Der „Bunter Hund Leipzig e.V.“ ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für die tierärztliche Grundversorgung der Tiere von Obdachlosen und anderen Bedürftigen (z.B. Klienten von Suchtberatungsstätten) im Raum Leipzig einsetzt. Bedürftige Patientenbesitzer werden von ihren betreuenden Streetworkern an eine der fünf beteiligten Tierarztpraxen in Leipzig überwiesen. Dazu findet wöchentlich in diesen
Praxen eine gesonderte Sprechstunde statt, welche von einem Tierarzt und Studierenden der Veterinärmedizin geführt wird. Die Beteiligten arbeiten ehrenamtlich, das heißt die tierärztlichen Leistungen, die der Grundversorgung dienen, sind für den Patientenbesitzer kostenfrei, Material- und Medikamentenkosten werden vom Verein durch Mitglieds- und Spendenbeiträge gedeckt. Leider werden manche Patienten aufgrund von finanziellen Nöten erst dann einem Tierarzt vorgestellt, wenn bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf die Heilungschancen nur noch sehr gering sind. Mit unserer Arbeit hoffen wir, die gesundheitlichen Probleme der Tiere schon in einem früheren Stadium behandeln zu können, um damit die Lebensverhältnisse der Tiere zu verbessern. Außerdem wünschen wir uns, mit diesem Projekt den Besitzern ein Stück Lebensfreude zurückgeben zu können. Schließlich sind die Tiere oftmals der einzige Halt auf einem langen und steinigen Weg. In Deutschland einzigartig ist wohl das vereinsinterne Konstrukt, auf das sich unsere Arbeit stützt: Die Verflechtung von Studium an der Universität und dem immerwährenden Praxisalltag eines fertigen Tiermediziners ist eine Erfahrung, die schon während der Studienzeit die späteren Praktiker fördert. Nicht nur deshalb ist es uns natürlich ein Bedürfnis, die Mitgliederzahl unter den Studierenden hoch zu halten. Denn auch das soziale Engagement und der Einsatz für den Tierschutz sollte ein Teil des Alltagslebens für angehende junge Tierärztinnen und Tierärzte sein. Aber die Studenten stellen nur eine der Säulen dar, die das Projekt tragen. Ein festes und selten so gut funktionierendes Zusammenspiel mit dem Tierheim, dem Tierschutzbeirat der Stadt und den Streetworkern kann nur zustande kommen, wenn alle an einem Strang ziehen! Und das haben wir geschafft – Brücken zu schlagen, welche die lebensverbessernden Institutionen einer Stadt verbinden, sei es für die Tiere oder die Menschen. Die wichtigste Stütze hingegen ist das Vertrauen der Tierbesitzer. Ohne jemals zuvor eine Tierarztpraxis betreten zu haben, sei es aus finanzieller Not oder sozialer Abgeschiedenheit, übergeben sie ihre Vierbeiner vertrauensvoll in unsere Hände.