26/05/2026
20.04.2026
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Hallo Leipzig: So startet Montag, der 20. April 2026
Leipzig gedenkt des Genozids am armenischen Volk
Zwischen 1915 und 1916 wurden im Osmanischen Reich schätzungsweise 800.000 bis 1,5 Millionen Armenierinnen und Armenier deportiert und ermordet. Viele Staaten erkennen die Ereignisse als Völkermord an, darunter auch Deutschland. Leipzig begeht heute gemeinsam mit der Armenischen Kulturgemeinde Leipzig e.V. den 111. Jahrestag des Genozids an dem armenischen Volk. Geplant sind ein Friedensgebet in der Nikolaikirche sowie die Einweihung eines armenischen Kreuzsteins an der Propsteikirche St. Trinitatis.
Oberbürgermeister Burkhard Jung erklärt in einer offiziellen Mitteilung: „Wir erinnern an die Aghet, die Katastrophe, und gedenken der Opfer. Zugleich ist es unsere Verantwortung, die historischen Verbrechen klar zu benennen und das Bewusstsein dafür wachzuhalten.“ Das Gedenken beginnt um 17 Uhr mit einem Friedensgebet in der Nikolaikirche. Um 18:30 Uhr wird auf dem Gelände der Propsteikirche St. Trinitatis ein traditioneller armenischer Chatschkar eingeweiht. Das ist ein traditioneller Gedenkstein aus Armenien, in den ein Kreuz und viele feine Muster eingemeißelt sind. Er ist ein Denkmal, das an Menschen, Ereignisse oder den Glauben erinnert. Solche Steine stehen oft an wichtigen Orten und sind für viele Armenier ein Zeichen ihrer Geschichte und Kultur.
In der Nikolaikirche ist zudem die Ausstellung „Die Geschichte der Deutschen Missionen für die Armenier/-innen im Osmanischen Reich 1896–1919“ zu sehen, organisiert durch das Honorarkonsulat der Armenischen Republik in Sachsen. Der Kreuzstein wird auf Initiative der Armenischen Kulturgemeinde Leipzig e.V. errichtet. Er soll künftig als Ort des Erinnerns und der Begegnung dienen. Die armenische Gemeinde in Leipzig engagierte sich über viele Jahre für die Umsetzung des Projekts.
Enthüllt wird der Stein erst heute Abend. LZ kennt schon heute Morgen seine Inschrift:
Ein Chatschkar zum Gedenken an die etwa 1,5 Millionen Armenierinnen und Armenier sowie andere Christen, die ab 1915 dem Völkermord im Osmanischen Reich zum Opfer fielen.
Dieser Chatschkar erinnert an die Versuche der systematischen Vernichtung armenischer Kultur und Religion. Als Nachbildung eines historischen Chatschkars, der 2005 in Julfa, Nachitschewan zerstört wurde, steht er als Mahnmal für den Schutz kulturellen Erbes und gegen dessen bewusste Zerstörung. Zugleich dient der Chatschkar dem stillen Gedenken und ist ein Zeichen für Frieden und Versöhnung. Er ist ein Appell an kommende Generationen, Gerechtigkeit zu wahren und ein friedliches Zusammenleben der Völker zu fördern. Die Tradition der Chatschkare gehört zum Immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Errichtet in vertrauensvoller Partnerschaft der Städte Leipzig und Jerewan. Gestiftet durch Spenden engagierter Mitbürgerinnen und Mitbürger, initiiert von der Armenischen Kulturgemeinde Leipzig e. V.
Auf der Rückseite des Steins wird das Armenische Alphabet zu lesen sein.
Heute Abend wird an dieser Stelle ein armenischer Kreuzstein gesetzt.
Text und Foto: Benjamin Weinkauf
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