18/08/2026
💧 „Aber der Bauer nimmt sein Wasser doch gar nicht aus dem öffentlichen Netz!“
Diesen Satz haben wir in den letzten Tagen tatsächlich mehrfach gelesen.
Und genau deshalb möchten wir heute einmal sensibilisieren und zum Nachdenken anregen.
Rund 20 Kilometer von uns entfernt brande aktuell ein großer Wald. Auch bei uns wurde die Bevölkerung aufgefordert, Wasser zu sparen, damit ausreichend Wasser für die Brandbekämpfung zur Verfügung steht.
Gleichzeitig wird hier in der Gemarkung großflächig bewässert.
(Und das ist an vielen Orten vermutlich so)
Das Foto zeigt eine der Beregnungsanlagen, mit denen beispielsweise Spargel bewässert wird. Das Wasser wird aus eigenen, gebohrten Brunnen gefördert – nicht aus dem öffentlichen Leitungsnetz.und das an vielen Orten in Deutschland 😢
Aber:
👉 Woher kommt dieses Wasser dann?
Aus dem Grundwasser.
Und jetzt wird es vielleicht einmal interessant, weil viele Menschen überhaupt keine Vorstellung davon haben, über welche Wassermengen wir hier sprechen.
Die auf dem Foto zu sehende IRTEC-Beregnungsmaschine kann – abhängig von Ausführung, Düse und Betriebsdruck – bei vergleichbaren Anlagen Größenordnungen von ungefähr 50–70 Kubikmetern Wasser pro Stunde bewegen.
Das sind:
💧 50.000–70.000 Liter pro Stunde
oder ungefähr
💧 830–1.170 Liter pro Minute.
Und jetzt rechnen wir einmal ganz grob mit fünf Stunden Bewässerung am Tag, wie wir es hier beobachten konnten:
Bei einer angenommenen Förderleistung von 60 m³ pro Stunde wären das:
💧 300 m³ Wasser
💧 300.000 Liter
💧 an EINEM Tag.
Natürlich wissen wir nicht, welche konkrete Förderleistung diese Anlage tatsächlich hat. Die tatsächliche Wassermenge hängt unter anderem von Pumpe, Druck, Düse und Einstellung ab.
Aber genau darum geht es uns:
Wir möchten überhaupt erst einmal ein Bewusstsein dafür schaffen, was „Bewässerung“ in der Landwirtschaft mengenmäßig bedeutet.
Denn 300.000 Liter klingt vielleicht erst einmal abstrakt.
Deshalb anders:
300.000 Liter sind 300 Kubikmeter Wasser.
Und das wäre bei nur fünf Stunden Bewässerung – wohlgemerkt als Rechenbeispiel – an einem einzigen Tag.
Und das Foto zeigt nur das, was man mit bloßem Auge sehen kann.
Hier wird nicht nur ein einzelnes Spargelfeld bewässert.
Es gibt zahlreiche Spargelflächen und große Erdbeerflächen. Vieles davon wird über unterirdische Bewässerungssysteme versorgt, die man als Spaziergänger überhaupt nicht wahrnimmt.
Genau deshalb möchten wir einmal bewusst machen:
Nur weil Wasser nicht aus unserem Wasserhahn kommt, bedeutet das nicht, dass es nichts mit unserem Wasserhaushalt zu tun hat.
Das Wasser wird aus dem Grundwasserkörper entnommen.
Und Grundwasser ist keine unerschöpfliche Ressource.
Natürlich braucht Landwirtschaft Wasser.
Natürlich müssen bestimmte Kulturen bei Trockenheit bewässert werden.
Und wir sind ausdrücklich nicht gegen Landwirtschaft oder Bauern.
Aber gerade in Zeiten von zunehmender Hitze, Trockenheit und Waldbränden darf man doch einmal die Frage stellen:
💧 Wie viel Wasser entnehmen wir unserem Grundwassersystem – und wofür?
🍓 Erdbeeren.
🌱 Spargel.
🥝 Besonderem Obst
Und das auf großen Flächen.
Und vielleicht sollten wir als Verbraucher beim nächsten Einkauf nicht nur fragen:
„Was kostet das Kilo?“
Sondern auch:
„Was kostet es unsere Landschaft?“
Denn Wasser ist nicht einfach nur das, was aus dem Wasserhahn kommt.
Wasser ist Grundwasser.
Wasser ist Bodenfeuchtigkeit.
Wasser ist Lebensraum.
Wasser ist Trinkwasser.
Wasser ist Grundlage für Pflanzen und Tiere.
Und Wasser ist endlich.
Wir möchten niemandem vorschreiben, was er essen darf.
Wir möchten nur, dass wir alle anfangen, ein bisschen weiterzudenken.
Denn vielleicht ist genau das heute wichtiger denn je:
👉 Nicht nur sehen, dass ein Feld bewässert wird.
Sondern sich fragen, woher das Wasser kommt – und welche Mengen dafür tatsächlich benötigt werden.
💧 Schaut hin. Denkt nach. Fragt nach.
Denn Wasser ist Leben.
Danke fürs lesen 🍀
Veranschaulichung im Kommentar