Clowns ohne Grenzen e.V.

Ägypten 2026Dieses Jahr führt uns eine unserer Reisen zum ersten Mal nach Ägypten.Unser Team besteht aus den Clowns Anit...
04/06/2026

Ägypten 2026

Dieses Jahr führt uns eine unserer Reisen zum ersten Mal nach Ägypten.
Unser Team besteht aus den Clowns Anita als Kushari, Max als Tahini und Sonja als Falafel, sowie als Projektleiterin Meike, und unserer libanesischen Logistikerin Kamar, die nach Kairo mitgekommen ist. Wir freuen uns besonders, dass es einmal mehr gelungen ist, das Projekt gemeinsam mit der „Karawane der Menschlichkeit“ auf den Weg zu bringen. Immerhin nun schon zum sechsten Mal. Auf der Seite der Karawane ist die mobile Malwerkstatt mit Anja, Martin und Mirna dabei, sie bietet den Kindern die Möglichkeit sich künstlerisch auszudrücken und ihre Erlebnisse und Erfahrungen dadurch besser verarbeiten zu können. Pascal und Bruno, von der „Karawane der Menschlichkeit“ sind auch mit dabei und unterstützen uns organisatorisch, sowie mit ihren atemberaubenden Fotoaufnahmen.

Warum eigentlich Ägypten? Wenn man an Ägypten denkt, sind da die Pyramiden, das Meer, viele Touristen… Aber die politische Situation hier ist ziemlich komplex, das Land grenzt an den Gazastreifen und Israel, an Libyen und im Süden an den Sudan. In Ägypten sind laut UNHCR geflüchtete Menschen aus 62 Ländern registriert.
Auf der Tour wollen wir vor allem mit den Schicksalen der Menschen aus dem Gazastreifen und dem Sudan nachgehen, wo jeweils neue Maßstäbe an Armut und Grausamkeit gesetzt werden. Die aktuelle Geschichte des Gazastreifens haben wohl quasi alle in den letzten Jahren verfolgt, aus Gaza sind weit über 100000 Menschen in Ägypten gelandet; aus dem Sudan sind seit Kriegsbeginn im April 2023 rund 1,5 Millionen Sudanesen nach Ägypten geflohen.

Wie immer ist uns Anliegen und große Motivation, diesen Menschen etwas Freude und Leichtigkeit zu bringen. Die Vorbereitungen gestalteten sich allerdings alles andere als einfach, da es für jede Show eine eigene Genehmigung benötigt und wir uns in der Öffentlichkeit möglichst unauffällig verhalten sollten.

Ein Clown? Unauffällig? Das ist doch ein Widerspruch in sich. Aber gut, wir sind bereit und werden sehen, was möglich ist, wenn wir erst mal vor Ort sind.

Beirut - Burj HammoudJeden Tag wieder wird uns bewusst, wie fragil die Lage und das Leben im Moment hier ist. Gestern un...
15/05/2026

Beirut - Burj Hammoud

Jeden Tag wieder wird uns bewusst, wie fragil die Lage und das Leben im Moment hier ist. Gestern und vorgestern waren wir jeweils auf der Autobahn von Beirut nach Saida / Sidon, um für die Kinder zu spielen, und heute hören wir, dass am Vormittag gleich viermal Fahrzeuge auf der Strecke von Drohnen in die Luft gejagt wurden. Bei den über die social medias abrufbaren Videos schaudert uns.

Für die letzte Show bleiben wir in Beirut und spielen am Burj Hammoud Sportplatz, wieder für die sogenannten internally displaced people, die aus verschiedenen Gebieten hierher flüchten mussten. Keiner weiß im Moment, wieviele es sind, mehrere Hunderttausende wohl. Keiner weiß, wie lange sie noch in dieser Situation ausharren müssen. Wir können nicht umhin, das auch massiv ungerecht zu empfinden; in dem Sinne, dass wir einen Tag später mit dem Flieger raus können, Anita und Kamar reisen nach Kairo, um mit der Karawane der Menschlichkeit zusammen unser nächstes Projekt umzusetzen. Sie dürfen die Fragilität und dauernde psychologische und kriegerische Gewalt verlassen, während diese Menschen hier bleiben müssen. Auch unsere Clowns Jad und Abbas. Nun: weil sie ja auch hierher gehören und hier bleiben wollen. Nur unter diesen Umständen (?)

Wir wollen heute, zum Abschied, ein Zitat von einer dieser vielen wunderbaren Menschen verwenden, in der Gewissheit, dass wir wiederkommen werden.

In their eyes, we saw a glimmer that had been gone for a long time. We heard laughter coming from the depths of hearts that have known nothing but bitter patience. For a brief moment, these adults reclaimed their stolen childhoods. Their clapping mixed with the children’s laughter, as if they were releasing all the pain and oppression they had kept inside through their cheers.

In ihren Augen sahen wir ein Leuchten, das schon lange verschwunden war. Wir hörten Lachen, das aus den Tiefen ihrer Herzen kam, die nichts als bittere Geduld gekannt hatten. Für einen kurzen Moment holten sich diese Erwachsenen ihre gestohlene Kindheit zurück. Ihr Klatschen vermischte sich mit dem Lachen der Kinder, als würden sie durch ihren Jubel all den Schmerz und die Unterdrückung loslassen, die sie in sich aufgestaut hatten.

Kamar – Anita – Jad – Abbas / Lebanon 2026

Al-Ghaziyah, SaidaIm Morgengrauen taucht die Mutter von Jad, einem unserer beiden Clowns, bei ihm zu Hause auf – nachts ...
14/05/2026

Al-Ghaziyah, Saida

Im Morgengrauen taucht die Mutter von Jad, einem unserer beiden Clowns, bei ihm zu Hause auf – nachts um 4h wurde das Dorf wo deren Familie her stammt heftig bombardiert, sodass die Einwohner keine Alternative hatten, als schnellstmöglich zu Angehörigen zu fliehen.
Glücklicherweise ist sie wohlauf, und nachdem sich die erste Aufregung gelegt hat, beschließen wir, respektive Jad, auch heute auf jeden Fall spielen zu wollen und zu können.
Wir fahren nochmal in den Süden, in die Umgebung von Saida / Sidon, um libanesische Binnenvertriebene zu besuchen.
Den Kontakt zu diesen Spielstätten hat uns eine außergewöhnliche, junge alleinerziehende Frau vermittelt. Sie ist Psychologin und hat seit dem Krieg 2024 unermüdlich für Vertriebene gearbeitet und ihre nicht enden wollenden Bemühungen auch zwischen den beiden Kriegen fortgesetzt. Sie ist erschöpft mit roten Augen. Wir treffen sie nach unserer ersten Show in unserer Mittagspause. Eigentlich sind wir, so wurde uns gesagt, auf dem Weg von einem Camp zum 2. Camp, aber mittlerweile kommen wir eher von einem zum nächsten zum nächsten zum nächsten; es ist zeitweilig eher so, dass sie über Nacht entstehen, notdürftige Zelte auf Betonboden.
Die aus dem Süden Vertriebenen gingen mit Beginn der Waffenruhe zwischenzeitlich zurück nachhause, kaum waren sie da, ging das Bombardement unvermindert weiter und sie mussten wieder weg von allem. In ein nicht wissen was kommt.

Beide Shows waren recht heiß in der prallen Sonne, So wie gestern waren wieder alle da, von jung bis alt, von groß bis klein. Es scheint so, als ob diese extremen Momente vor Ort auch eine besondere Energie in den Moment des Lachens bringt. Heute war, wie man hier sagt, „die Leute haben ihren Verstand verkauft!“ Nicht mehr denken, einfach nur noch lachen, egal welches Alter. Es wurden Tränen gelacht.
Wir haben unsere Show, passen sie aber die Situationen an, erweitern das gemeinsame Spiel, improvisieren. Kaum hoch genug einzuschätzen ist hier in diesen Situationen, dass wir auch auf Libanesisch spielen können. Abass ist ein Meister im Wortwitz und lief auf Hochtouren. Ein Wortspiel nach dem anderen und die Menge brüllte förmlich vor Lachen.

Wie meinte jemand dann nach der Show so treffend. Humor ist der Knopf, der uns vor dem Explodieren rettet.

Wadi Al-Zayneh / SaidaEin bisschen Herzklopfen hatten wir sicherlich alle auf dem Weg Richtung Süden, heute und morgen w...
13/05/2026

Wadi Al-Zayneh / Saida

Ein bisschen Herzklopfen hatten wir sicherlich alle auf dem Weg Richtung Süden, heute und morgen wollen wir jeweils im Großraum Sidon / Saida spielen. Gestern sind viele Menschen in Richtung israelisches Grenzgebiet gestorben. Wir fahren natürlich nicht dort hin, aber es ist spürbar näher. Wir drucken uns Logos der Clowns aus und legen sie vorne und hinten in die Scheiben, um als Hilfsorganisation erkenntlich zu sein. Alle Organisationen verfahren hier so, um nicht irrtümlich ins Visier zu geraten.
Entlang der ganzen Strecke tauchen immer wieder große Plakatwände auf, darauf zu sehen ist eine Bombe in Trümmern, mit dem Hinweis, sie nicht anzufassen. Auf halbem Weg kommen wir an den beiden ausgebombten Fahrzeugen vorbei, von denen wir gestern Abend schon gehört hatten. Das nennt man im Übrigen hier: „Waffenruhe“. Und bei jeder Bombe oder Rakete, egal ob in Wohngebiete oder Autos, geraten auch Unschuldige, Zivilisten, Infrastruktur der normalen Menschen mit in den Wahnsinn. Das heißt dann „Kollateralschaden“ – doch außer die hier Leidenden scheint das niemanden zu interessieren.

Wir spielen in einer Schule für ca. 4 bis 8 jährige palästinensische Flüchtlingskinder aus einem Camp, die heute einen Ausflugstag hatten. Wir waren alle so verliebt in sie.
Abbas kommt aus dieser Stadt, weswegen wir natürlich zum Cafe mit Süßigkeiten bei seinen Schwestern eingeladen sind. Wir haben uns schon letztes Jahr kennengelernt. Eine seiner Schwestern engagiert sich für die Vertriebenen aus den Süden, die hier unter anderem in einer Schule untergebracht sind, und hat es für uns eingefädelt hier zu sein und die Kinder zu besuchen.
Wir wählen den Schulhof für die Show, und von Alt bis Jung haben sich alle versammelt. Was für eine Energie sich hier auf tut! Wir waren alle freudig aufgeregt und es wurde ein riesiges Fest! Uns hilft dabei auch, dass wir haben uns auch als Spieler immer besser kennen lernen und die Stärken der anderen zu stärken wissen.
Ein paar Zuschauer können deutsch, was mich sehr überrascht hat. Jedoch die Überraschung entstand auch immer wieder über unser libanesisch-deutsch gemischtes Team und lässt uns immer wieder nachdenklich werden.
„Liebst du Libanon oder Israel?“ ist hier eine sehr häufige Frage, und wurde von einem Israeli auch schon gefragt. Für welche Seite? Die Menschliche.
Herzliche Liebesbekundungen von den Kindern und die Abertausenden von Danke von den Erwachsenen umgeben uns noch auf dem gesamten Heimweg. Die beiden Clowns müssen los – die Abendschicht ruft.
Wir sind sooo dankbar für diesen guten Tag. Wir fahren durch das Abendlicht. Vorbei an den Plakaten.

Shatila Shatila ist eine "Legende" - oder zumindest eine "Institution". oder sagen wir einfach, neben Burj Barajneh eine...
12/05/2026

Shatila

Shatila ist eine "Legende" - oder zumindest eine "Institution". oder sagen wir einfach, neben Burj Barajneh eine der ältesten Palästinensischen Flüchtlingsunterkunfte in Beirut, vermutlich sogar der Welt – immerhin besteht es seit 1949, und hat eine Geschichte, die es weltweit bekannt gemacht hat; respektive ist die Geschichte von Shatila ein Spiegelbild vieler Geschehnisse im Nahen Osten in den letzten Jahrzehnten.
Zeitweise war Shatila mit einer der dichtbevölkertsten Viertel der Welt, immer wieder schwankte die Einwohnerzahl sehr stark; in den letzten gut zehn Jahren wurden auch viele Syrer hier mit aufgenommen. Die jedoch verlassen seit dem Ende des Bürgerkriegs in Syrien die umliegenden Staaten; viele gehen zurück, so auch Teile der hier lebenden Syrer.
Oxygen ist eine Schule in Shatila, die von Batul ins Leben gerufen wurde, einer Frau, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den hier lebenden Kindern eine Schulbildung zu ermöglichen; hauptsächlich lesen und schreiben beizubringen, da diese Kinder im Libanon nicht das gleiche Schulrecht haben wie die Libanesischen. Sie hat für uns einen Fussballplatz organisiert, da es sonst in den engen Gassen wenig Möglichkeiten gibt, für eine größere Ansammlung zu spielen. In der gemeinsamen Kooperation sind wir immerhin schon zum 5. Mal vor Ort, und werden sofort erkannt. Falafel und andere Mitspieler aus früheren Jahren werden vermisst.

Die Kinder hier sind für sehr viel Energie bekannt. Gut für uns, und wie schön, dass sie trotz der 30 Grad so konzentriert dabei waren. Und trotz der Drohnen, die heute wieder sehr zahlreich und laut über das Viertel schweben und ein merkwürdiges Gefühl erzeugen. Im Lauf der Tage lernt man hier, wenn die Drohnen schon den ganzen Tag sehr präsent sind, kann man sicher sein, dass die israelische Armee jemanden sucht und es nur eine Frage von Stunden ist, bis die nächste Rakete einschlägt oder Bombenexplosion das Viertel erschüttert.

Was bleibt uns da, als menschlich zu bleiben, das Schöne im Augenblick des sich wieder zu Begegnens genießen. Gerade hier. Gerade jetzt. Es fühlte sich sehr besonders an und gibt ein warmes Gefühl beim Umarmen.

Furn Elshbak und Burj HamoudUnsere zweite Show haben wir in einer Schule in Furn Elshbak gespielt, die gerade als Flücht...
11/05/2026

Furn Elshbak und Burj Hamoud

Unsere zweite Show haben wir in einer Schule in Furn Elshbak gespielt, die gerade als Flüchtlingsunterkunft für die aus dem Südlibanon stammenden Familien dient. Mehrere Familien gleichzeitig sind in den Klassenzimmern untergebracht. Die meisten kommen aus dem Grenzgebiet zu Israel und mussten durch die Kampfhandlungen ihre Dörfer verlassen. Gekocht wird im Flur. Wir haben eine Frau kennengelernt, die 12 solcher Unterkünfte in Beirut betreut und finden schon jetzt schade, dass wir nicht schaffen werden, alle zu bespielen. Überall könnte man spielen, aber man braucht auch für die staatlichen Einrichtungen Erlaubnis und Papiere, was mehr Zeit benötigen würde.
Viele durch die Bombardements Vertriebenen leben im Stadtgebiet entlang am Meer auch in Zelten. Kilometerweit kann man sie sehen. Kamar hat es heute sehr berührt, sie kennt es weil sie Kind im Krieg war und es kann gerade jeden Augenblick passieren, dass man selbst in diese Situation kommt. Es ist schon der 4. Krieg, den sie erlebt und dabei dauert es noch eine Weile bis sie überhaupt 35 wird.
Die libanesischen Clownskollegen arbeiten nebenbei noch in ihren normalen Jobs weiter und machen somit Doppelschicht, bei sehr wenig Schlaf. Ein Hoch auf Ihre Flexibilität, um mit uns zusammen dieses Projekt zu gestalten. Wir sind ein feines Team, jeder schaut nach jedem ist mit vollem Herzen dabei.

Die dritte Show spielen wir in Burj Hamoud Garten, im Armenischen Viertel Beiruts. Da der Libanon sehr gemischt ist mit verschiedenen Kulturen, kann man von einer Straße zur anderen die Unterschiede spüren.
Für die dortige „migrant community in Lebanon“ war schon letztes Jahr eine Show geplant – es sind ausländische Hausangestellte, für die im Libanon kein Arbeitsrecht gilt. Ihnen werden meist die Pässe abgenommen und sie bekommen keinerlei mediale Unterstützung.
Unter einer Autobrücke haben wir zusammen die bunten Momente der Show erlebt; zack haben wir mit Tischen einen Hintergrund gebaut und eine Spielstätte entstehen lassen.

Nach der Show gibt es immer Hunderte Fotos; die Kinder suchen dann immer sofort den direkten Kontakt mit Wahid, Rockstar und Fatusch, den 3 Clowns. Kamar nimmt sich dann immer die Zeit, ein bisschen die Kinder zu schminken.
Und nachdem alle Hunderte Fotos gemacht sind, ließ einer der kleinen Jungen einen Clown trotzdem nicht mehr von der Hand los und hielt sie immer weiter und weiter; er wollte ihn mit nach Hause nehmen.

Burj BarajnehMitten in die letzten Vorbereitungen für die erste Show kommt abends nach 8 die Nachricht, dass die israeli...
10/05/2026

Burj Barajneh

Mitten in die letzten Vorbereitungen für die erste Show kommt abends nach 8 die Nachricht, dass die israelische Armee das Viertel Dahiye in Beirut bombardiert hat – ausgerechnet das Viertel, in dem die morgige Show geplant ist. Ziel des Bombardements war wohl ein hochrangiger Kommandeur einer Hisbollah Spezialeinheit. Nach hektischen Versuchen, an bessere Informationen zu kommen beschließen wir, die Nacht abzuwarten. Aus Erfahrung hat sich gezeigt, wenn es nicht weiter eskaliert, ist am nächsten Tag „business as usual“ möglich.
Es eskaliert nicht, und wir beschließen, es zu wagen und uns auf den Weg zu machen, um eine Schule in Burj Barajneh, einem palästinenschischem Flüchtlingscamp im Süden Beiruts zu besuchen, die im Lauf der Jahre sehr stark von der Karawane der Menschlichkeit unterstützt wurde. Unmittelbar nach den Spieltagen im Libanon werden wir die Karawane auch in Kairo treffen, um gemeinsam ein Projekt in Ägypten durchzuführen.

Als wir nach Dahiye kommen, haben wir alle gespannte (Un-)Ruhe. Und merken sofort, es ist so anders als die ersten Male, als die Clowns hier gespielt haben; gefühlt ist nur ein Fünftel der Menschen auf der Straße, und die Augen, die Blicke und Bewegungen der Menschen sind nicht so wie immer. Die Häuser wirken noch verfallener, und viele Menschen extrem dünn.
Als wir da sind, werden wir herzlich begrüßt, aber auch hier merken wir, die Menschen sind anders geworden; sie zu kontaktieren, ihnen zu begegnen ist wie wenn man zuvor durch einen grauen Schleier muss.
Irritierend ist, dass während der Show viele Drohnen zu hören sind. Die Leute erzählen, dass es einige Tage Pause gab, seit gestern sind sie wieder da. Aber wir sind auch da. Und wir spielen! Bei den Kindern ist die Begeisterung voll vorhanden; wir haben auf dem vorab gemieteten Sportplatz eine total schöne Premiere vor wahnsinnig aufmerksamen Kindern. Manche waren sogar letztes Jahr schon da und kennen Teile der Show, und suchen nach der Show den Kontakt zu den Clowns.
Und wir sind glücklich, dass es geklappt hat und gelungen ist, die Kinder zu besuchen.

Noch nie haben wir solange gewartet, um letztlich erst 24h vor dem geplanten Start grünes Licht für eine Tour zu geben; ...
09/05/2026

Noch nie haben wir solange gewartet, um letztlich erst 24h vor dem geplanten Start grünes Licht für eine Tour zu geben; zahllose Informationen, Planungen, Verwerfungen, Zweifel und Hoffnungen – bis es nun doch klappt – Anita ist in den Libanon gereist, um mit unserer libanesischen Logistikerin Kamar und den beiden Clowns aus Beirut, Abbas und Jad, wenigstens eine gute Woche lang für die Kinder des Landes zu spielen; absolut zuversichtlich, dass die Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon hält und in vollstem Vertrauen auf ein absolut verlässliches Netzwerk.

Beim Landeanflug auf Beirut am späten Nachmittag sind zerbombte Häuser zu sehen; auch wenn die Stadt Anita mit einem sanften lila Sonnenuntergang empfängt, ist sofort zu spüren, dass es diesmal anders werden wird als bei den letzten Touren, wie ein Hauch von großem Respekt vor dem was einen erwartet. Die Wiedersehensfreude und der Empfang sind überschwänglich und herzlich, und die Clowns-Ohrringe werden vergnügt angelegt.
Die Probenvorbereitungen am nächsten Morgen beginnen voller Spaß und Vorfreude. Wir vertrauen, und werden von Tag zu Tag schauen, was möglich ist – und hoffentlich einige Orte besuchen können die letztes Jahr nicht dran waren.

Griechenland 7. Bericht: Von Clowns und Menschen – fröhliche Begegnungen an 5 TagenEfcharistó, liebes Athen, für die Gas...
30/03/2026

Griechenland 7. Bericht:
Von Clowns und Menschen – fröhliche Begegnungen an 5 Tagen

Efcharistó, liebes Athen, für die Gastfreundschaft und Vielfalt, die wir an fünf Spieltagen mit 12 Shows erleben durften. Wir wurden in liebevoll und engagiert betreuten Projekten von 800 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit neugieriger Spielfreude willkommen geheißen. Als Gastgeschenk haben wir mitgebracht, was uns selbst am wertvollsten ist: Die große Freude am gemeinsamen Lachen!

Wir sind in unseren Shows Menschen von 3 bis 63 Jahren mit vielfältigen – manchmal lebensbedrohlichen – Herausforderungen im Alltag begegnet. Wir haben in spontan freigeräumten Kellerlagern, auf zügigen Hausdächern, in den kleinsten Wohnzimmern und auf Schulhöfen inmitten der Müllhalden am Stadtrand von Athen gespielt. Wir konnten ein Publikum von 12 bis 170 Zuschauenden begrüßen. Im Moment der Begegnung waren wir alle Clowns und Menschen mit Freude am Singen und Tanzen, am Jonglieren und Zaubern, am Verstecken und Suchen, am Weinen und am Lachen.

Vielen Dank an all die Kooperationspartner*innen vor Ort, die sich auf das Abenteuer eingelassen und uns in dieser beeindruckenden Stadt so herzlich empfangen und begleitet haben – und damit Momente des unbeschwerten Glücklichseins geschaffen haben, die sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben. 
Danke an alle, die über diese Reise berichtet, von unseren Erlebnissen erzählt und ihre Freude an der Reise der Clowns ohne Grenzen in Griechenland geteilt haben – damit die Menschen und deren Lebenssituationen, denen wir begegnet sind, sichtbar und deren Bedürfnisse gehört werden.

Es war uns eine riesengroße Freude!
Jassas, bis zum nächsten Mal, sagen Michi mit Uta, Mia, Gittl und Clara

PS: Danke an Clara Sachs, für die eindrücklichen Fotos!

📸 Pictures by

Griechenland Bericht 6:‚Seid ihr das wirklich?‘Zum krönenden Abschluss besuchten wir heute eine Grundschule im Norden de...
29/03/2026

Griechenland Bericht 6:

‚Seid ihr das wirklich?‘

Zum krönenden Abschluss besuchten wir heute eine Grundschule im Norden des Athener Stadtzentrums. Eine Integrationslehrerin hatte uns eingeladen, für die Kinder der Schule – die aus den verschiedensten Nationen stammen – zu spielen. Ziel war es, die bereits vorbildliche Atmosphäre und den starken Zusammenhalt der Schule durch ein fröhliches gemeinsames Erlebnis mit uns Clowns weiter zu stärken. Die Philosophie, sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen, gemeinsam Spaß zu haben und den Moment zu teilen, ging voll auf!

Die rund 200 Kinder der Jahrgangsstufen eins bis sechs verteilten wir auf zwei Vorstellungen. Nachdem unsere Woche in Athen bisher ungewöhnlich kalt und nass war, genossen wir es sehr, endlich draußen auf dem weitläufigen Sportplatz in der Sonne auftreten zu können. Wir begannen mit den jüngeren Kindern, die bereits erwartungsvoll auf der Steintribüne Platz genommen hatten. Von der ersten Sekunde an fieberten sie mit, feuerten uns lautstark an, boten ihre Hilfe an und lachten aus vollem Herzen.

Einen ganz besonderen Moment erlebte heute unsere Clownin Meli (Honig). Als sie während der Show andeutete, großen Hunger zu haben, hüpfte ein Mädchen spontan von ihrer Bank und überreichte Meli strahlend ihre Einhorn-Vesperdose. Was für eine berührende Geste.

Trotz aller Euphorie gelang es den Kindern immer wieder, der Show aufmerksam zu folgen, innezuhalten und sich wieder zu setzen. So konnten wir gemeinsam eine rundum fröhliche und zugleich harmonische Atmosphäre zaubern.

Die zweite Vorstellung für die älteren Kinder verlief ebenso rasant, lautstark und voller Freude. Lediglich die Reaktionen waren etwas differenzierter und die Erwartungen an uns Clowns anspruchsvoller. Bei diesem Auftritt überraschte uns eine Gruppe von etwa zehn Mädchen auf den Rängen besonders: Als unser Clown Skordo (Knoblauch) das Publikum um einen Zauberspruch bat, um seine Magie wirken zu lassen, rezitierten diese Mädchen plötzlich simultan einen beeindruckenden, achtversigen griechischen Spruch.[…] 👉 Weiterlesen? Fortsetzung 👇 unten in den Kommentaren.

📸 Pictures by@clarasachs

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