01/10/2025
Dem ist nichts, rein gar nichts hinzuzufügen!
Sicherlich habt ihr festgestellt, dass viele Stationen und Pflegestellen gerade im Aufnahmestopp sind. Wir alle sind randvoll, arbeiten am Limit. Ununterbrochen.
Alleine wir könnten in der Hauptsaison mehrere Vollzeitstellen beschäftigen. Tun wir aber nicht. Wildtierrettung ist ein Ehrenamt. Ohne finanzielle Unterstützung. Wir müssen arbeiten gehen. Deshalb haben wir nur begrenzt Kapazitäten, Personal, Zeit. Und aktuell geht nunmal leider gar nichts bei uns.
Tierschutz ist längst keine Herzenssache mehr. Es ist Schwerstarbeit.
Körperlich. Seelisch. Bürokratisch.
Und es wird von Jahr zu Jahr schwerer. Denn während die Zahl der hilfsbedürftigen Tiere steigt, verhungert, vergiftet, verletzt, misshandelt,
während Verantwortungslosigkeit immer sichtbarer wird, passiert auf politischer Ebene: nichts. Oder schlimmer – das Falsche.
Die Förderungen schrumpfen.
Die Bürokratie wächst.
Pflegestellen und Tierärzte, die eh schon am Limit arbeiten, werden mit Formularen, Auflagen und Vorschriften überschüttet.
Statt Unterstützung gibt es Kontrolle.
Statt Entlastung: Vorschriften, Regularien, Erschwernisse.
Es fehlt an Geld!
Es fehlt an Personal!
Es fehlt an räumlichen Kapazitäten!
Man spricht in Gremien über Tierschutz, aber selten mit den Menschen, die Tag und Nacht blutige Pfoten verbinden, verängstigte Tiere beruhigen, Kadaver aus Plastiktüten holen, am Küchentisch die nächste Futterlieferung aus eigener Tasche bezahlen oder bis morgens um vier das letzte Tier versorgen.
Der Tierschutz wird behandelt wie ein nettes Extra.
Wie ein Deko-Thema, das man sich leisten kann, wenn noch genug Geld übrig ist.
Aber das ist er nicht.
Tierschutz ist Grundethik.
Er zeigt, wie wir mit den Schwächsten umgehen.
Und damit auch, wer wir als Gesellschaft wirklich sind.
Es kostet unfassbar viel Kraft, jeden Tag gegen das Wegsehen, das Wegdiskutieren, das Wegfinanzieren zu arbeiten. Kraft, die eigentlich für die Tiere gebraucht wird.
Aber stattdessen im Papierkrieg verschwindet.
Und trotzdem machen so viele weiter.
Jenseits aller Vernunft.
Aus Liebe.
Aus Überzeugung.
Weil sie wissen, dass sonst niemand da ist.
Aber auch diese Menschen brauchen eine Stimme.
Und Schutz.
Und endlich politische Strukturen, die echtes Helfen nicht verhindern, sondern ermöglichen.
Denn jedes Tier, das stirbt, weil Hilfe zu spät kam,
ist nicht nur ein Einzelschicksal.
Es ist ein Versagen.
Eines Systems, das falsch priorisiert.
Bitte macht also uns keine Vorwürfe. Seid nicht sauer auf uns, wenn nichts mehr geht. Erhöht nicht noch mehr den Druck, indem ihr einfach vor unserer Tür steht. Erwartet keine täglichen Updates und Sofortantworten auf Mails und WhatsApp-Nachrichten. Mehr als das was wir tun, können wir schlichtweg nicht leisten.
Macht Euch da Luft wo es hingehört-
in der Politik.
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