Frauenverband im Bund der Vertriebenen e.V.

Frauenverband im Bund der Vertriebenen e.V. Der Frauenverband stellt den organisatorischen Zusammenhalt aller Frauen in Deutschland dar, die Mitglieder in Landsmannschaften und im BdV sind.

Abreise nach einer eindrucksvollen Internationalen AuslandstagungAm letzten Tag der Internationalen Auslandstagung des F...
14/06/2026

Abreise nach einer eindrucksvollen Internationalen Auslandstagung

Am letzten Tag der Internationalen Auslandstagung des Frauenverbandes im Bund der Vertriebenen (BdV) e. V. war die Nacht für die Teilnehmerinnen sehr kurz. Die Abfahrt vom Hotel zum Flughafen war bereits für 4:00 Uhr angesetzt. Um 6:00 Uhr startete der gemeinsame Flug nach Wien. Von dort aus gingen die Anschlussflüge weiter nach Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart und München.

Die Internationale Auslandstagung brachte Teilnehmerinnen mit unterschiedlichen Vertreibungshintergründen zusammen. Vertreten waren unter anderem West- und Ostpreußen, Schlesien, das Sudetenland, Donauschwaben, Kroatien, Deutsche aus Russland, Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben. Mit dabei waren auch zwei Schlesierinnen, die in der alten Heimat verblieben sind, sowie zwei Bundesdeutsche ohne Vertreibungshintergund.

Damit ging eine äußerst informative Auslandstagung zu Ende. Die vielen Eindrücke, Begegnungen und Erfahrungen müssen erst noch verarbeitet werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer blickten dankbar auf intensive Tage mit Gesprächen, Führungen, Vorträgen und vielen persönlichen Begegnungen zurück.

In einem Punkt waren sich alle einig: Wir kommen wieder. Zugleich freuen sich die Teilnehmerinnen bereits auf die nächste Tagung des Frauenverbandes, die Ende August im Heiligenhof in Bad Kissingen stattfinden wird.

Hiltrud Leber
Fotos: Lilia Antipow, Hiltrud Leber

Fünfter Tag der Internationalen Auslandstagung in der Region HermannstadtDer fünfte Tag der Internationalen Auslandstagu...
14/06/2026

Fünfter Tag der Internationalen Auslandstagung in der Region Hermannstadt

Der fünfte Tag der Internationalen Auslandstagung des Frauenverbandes im Bund der Vertriebenen (BdV) e. V. führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Region Hermannstadt. Im Mittelpunkt standen historische Dorfgemeinschaften, Kirchenburgen, Handwerkstraditionen, Denkmalpflege, die Geschichte der Landler sowie der Austausch mit rumänischen Gemeindemitgliedern in Sibiel.

Am Vormittag führte die Fahrt zunächst nach Heltau. Dort stand die Selbstorganisation der historischen Dorfgemeinschaften in Siebenbürgen im Mittelpunkt. Bei einem historischen Rundgang und der Besichtigung der restaurierten Kirchenburg wurde erläutert, wie sich kirchliches Leben, Gemeindestrukturen, Nachbarschaften und gemeinschaftliche Verantwortung über Jahrhunderte miteinander verbunden haben. Referent war Pfarrer László-Zorán Kézdi, der Einblicke in die Geschichte und Gegenwart der Heltauer Gemeinde gab, unter anderem auch in die Kinder- und Jugendarbeit.
Pfarrer László-Zorán Kézdi stammt aus Schäßburg und ist eine prägende geistliche Persönlichkeit der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien. Vor seiner Tätigkeit in Heltau betreute er neun Jahre lang die Stadtgemeinde Sächsisch-Regen sowie sieben weitere Gemeinden des Reener Ländchens und war dort auch Dechant-Stellvertreter. Seit 2009 wirkt er als Stadtpfarrer in Heltau/Cisnădie.
Über seine Gemeindearbeit hinaus engagiert sich Pfarrer Kézdi stark für den Erhalt des siebenbürgisch-sächsischen Kirchen- und Kulturerbes. 2016 führte er Bundespräsident Joachim Gauck und den rumänischen Präsidenten Klaus Johannis durch die Heltauer Kirchenburg. In Heltau begleitete er unter anderem die umfangreiche Renovierung der Walburga-Kirche in den Jahren 2019 bis 2023 sowie die Weiterentwicklung historischer Kirchenräume zu Orten des kulturellen und gemeinschaftlichen Lebens. Außerdem vertritt er die Evangelische Kirche A. B. in Rumänien in ökumenischen Zusammenhängen, unter anderem als Mitglied der Südosteuropagruppe der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa.

Nach dem Besuch in Heltau ging es weiter nach Michelsberg. Dort fand das gemeinsame Mittagessen im neu sanierten Restaurant Kamin statt. Das abbruchreife Gebäude der ehemaligen Feuerwehr wurde vollständig renoviert und erst im vergangenen November fertiggestellt. Zum ersten Mal gab es auch "Mici" zu essen, alle griffen zu. Anschließend besuchte die Gruppe die Kirche. Kurator Michael Henning berichtete über Handwerkstraditionen, Baugeschichte und Denkmalpflege. Michael Henning wurde dabei auch als letzter Kachelofenbauer vorgestellt. Er lebt mit seiner Familie in Michelsberg und gehört zu den wenigen dort verbliebenen Siebenbürger Sachsen. Seit vielen Jahren ist er eng mit dem kulturellen, kirchlichen und handwerklichen Leben des Ortes verbunden. Beruflich ist er seit Jahrzehnten als Postbote beziehungsweise bei der Poststelle in Michelsberg tätig. Bekannt wurde er vor allem als einer der letzten, nach eigener Aussage der letzte sächsische Handwerker in Rumänien, der traditionelle handgefertigte und handbemalte Kacheln für siebenbürgisch-sächsische Kachelöfen herstellt.
Die Kacheln werden nach alten Mustern gefertigt, getrocknet, gebrannt, von Hand bemalt, glasiert und erneut gebrannt. Damit bewahrt Michael Henning ein selten gewordenes Handwerk, das eng mit der Wohn- und Alltagskultur der Siebenbürger Sachsen verbunden ist. Neben seiner handwerklichen Arbeit engagiert er sich als Kurator der evangelischen Kirchengemeinde A. B. Michelsberg. Er tritt zudem als Kenner und Erzähler der Ortsgeschichte auf.

Am späten Nachmittag führte die Fahrt weiter nach Großau. Großau ist eine Landlergemeinde. Im Mittelpunkt standen die Landler, ihre Glaubenstreue, ihr Familienleben und die Bewahrung gemeinschaftlicher Werte über Generationen hinweg. Referent vor Ort war Matthias Krauss, Kurator der evangelischen Kirchenburg Großau.
Matthias Krauss ist eine prägende Persönlichkeit der Großauer Gemeinschaft. Als gebürtiger Großauer verließ er 1989 Rumänien in Richtung Bundesrepublik Deutschland, fand jedoch bald den Weg zurück zu seiner siebenbürgischen Heimat. Sein Wirken verbindet unternehmerische Initiative, kirchliches Engagement und gelebte Verantwortung für das kulturelle Erbe Großaus. Schon in den 1990er-Jahren setzte er sich für wirtschaftliche Kontakte zwischen Deutschland und Siebenbürgen ein und trug zur Vernetzung deutscher Unternehmer in Rumänien bei.
Seit 1998 ist Matthias Krauss Kurator der evangelischen Kirchenburg Großau. In dieser Funktion engagiert er sich seit Jahrzehnten für den Erhalt der Kirchenburg, die Pflege des Gemeindelebens und die Verbindung zwischen den in Großau Verbliebenen, den Ausgewanderten und den Freunden der Gemeinde. Bei Heimattreffen, Sachsentreffen, Kirchenführungen und kulturellen Veranstaltungen tritt er als Brückenbauer zwischen Vergangenheit und Gegenwart auf. Besonders sichtbar wurde sein Einsatz bei der umfassenden Restaurierung der Kirchenburg im Jahr 2022 und der anschließenden Renovierung der Orgel. Auch spätere Veranstaltungen, etwa das Chortreffen der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien im Jahr 2024, fanden in der liebevoll gepflegten Großauer Kirchenburg statt und würdigten die Bereitschaft und Unterstützung von Kurator Matthias Krauss. Für sein langjähriges Engagement wurde er 2024 mit der Honterusmedaille ausgezeichnet.

Im Anschluss führte das Programm nach Sibiel. Dort besuchten die Teilnehmerinnen das Ikonen-Museum. Im Mittelpunkt standen die Bildtradition in den rumänischen Religionen und ihre Bedeutung für Identität und Verständigung. Danach kehrte die Gruppe zu einem traditionellen rumänischen Essen in einem Restaurant ein.

Nach dem Abschlussessen wurden die Begegnungstagung ausgewertet und die Eindrücke der vergangenen Tage miteinander besprochen. Im Mittelpunkt stand auch die Frage, wie die Erfahrungen, Gespräche und Erkenntnisse dieser Auslandstagung in die Bildungs- und Verbandsarbeit in Deutschland weitergegeben werden können.
Hiltrud Leber
Fotos: Lilia Antipow, Hiltrud Leber, Roger Parvu

Frauenverband im BdV besucht Mediasch, Schäßburg und HolzmengenDer vierte Tag der Internationalen Auslandstagung des Fra...
12/06/2026

Frauenverband im BdV besucht Mediasch, Schäßburg und Holzmengen

Der vierte Tag der Internationalen Auslandstagung des Frauenverbandes im Bund der Vertriebenen (BdV) e. V. führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Hermannstadt aus nach Mediasch, Schäßburg und Holzmengen. Reiseleiter des Tages war Roger Pârvu, der die Gruppe fachkundig begleitete und mit seinen Erläuterungen wesentlich zum Gelingen des Tages beitrug. Im Mittelpunkt standen die Geschichte der sächsischen Stadt- und Dorfgemeinschaften, die Bedeutung der Kirchenburgen sowie die Bewahrung des siebenbürgisch-sächsischen Kulturerbes.

In Mediasch besuchte die Gruppe die evangelische Stadtpfarrkirche St. Margarethe mit ihrer Kirchenburganlage. Die heutige Form der Kirche entstand nach mehreren Vorgängerbauten im Wesentlichen im 15. Jahrhundert. Um die Kirche herum sind Teile der alten Befestigungsanlage mit Mauern, Türmen und Gebäuden erhalten. Besonders eindrucksvoll war, dass Kirche und Burganlage noch heute als geschlossene historische Einheit erfahrbar sind. Im Anschluss fand ein Fachgespräch zur Geschichte der Kirche und Kirchengemeinde statt. Referentin war Pfarrerin Hildegard Servatius-Depner von der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien. Sie gehört zu den Pfarrerinnen, die die Entwicklung der Frauenordination in der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien aktiv mitgeprägt haben. Ihr Theologiestudium absolvierte sie in Hermannstadt und München; im Herbst 2002 wurde sie ordiniert. Heute wirkt sie in Mediasch und betreut von dort aus mehrere Gemeinden der Region.
Aus der Kirche in Mediasch verabschiedete sich die Gruppe mit dem Lied „Großer Gott, wir loben dich“, begleitet von der Orgel, sowie mit einem gemeinsamen Vaterunser. Dieser Moment bildete einen äußerst emotionalen Abschluss des Besuchs in der Stadtpfarrkirche.

Anschließend führte die Fahrt weiter nach Schäßburg. Nach dem Mittagessen im Restaurant des Hotels Sighișoara besichtigten die Teilnehmerinnen die Bergkirche auf dem Schulberg. Der Bau der Kirche geht auf den Anfang des 13. Jahrhunderts zurück; später wurde sie in mehreren Bauphasen erweitert und gotisch umgestaltet. Besonders ist, dass sich im Untergeschoss Reste einer älteren Kirche erhalten haben. Beim Rundgang wurden außerdem die Altstadt mit ihren Gassen, Türmen und historischen Gebäuden sowie die Bedeutung der befestigten Stadtanlage erläutert.

Das Wetter war an diesem Tag kühl und wechselhaft. Bei maximal etwa 20 Grad und Regen blieb es während der Führungen und Aufenthalte im Freien jedoch trocken, sodass alle Programmpunkte wie geplant stattfinden konnten. Nur die Karpaten mit ihren weißen Spitzen waren tagsüber wegen der Wolken leider nicht sichtbar. Erst am Abend, auf der Fahrt zurück ins Hotel, öffnete sich der Himmel im Halbdunkel etwas, und die Berggipfel zeigten sich etwas.

Am Nachmittag erreichte die Gruppe Holzmengen. Dort standen die Geschichte der Dorfgemeinschaft und die Kirchenburg Holzmengen im Mittelpunkt. Die erste urkundliche Erwähnung der Kirche stammt aus den Jahren 1317/1318; Teile der Kirche gehen auf das 13. Jahrhundert zurück. Besonders bekannt ist das romanische Westportal mit seinen Reliefdarstellungen. Die Ringmauern der Kirchenburg wurden im 15. Jahrhundert errichtet und sind bis heute weitgehend erhalten. Auch der Torturm, mehrere Wehrtürme, Spuren des Wehrgangs und Schießscharten sind noch sichtbar.

Der Austausch vor Ort wurde von Ruth István, Stefan Bichler und Christian Schneider begleitet. Ruth István arbeitet bei der Stiftung Kirchenburgen in Hermannstadt als Referentin für Fachtourismus und Öffentlichkeitsarbeit und ist eng mit der Vermittlung und nachhaltigen Nutzung der Kirchenburgenlandschaft verbunden. Stefan Bichler, Geschäftsführer von Holzmedia S.R.L., führte durch die Kirchenburg und vermittelte die siebenbürgisch-sächsische Geschichte anschaulich und lebendig. Christian Schneider, Kurator der evangelischen Kirchengemeinde Holzmengen und Fachreferent für Projektarbeit in der Heimatortsgemeinschaft Holzmengen, berichtete vom Engagement für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Kirchenburg.

In Holzmengen erfuhren wir, dass die Kirchenburg nicht nur ein historisches Bauwerk ist, sondern bis heute genutzt wird. In der Kirchenburg finden wieder Gottesdienste statt. Zudem spielt die Jugendherberge, das frühere Pfarrhaus bei der Kirchenburg, eine wichtige Rolle. Gruppen, Jugendliche und Besucher können dort übernachten und den Ort nicht nur kurz besichtigen, sondern unmittelbar erleben. Für Führungen wurde außerdem eine Mitarbeiterin angestellt, die Besucher empfängt und die Geschichte der Kirchenburg vermittelt.

Auch das Abendessen fand in Holzmengen statt. Ruth István bereitete für die Gruppe eine hausgemachte Lasagne mit Blattsalat aus dem eigenen Garten zu. Zum Nachtisch gab es Karottenkuchen. Dieses persönliche Abendessen bildete einen herzlichen Abschluss eines eindrucksvollen Seminartages.

Die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen waren durchweg positiv. Am Abend waren viele zwar müde, aber glücklich, an diesem Tag so viel gesehen und erlebt zu haben.
Hiltrud Leber
Fotos: Lilia Antipow, Hiltrud Leber

Dritter Tag der Internationalen Auslandstagung in Hermannstadt/SibiuDer dritte Tag der Internationalen Auslandstagung de...
11/06/2026

Dritter Tag der Internationalen Auslandstagung in Hermannstadt/Sibiu

Der dritte Tag der Internationalen Auslandstagung des Frauenverbandes im Bund der Vertriebenen (BdV) e. V. in Hermannstadt/Sibiu war der zweite Seminartag und fand in besonderer Atmosphäre im Bischofspalais statt. Im Mittelpunkt standen Frauenarbeit in der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien, deutschsprachige Medien, deutsche Schulbildung in Rumänien sowie historische Zeugnisse der deutschen Minderheit als Teil des gemeinsamen europäischen Erbes.

Nach dem gemeinsamen Frühstück begann das Seminarprogramm im Bischofspalais mit einem Vortrag von Margit Kézdi, Geschäftsführerin der Frauenarbeit der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien. Sie sprach über Frauen in der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien und deren Verantwortung in Gemeinde, sozialem Engagement und Bildungsarbeit. Dabei wurde deutlich, welche wichtige Rolle Frauen in kirchlichen Strukturen, in der Gemeindearbeit und in der Weitergabe von Glauben, Bildung und sozialer Verantwortung übernehmen. Margit Kézdi ist Geschäftsführerin der Frauenarbeit der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien. Die Frauenarbeit ist ein kirchliches Werk der Evangelischen Kirche A. B.; ihre historischen Wurzeln reichen bis zur Gründung des „Allgemeinen Frauenvereins“ im Jahr 1884 zurück. Nach einer längeren Unterbrechung wurde die Frauenarbeit im Jahr 2000 wieder mit eigenem Statut ins Leben gerufen. In ihrer Funktion koordiniert Margit Kézdi die Arbeit der Geschäftsstelle, Veranstaltungen, Fortbildungen, Rundbriefe und die Vernetzung von Frauen innerhalb der evangelischen Gemeinden in Rumänien. Die Geschäftsstelle der Frauenarbeit befindet sich in Hermannstadt.
Inhaltlich beschreibt Margit Kézdi die Frauenarbeit als ein Dach, unter dem sich Frauen regional, landesweit und international vernetzen können. Ziel ist es, Gemeinschaft zwischen Generationen und Konfessionen zu fördern sowie Veranstaltungen zu organisieren, die Frauen im Glauben stärken und ihre Begabungen sichtbar machen. Bekannt ist Margit Kézdi außerdem durch ihre Mitarbeit rund um den Weltgebetstag und weitere kirchliche Bildungs- und Gemeinschaftsangebote.

Besonders schön war an diesem Vormittag auch die Begegnung und das freudige Wiedersehen mit Frau Ilse Philippi. Sie war zur März-Tagung des Frauenverbandes im Heiligenhof als Referentin angereist und hatte dort einen Vortrag über Frauen in Siebenbürgen gehalten.

Im weiteren Verlauf des Vormittags sprach Nina May, Chefredakteurin der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien, über die deutschsprachige Zeitung in Rumänien als Plattform für gesellschaftlichen Dialog und Verständigung zwischen Mehrheitsbevölkerung und Minderheiten. Dabei wurde die Bedeutung der deutschsprachigen Presse für Information, kulturelle Sichtbarkeit und den Dialog innerhalb einer mehrsprachigen Gesellschaft deutlich.
Nina May wurde 1965 in Linz an der Donau geboren. Sie ist Diplom-Physikerin, Journalistin und Autorin. Aufgewachsen in Bayern, studierte sie Physik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Nach einer Tätigkeit im deutschen Staatsdienst zog sie 2008 nach Rumänien. Seit 2011 arbeitet sie journalistisch für die Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien, seit 2020 beziehungsweise offiziell seit 2021 als Chefredakteurin der ADZ. In ihrer journalistischen Arbeit beschäftigt sie sich besonders mit Rumänien, seinen Regionen, kulturellen Eigenheiten und der deutschen Minderheit im Land. Die ADZ ist eine deutschsprachige Tageszeitung in Rumänien und berichtet über Politik, Wirtschaft, Kultur und lokales Leben sowie über Themen der deutschen Minderheit. Als Autorin veröffentlichte Nina May unter anderem Reiseberichte und Glossen über Rumänien, darunter „Komm mit durch Rumänien“, eine Sammlung von Reisereportagen der ADZ, sowie gemeinsam mit Traian Pop den Glossenband „Das gibt’s doch gar nicht! Die Walachei ist nicht im Nirgendwo, sondern mitten unter uns“.

Nach dem gemeinsamen leckeren Mittagessen im Bischofspalais, das vom Elimheim in Michelsberg für uns zubereitet wurde, führte das Programm zum Samuel-von-Brukenthal-Gymnasium. Dort stand die Schulbildung in deutscher Sprache in Rumänien im Mittelpunkt. Im Gespräch mit der Direktorin Monika Hay und mit drei Schülern der 11. Klasse wurde die Brückenfunktion deutschsprachiger Bildung für Verständigung und Zusammenarbeit in Europa deutlich. Gerade das Brukenthal-Gymnasium zeigt, dass deutsche Sprache und Bildung in Rumänien nicht nur historisches Erbe sind, sondern auch eine lebendige Gegenwart und Zukunft haben.
Monika Hay ist Direktorin des Samuel-von-Brukenthal-Gymnasiums in Hermannstadt. Monika Hay stammt aus Semlak im Kreis Arad, wo sie die ersten acht Schuljahre absolvierte. Danach schloss sie das Pädagogische Lyzeum in Hermannstadt ab. Anschließend arbeitete sie elf Jahre als Grundschullehrerin an der Nicolae-Iorga-Schule, Schule Nr. 6, in Hermannstadt. Während dieser Zeit studierte sie Geschichte. Ab 2004 war sie zwölf Jahre Fachinspektorin für den deutschsprachigen Grundschul- und Minderheitenunterricht im Hermannstädter Schulamt. Seit September 2016 ist sie Direktorin des Samuel-von-Brukenthal-Gymnasiums.
Das Brukenthal-Gymnasium ist eine traditionsreiche deutschsprachige Schule in Hermannstadt. Die Schule verweist ihre Anfänge auf das Jahr 1380 und gilt als eine der bedeutenden deutschsprachigen Bildungseinrichtungen in Rumänien. Der Unterricht umfasst die Klassen 5 bis 12; in der Oberstufe entspricht dies dem rumänischen Lyzeum. Inhaltlich steht Monika Hay für die Fortführung deutschsprachiger Bildung in Siebenbürgen. Sie betont dabei Erziehung zu Offenheit, Teamfähigkeit und europäischen Werten.

Nach dem Besuch des Samuel-von-Brukenthal-Gymnasiums fand eine Führung durch die Evangelische Stadtpfarrkirche in Hermannstadt statt. Roger Pârvu erläuterte dabei die Geschichte und Bedeutung dieses zentralen kirchlichen und kulturellen Ortes. Punktuell wurde die Führung von Ilse Philippi unterstützt, die über viele Jahre Kuratorin der Kirche war und durch ihre persönliche Erfahrung zusätzliche Einblicke geben konnte. Dadurch erhielt die Gruppe nicht nur historische Informationen, sondern auch einen lebendigen Eindruck davon, welche Bedeutung die Kirche für die evangelische Gemeinschaft und die deutsche Minderheit in Hermannstadt bis heute besitzt.

Im Anschluss besuchten die Teilnehmerinnen das Brukenthal-Museum. Die Besichtigung widmete sich historischen Zeugnissen der deutschen Minderheit und deren Bedeutung für das gemeinsame europäische Erbe. Die Sammlungen und Zeugnisse machten sichtbar, welchen Beitrag die deutsche Minderheit in Siebenbürgen über Jahrhunderte zur kulturellen Entwicklung der Region geleistet hat.

Der Tag endete mit einem gemeinsamen Abendessen in einem traditionellen rumänischen Restaurant unweit des Hotels. Nach einem inhaltlich dichten und vielseitigen Seminartag bot der Abend Gelegenheit, die Eindrücke des Tages zu vertiefen, Gespräche fortzusetzen und die Begegnungen innerhalb der Gruppe weiter zu stärken.
Hiltrud Leber
Fotos: Lilia Antipow, Roger Pârvu, Hiltrud Leber

Zweiter Tag der Internationalen Auslandstagung in Hermannstadt/SibiuDer zweite Tag der Internationalen Auslandstagung de...
10/06/2026

Zweiter Tag der Internationalen Auslandstagung in Hermannstadt/Sibiu

Der zweite Tag der Internationalen Auslandstagung des Frauenverbandes im Bund der Vertriebenen (BdV) e. V. in Hermannstadt/Sibiu stand ganz im Zeichen von Stadtgeschichte, Minderheitenfragen, gesellschaftlichem Wandel und europäischem Dialog.

Nach dem gemeinsamen Frühstück begann der erste Seminartag mit einem Empfang im Rathaus von Hermannstadt. Im Gespräch ging es um die Rolle der deutschen Minderheit im kommunalen und gesellschaftlichen Leben sowie um das Zusammenleben der verschiedenen Bevölkerungsgruppen in der Stadt. Hermannstadt bot dafür einen besonders passenden Rahmen, da die Stadt seit Jahrhunderten durch das Miteinander unterschiedlicher kultureller, sprachlicher und religiöser Gemeinschaften geprägt ist.
Bürgermeisterin Astrid Cora Fodor gehört dem Demokratischen Forum der Deutschen in Rumänien, kurz DFDR/FDGR, an. Ihr aktuelles Mandat läuft von 2024 bis 2028; es ist ihr drittes Mandat als Bürgermeisterin von Sibiu. Sie wurde in Hermannstadt geboren, studierte Wirtschaftswissenschaften und Verwaltung und war beruflich zunächst in der Fabrik Libertatea tätig. Später wechselte sie in die Kommunalpolitik. Im Jahr 2004 wurde sie Stadträtin, ab 2008 war sie Vizebürgermeisterin. Nachdem Klaus Johannis/Iohannis zum rumänischen Staatspräsidenten gewählt worden war, übernahm sie Ende 2014 zunächst kommissarisch das Bürgermeisteramt. 2016 wurde sie erstmals direkt zur Bürgermeisterin gewählt und 2020 im Amt bestätigt. Nach der Kommunalwahl 2024 legte sie am 6. November 2024 den Eid für ihr neues Mandat ab.

Im Anschluss führte Roger Pârvu die Teilnehmerinnen bei einem fachhistorischen Rundgang durch Hermannstadt. Dabei erläuterte er die Stadtgeschichte, die historische Rolle der deutschen Stadtgemeinschaft und das Zusammenleben verschiedener Bevölkerungsgruppen. Der Rundgang machte deutlich, wie stark die deutsche Geschichte mit der Entwicklung Hermannstadts verbunden ist und wie sichtbar diese Spuren bis heute im Stadtbild geblieben sind.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen im Hotel MyContinental wurde das Seminarprogramm im Konferenzraum des Hotels fortgesetzt. Benjamin Józsa, Geschäftsführer des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, sprach über die Tätigkeit des Forums, die Interessenvertretung der deutschen Minderheit und den europäischen Minderheitendialog. Dabei wurde deutlich, welche Bedeutung das DFDR für die politische, kulturelle und gesellschaftliche Vertretung der deutschen Minderheit in Rumänien hat.
Benjamin Józsa wurde 1973 in Hermannstadt geboren. Er studierte Philologie an der Lucian-Blaga-Universität Sibiu mit Schwerpunkt deutsche und rumänische Literatur. Seit vielen Jahren ist er in der institutionellen Vertretung der deutschen Minderheit in Rumänien aktiv. Von April 2006 bis Mai 2014 war er Geschäftsführer des Demokratischen Forums der Deutschen in Siebenbürgen, seit April 2014 ist er Geschäftsführer des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien. Im November 2025 wurde er bei der Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten in der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten zum neuen Sprecher gewählt.

Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt des Tages widmete sich den Frauenbildern und dem gesellschaftlichen Wandel in Rumänien. Prof. Univ. Dr. Ioana-Narcisa Crețu von der Lucian-Blaga-Universität Hermannstadt gab Einblicke in Entwicklungen zwischen traditionellen Rollenverständnissen und Emanzipation.
Prof. Univ. Dr. Ioana-Narcisa Crețu ist Professorin an der Universität „Lucian Blaga“ in Sibiu, Fakultät für Sozial- und Humanwissenschaften, im Department Soziale Arbeit, Journalismus, Public Relations und Soziologie. Ihre Lehr- und Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem in Kommunikationswissenschaft, Journalismus, Mediensprache, Stilistik, deutsch-rumänischer kontrastiver Forschung und crossmedialem Journalismus. Seit dem 1. Oktober 2015 ist sie als Professorin an der Universität Lucian Blaga tätig. Zuvor war sie dort seit 1996 als wissenschaftliche Mitarbeiterin, Assistentin, Lektorin und außerordentliche Professorin beschäftigt. Ihre akademische Ausbildung umfasst ein Studium der deutschen und rumänischen Sprache und Literatur sowie eine Promotion im Bereich Stilistik. Studien- und Forschungsaufenthalte führten sie unter anderem an die Universitäten Bonn, Tübingen und Utrecht. Laut ihrem offiziellen Lebenslauf veröffentlichte sie 14 Bücher sowie über 100 wissenschaftliche Artikel in Rumänien und im Ausland.

Zum Abschluss des Seminartages sprach Roger Pârvu über die Entwicklung der rumänischen Zivilgesellschaft seit 1990. Dabei ging es um die Beteiligung von Minderheiten und um die Rolle zivilgesellschaftlicher Initiativen nach dem politischen Umbruch. Der Vortrag zeigte, wie sich neue Formen gesellschaftlicher Mitwirkung entwickelt haben und welche Bedeutung Dialog, Eigeninitiative und Minderheitenvertretung bis heute besitzen.

Der Tag endete mit einem gemeinsamen Abendessen im Restaurant Hermania in Hermannstadt. Serviert wurden eine Vorspeisenplatte, gegrillte Forelle aus eigener Zucht auf Gemüsereis sowie Apfelstrudel mit Vanillesauce. Dazu gab es leckeren Holundersaft. Nach einem inhaltlich dichten und eindrucksvollen Seminartag bot der Abend Gelegenheit, Gespräche fortzusetzen, Eindrücke auszutauschen und die Gemeinschaft innerhalb der Tagungsgruppe weiter zu vertiefen.
Hiltrud Leber
Fotos: Lilia Antipow, Monika Wittek, Roger Parvu

Internationaler Auftakt in Hermannstadt: Erster Tag der Auslandstagung des Frauenverbandes im BdVDer erste Tag der Inter...
09/06/2026

Internationaler Auftakt in Hermannstadt: Erster Tag der Auslandstagung des Frauenverbandes im BdV

Der erste Tag der Internationalen Auslandstagung des Frauenverbandes im Bund der Vertriebenen (BdV) e. V. in Hermannstadt/Sibiu ist gut zu Ende gegangen. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer die von den Flughäfen Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart und München angereist sind, kamen wohlbehalten im Hotel an. Zwei Teilnehmerinnen aus Polen legten die rund 1.200 Kilometer lange Strecke mit dem Pkw zurück und übernachteten unterwegs in Budapest.

Ein erstes gemeinsames Gruppenfoto vor dem Hotel hielt den Beginn der Tagung fest und machte sichtbar, worum es in diesen Tagen besonders geht: Begegnung, Austausch und Gemeinschaft.
Am Abend begann das offizielle Programm mit einem gemeinsamen Abendessen. Im Anschluss begrüßte die Präsidentin des Frauenverbandes im BdV, Hiltrud Leber, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und führte in Zielsetzung und Inhalte der Begegnungstagung ein. Im Mittelpunkt stand dabei die Verständigungsarbeit des Frauenverbandes im BdV im europäischen Dialog.
Hiltrud Leber betonte, dass diese Tage nicht nur als Reise mit einzelnen Programmpunkten verstanden werden sollten, sondern als gemeinsame Tagung mit Raum für Begegnung, Austausch und Verständigung. Der Frauenverband im BdV setze sich dafür ein, Erfahrungen über Generationen hinweg weiterzugeben, Geschichte lebendig zu halten und persönliche Erinnerungen in einen europäischen Zusammenhang zu stellen. Gerade eine Auslandstagung biete die Möglichkeit, Brücken zu bauen, Gespräche zu fördern und unterschiedliche Lebens- und Erfahrungshintergründe miteinander zu verbinden.

Herzlich begrüßt wurde auch Roger Pârvu, der in Hermannstadt lebt und die Gruppe während der Tagung an mehreren Tagen zu verschiedenen Programmpunkten begleiten wird. Bereits im Vorfeld unterstützte er organisatorische Abstimmungen vor Ort, insbesondere bei der Vorbereitung der Restaurantbuchungen.
Roger Pârvu ist Kultur- und Bildungsakteur in Hermannstadt/Sibiu. Geboren in Kronstadt/Brașov, besuchte er die Honterus-Schule und kam später nach Hermannstadt, wo er zunächst Theologie studierte. Nach sechs Semestern wechselte er zum Schauspielstudium und war auch am Theater tätig. Seit 2008 arbeitet er als Programmleiter der Evangelischen Akademie Siebenbürgen in Neppendorf/Hermannstadt. In dieser Funktion organisiert und begleitet er Tagungen, Seminare und kulturelle Veranstaltungen mit ökumenischem, interethnischem und gesellschaftspolitischem Schwerpunkt. Darüber hinaus ist Roger Pârvu als Autor und Journalist tätig, unter anderem für die Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien. Seine Beiträge befassen sich mit Hermannstadt, Siebenbürgen, Kirche, Kultur und Gesellschaft.

Mit der Begrüßung, dem ersten gemeinsamen Abend im Restaurant Pasaj und vielen persönlichen Gesprächen ist die Auslandstagung in Hermannstadt erfolgreich gestartet. Die kommenden Tage versprechen weitere eindrucksvolle Begegnungen, kulturelle Einblicke und einen intensiven Austausch im Sinne der Verständigungsarbeit des Frauenverbandes im BdV.
Hiltrud Leber

01/06/2026

Willkommen im Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung!

Heute begrüßen wir unseren neuen Direktor Dr. Roland Borchers zu seinem ersten Arbeitstag im Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung. Zum Start wurde er von der Vorsitzenden des Stiftungsrats, Maria Bering (Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien), sowie von Dr. Christiane Schwarte vom Bundesministerium des Innern, herzlich empfangen. Beide wünschten ihm viel Erfolg und einen guten Beginn für seine neue Aufgabe.
Unser besonderer Dank gilt zudem Dr. Nils Köhler, der die Stiftung in den vergangenen zwei Monaten als Direktor ad interim geleitet und vertreten hat.

Dr. Roland Borchers ist Osteuropa-Historiker. Er studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Polonistik in Berlin, Wien und Warschau. Von 2009 bis 2015 war er am Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin tätig, anschließend 2016/17 an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Ab 2017 arbeitete er im Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit der Stiftung Topographie des Terrors, seit 2024 als stellvertretender Leiter. Mit seiner langjährigen wissenschaftlichen und institutionellen Erfahrung übernimmt er nun die Leitung unserer Stiftung.

Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit und heißen Dr. Roland Borchers herzlich willkommen!

Portraitfoto Dr. Roland Borchers: Dominik Butzmann

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