mitMenschenleben e.V.

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Abends ins Bett gehen und die Wart’sAB-Nachricht des Morgens erwarten. Und irgendwann hat das Abwarten ein Ende, bingt d...
03/09/2026

Abends ins Bett gehen und die Wart’sAB-Nachricht des Morgens erwarten. Und irgendwann hat das Abwarten ein Ende, bingt das Telefon leise, findet sich dort eine Nachricht von der Erzieherin, der lieben Heike drauf, die mir durchgibt, ob sich Kinder auf der Intensivstation über meinen Vorlesebesuch mit der Helfe-Elfe-Magda freuen würden.
Heute kann ich zu J., der Junge, zu dem der Kontakt bei meinem letzten Besuch nicht zustande kam. Heute sitzt er erwartungsfroh im Bett, hat das Tischchen vor sich ausgeklappt, die Beine baumeln aus dem Bett. Er erzählt mir, dass er im Behindertenwohnheim wohnt, in die Förderschule „Albert-Schweizer“ geht, er einen guten Kontakt zu den Großeltern und zur Uroma hat. Außerdem weiß er zu berichten, dass ich ihn schon vor zwei Jahren einmal besucht habe. Ich weiß nix davon – aber Wiedersehen macht Freude. Gehen wir also davon aus! Herrlich. Heike fragt mich nach meinem Zeitbudget, fragt mich, ob ich noch einen Jungen mit Krebsdiagnose besuchen könnte. Klar doch. Als Heike Luft holt, tippt der Patient mit seinem rechten Zeigefinger auf das linke Handgelenk und sag mahnend: „Heike!“ Die versteht den Wink … lachend … und lässt uns allein. Und so geht es weiter: HEITER! Es gibt viel zu erzählen, was aber durchaus gestrafft wird. Die Zeit läuft! Mit großen und begeisterten Augen verfolgt J. alles, was um ihn herum passiert. Ziemlich schnell ist klar, dass die Helfe-Elfe Magda sein absoluter Favorit ist. Genauso wie Softeis im Übrigen! Gut, dass wir drüber gesprochen haben. Kurz vor Ende der kleinen Reise mit Magda kommt dem Patienten eine wichtige Frage ein. „Kann ich eine Autogrammkarte von dir bekommen?“ Meine Antwort macht ihn noch glücklicher, was an einem fröhlichen, breiten Strahlen in seinem Gesicht abzulesen ist. „Danke. DANKE!“ sagt er. Als er schließlich noch ein Genesungspäckchen bekommt, ist die Welt aber so was von in Ordnung. So viele „DANKES!“ bekomme ich selten. Danach, ganz korrekt und pflichtbewusst, schickt mit der Junge zum nächsten Patienten. „Bis bald!“ ruft er und winkt mir, bis ich aus dem Zimmer bin.
Mit dem Besuch beim Krebspatienten wird leider nichts, denn den blocken die sichtlich angespannten Eltern ab.
Dafür aber kann ich zu M. gehen, wo sich die Eltern riesig über meinen Besuch freuen, die Lesung gemeinsam mit ihrer kranken Tochter genießen wollen. Das Mädchen geht in Chemnitz in eine Schule, die vor allem Kunst fördert, wo die Kinder verstärkt Musik und Zeichnen haben. Da bin ich aber richtig am Bett. Gerade die zauberhaften Bilder lassen die Augen der kleinen Patientin noch größer werden. Sie ist jedes Mal aufs Neue begeistert, entdeckt die vielen tollen Sachen, die Juliane in den Bilder versteckt hat. Wir können ausgiebig über die Kunst sprechen. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass das Mädchen, was am liebsten Melonen Wassereis isst, mich gern in der Schule wiedersehen würde. Na ja, und wenn sie aus dem Krankenhaus raus ist, dann wird sie auf jeden Fall einen Kaiserschmarrn essen. Ihr Liebgericht. Dazu bin ich herzlich eingeladen.
In ihren Genesungspäckchen ist eine gehäkelte Fingerpuppe. Nein, eine Theatergruppe gibt es in der Schule nicht, was aber eine gute Idee wäre, wie das Mädchen mit ihren Eltern befindet.
So geht es Vormittag zu Ende. Und für mich gilt es nun abzuwarten, auf die nächste Wart’sAB-Nachricht zu hoffen.
Dank allen, die das Projekt mit Liebe und Fülle unterstützen!
Wir freuen uns über jede Unterstützung … über jede Spende:
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Zuwendung ist die beste Medizin. Mit den Geschichten der Helfe-Elfe Magda bringen wir sie an die Betten von kleinen Patienten in Leipziger Kliniken, zu ihren Angehörigen und zum klinischen Personal.

„Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.“ Sagte wohl einstmals  Aristoteles. Das ist der, der un...
31/08/2026

„Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.“ Sagte wohl einstmals Aristoteles. Das ist der, der uns auch weitergegeben hat, dass der Mensch fünf Sinne hat. Setzt man die Segel, dann ist das schon mal sinnvoll. Aber ohne Wind …
Nach vielen Runden, unzähligen Runden, nach fruchtlosen und auch manches Mal ermüdenden Runden (ein ganz dicker DANK geht an Julia, die diese vor allem gedreht hat), die das Segel in der Kinderherzklinik für unser Engagement gesetzt hat, fehlte der Wind. Der wollte, sollte und durfte wohl nicht aufkommen. Flaute! Oder: Mauern!
Nun gab es den Anruf, den Wind, schon Richtung Sturm. Intensivbetreuung bei einem kleinen Knopp (4,5 Jahre alt), dessen Prognosen aus medizinischer Sicht nicht gut aussehen. Hoffnung aber ist das letzte, was wir aufgeben, wir setzen ein zweites Segel und sorgen selbst für Wind.
Also: Nun bin ich erstmals auf der Kinder-ITS im Herzzentrum aktiv geworden, habe dort den kleinen O. aus der Nähe von Eisleben besucht. An seinem Bett saß die Mama. Der Junge ist maximal verkabelt, bekommt essen über die Sonde, hat eine Trachealkanüle … einfach alles, und alle warten zusammen auf eine Spenderlunge, jetzt seit einem Vierteljahr.
Nein, lachen würde der Junge nicht, er habe sich gut mit seinem Schicksal arrangiert, würde nahezu jede Frage mit „Nein!“ – also mit einem Kopfschütteln – beantworten, sei aber dennoch sehr zugänglich und geduldig. Ob und wie er auf mich reagieren würde, könnte man nicht sagen. Manche Menschen lehnt er total ab. Kann sein, aber m ich nicht – ist meine Hoffnung. (Und ehrlich: ich habe es noch nie erlebt.)
Ich kann ein längeres Gespräch mit der Mama am Bett führen. Der kleine Patient stellt sich schlafend, hört aber mit. Daraufhin angesprochen, huscht ein erstes kleines Lächeln über ein Gesicht. Aha; geht doch! Können wir sogar noch den Wind ein bisschen ändern?
Irgendwann kann und darf ich fragen, ob ich aus der „Helfe-Elfe-Magda“ vorlesen darf. Es gibt ein Nicken. Nun geht es Satz für Satz, Musik für Musik, Handpuppe für Handpuppe, mit viel Dialog oder Trialog voran. Und immer und immer wieder gibt es ein Lächeln. Plötzlich mehr. Die Mama stellt – fast schon erschrocken – fest: „Er lacht mit Zähnen!“ Das habe es schon länger nicht mehr gegeben.
Die Segel sind gesetzt, der Wind ist da und kommt auf … wie schön … das macht noch mehr Hoffnung. So soll es sein. Auch die Schwestern freuen sich über diese kleinen und doch bedeutenden Erfolg.
Am Bett bleibt ein beduftetes Herz für die Mama und das „Klinikbüchlein“. O. ist der erste Besitzer dessen, auch wenn erst einmal nur im ausgedruckten Zustand, nicht im fertigen mit allem Drum-Und-Dran. Die passenden Stifte bleiben auch beim Patienten, der zugibt, kein begnadeter Maler zu sein. Was soll’s … Er heißt ja auch nicht Picasso. Dieses Büchlein weckt sofort bei der Bezugsschwester Interesse … Schon allein an der Stelle hat sich der Aufwand der Herstellung gelohnt. (Danke Dir Susanne!)
Nun geht es mit diesem Schwung in die neue Woche, wo ich wieder den kleinen Mann besuchen werde. Gut, ich muss vorher anrufen, dann entscheidet das „Kopf-Nicken“ oder … nee … die Segel sind gesetzt.
Habt Dank Ihr Lieben, die Ihr Segel setzt und kräftig pustet, damit immer Wind in den Segeln ist!
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Wenn man so etwas liest, dann schlägt das Herz vor Freude schneller, dann weiß man, dass sich aller Aufwand lohnt. Und d...
23/08/2026

Wenn man so etwas liest, dann schlägt das Herz vor Freude schneller, dann weiß man, dass sich aller Aufwand lohnt. Und diesen tragt Ihr (Ihr wisst, wenn ich meine!) in erheblichen Maß mit, weshalb ich hier die Freude mit Euch teilen möchte! DANKE!
Und ich bitte ALLE das Projekt zu unterstützen, damit es weiter, weiter und immer weitergeht!
DANKE!
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Wer meine Friedens-, Sozial- und Kunstprojekte gern unterstützen möchte, der sei herzlich dazu eingeladen, zu spenden (PayPal: [email protected]), mitzutun oder einfach bei mir einzukaufen (Bücher, Cds, Fotoprodukte, Lesungen etc.), Ausstellungen, Lesungen und Projekte zu buchen! DANKE!!!
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22/08/2026

Auf geht's!

Zweiter Versuch! Volltreffer. Spare, sozusagen …  Es ging heute wieder zum kleinen, zum vierjährigen K. aus der Nähe von...
31/07/2026

Zweiter Versuch! Volltreffer. Spare, sozusagen … Es ging heute wieder zum kleinen, zum vierjährigen K. aus der Nähe von Altenburg, dem der entzündende „Blinddarm“ durchgebrochen war. Gestern scheiterte mein 1. Versuch, weil der kleine Mann drei Minuten vor meinem Ankommen tief und fest eingeschlafen war. Heute wartete er putzmunter und erstaunlich fröhlich auf mich. Seine Mama dazu! Die hatte oft genug am Lavendel-Herz geschnuppert und die Erleichterung stand ihr ins Gesicht geschrieben. Der Vorstellung stand also so gar nichts im Wege. Auf los – geht‘ los!
Schon schwirrt die Helfe-Elfe Magda zu dem kleinen Patienten, dreht lustige Spiralen und Saltos. K. wünscht sich auch das eine und andere Looping. Mit leuchtenden Augen tut er dies. Dazu kann Magda natürlich nicht „Nein!“ sagen. Im ganzen Gegenteil. Die zwei begrüßen sich fröhlich und freundlich. Danach schwirrt die Magda zur Mama. Auch dort wird sich herzlich begrüßt. Die kleine Helfe-elfe und ich, wir freuen uns riesig über solch aufgeweckte Zuhörer. Es geht mit der Geschichte gut voran – und zwischen durch erleben wir ganz viel beschwingte Mitteilsamkeit. Was wir da alles erfahren, Dinge, von denen selbst die Mama bisher noch nichts wusste. Magda setzt sich zu mir, gemeinsam lauschen wir der Geschichte vom leeren Sack auf dem Autoanhänger. (Ich glaube, ich muss mir um meine Nachfolge an der Stelle keine Gedanken machen. Der Junge könnte in meine Fußstapfen treten. Ein Strike quasi.)
Wenn die Musik läuft, setzt der kleine Patient ein fast schon verklärtes Lächeln auf, genießt! Zuckerwatte allerdings, erfahre ich, würde er nicht genießen. Die schmeckt ihm so gar nicht. Aber noch schlimmer ist es, wenn man barfuß auf eine Schnecke tritt. „Das ist eklig!“ sagt der Kleine. „Am liebsten esse ich Papa-Käse!“ Kleiner Tipp: Fragt mal im Käseladen danach! Ich bin gespannt, was passiert!
Mauricio gibt dem Kleinen „FÜNF“, einzig mit dem Treffen ist es etwas problematisch. Aber beim sechsten oder siebente Anlauf pfunzt es. Na ja, und die großen Hände von Mauricio verleiten den Maulwurf natürlich, den Jungen im Bett am Bauch zu kitzeln. Da wird gekichert. Wenig später wird wieder aufmerksam zugehört. So sind ganz schnell 75 Minuten um … wo es doch noch so viel zu lesen, vor allem aber zu erzählen gäbe. Wir sehen uns sicher wieder – nicht aber im Krankenhaus. Das sei ferne.
Das wir uns aber sahen, das war ein echter Volltreffer. „So toll“ sagt die Mama: „mal nicht nur die Mama, die sich Sorgen macht und angespannt ist.“ Pure Erleichterung und Dankbarkeit.
Dankbar bin ich allen, die das Projekt unterstützen und es am Laufen halten!
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Was haben Müdigkeit und Tränen miteinander zu tun? Müdigkeit führt oft zu tränenden Augen, und umgekehrt bewirkt das Wei...
27/07/2026

Was haben Müdigkeit und Tränen miteinander zu tun? Müdigkeit führt oft zu tränenden Augen, und umgekehrt bewirkt das Weinen eine starke körperliche Erschöpfung. Erschöpfung … und was hilft dagegen? Man sagt so: gezieltes Energiemanagement, bewusste Abgrenzung und kleine Pausen im Alltag. An manchen Stellen, zum Beispiel auf der Intensivstation, wenn man am Bett des schwersterkrankten Kindes wacht, wird das tatsächlich schwierig.
Gäbe es noch ein „Medikament“ gegen Tränen? Schon: Zeit schenken, sie mit Zuwendung, Empathie, Trost und Hoffnung füllen.
Klingt fast wie die Stellenbeschreibung eines Vorlesers. Einziges Problem: Der hat keine Stellenbeschreibung. Wird auch nicht gebraucht. Gebraucht wird der Vorleser, wird das Vorlesen und …
Heute darf ich an das Bett der kleinen P. (7 Jahre), darf das Kind, dem gerade Galle und Milz entfernt worden, besuchen und mit der Helfe-Elfe Magda erfreuen. Das Mädchen erwartet mich mit einem fröhlichen Lächeln und offenen Augen. Die der Mama am Bett sind sichtbar schwer. Das Mädchen hat unendlich viele Fragen, bekommt demzufolge unendlich viele Antworten. Wir plaudern über Gott und die Welt, können die erste Frage, ob die Elfe den auch Freunde hat, kaum durch Vorlesen beantworten. Aber, es geht doch Kapitel für Kapitel vorn. Es gibt Musik, die Elfe tanzt, kuschelt mit der Patientin, winkt der Mama, die oft die Augen schließt. Nein, betont sie auf Nachfrage ihrer Tochter, sie würde nicht schlafen. Es ist immer wieder herrlich, von den Kindern zu erfahren, ob sie Schnitzel gern essen. P. erzählt mir: „Die sind viel zu groß für mich, ich kann kein ganzes Schnitzel essen!“ Und klar; „Nudeln mit Alles!“ ist ihr Lieblingsgericht. Da ist in den Augen des Kindes eine Extraportion Leuchten zu sehen.
Ganz viele andere Sachen, ja gar Details erfahre ich von der Kleinen, auch von einer Fete, die es geben wird, wenn sie aus dem Krankenhaus kommt. Dafür lasse ich schon mal fünf Helfe-Elfe Magda-Tattoos am Bett, was für große Freude sorgt. Tattoos liebt das Mädel. Auch ein gehäkelter Mauricio, so ein ganz niedlicher, bleibt im Bett der kleinen Patientin zurück. Was soll ich schreiben: Der freundet sich auch gleich mit der Puppe und dem Häschen an. Mit P. und der Mama sowie so!
Ja, und zum Schluss ist Premiere: Erstmals kann ich ein Kraftpäckchen an eine Mama am Bett übergeben. Ein liebevolles Kärtchen, ein zauberhaftes gehäkeltes Herz beduftet mit reinem Zitronenöl. Zur Belohnung gab es leuchtete Mama-Augen, die den Duft des Herzens aufsog. Ihre Wort: „Sehr wohltuend.“ Die Tochter im Bett wollte natürlich auch riechen. So ging das Herz hin und her. Eine echte Bereicherung fürs Projekt. Wunderbar!
Und dann; dann flossen viele Tränen bei der Mama, was Pia zu der Frage drängte: „Warum weinst du Mama?“ Die konnte nicht antworten. Ich erklärte: „Das ist ein Zeichen der Liebe! …“ Die Mama nickte … erschöpft … müde … aber doch – in das Herz riechend – in dem Moment auch glücklich, ausgestattet mit Trost und Hoffnung.
So soll es sein!
Ich danke von Herzen allen, die mit mir, die mit uns Tränen trocknen, die Mut, Trost und Hoffnung schenken!
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26/07/2026

Wir haben eine Idee beim Ideenwettbewerb Klimaschutz nebenan eingereicht und brauchen deine Stimme beim Online-Voting!

Auch in diesem Jahr sucht die .de_Stiftung (IG)/ .de Stiftung (FB) wieder Deutschlands beste Ideen für Klimaschutz in der Nachbarschaft.

Das sollte unsere sein!

Bis zum 28. August 2026 kannst du auf untern

https://www.klimaschutz-nebenan.de/de/idee/2026-04299-Leipzig-Begruenung-durch-alte-Sorten-mit-neuem-Geschmack-und-viel-Begegnung/

unsere Idee abstimmen.

Mit deiner Hilfe können wir bis zu 2.000 € erhalten.

Vielen Dank für deine Unterstützung!

Ach, erzählt es weiter, teilt es … helft uns …

Goehte und die Kinder-ITSGoethe, den kennt wohl fast jeder. Dass er nicht nur Dichter, sondern auch Politiker und Naturf...
23/07/2026

Goehte und die Kinder-ITS

Goethe, den kennt wohl fast jeder. Dass er nicht nur Dichter, sondern auch Politiker und Naturforscher, wissen dann wohl schon weniger. Er war Minister am Hofe des Herzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach. Und von Goethe stammt der Ausspruch:
»Die Erde wird durch Liebe frei, durch Taten wird sie groß.«
Diese Aussage kann ich sofort unterschreiben, während ihr euch fragt, was das alles mit euch oder mit was überhaupt zu tun hat. Richtig! Mit der Intensivstation der Kinderklinik.
Auf der sollte ich eine vierzehnjährige Patientin besuchen, die eine dritte, vierte, fünfte … Operation an der Wirbelsäule hinter sich gebracht hatte. Sie wartete und freute sich auf meinen Besuch. Der sollte also unbedingt durchgeführt werden. Also rasch das Ränzchen geschnürt, vielleicht so wie Goethe, als er einstmals in Leipzig studierte.
C. musste ganz steif im Bett liegen, so als hätte sie einen Besenstil verschluckt. Klingt nicht gemütlich. Ist es auch nicht. Das Mädchen besucht das Goethe-Gymnasium (da schau her) in Leipzig, belegt die Leistungskurse „Latein“ und „Biologie“. Da möchte wohl jemand Pharmazie oder Medizin studieren? Die Patientin rümpft die Nase: „Eher nicht!“ Sie liebt es zu lesen, sie liebt Kunst, sie liebt es, wenn sie vorgelesen bekommt. Klare Ansage. Mit fröhlichen Augen verfolgt sich meinen – nennen wir es mal – Vortrag, der immer wieder durch Zwiegespräch unterbrochen wird, weil es viel zu erzählen, viel auszutauschen gibt. Da liegt zum Beispiel Lucifer im Bett. Gott lob, nicht der Leibhaftige himself, sondern eine riesengroße Plüschkatze. Es ist der Lucifer aus dem Film Cinderella. Dieses Plüschtier begleitet das Mädchen schon seit vielen, vielen Jahren, berichtet sie fröhlich. Ihre Mama, die zwischenzeitlich zu Besuch gekommen ist, kann das nur so bestätigen. Der Wicht kommt alsbald zum Einsatz, hat seine Momente, und es werden große Momente. Denn, dass er so zauberhaft mit seinen Ohren wackeln kann, amüsiert die Patientin doch heftig. OK, so drehen wir noch eine Runde, drehen Wichts Ohren noch eine Runde.
„Die Eisdiele“ heißt es im Buch „hatte bereits geschlossen.“ Das bedauert C. sehr, denn auf ein Eis hätte sie jetzt richtig Appetit, so ein Schokoladen-Eis mit viel Sahne und Schokosoße obendrauf. Die Mama würde sich dann doch eher für Stracciatella als Grundlage entscheiden … Ja, meinen Geschmack kennt ihr.
Und so kommt der Moment des Abschieds. Es gibt ein kleines Büchlein mit einem gehäkelten rosa Seepferdchen. Das hat ganz süße Knopfaugen. Sicher auch derer wegen verliebt sich das Mädchen sofort in das Teil. Und die Mama bekräftige abermals, wie toll solch Engagement im Krankenhaus sei, dankt mir und allen meinen lieben und fleißigen Helfern im Hintergrund. Ja, wie würde Goethe sagen?
»Die Erde wird durch Liebe frei, durch Taten wird sie groß.«
Habt Dank Ihr lieben und treuen Unterstützer!

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Es ist schon ganz herrlich, wenn immer mal ein Paket kommt, auf das man nicht gewartet hat, was halt überraschend kommt....
21/07/2026

Es ist schon ganz herrlich, wenn immer mal ein Paket kommt, auf das man nicht gewartet hat, was halt überraschend kommt. So ist es gerade wieder geschehen. Ein Paket von Maria, der wir ein ganz herzliches DANKE sagen. Jetzt gibt es endlich den Punkt aufs „i“ bei unseren Besuchen auf der Intensivstation, wo es immer mehr auch um die Eltern geht, die an den Betten ihrer Kinder wachen. Jetzt können wir kleine Genesungspäckchen an die Mamas und Papas ausgeben. Das wird gut! Wir freuen uns!
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Versuch macht kluch (nein, keine neue Rechtschreibung)! Ich will nicht lösen, ich will ergänzen: Buch macht kluch. Könnt...
20/07/2026

Versuch macht kluch (nein, keine neue Rechtschreibung)! Ich will nicht lösen, ich will ergänzen: Buch macht kluch. Könnte man auch sagen, oder?
Ich bin heute auf der Intensivstation bei einem schwerstbehinderten, zwölfjährigen Mädchen gewesen, dass ihr Essen nicht oral aufnehmen kann. Die kleine M., die wohl auch fast blind ist, sitzt in ihrem Rollstuhl. An ihrer Seite wacht die Mama, die gerade einen Kaffee und ein Marmeladenbrot genießt, von tiefen Augenringen gezeichnet ist. Was ich auf den Weg bekommen habe: Bisher hat nur die Mama vorlesen dürfen. Sprich: das Kind ist sehr auf die Mama fixiert. (Dafür gibt es viele und gute Gründe, wie schon aus der Anmoderation zu entnehmen ist.)
Wir drei sind uns einig: Wir versuchen es. Die Patientin legt kein Veto ein. So kann ich starten, denn auch die Mama freut sich über eine schöne Geschichte, freut sich auf Abwechslung und ein bisschen Entspannung. Wann, wirft sie die Frage auf, sei ihr das letzte Mal zum Frühstück vorgelesen worden.
Ich lese vor, zeige den beiden Damen die zauberhaften Bilder aus dem Buch, spiele die Musik. Musik geht IMMER! Beim Spielen der Musik wird das Mädchen spürbar ruhiger. Vor ihren Augen lasse ich die Helfe-Elfe Magda tanzen. Fast scheint es so, als würden ihre Augen den Tanz verfolgen. Und vielleicht ist es ja tatsächlich so, und wenn es Schatten sind. Nach jedem Kapitel frage ich, ob ein weiteres gewünscht wird. Die Mama sagt: „Ja. M. protestiert nicht. Es gefällt ihr.“ Wer hätte das gedacht? Wenn mir die Frage gestellt würde, würde ich sie klar beantworten können: „Ich! Ich hätte es gedacht!“ Und die Mama erklärt mir noch, dass ihre Tochter heftig und sehr deutlich protestieren kann. Und so kann ich bis zum letzten Kapitel lesen, bis zum „Abschied aus Ostfriesland“. Wenn ich lese, stellen Mama und Krankenschwester fest, dann ist die Sauerstoffsättigung bei der kleinen Patientin optimal. Quasi ein Aufruf zum Weiterlesen. Nun ja … Auf jeden Fall eine schöne und motivierende Erkenntnis.
Als Fazit nun bleibt damit festzuhalten, dass der Versucht mit dem Buch klug gemacht hat. Wieder einmal. So kann ich dem Kind und deren Mama ein Genesungsgeschenk übergeben, klar eines mit einem Büchlein und einer Handpuppe drin. Es kann weitergehen …
Und ich werde schon ganz bald den nächsten Versuch starten, das Buch schnappen und loslesen. Darauf freue ich mich schon vor.
Habt Dank Ihr lieben und treuen Unterstützer!

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