Stadtteilgeschichten

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Hans Michael Bungter – Der Holzschneider im DorfIrgendwann in den Nachkriegsjahren zog ein Mann nach Mölkau, dessen Name...
28/11/2025

Hans Michael Bungter – Der Holzschneider im Dorf

Irgendwann in den Nachkriegsjahren zog ein Mann nach Mölkau, dessen Name später in Kunstkreisen auftauchen sollte: Hans Michael Bungter, Grafiker, Holzschneider, Buchillustrator. Viele Mölkauer kannten ihn eher als den ruhigen Mann mit dem scharfen Blick – erst viel später wurde klar, wie weit seine Kunst reichte.

Bungter war jemand, der das Kleine groß machte. Ein Blatt Papier, ein Stück Holz, ein Messer – mehr brauchte er nicht, um Bilder zu schaffen, die in Bibliotheken und Sammlungen landeten. Seine Exlibris, diese feinen kleinen Drucke, wurden international gesammelt. Doch Bungter selbst blieb bescheiden. In Mölkau war er einfach „der Grafiker“.

Man erzählt sich, dass er häufig durch das Viertel spazierte, ruhig, fast unscheinbar. Vielleicht holte er dabei Eindrücke, Strukturen, Schatten – alles das, was später in seinen Holzschnitten auftauchte. Dass so jemand in Mölkau lebte, passt eigentlich gut zum Ort: ein bisschen verborgen, ein bisschen unterschätzt, aber voller Substanz.

Für die Kunstszene war Bungter bedeutend. Für Mölkau war er ein weiteres Beispiel dafür, dass Talent nicht laut sein muss. Die Kulturgeschichte des Stadtteils besteht nicht nur aus Fabriken, Tanklagern und Arbeiterschichten – sondern auch aus Künstlern, die hier ein Zuhause fanden.

https://www.kunstfreund.eu/media/image/product/37282/md/goessweinstein-burgansicht-hans-michael-bungter-burg-goessweinstein.jpg

https://i.ebayimg.com/images/g/Nm4AAOSwyGBgmum1/s-l1200.jpg

Mölkaus ältestes Haus - ein SpaziergangMölkau ist ja schon einwenig wie ein altes Buch: Man muss nur einmal darin blätte...
28/11/2025

Mölkaus ältestes Haus - ein Spaziergang

Mölkau ist ja schon einwenig wie ein altes Buch: Man muss nur einmal darin blättern – und schon hat man eine Geschichte zum Erzählen. Wer heute durch Mölkau spaziert, weiß wie viel Vergangenheit sich in den stillen Straßen dieses Leipziger Stadtteils versteckt. Zwischen gepflegten Vorgärten, dunklen Fachwerkbalken und modernen Wohnhäusern erzählt jeder Winkel ein Stück Geschichte – manchmal leise, manchmal mit einem Augenzwinkern. Heute gibts einen Spaziergang als Geschichte. Handy raus, Maps an und los gehts...

https://www.google.com/maps/dir/Gottschalkstra%C3%9Fe+9,+04316+Leipzig/M%C3%B6lkauer+Dorfpl.+6,+04316+Leipzig/M%C3%B6lkauer+Dorfpl.+7,+04316+Leipzig/M%C3%B6lkauer+Dorfpl.+8,+04316+Leipzig/Kelbestra%C3%9Fe+1,+04316+Leipzig/@51.3280691,12.4384173,3894m/data=!3m2!1e3!4b1!4m31!4m30!1m5!1m1!1s0x47a6f8dc86330d0d:0x23cc7887f8835a8!2m2!1d12.4550305!2d51.3233745!1m5!1m1!1s0x47a6f8ec28d2c4e1:0x440e9a053bb311ae!2m2!1d12.4425227!2d51.3328627!1m5!1m1!1s0x47a6f8ec25d936dd:0x9a4581c3cbf1d4c5!2m2!1d12.442839!2d51.3328489!1m5!1m1!1s0x47a6f8ec20f8e75d:0xff51c8d42e68a2c3!2m2!1d12.443269!2d51.3325835!1m5!1m1!1s0x47a6f8c2cd25ead5:0x74ba8467aa926cbc!2m2!1d12.4523436!2d51.3261955?entry=ttu&g_ep=EgoyMDI1MTExNy4wIKXMDSoASAFQAw%3D%3D

Der Spaziergang beginnt in der Gottschalkstraße 9, einem unscheinbaren Fachwerkhaus, das um 1800 entstanden ist und damit zu den ältesten Wohnhäusern Mölkaus gehört. Es wirkt bescheiden, beinahe schüchtern, als wolle es nicht zu sehr auffallen. Und doch spürt man, dass dieses Haus die Welt hat vorbeiziehen sehen: die Fuhrwerke der Bauern, die ersten Trabant-Motoren, heute den Bus Richtung Paunsdorf. Es steht einfach da und hält stand – ein kleines Stück Dorfgeschichte, das sich inmitten der Gegenwart geduldig behauptet.

Weiter führt der Weg zum Mölkauer Dorfplatz, dem Herz des historischen Ortskerns. Hier scheint die Zeit ein bisschen langsamer zu laufen. Die alten Höfe und Wohnhäuser stehen nah beieinander, als würden sie sich seit Generationen gegenseitig stützen. In Dorfplatz 6 erkennt man noch die Lehmwände des Erdgeschosses und die Struktur des alten Fachwerks – ein Haus, das betreten wurde, als Napoleon gerade in Europa unterwegs war und Mölkau noch ein winziges Bauerndorf war. Gleich daneben liegt der Dreiseithof am Dorfplatz 7, dessen Gebäudeensemble bis heute spürbar macht, dass Landwirtschaft einst das Rückgrat dieses Ortes war. Und schließlich das Wohnhaus am Dorfplatz 8, ein Bauernhaus mit charakteristischem Krüppelwalmdach, das den Charme vergangener Jahrhunderte atmet und den Dorfplatz wie ein alter Bekannter bewacht. Zusammen bilden diese Häuser einen selten erhaltenen Blick in die Vergangenheit, der zeigt, wie ein sächsisches Dorf vor zweihundert Jahren funktioniert hat.

Folgt man der Route weiter, öffnet sich schließlich das Gelände des Stadtguts Mölkau in der Kelbestraße. Es ist der geschichtsträchtigste Ort im gesamten Stadtteil: Das Gut wurde bereits 1335 erwähnt, lange bevor die meisten umliegenden Stadtviertel überhaupt existierten. Natürlich sieht man nicht mehr die Gebäude aus dieser Zeit – das Herrenhaus stammt aus dem 19. Jahrhundert –, aber die Tradition, die Struktur, die Geschichte des Guts sind überall spürbar. Hier standen einst Wirtschaftsgebäude, Felder, Stallungen; hier wurden Abgaben verwaltet, Feste gefeiert, Entscheidungen getroffen, die das Leben im Dorf prägten. Auch heute wirkt das Gut wie ein Ruhepol, ein Ort, an dem sich Vergangenheit und Gegenwart problemlos die Hand reichen. Und manches ist ja durchaus in Bewegung vor Ort.

Wenn man am Ende des Spaziergangs zurückblickt, zeigt sich Mölkau nicht einfach als Leipziger Ortsteil, sondern als Ort, der in den Jahrhunderten gewachsen ist und viel von diesem Werden bewahrt hat. Die alten Häuser erzählen stumm, aber eindrücklich, wie das Dorf über Generationen gelebt, gearbeitet, gehofft und sich verändert hat. Und mitten zwischen alten Höfen, neuen Straßen und Spielplätzen entsteht das Gefühl, dass Mölkau genau dadurch seinen besonderen Charakter behalten hat: Es ist ein Dorf geblieben, das gelernt hat, Stadt zu sein – ohne dabei seine Seele zu verlieren.

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Advents- und Weihnachtsmarkt am 29.11.    ❤ 2 Veranstaltungen als Startschuss in eine schöne Weihnachtszeit ❤Mölkau lebt...
25/11/2025

Advents- und Weihnachtsmarkt am 29.11.
❤ 2 Veranstaltungen als Startschuss in eine schöne Weihnachtszeit ❤

Mölkau lebt von den Menschen, die hier wohnen – und von den Traditionen, die wir gemeinsam pflegen. Eine davon verdanken wir dem Heimat- und Kulturverein, der 1993 gegründet wurde und seit mehr als drei Jahrzehnten dafür sorgt, dass unser Stadtteil zusammenhält. Viele erinnern sich noch an die großen Heimatfeste, die der Verein bis 2014 ausrichtete. Doch auch nachdem diese Zeit endete, ist der Gemeinschaftsgeist nie verloren gegangen. Gerade in den Jahren danach entstand etwas Neues, das längst zu einem festen Bestandteil des Mölkauer Jahres geworden ist: die Mölkauer Adventsstube im ehemaligen Gemeindeamt.

Mitte der 2010er-Jahre wurde die Adventsstube als kleinere, gemütlichere Alternative zu den früheren Großveranstaltungen ins Leben gerufen. Schnell zeigte sich, wie gut dieses Format zu Mölkau passt: familiär, warmherzig, mit viel Liebe vorbereitet – und jedes Jahr ein bisschen gewachsen.

Worüber man so liest:

👉 2018 – die 4. Adventsstube: Das Format etabliert sich endgültig.
👉 2019 – die 5. Adventsstube: Mit Musikprogramm, Modelleisenbahn, Basteln, Tombola und dem traditionellen „Anblasen“ vor dem Gemeindeamt.
👉 2020 & 2021 – Zwangspause: Die Pandemie verhindert das beliebte Treffen.
👉 2022 – die 7. Adventsstube: Endlich wieder offen – und Mölkau kommt in großer Zahl.
👉 2023 – die 8. Adventsstube: Wieder voll und lebendig.
👉 2024 – die 9. Adventsstube: Der Hof duftet nach Bratwurst und Glühwein, im Ratssaal klingt Musik, und der Weihnachtsmann sorgt für leuchtende Kinderaugen.

Heute ist die Adventsstube mehr als eine Veranstaltung – sie ist ein Ort, an dem man Nachbarn trifft, alte Bekannte wiedersieht und gemeinsam anknüpft an das, was Mölkau ausmacht: Zusammenhalt.

Dieses Wochenende ist es auch schon wieder soweit, der Heimat- und Kulturverein lädt ein zur 10. Mölkauer Adventsstube

am Samstag, 29. November, ab 14 Uhr
im ehemaligen Gemeindeamt, Engelsdorfer Straße 88

https://www.heimatverein-moelkau.de/images/huk_intern/Veranstaltung/2025/Adventsstube_2025_www.jpg

🎄🎄🎅🎄🎄Gleich danach, ab 17 Uhr folgt der private Weihnachtsmarkt für den guten Zweck der Familien Weißenborn und Puschner in der Zweinaundorfer Straße 226 in Mölkau. Der Erlös aus diesem Weihnachtsmarkt geht zu 100% an das Trauercafe der Elternhilfe für krebskranke Kinder e.V., die auch am Abend vor Ort sein werden. Los geht es 17 Uhr.

Also genug Zeit für beide Veranstaltungen und eine richtig schöne Zeit mit Nachbarn und Freunden!

Zwischen Vergangenheit und MöglichkeitMölkau war nie die laute Fabrikstadt am Rande Leipzigs, sondern ein Ort, an dem Ar...
25/11/2025

Zwischen Vergangenheit und Möglichkeit

Mölkau war nie die laute Fabrikstadt am Rande Leipzigs, sondern ein Ort, an dem Arbeit, Nachbarschaft und Beharrlichkeit ineinandergriffen. Schon vor über hundert Jahren klangen hier die Hämmer der Gießer, das Rattern der Maschinen, das Surren der Werkhallen. Die Eisengießerei Rudolph Herrmann, die Heftmaschinenfabrik Gutberlet oder die Lackfabriken der frühen Industrialisierung prägten Generationen. Arbeit und Alltag lagen dicht beieinander: Kinder liefen zur Dorfschule im Zweinaundorfer Rittergut, sonntags spazierte man auf dem "Schwarzen Weg“ durch den Park. So entstand ein Ort, der nie ganz Stadt und nie ganz Dorf war – etwas Eigenes, mit einem besonderen Rhythmus.

Dann kamen die Umbrüche. Krieg, Verstaatlichung, Schließungen, neue Betriebe. Wo früher Gießereien und Werkstätten standen, entstanden in den 1960er- und 70er-Jahren neue Gewerbeflächen entlang der Bahnlinie – ein Stück Randzone, das bald einfach "Am Bahndamm“ hieß. Hier siedelten sich Transporteure, kleine Werkstätten und schließlich der Schrottplatz an, der bis heute existiert. Der Platz mit der Nummer 14 ist für viele Mölkauerinnen und Mölkauer ein fester Begriff. 2019 stand er in Flammen – der Brand, der damals eine schwarze Rauchwolke über den Stadtteil trieb, ist vielen noch präsent. Danach kam Aufräumen, Schweigen, Neubeginn. Heute ist der Platz wieder in Betrieb, Container stehen dicht an dicht, Metallstapel glänzen in der Sonne, Transporter fahren hin und wieder ein und aus oder stehen halt mal wochenlang davor, mit Strafzetteln.

Und doch steht dieses Grundstück für mehr als nur Schrott. Es erzählt von Wandel, von Nutzung, von Verantwortung. Es ist ein Ort, der Vergangenheit und Zukunft zugleich in sich trägt. Nach dem Brand wurden Umweltauflagen erteilt und Bodenproben genommen, das Grundstück hat inzwischen einen neuen Eigentümer. Es heißt, er sei an einer langfristigen Lösung interessiert, aber noch gibt es keine Pläne, keinen Beschluss, keine neuen Bauanträge. Der Schrottplatz bleibt – vorerst. Und damit bleibt auch die Frage, die viele im Stadtteil bewegt: Braucht es hier eigentlich Klärungsbedarf, oder ist es einfach, wie es ist? Wollen wir diesen Ort neu denken – oder gehört er zu dem Mölkau, das wir kennen, rau, praktisch, echt?

Gleichzeitig verändert sich die Umgebung langsam. Die Haltestelle "Am Bahndamm“ wird (vielleicht sogar beidseitig :-)) barrierefrei umgebaut, an der Engelsdorfer Straße wird hier und da saniert, vergessene Immobilien immermal wieder beäugt, Wege werden ausgebaut, Grünflächen nachgepflanzt.

Vielleicht wird auch die Bahndammlinie eines Tages ein grüner Korridor, ein Ort des Übergangs zwischen Stadt und Landschaft, direkt dem Feld und dem Bahnhof. Vielleicht bleibt sie aber auch das, was sie immer war: die Werkseite eines Stadtteils, der vom Arbeiten lebt. Mölkau hat viele Wandlungen erlebt – vom Gutsdorf zur Industriestelle, vom Randbezirk zum Stadtteil. Seine Stärke war immer die Fähigkeit, sich neu zu erfinden, ohne sich selbst zu verlieren. Vielleicht ist es auch diesmal so. Vielleicht liegt die Zukunft des Stadtteils genau darin, dass er diese Spannung aushält – zwischen Alt und Neu, zwischen Eisen und Grün, zwischen "es war schon immer so“ und "vielleicht geht es auch anders“.

Die Frage bleibt: Wie viel Veränderung wollen wir – und wie viel Mölkau soll bleiben, wie es ist? Ein ganz ernstgemeinter Gedanke.

Tatendrang und so ...Heute gibts eine kleine Geschichte der Mölkauer Vereine – und warum sie so wichtig sindWer durch Mö...
19/11/2025

Tatendrang und so ...
Heute gibts eine kleine Geschichte der Mölkauer Vereine – und warum sie so wichtig sind

Wer durch Mölkau spaziert, merkt schnell: Hier ist Bewegung. Da klappert’s auf dem Sportplatz, surrt der Rasenmäher im Gartenverein, lärmt die Sirene der Feuerwehr – und irgendwo wird immer geredet, diskutiert, fabuliert, gewerkelt oder gefeiert. Kein Wunder, denn Mölkau ist seit über hundert Jahren ein Ort, an dem Zusammenhalt Tradition hat.

1901 gründeten die Mölkauer ihre Freiwillige Feuerwehr. Damals noch mit Pferdewagen und Eimern, heute mit modernen Einsatzfahrzeugen, aber mit derselben Haltung: "Einer für alle, alle für einen.“ Die Kameradinnen und Kameraden löschen Brände, retten Menschen – und organisieren Feste, bei denen halb Mölkau auf den Beinen ist. Kein Jahr ohne Osterfeuer oder Tag der offenen Tür!

Es folgte der fast sagenumwobene Männergesangsverein 1902, über den hier schonmal berichtet wurde.

Weniger feurig, aber ebenso lebenswichtig ging’s 1908 in den Gärten der "Neuen Welt“ zu. Gemüse, Blumen, Bienen – ein kleines Paradies zwischen Stadt und Land. Damals ging es um Selbstversorgung, heute eher um Ruhe, Natur und Nachbarschaft. Wer dort über den Zaun grüßt, merkt: Gemeinschaft gibts hier noch.

Nach dem Ersten Weltkrieg wollten die Mölkauer nicht nur arbeiten, sondern auch etwas fürs Herz und die Gesundheit tun. 1919 gründeten sie den ersten Arbeitersportverein – den Vorläufer des heutigen SV Mölkau 04. Hier kickte man, kegelte, schwitzte und jubelte – damals wie heute. Auch die Gartenbewegung blühte weiter auf: 1925 entstand der KGV "Am Stünzer Park“, wo Generationen von Mölkauern zwischen Bohnenstangen und Gartenlaube buddelten, pflanzten und Spaß hatten.

Mit dem DRK-Ortsverein Mölkau-Holzhausen (1955) bekam der Stadtteil eine zweite tragende Säule der Hilfsbereitschaft. Ob Sanitätsdienst, Blutspende oder Katastrophenschutz – hier ging’s immer um Menschen. In der DDR waren die Gärten weiter Rückzugsorte, die Sportplätze Treffpunkte, und das Ehrenamt blieb lebendig – auch wenn die Namen wechselten.

Nach 1990 wurde vieles anders – aber nicht schlechter. Im Gegenteil: Die Mölkauer packten an!
Der Angel-Fischer-Verein 1990 brachte Jung und Alt ans Wasser, der Heimat- und Kulturverein (1993) rettete Geschichten und Erinnerungen vor dem Vergessen, und der Förderverein der Oberschule machte Schule wieder zu einem Ort, der Spaß macht.

Als im Jahr 2000 der Feuerwehrverein dazukam, wurde klar: Hier will man nicht nur löschen, sondern auch leben. Der Jugendclub (2001/02) bot Jugendlichen Freiraum und Mitbestimmung, und der HSV Mölkau – "Die Haie“ (ab 2005) sorgte dafür, dass in der Sporthalle ordentlich getobt werden darf.

In den letzten Jahren ist mit der Initiative pro Mölkau e. V. (seit ca. 2018) ein Verein entstanden, der das moderne Mölkau repräsentieren möchte: engagiert, meinungsstark, offen. Zumindest nach außen klappt das gut, denn ob Verkehrsberuhigung, Feste oder Bürgerdialog – hier wird oft initial organisiert, was die Ortschaft schöner und lebenswerter macht.

Auch die beiden Fördervereine der Grund- und Oberschule zeigen, dass Engagement schon bei den Kleinsten anfängt: Eltern, Lehrer, Nachbarn – alle gemeinsam für gute Bildung und ein lebendiges Schulumfeld.

Und warum das alles wichtig ist? Ob Feuerwehr oder Fußball, Garten oder Kultur – alle Vereine erzählen von demselben Geist: Mölkau hält zusammen. Die einen sichern Leib und Leben, die anderen Körper und Seele. Manche sorgen für Ordnung, andere für Farbe, Musik oder frisches Gemüse. Man muss nicht alt, sportlich oder "schon ewig dabei“ sein, um mitzumachen. Mölkau braucht genau dich – deine Ideen, deine Hände, dein Lachen. Denn was wäre Mölkau ohne seine Vereine?
Nur ein Stadtteil auf der Karte. Mit ihnen aber ist es ein Zuhause. Gehen wir mal davon aus, dass jeder Verein sich über das ein oder andere neue Mitglied (m/w/d) freuen würde. Also Mut zur Nachbarschaft und viel Freude bei neuen Taten.

PS: falls sich wer vergessen fühlt, gerne kommentieren. Insbesondere bei den Gartenvereinen weiß ich, dass nicht alle gefunden wurden.

Ein Stein für die Erinnerung – Das Gefallenendenkmal des Arbeiterturnvereins SommerfeldZwischen den alten Linden an der ...
11/11/2025

Ein Stein für die Erinnerung – Das Gefallenendenkmal des Arbeiterturnvereins Sommerfeld

Zwischen den alten Linden an der Waldstraße in Sommerfeld stand einst ein schlichter, roh behauener Granitstein. Kein prunkvolles Denkmal, kein Pathos – nur ein stiller Stein, oben spitz zulaufend, grob geschlagen, auf dem schlicht zu lesen ist: „Unseren Toten – 1914–1918“. Er wurde von jenen gestiftet, die den Krieg überlebten: den Mitgliedern des Arbeiterturnvereins Sommerfeld, gegründet im Jahr 1893. Sie wollten ihre gefallenen Kameraden ehren – Männer aus der Nachbarschaft, Sportfreunde, Väter und Söhne, die nie zurückkehrten.

Der Stein trägt das Signet „DT“, das für die Deutsche Turnerschaft steht – den Dachverband, den Theodor Georgi und Ferdinand Goetz 1868 begründeten. Diese Bewegung verstand das Turnen nicht nur als körperliche Ertüchtigung, sondern auch als Ausdruck von Gemeinschaft, Solidarität und gesellschaftlicher Verantwortung. Der Arbeiterturnverein Sommerfeld war Teil dieser Bewegung und stand für Zusammenhalt in schwierigen Zeiten – und genau davon erzählt dieser Stein.

Ein Wanderer durch die Zeit - Der ursprüngliche Standort des Denkmals auf dem Turnplatz an der Waldstraße war Ausdruck der engen Verbindung zwischen Sport, Arbeit und Gemeinsinn. Doch die Geschichte ging weiter – und mit ihr wanderte der Stein.
1931/32 wurde er auf den Sportplatz am heutigen Jahnweg versetzt, dort, wo bis heute Sport getrieben und Gemeinschaft gepflegt wird. Jahrzehnte später, 1996, musste er erneut weichen: Eine neue Tankstelle und Eigenheime machten den Platz knapp. Das Denkmal verschwand hinter den Toren des Vereinsgeländes des SV Lokomotive Engelsdorf e. V. – kaum sichtbar, abgestellt, dem Verfall überlassen.

Dass es nicht ganz vergessen wurde, ist engagierten Menschen zu verdanken. Dr. Werner Rothe, Kurt Ackermann und Volker Zocher, damals Bürgermeister und später Ortsvorsteher von Engelsdorf, sorgten gemeinsam dafür, dass der Stein wenigstens eine würdige Aufstellung auf dem Vereinsgelände fand. Ohne ihren Einsatz wäre vielleicht auch dieser kleine, steinerne Zeuge der Ortsgeschichte irgendwann verschwunden.

Erinnerung braucht Sichtbarkeit. Heute, fast ein Jahrhundert nach der Errichtung, hat der Stein wieder Fürsprecher gefunden. Marius Beyer, Stadtrat und engagierter Bürger, hat einen Spendenaufruf gestartet, um den Granitstein zu restaurieren und an einen öffentlichen Ort in Sommerfeld zurückzubringen.
Denn Erinnerung gehört nicht hinter verschlossene Tore. Sie braucht Platz im öffentlichen Raum, sichtbar und zugänglich für alle, die verstehen wollen, woher sie kommen.

Das Denkmal erinnert nicht nur an die Opfer des Ersten Weltkrieges. Es erzählt von der Geschichte einer Gemeinschaft, die in einer Zeit großer sozialer Unterschiede und politischer Umbrüche zusammenhielt. Es erinnert an den Arbeitersport, der weit mehr war als körperliche Betätigung – er war Ausdruck von Selbstbestimmung und Solidarität. Und es erinnert daran, wie brüchig Frieden sein kann.

Solche Denkmäler sind keine stummen Steine. Sie sind kollektives Gedächtnis, mahnende Stimme und Bindeglied zwischen den Generationen. In einer Zeit, in der Krieg und Gewalt wieder in Europa sichtbar sind, mahnen sie, dass die großen Katastrophen des 20. Jahrhunderts nicht einfach Geschichten aus Büchern sind – sondern warnende Erfahrungen aus unserer eigenen Nachbarschaft.

Jedes Denkmal erzählt, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit ist, sondern Verantwortung – eine Verantwortung, die auch heute von Menschen getragen wird, die sich für das Erinnern einsetzen. Menschen wie Marius Beyer, Volker Zocher, Dr. Werner Rothe und Kurt Ackermann.

Sie stehen in einer langen Reihe jener, die aus Sportgemeinschaft, Nachbarschaft und Menschlichkeit heraus handeln. Wie einst die Turner des Arbeitervereins Sommerfeld, die ihren gefallenen Freunden ein Denkmal setzten, um zu sagen: Wir vergessen euch nicht.

Ein Ort für die Zukunft: Wenn der Stein bald wieder in Sommerfeld steht, an einem frei zugänglichen Platz, wird er nicht nur Geschichte bewahren, sondern Zukunft gestalten. Kinder, die auf dem Weg zur Schule vorbeigehen, Spaziergänger, die verweilen – sie alle werden vielleicht fragen: Wer waren diese Menschen?
Warum steht dieser Stein hier?

Und in dieser Frage liegt die wichtigste Antwort: Weil Erinnerung lebendig bleiben muss.

Der Gasthof - kein Abgesang, ein Umgesang zu geselligeren Zeiten am HügelAn einem warmen Sommersamstag vor vielen Jahren...
05/11/2025

Der Gasthof - kein Abgesang, ein Umgesang zu geselligeren Zeiten am Hügel

An einem warmen Sommersamstag vor vielen Jahren – lange bevor die lauten Straßen der Großstadt Leipzig herangewachsen waren – stand am Rande von Mölkau ein stattlicher Saalbau mit heller Fassade und gewölbten Fenstern: der Gasthof Mölkau. In den grünen Randlagen war so ein Ausflugslokal damals ein Magnet: Tanzabende, Musik, klirrende Gläser, lachende Gesichter im Garten, Ausflügler auf dem Land.

Gegenüber, auf der anderen Straßenseite, glühte der Schweizerhof, eine Obstweinschänke mit Gartenwirtschaft unter schattigen Bäumen. Dort war der Treffpunkt für heiße Nachmittage: man saß draußen, trank gekühlten Wein, lauschte dem Lüftchen. Der Gasthof – mit seinem großen Saal – war der Veranstaltungsort: Feste, Bälle, Hochzeiten, Musikabende. Die beiden Häuser verbanden ein Lebensrhythmus: Im Saal tanzte man, im Garten genoss man das Getränk, man schrieb sich Termine aus dem Saalprogramm in den Weinabend mit hinein.

Über die Jahrzehnte wandelte sich das Gesicht des Gasthofs. Nach dem zweiten Weltkrieg – in einer Zeit, als große Gesellschaftssaalsbetriebe in vielen Vororten zu kämpfen hatten – verlor der Gasthof Mölkau offensichtlich an seiner ursprünglichen öffentlichen Funktion. Ein Wandel setzte ein: Aus dem prunkvollen Veranstaltungsort wurde ein Lager. Genauer: das Buchhaus Leipzig nutzte das Gebäude als Lager. Die Bühne war verstummt, die Musik verklungen – stattdessen stapelten sich Bücherregale und Kartons im Saal und in den hinteren Räumen.

In den hinteren Abschnitten zerfiel das Gemäuer, Wasser zog durch Risse, Pflanzen wucherten in den Mauerritzen. Der vordere Teil – das ehemalige Empfangs- und Gaststubenbereich – wurde mehrfach Opfer von Bränden und Vandalismus. Doch der große Saal, mit seiner massiven Bausubstanz und den hohen Decken, hielt erstaunlich lange durch: ein stummer Zeitzeuge inmitten von Verfall und Verlassenheit.

Man sagt, der Denkmalschutz, der einst eingetragen war, sei aufgehoben worden – als ob man dem Gebäude formal den Status entzog, damit man freie Hand hätte. Und so kam der Tag, an dem man nicht länger reparierte, sondern zurückbaute: es begann der Abriss. In den letzten Monaten vor dem Rückbau bot man Führungen an – neugierige Blicke, letzte Erinnerungen. Fotos zeigen Menschen im Saal, im Halbdunkel, mit Blitz und Kamera, wie sie die Räume abschreiten, die Bühnenrückwand betrachten, das Hallenmaß bestaunen – als wollten sie das Verschwinden dokumentieren, bevor der Bagger kam.

Nach dem Abriss verschwand der alte Charme, die Säle und Giebel – und an dieser Stelle entstand ein privates Wohnhaus. Im Parterre befindet sich heute die Kindertagespflege „Kleine Hüpfer“, in der kleine Kinder spielen, singen und toben – unbewusst, dass sie dort sind, wo einst große Feste stattfanden.

So lebt der Gasthof Mölkau / Buchhaus Leipzig – als besonderer Ort weiter im Stadtteil. Ein Wandel von Saal zu Lager, von Lebendigkeit zu Stille, von Denkmalschutz zu Neubau – und doch mit Spuren, die das Gedächtnis nicht ganz verwischen kann.

https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/6OKIDWB4VKV5DG7JXUKT3WFEXX2VREPV

https://www.facebook.com/p/Gasthof-M%C3%B6lkauBuchhaus-Leipzig-Lagerabgerissen-100069157755220/?locale=de_DE

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Mölkau – im Kreis begann allesWenn man heute über den Dorfplatz von Mölkau läuft, ahnt man nur noch schemenhaft, dass hi...
28/10/2025

Mölkau – im Kreis begann alles

Wenn man heute über den Dorfplatz von Mölkau läuft, ahnt man nur noch schemenhaft, dass hier einmal eine typische Runddorf-Anlage ihren Ursprung hatte. Im Mittelalter, vermutlich um das 13./14. Jahrhundert, wurde Mölkau – damals „Mylkowe“ genannt – in Form eines Kreises angelegt. Diese Siedlungsweise, die im slawischen Raum verbreitet war, hatte einen einfachen, aber genialen Zweck: Sicherheit und Gemeinschaft.

Die Bauernhöfe standen im Ring, ihre Giebel zum Platz, ihre Felder und Gärten nach außen. In der Mitte befand sich der gemeinsame Dorfanger – ein Ort für Wasserstelle, Viehtrieb und Begegnung. Jeder sah jedem auf den Hof, man half sich, man wachte übereinander. Es war ein funktionales, aber auch ein soziales Gefüge, das für Jahrhunderte den Charakter des Dorfes prägte.

Mit der Zeit veränderte sich diese geschlossene Form. Aus der klaren Kreisstruktur entwickelten sich Sackgassen und Seitengassen, neue Gebäude brachen die ursprüngliche Ordnung auf. Dennoch blieb der Dorfplatz über Jahrhunderte Mittelpunkt des Lebens. Bis heute ist er der Bezugspunkt, an dem sich die Geschichte des Ortes festmachen lässt. Wer genau hinsieht, erkennt Spuren: Die alten Hofanlagen, die Flurstücke, die sich strahlenförmig nach außen ziehen – all das sind Relikte des Runddorfes.

Die Runddorf-Anlage hatte auch langfristige Bedeutung für die Entwicklung Mölkaus. Sie machte den Ort übersichtlich und eng vernetzt, was den dörflichen Zusammenhalt stärkte. Gleichzeitig schuf sie eine Struktur, die sich nur schwer erweitern ließ. So blieb Mölkau lange ein kleiner, kompakter Ort, bis die Nähe zu Leipzig im 19. und 20. Jahrhundert neue Impulse brachte: Fabriken entstanden, Siedlungen wuchsen, die alten Grenzen öffneten sich.

Heute ist Mölkau längst Stadtteil von Leipzig, doch der Kreis von damals wirkt nach. Wer über den alten Dorfplatz geht, bewegt sich noch immer im Herzen der alten Runddorf-Anlage. Sie ist der stille Ursprung, aus dem Mölkau gewachsen ist – und ein Stück Identität, das den Stadtteil unverwechselbar macht.

Im Ortstblatt von 2018 hat Anke Brod Wolfgang Miersch interviewt und sich ein Stück Zeitgeschichte, ein Stück verbliebene Ringmauer, zeigen lassen. Lest gerne mehr dazu und stöbert im Archivhttps://cdn.website-editor.net/c1ade6c1fae04737b3e919cf3d6beabc/files/uploaded/Ortsblatt_Leipzig_10-18.pdf

https://www.wikiwand.com/de/articles/Rundling
https://www.wikiwand.com/de/articles/Rundling #/media/Datei:Rundplatzdorf.svg

Ein Rundling ist eine dörfliche Siedlungsform, in welcher in der Frühzeit des Landesausbaus zu deutschem Recht eine überwiegend slawische Bevölkerung von einem ...

Es gibt was auf die Ohren: ein Rückblick auf den Männergesangsverein Mölkau / ZweinaundorfEs war um das Jahr 1902, als s...
22/10/2025

Es gibt was auf die Ohren: ein Rückblick auf den Männergesangsverein Mölkau / Zweinaundorf

Es war um das Jahr 1902, als sich in Mölkau und dem Nachbarort Zweinaundorf eine Gruppe von gut zwei Dutzend Männern zusammentat. Der Eisenbahnanschluss nach Leipzig war inzwischen etabliert, und der wachsende Einfluss der Stadt spürte man auch auf dem Land: Landwirte, Handwerker, Maurer, Fuhrleute – Männer unterschiedlicher Herkunft – trafen sich regelmäßig in der kleinen Gastwirtschaft „Zum Grünen Baum“. Dort gab es stets Brot und Bier, aber auch Musik: Lieder, die man vom Kirchweihfest kannte, Volkslieder, Herbstlieder, Melodien aus dem Leipziger Raum.

Ihr gemeinsames Singen war zunächst nur ein Vergnügen für die Sonntagnachmittage, ein Kontrast zu der harten Arbeit in Feld, Stall und Werkstatt. Doch bald kam der Wunsch auf, sich formell zu organisieren: So wurde beschlossen, einen Männergesangsverein zu gründen – mit Vorstand, Statuten, regelmäßigen Proben und Auftritten. Der erste Chorleiter war vermutlich ein örtlicher Lehrer oder Kantor – wie das damals üblich war –, der Noten, Taktstock und Stimmbildung kannte.

In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg wuchs der Verein stetig. Man probte in einfachen Räumen: im Gasthof, später in der Schule von Mölkau. Die Lieder umfassten sowohl kirchliche Stücke (Psalmvertonungen, Choralbearbeitungen) als auch weltliche Gesänge: Wanderlieder, Stücke aus der deutschen Romantik, volkstümliche Melodien. Ein jährliches Konzert, meist im späten Sommer nach der Ernte, wurde zum festen Bestandteil des Dorfinderglänzes. In diesen Jahren war der Verein Ausdruck von Gemeinschaft, lokalem Stolz und kulturellem Ehrgeiz.

Der Erste Weltkrieg brachte eine Unterbrechung: mehrere Sänger wurden einberufen, manche kehrten nicht zurück, andere kehrten verändert heim. Nach Kriegsende zu Beginn der 1920er war das Vereinsleben zögerlich im Wiederaufbau, doch man traf sich erneut. Die Inflation und wirtschaftliche Unsicherheit erschwerten Anschaffungen: Noten, einheitliche Kleidung oder gar ein kleines Vereinsheim blieben Luxus.

In den 1930er Jahren, unter dem Einfluss politischer Strömungen und zunehmend zentralisierter Kulturpolitik, sah sich der Verein in Mölkau gezwungen, sich anzupassen: teilweise wurden Lieder geändert, manchen Vorträgen politische Bedeutung zugemessen, Auftritte bei staatlichen Feierlichkeiten kamen hinzu. Doch das Kerngeschäft – gemeinsames Singen für Freude und Gemeinschaft – blieb erhalten.

Der Zweite Weltkrieg bedeutete erneut Entbehrungen: Proben fielen aus; die wenigen, die blieben, sangen teils unter schwierigen Bedingungen. Nach Kriegsende, Anfang der 1950er, war der Männergesangsverein wieder tätig – man organisierte in der Kirche und in den Gemeindesäälen kleine Konzerte, insbesondere zu Gottesdiensten und kirchlichen Feiertagen. Auch Freundschaften mit Chören aus Leipzig oder Nachbardörfern wurden wiederbelebt.

In den Jahrzehnten danach schwankte die Aktivität: in Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs und als kulturelles Leben in der DDR gefördert wurde, gab es Auftritte, Wettbewerbe, gemeinsame Feste. Danach kam die Wende – und mit ihr neue Herausforderungen: Abwanderung, veränderte Freizeitinteressen, weniger Zeit für regelmäßige Proben. Einige Mitglieder verließen den Verein, andere versuchten ihn zu modernisieren – neue Lieder, vielleicht sogar mehrstimmige Chorsätze, Auftritte außerhalb des Dorfs.

Ende der 1980er Jahre – kurz vor der politischen Wende – existierte der Verein noch, wenn auch mit weniger Schwung als früher. Ob er formell aufgelöst wurde oder einfach inaktiver wurde, ist unklar – vermutlich letzteres: Einige Sänger trafen sich noch, musizierten privat, erinnerten sich an alte Lieder.

Heute erinnert man sich eigentlich nicht mehr an den Männergesangsverein von Mölkau und Zweinaundorf als Teil der lokalen Tradition: nicht an die Stimmen, die auf dem Schulflur hallten, an die kleinen Konzerte unter alten Linden, an Gemeinschaftsgefühl und an Lieder, die lange nachklangen. Vielleicht wird es Zeit für einen neuen Anlauf :-).

PS: ist natürlich auch nur ein Beispielbild, ihr singt ja noch nicht

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Leipzig
04316

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