Satz:„Der Anguss soll das Hufgeschwür bzw. den Hufabszess zum Reifen bringen, damit er sich eröffnet un...
05/06/2026

Viele kennen den Satz:
„Der Anguss soll das Hufgeschwür bzw. den Hufabszess zum Reifen bringen, damit er sich eröffnet und abfließt.“

Tatsächlich bewirkt das feuchtwarme Milieu genau das: Es fördert die Entwicklung des Entzündungsprozesses.

Bei einem Hufgeschwür, das überwiegend durch Fäulnisbakterien geprägt ist, vergrößert sich dadurch „nur“ der Hornschaden.
Sind jedoch eitererregende Bakterien beteiligt und liegt ein Hufabszess vor, betrifft die Schädigung jedoch das lebende Gewebe.
Ein über mehrere Tage angelegter Angussverband kann die Ausbreitung des Infektionsgeschehens erheblich beschleunigen.

In manchen Fällen breitet sich der Prozess unter der gesamten Hornkapsel aus. Die Folge können großflächige Hornablösungen bis hin zum Ausschuhen sein.

Wichtig:
• Zunächst klären, was tatsächlich vorliegt.
• In jedem Fall ist eine gezielte Lokalisation und Eröffnung anzustreben.
• Wird ein Angussverband eingesetzt, sollte dies nur kurzzeitig und unter täglicher Kontrolle erfolgen.
❗ Vermeide: tagelanges „Angießen“ als Ersatz für eine gezielte Diagnostik und Behandlung.

Der Angussverband kann ein wertvolles Hilfsmittel sein – allerdings nur kurz und gut überwacht. Insbesondere, wenn es sich nicht um ein einfaches Hufgeschwür, sondern um einen Hufabszess handelt.


29/05/2026

Wie unterscheidet man Hufgeschwür und Hufabszess?
Und muss man das überhaupt?

Ja, denn es gibt zwei verschiedene Infektionsprozesse im Huf mit unterschiedlichem Gefahrenpotenzial.

Unterscheiden lassen sich beide durch Farbe und Geruch des Sekretes.

Schwarze Farbe und fauliger Geruch
👉 Hier wird Hufhorn durch Fäulnisbakterien zersetzt. Die Schädigung betrifft zunächst lediglich die Hornstrukturen.�
💡 Wir sprechen in dem Fall von einem Hufgeschwür.

Weiß-gelbliche Farbe und typischer Eitergeruch
👉 Hier ist bereits lebendes Gewebe infiziert.�
💡Wir sagen hierzu Hufabszess.

In beiden Fällen besteht dringender Handlungsbedarf.

Was im einen Fall sinnvoll ist - und was man im anderen unbedingt vermeiden sollte - zeigen wir im nächsten Beitrag.


Im Alltag werden beide Begriffe meist synonym verwendet.Dabei gibt es zwei unterschiedliche Infektionsprozesse im Huf – ...
22/05/2026

Im Alltag werden beide Begriffe meist synonym verwendet.
Dabei gibt es zwei unterschiedliche Infektionsprozesse im Huf – diese werden bisher jedoch nicht klar unterschieden.

Dabei kann genau das über den Therapieerfolg entscheiden.

Deshalb unterscheiden wir beide Prozesse – und nutzen dafür einfachheitshalber die beiden bereits vorhandenen Namen.

In unserem Wortgebrauch ist „Hufgeschwür“ für hornzersetzende Fäulnisprozesse reserviert.
„Hufabszess“ verwenden wir, wenn ein Infektionsgeschehen der lebenden Gewebe vorliegt.
Nicht weil diese Definition offiziell wäre – sondern weil die Unterscheidung in der Praxis wichtig ist.

• Wie kann man unterscheiden, worum es sich handelt?
• Was sind die Ursachen für Hufgeschwüre und wie entstehen Hufabszesse?
• Wie kann man vorbeugen?
• Was sollte man bei einem Hufgeschwür tun?
• Und was sollte man beim Hufabszess möglichst vermeiden?
• Was steckt dahinter, wenn ein Pferd ständig Hufgeschwüre hat?

Schreibt eure Fragen gern in die Kommentare.

Ist dein Pferd hufrehegefährdet?Kontinuierliche Glukosemessung (CGM) kann sichtbar machen, wie der Blutzucker deines Pfe...
13/05/2026

Ist dein Pferd hufrehegefährdet?
Kontinuierliche Glukosemessung (CGM) kann sichtbar machen, wie der Blutzucker deines Pferdes auf Fütterung, Bewegung oder Stress reagiert.

So lassen sich mögliche Risikofaktoren erkennen und leichter vermeiden.

Lerne den Stoffwechsel deines Pferdes besser kennen und finde heraus, wo eventuelle Gefahren liegen.

Für die Messung werden handelsübliche Glukosesensoren verwendet.
In unserer Studie haben wir u. a. das LibreView-System eingesetzt und dessen praktische Anwendbarkeit sowie Haltbarkeit beim Pferd untersucht. Individuelle Glukoseverläufe von gesunden Pferden und Rehepferden wurden über mehrere Tage erfasst und ausgewertet.

Du möchtest dich über die praktische Anwendung von CGM beim Pferd informieren?
Dann schreibe „Link CGM-Studie“ in die Kommentare.


Diese Testmöglichkeit ist vielen Tierärzten nicht bekannt.Dabei ist sie:– risikoärmer als der häufig verwendete orale Gl...
05/05/2026

Diese Testmöglichkeit ist vielen Tierärzten nicht bekannt.
Dabei ist sie:
– risikoärmer als der häufig verwendete orale Glukosetoleranztest (OGT)
– praxisnäher, weil er die Reaktion auf eine reale Fütterungssituation abbildet

Der OGT wurde entwickelt, um standardisierte und vergleichbare Messergebnisse zu liefern (z. B. für Studien und den Vergleich zwischen Pferden).

Der Futtermitteltoleranztest zeigt dagegen,
wie dein Pferd auf ein konkretes Futter reagiert (z. B. 2 Stunden Frühlingsweide unter realen Stallbedingungen).

Orientierung:
Insulin > 50-60 μIU/L → Hinweis auf ein erhöhtes Hufreherisiko im Zusammenhang mit diesem Futter. (nach Andy Durham, Liphook Hospital, 2016 „Resting Hyperinsulinaemia Test“)

Warum Glukose immer mitbestimmt werden sollte, erklären wir im nächsten Beitrag.

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Benötigt ihr Hilfe oder habt Fragen?
Findet ihr in unserem Forum oder ihr kontaktiert uns per Mail oder Anruf..


Es grünt so grünJa, es ist herrlich.Frisches Grün macht Pferde glücklich –und dann oft krank.Momentan ist Hochrisikozeit...
30/04/2026

Es grünt so grün
Ja, es ist herrlich.

Frisches Grün macht Pferde glücklich –
und dann oft krank.

Momentan ist Hochrisikozeit,
die Notrufe häufen sich.

⚠️ Aktuell: höchste Zuckergehalte im Gras (über 40 %)
👉 Am sichersten ist: kein Gras

Du willst wissen, wie du testen kannst, ob dein Pferd gefährdet ist?
Schreib „Test“ in die Kommentare, und wir machen einen Beitrag dazu 👇


Bockhuf – Verlauf und UmdenkenPapillon MS, geboren im Mai 2019.Im September fiel erstmals ein Bockhuf auf.Ab diesem Zeit...
24/04/2026

Bockhuf – Verlauf und Umdenken

Papillon MS, geboren im Mai 2019.

Im September fiel erstmals ein Bockhuf auf.
Ab diesem Zeitpunkt wurde klassisch korrigiert –
durch regelmäßiges Kürzen der Trachten.

In den folgenden Wochen:
keine Verbesserung.

Im Gegenteil:
Der Zustand verschlechterte sich,
es kam zu übermäßigem Zehenabrieb, Überköten und Lahmheit.

Im Dezember erfolgte ein Strategiewechsel:
Kein Kürzen der Trachten mehr,
begleitet durch osteopathische Unterstützung.

Ab diesem Zeitpunkt setzte eine deutliche Besserung ein.

7 Monate später:
Der Bockhuf ist verschwunden.

Merke:
Ist ein Huf durch Korrekturen für das System des Pferdes unangenehm,
reagiert es mit muskulärer Anspannung –

und diese verhindert genau das,
was eigentlich erreicht werden soll.

Was hier bei einem schweren Fall (Fohlen, 4 Monate, Kniegelenksfraktur) sichtbar wird, passiert auch bei kleineren Handi...
13/04/2026

Was hier bei einem schweren Fall (Fohlen, 4 Monate, Kniegelenksfraktur) sichtbar wird, passiert auch bei kleineren Handicaps:
Hufformen, -größen und -winkel werden durch die Gewichtsverteilung auf die vier Beine geprägt.

Das beginnt früh und hört auch im Alter nicht auf.

Dieses Fohlen hat seine Verletzung leider letztlich nicht überlebt.

Hätte es das, wäre es mit einem steileren und einem flacheren Hinterhuf aufgewachsen – und hätte damit gut alt werden können.

Selbst bei vollständig ausgeheiltem Kniegelenk hätte für das Fohlen kein Anlass bestanden, sich anders als für es gewohnt und komfortabel auf seinen unterschiedlichen Gliedmaßen niederzulassen.
Um etwas anderes zu tun, wäre „äußere Gewalt“ nötig gewesen: menschliches Eingreifen oder ein weiterer Unfall.

Die Hufe und Hufbeine zeigen hier in ausgeprägter Form, wie sich kleine und große Handicaps über die Gewichtsverteilung nach unten auswirken.

Die entstehenden Hufformen sind dann eine an ihnen selbst nicht mehr korrigierbare Konsequenz.

👉🤔 Hast du bei deinem Pferd auch ungleiche Hufe? Und eine Idee, wodurch sie entstanden sind?

Hufgesundheit

Forlino hatte in seiner Jugend eine Schulterverletzung.Deshalb stellt er das rechte Vorderbein mehr unter den Körper als...
31/03/2026

Forlino hatte in seiner Jugend eine Schulterverletzung.
Deshalb stellt er das rechte Vorderbein mehr unter den Körper als das linke. Passend dazu war sein rechter Huf immer steiler als sein linker.

Bis zu seinem 20. Lebensjahr kannte man es nicht anders:
Auf jede Hufbearbeitung folgten etwa 14 Tage, in denen er schlechter lief.
Die Bearbeitungsabstände wurden vergrößert –
weil er danach jedes Mal lahm war.

Dann kam eine neue Hufbearbeiterin.
Sie hörte auf, den rechten Huf flacher stellen zu wollen. Der Huf durfte seine höheren Trachten und damit seinen steileren Palmarwinkel des Hufbeins behalten.

Ergebnis:
Kein einziges Lahmen mehr nach der Hufbearbeitung.
Die konkav verbogene Zehenwand rechts normalisierte sich.
Der linke Huf erholte sich von seiner Überlastung.
Die Hufe glichen sich mehr an als in den 15 Jahren zuvor.

Erkennt ihr, welche Gliedmaße die ehemals verletzte Schulter trägt? 👇

Adresse

Bahnhofstrasse 20
Wermsdorf
04779

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