04/06/2026
Nach 13 Jahren Stillstand hat das Bundeskabinett nun beschlossen, die Vergütung der Apotheken zu erhöhen. „Wir begrüßen sehr, dass die Bundesregierung nach über einem Jahr im Amt endlich die Zusage aus dem Koalitionsvertrag einlöst. Dieser Schritt ist überfällig und zwingend erforderlich, um die Zahl der Apothekenschließungen zu senken und die flächendeckende Versorgung der Menschen zu sichern“, kommentiert Thomas Rochell, Vorstandsvorsitzender des Apothekerverbandes Westfa-len-Lippe (AVWL), den heutigen Kabinettsbeschluss.
Zugleich kritisiert er, dass die Politik die just beschlossene Honorarerhöhung sofort wieder abschmelzen will. So ist im Entwurf eines Gesetzes zur Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge vorgesehen, dass ab Januar der Zwangsrabatt, den die Apotheken pro abgegebener Arzneimittelpackung an die Kassen zahlen müssen, erhöht wird. „Dies bedeutet für uns nichts anderes als eine erneute Honorarkürzung“, so Rochell und er fügt hinzu: „In Verbindung mit der anstehenden Mindestlohnerhöhung sowie möglichen Tarifsteigerungen wird damit die heute beschlossene Honorarerhöhung nahezu komplett aufgezehrt. Aus der linken Tasche zu nehmen, was man gerade in die rechte Tasche gesteckt habe, ist unsinnig.“
Es sei den Apotheken sehr wohl bewusst, dass alle Bereiche im Gesundheitswesen ihren Sparbeitrag leisten müssten. „Wir Apotheken aber haben diesen Sparbeitrag in den vergangenen 13 Jahren bereits übererfüllt: Während unsere Vergütung in dieser Zeit stagnierte, sind die Honorare in anderen Bereichen deutlich gestiegen. Deshalb werden wir uns vehement gegen diese Kürzung wehren – im Sinne der wohnortnahen Versorgung unserer Patienten.“