KiSEL - Unser Angebot
In Baden-Württemberg leben ca. 250.000 bis 300.000 Kinder suchtkranker Eltern, im Landkreis Lörrach sind es ca. 6000 Kinder. Kinder aus süchtigen Familiensystemen finden innerhalb ihrer Familien häufig keine stabile und Halt gebende, liebevolle und vor allem verlässliche Struktur vor. Sie müssen oftmals Funktionen übernehmen, die sie als Kind überfordern (z.B. Partnerersatz
oder Elternfunktionen). Kinder suchtkranker Eltern haben ein bis zu sechsfach erhöhtes Risiko, selbst an Sucht zu erkranken. Unser Angebot für Kinder und Jugendliche suchtkranker Eltern – KiSEL – besteht nunmehr seit zehn Jahren. Es ist in dieser Zeit gelungen, KiSEL zu einem bekannten und etablierten Angebot im Landkreis Lörrach zu entwickeln. Die KiSEL-Gruppen sind für die Kinder und Jugendlichen ein fester Wochentermin. Unsere KiSEL Berater pflegen die Kooperation und Vernetzung zu weiteren Hilfeeinrichtungen wie Drogenhilfe, Jugendamt, Schulen etc. Dabei haben sich unsere sozialpädagogische Gruppenarbeit sowie unsere Freizeit- und Ferienaktivitäten bewährt. KiSEL Geschichte - Wie alles begann
Am 21.03.2002 fand die erste konstituierende Sitzung der Arbeitsgruppe KiSEL (Kinder suchtkranker Eltern) als Projekt der Drogen- und Jugendberatungsstelle Lörrach statt. Im Jahr 2003 wurde eine Fragebogenaktion vorbereitet und durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass großes Bedürfnis an einem Angebot für Kinder aus suchtbelasteten Familien besteht. Ebenfalls wurde signalisiert, dass es an bereits vorhandenen Informationen mangelt und eine Anlaufstelle bisher nicht vorhanden war. März 2004 fand die erste Fachtagung zu diesem Thema in den Räumlichkeiten der Villa Schöpflin für insgesamt 40 Teilnehmer statt. Die Organisatoren der Fachtagung konnten eine positive Resonanz ziehen. Der Bedarf an Hilfen für Kinder, aber auch Eltern und Multiplikatoren wurde deutlicher. Daraufhin formulierte die Arbeitsgruppe einen Antrag an die Landesstiftung zur Finanzierung und Umsetzung eines Gruppenangebotes, zur Durchführung weiterer Schulungen sowie dem Aufbau eines Netzwerkes. Dem Antrag wurde leider nicht stattgegeben. Die Arbeitsgruppe arbeitete dennoch an ihrem Ziel weiter und macht sich auf die Suche nach Sponsoren und weiteren Finanzierungsmöglichkeiten. Gemeinsam mit der Kommunalen Suchtbeauftragten wurde an der weiteren Umsetzung gearbeitet. Im November 2005 fand eine weitere Fachtagung zum Thema in Kooperation mit der L.I.F.E.-Projektgruppe im Alten Wasserwerk Lörrach statt. Angesprochen wurden rund 100 Teilnehmer. Die Gruppe konnte durch die großzügige und hilfreiche Unterstützung vieler Kooperationspartner und Spender im Jahr 2006 starten.