03/09/2026
Abends ins Bett gehen und die Wart’sAB-Nachricht des Morgens erwarten. Und irgendwann hat das Abwarten ein Ende, bingt das Telefon leise, findet sich dort eine Nachricht von der Erzieherin, der lieben Heike drauf, die mir durchgibt, ob sich Kinder auf der Intensivstation über meinen Vorlesebesuch mit der Helfe-Elfe-Magda freuen würden.
Heute kann ich zu J., der Junge, zu dem der Kontakt bei meinem letzten Besuch nicht zustande kam. Heute sitzt er erwartungsfroh im Bett, hat das Tischchen vor sich ausgeklappt, die Beine baumeln aus dem Bett. Er erzählt mir, dass er im Behindertenwohnheim wohnt, in die Förderschule „Albert-Schweizer“ geht, er einen guten Kontakt zu den Großeltern und zur Uroma hat. Außerdem weiß er zu berichten, dass ich ihn schon vor zwei Jahren einmal besucht habe. Ich weiß nix davon – aber Wiedersehen macht Freude. Gehen wir also davon aus! Herrlich. Heike fragt mich nach meinem Zeitbudget, fragt mich, ob ich noch einen Jungen mit Krebsdiagnose besuchen könnte. Klar doch. Als Heike Luft holt, tippt der Patient mit seinem rechten Zeigefinger auf das linke Handgelenk und sag mahnend: „Heike!“ Die versteht den Wink … lachend … und lässt uns allein. Und so geht es weiter: HEITER! Es gibt viel zu erzählen, was aber durchaus gestrafft wird. Die Zeit läuft! Mit großen und begeisterten Augen verfolgt J. alles, was um ihn herum passiert. Ziemlich schnell ist klar, dass die Helfe-Elfe Magda sein absoluter Favorit ist. Genauso wie Softeis im Übrigen! Gut, dass wir drüber gesprochen haben. Kurz vor Ende der kleinen Reise mit Magda kommt dem Patienten eine wichtige Frage ein. „Kann ich eine Autogrammkarte von dir bekommen?“ Meine Antwort macht ihn noch glücklicher, was an einem fröhlichen, breiten Strahlen in seinem Gesicht abzulesen ist. „Danke. DANKE!“ sagt er. Als er schließlich noch ein Genesungspäckchen bekommt, ist die Welt aber so was von in Ordnung. So viele „DANKES!“ bekomme ich selten. Danach, ganz korrekt und pflichtbewusst, schickt mit der Junge zum nächsten Patienten. „Bis bald!“ ruft er und winkt mir, bis ich aus dem Zimmer bin.
Mit dem Besuch beim Krebspatienten wird leider nichts, denn den blocken die sichtlich angespannten Eltern ab.
Dafür aber kann ich zu M. gehen, wo sich die Eltern riesig über meinen Besuch freuen, die Lesung gemeinsam mit ihrer kranken Tochter genießen wollen. Das Mädchen geht in Chemnitz in eine Schule, die vor allem Kunst fördert, wo die Kinder verstärkt Musik und Zeichnen haben. Da bin ich aber richtig am Bett. Gerade die zauberhaften Bilder lassen die Augen der kleinen Patientin noch größer werden. Sie ist jedes Mal aufs Neue begeistert, entdeckt die vielen tollen Sachen, die Juliane in den Bilder versteckt hat. Wir können ausgiebig über die Kunst sprechen. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass das Mädchen, was am liebsten Melonen Wassereis isst, mich gern in der Schule wiedersehen würde. Na ja, und wenn sie aus dem Krankenhaus raus ist, dann wird sie auf jeden Fall einen Kaiserschmarrn essen. Ihr Liebgericht. Dazu bin ich herzlich eingeladen.
In ihren Genesungspäckchen ist eine gehäkelte Fingerpuppe. Nein, eine Theatergruppe gibt es in der Schule nicht, was aber eine gute Idee wäre, wie das Mädchen mit ihren Eltern befindet.
So geht es Vormittag zu Ende. Und für mich gilt es nun abzuwarten, auf die nächste Wart’sAB-Nachricht zu hoffen.
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Zuwendung ist die beste Medizin. Mit den Geschichten der Helfe-Elfe Magda bringen wir sie an die Betten von kleinen Patienten in Leipziger Kliniken, zu ihren Angehörigen und zum klinischen Personal.