Die Autodidaktische Initiative (adi) schafft einen nicht-kommerziellen Raum, in dem Menschen aus eigenem Antrieb gemeinsam diskutieren, lernen und reflektieren können. Zudem nutzen wir diesen Raum, um uns zu engagieren und miteinander zu vernetzen.
• Hier soll freies und gemeinsames Lernen abseits der Bildungsstätten stattfinden dürfen. Statt Konkurrenz sollen offene Neugierde und Kooperation
an erster Stelle stehen. Dahinter steht unser Verständnis vom Lernen als sozialen Prozess. Wir misstrauen den offiziellen Bildungsinstitutionen, die aus unserer Sicht zunehmend dem Ziel der Verwertbarkeit von Fähigkeiten und Kompetenzen folgen.
• Wir vertreten zudem eine kritisch-hinterfragende Grundeinstellung gegenüber dem Kapitalismus und dem Patriarchat. Wir verstehen gesellschaftliche Verhältnisse als veränderbar und weisen Argumentationen der Alternativlosigkeit entschieden zurück.
• Deshalb verstehen wir unsere Praxis als emanzipatorisch, das heißt, wir zielen darauf ab, Hierarchien, Fremdbestimmung und Unterdrückung zwischen Menschen abzubauen. Das bedeutet, dass sich in der adi jede*r auf eigene Weise ausprobieren darf - ohne negative Bewertungen und herabsetzende Verhaltensweisen! Jede*r ist in der adi willkommen. Um zu ermöglichen, dass sich alle Menschen in der adi wohlfühlen, bleiben wir wachsam in Bezug auf Diskriminierung und Ausgrenzung verschiedener Art.
• Menschenverachtenden Einstellungen bieten wir keinen Raum, egal auf wen sie sich beziehen. Dabei nehmen wir auch eine selbstkritische Haltung ein und erkennen unsere gesellschaftlichen Privilegien an, die sich unter anderem im Zugang zu Bildung, Wissen und selbstverwalteten Räumen niederschlagen.
• Wir begreifen Bildung als eine Form der Selbstermächtigung gegenüber den gesellschaftlichen Zwängen und Beschränkungen an. Sie soll unsere Handlungsspielräume erweitern oder kann aus Freude am Dazulernen betrieben werden.
• Ziel der ADI ist es außerdem, Teil einer lebendigen Alternative zu sein und ganz direkt zum Aufbau solidarischer Netzwerk/Miteinander beizutragen. Entscheidungsstrukturen
• Wir haben uns bewusst für das Konsensverfahren entschieden. Das heißt, wir streben an Entscheidungen einstimmig zu treffen, anstatt Mehrheiten zu suchen. Bei Mehrheitsentscheidungen wird der Wille der Minderheiten übergangen, bei Konsensentscheidungen wird ein Kompromiss angestrebt, der den Bedürfnissen keiner beteiligten Person zu sehr widerspricht. Dies setzt allerdings eine wohlwollende und fehlerfreundliche Gesprächskultur sowie eine gewisse Bereitschaft zu Kompromisslösungen voraus.
• Wir treffen uns jeden Donnerstag um 19 Uhr zum offenen Plenum. Dort wird unter anderem über die Raumnutzung, Veranstaltungsanfragen und gemeinsame Projekte entschieden. In der Regel führen wir unsere Gespräche dabei moderiert. Die Plenumsentscheidungen müssen protokolliert werden.
• Wir versuchen jederzeit eine Atmosphäre zu bieten, in der Probleme und Unbehagen angesprochen werden können. Dabei wollen wir auch kontroverse, unangenehme Themen offen ansprechen und diskutieren.
• Wir sind uns darüber bewusst, dass Aussagen Räume prägen und auch eine Form der Gewaltausübung darstellen können. Daher greifen wir gegenüber herabwürdigenden und menschenfeindlichen Äußerungen ein und schließen im äußersten Fall auch Menschen aus.