18/06/2026
Rummland – auch ein seltsamer Familienname … Was steckt dahinter?
Bei der Suche nach Vorkommen und Verbreitung stoße ich auf ähnliche Namen, die sicherlich hinzuzuziehen sind: Ruhmland und Rumland. Eine Telefon-CD bietet:
Ruhmland (28)
Rumland (47)
Rummland (29)
Und die Kartierung?
Zeigt Vorkommen vor allem in Norddeutschland, gehäuft in Brandenburg (Karte anbei).
Und zur Bedeutung?
Es liegt offenbar ein Satzname vor wie etwa auch Störtebeker („stürz den Becher“ = Schluck-specht), Shakespeare („schüttel den Speer“), Mackeprang („mach Unruhe“, Unruhestifter), Rürup „rühr auf, Aufrührer“, Bleibtreu, Bringezu, Habedank, Hass(d)enteufel; wurden Satz-namen auch für bestimmte Berufsgruppen wie z.B. Brengebier ‚bring Bier‘, Holebier, Füll-krug, Ehrengast ‚ehre den Gast‘, Ladengast ‚lade den Gast‘ usw. für einen ‚Wirt‘ oder Schwingenham(m)er für den ‚Schlosser‘ und Schlagenreif für den ‚Küfer‘ usw. verwendet.
Rummland usw. bedeuten offenbar „räume das Land!“. Nach H. Bahlow wurde der Name für ruhelos „Fahrende" verwendet. Auch zwei Dichter des 13. Jahrh.s nannten sich so: Rümelant von Schwaben und Meister Rümslant aus Sachsen, der an norddt. Fürstenhöfen vom Rhein bis Rügen ein Wanderleben führte. Also ein unruhiger Geist, ein „fahrender Geselle“, den es nicht an einem Ort hält …
Ein schöner Name, finde ich.