01/09/2026
Erinnerst Du Dich noch an die informelle Schule in Bangladesch? Wir hatten über sie auch in einem Blog-Beitrag berichtet. Du findest den Beitrag auf unserer Website unter www.muslimehelfen.org/informelle-schule-eine-zweite-chance-auf-bildung-fuer-kinder-in-coxs-bazar/. Unsere Kolleginnen waren kürzlich vor Ort und haben sich die Schule angeschaut, um mit den Beteiligten zu sprechen. Die Kinder hatten vor Freude getanzt und hatten ihre schönsten Kleidungen an, die sie für besondere Anlässe tragen. Wir planen den Kindern neue Kleidungen zum kommenden Ramadanfest zu schenken. Die Mütter der Schulkinder berichteten unseren Kolleginnen während des Besuchs von ihren Sorgen, so dass wir die Folgeprojekte optimieren konnten.
Im Juni 2024 wurde in Cox’s Bazar in Bangladesch eine informelle Schule für 25 Kinder eröffnet. Die „School for Working Children of Fishing Communities“ gibt Kindern zwischen 10 und 14 Jahren die Möglichkeit, Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen.
Die Kinder arbeiten tagsüber als Fischer oder Tagelöhner und helfen damit ihren Familien, den Lebensunterhalt zu sichern. Aus diesem Grund konnten sie bisher keine reguläre Schule besuchen und konnten weder lesen, schreiben noch rechnen.
In der Schule lernen alle 25 Kinder gemeinsam. Obwohl sie unterschiedlich alt sind, besuchen sie dieselbe Klasse. Zwei Lehrerinnen unterrichten sie nach dem nationalen Lehrplan von Bangladesch. Der Unterricht findet am Abend statt, nachdem die Kinder ihre Arbeit beendet haben. So können sie trotz ihrer Arbeit eine Schulbildung erhalten.
Das zweite Schuljahr und der damit verbundene Projektzeitraum erstreckten sich vom 1. Juni 2025 bis zum 31. Mai 2026. Das Projekt finanzierte den Unterricht und die Schulmaterialien. Auch die Gehälter der beiden Lehrerinnen sowie die Miete und Stromkosten für das Schulzimmer wurden übernommen. Hinzu kamen Transportkosten und Kosten für notwendige Behördengänge. Ein gemeinsames Picknick und ein Schulausflug mit einer Preisverleihung waren besondere Höhepunkte für die Kinder.
Viele Kinder mussten die Schule verlassen
Im zweiten Schuljahr zeigte sich jedoch, wie schwierig die wirtschaftliche Situation vieler Familien ist. Zwischen Juli und November 2025 mussten 18 Kinder die Schule verlassen. Ihre Familien waren auf ihre Unterstützung angewiesen, um den Lebensunterhalt zu sichern.
Damit die Klasse weiterhin 25 Kinder umfasste, wurden nach und nach neue Schülerinnen und Schüler aufgenommen. Auch sie hatten ihre Schulbildung aus finanziellen oder familiären Gründen unterbrechen müssen. Nach weiteren Anpassungen im Januar 2026 waren wieder 25 Kinder in der Klasse.
Diese schlossen das zweite Schuljahr erfolgreich ab und wurden nach einer Leistungsüberprüfung durch die lokale Schulbehörde offiziell in die dritte Schulstufe versetzt, die sie nun besuchen.
Damit Kinder in der Schule bleiben können
Die hohe Zahl der Schulabbrüche zeigt, dass Bildung allein nicht ausreicht. Auch die Familien brauchen Unterstützung.
Deshalb sind für die Zukunft weitere Maßnahmen geplant. Dazu gehören Lebensmittelhilfen und Maßnahmen, die den Familien ein eigenes Einkommen ermöglichen. So soll der finanzielle Druck auf die Familien sinken. Die Kinder sollen weniger zum Familieneinkommen beitragen müssen und dadurch regelmäßig zur Schule gehen können.
Unser Ziel ist, dass sie ihre Schulbildung nicht wieder unterbrechen müssen, sondern weiterlernen und ihre dritte Schulstufe erfolgreich abschließen können.