05/06/2026
Aller guten Dinge sind … genau … und was sind das für gute Dinge: die Vollkommenheit, die Harmonie und die göttliche Ordnung.
Wenn man’s so sieht, ein göttlicher Tag, mit vollkommen harmonischen Momenten. Die spielten sich, wie so oft, auf der Intensivstation ab, wo es mich heute wieder hintrieb. Heike sagte mir Bescheid, ich fuhr los und kam an.
Auf der Station wartete die Lieblingserzieherin, im „Löwen“ die gerade mal noch dreijährige K. mit ihrer Mama. Obwohl die Kleine schwach, müde und matt war, empfing sie mich offen, freudig und neugierig. Und so galt es sich nicht lange bei der Vorrede aufzuhalten, sondern loszulegen. Stellte ich dem Mädchen Fragen, dann wurden die Antworten oft an die Mama delegiert, das nicht selten mit einem zarten, charmanten und lebendigen Lächeln. Ich las vor, wir plauderten und die Handpuppen berührten die kleine Patientin. Klar, auch die Mama! Gleiches Recht für alle! Vom Mädchen erfahre ich, dass sie morgen ihren vierten Geburtstag feiert, Nudeln mit Tomatensoße für ihr Leben gern ißt und ein außergewöhnliches Haustier hatte. Eine Raupe, die sich verpuppte und zum Schmetterling wurde. Sicher, so denke ich, kommt der morgen ans Fenster geflogen! Apropos „kommen“: dann kommen viele Menschen nacheinander ins Zimmer, es geht Schlag auf Schlag, ich verabschiede mich vorläufig, ein anderes Kind zu besuchen.
Dies finde ich im „Affen“, ist eine – wenn man das so sagen darf – alte Bekannte, deren Vater sich gerade von ihr verabschiedet. L. freut sich über meinen Besuch, erinnert sich an mich, möchte nichts vorgelesen haben. Oder doch? Na, sie weiß es nicht so recht. Also lese ich einfach vor, erzähle und entdecke mit ihr die Bilder aus dem Buch. Hin und wieder huscht ein vorsichtiges Lächeln über ihr Gesicht, mit dem sie ansonsten recht griesgrämig dreinschaut. Im Krankenhaus zu sein, dass ist nicht schön, sie bekommt wenig Besuch, das Essen ist nicht besonders lecker, bekomme ich zu erfahren. Aber: Papa wird ein bisschen Salz mitbringen. Das könnte Linderung schaffen, hofft das Mädchen, wenigstens beim Essen. Heimlich, still und leise schleicht sich eine Ärztin an (ich hörte sich nicht schleichen) und genießt das Ende der Lesung mit uns. Sie bekommt für ihre Tochter ein kleines Genesungspäckchen, welches sie sehr berührt, die Patientin bekommt ein großes.
Und schon bin ich am Nachbarbett, wo A. liegt, der gestern zum zweiten Mal an der Wirbelsäule operiert wurde, wo es beim Liegen jetzt um Millimeter geht, Millimeter zwischen erträglich und unerträglich. “Es geht so!“ gibt es auf der Skala nicht. Seine Mama ist auch am Bett, wir sind also zu dritt, eine vollkommenen Runde. Harmonisch über Gott und die Welt klönen, das ist hier das Programm. Wenn man Gott und die Welt an dieser Stelle addiert kommt Fußball raus. Darüber weiß der Patient viel, spielt selbst aktiv Fußball … wohl die nächsten Monate eher nicht. Er ist der, der die genialen Pässe schlägt, im Mittelfeld die Fäden zieht und das Spiel aktiv zu gestalten weiß. Die Tore lässt er lieber andere schießen. Es sei nicht schlimm, dass Wolfsburg aus der Bundesliga abgestiegen sein. „Und“ betont er: „man kann über Vieles streiten, aber Schalke gehört einfach in die 1. Liga!“ Auf die Begegnung gegen RB freut er sich schon sehr. Über den gehäkelten Snoopy auch.
Und so geht es nochmals zum „Löwen“. Dort schläft die Patientin nun tief und fest, zur großen Freude und Erleichterung der Mama. Ihr gebe ich das Genesungs- und Geburtstagsgeschenk, hinterlasse liebe Grüße. Darüber hinaus gibt es das Versprechen meinerseits die Krebspatientin in der kommenden Woche erneut zu besuchen. Dann wird die Kleine vier Jahre alt sein. Wie doch die Zeit vergeht …
So wird ein weiterer göttlicher Tag kommen, mit Harmonie und in Vollkommenheit!
DANKE an alle, die solch göttliche Tage, Besuche und Begegnungen mit uns möglich machen!
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