Daniel Molitor

Daniel Molitor ๐ŸŒฟ Naturpรคdagogischer Inklusionsbegleiter | Peer-Support aus eigener AuDHS-Erfahrung. Natur, Inklusion und echte Begegnung stehen dabei im Mittelpunkt.

Ich begleite neurodivergente Menschen und Familien, fรถrdere Teilhabe, Selbstbestimmung und Verstรคndnis.

๐Ÿ”Ž ๐—ช๐—œ๐—ฅ๐—— ๐—œ๐—ก๐—ž๐—Ÿ๐—จ๐—ฆ๐—œ๐—ข๐—ก ๐—œ๐—ฅ๐—š๐—˜๐—ก๐——๐—ช๐—”๐—ก๐—ก ๐—š๐—˜๐—Ÿ๐—œ๐—ก๐—š๐—˜๐—ก?Diese Frage begegnet mir gerade wieder hรคufiger. Aber je lรคnger ich darรผber nachden...
03/09/2026

๐Ÿ”Ž ๐—ช๐—œ๐—ฅ๐—— ๐—œ๐—ก๐—ž๐—Ÿ๐—จ๐—ฆ๐—œ๐—ข๐—ก ๐—œ๐—ฅ๐—š๐—˜๐—ก๐——๐—ช๐—”๐—ก๐—ก ๐—š๐—˜๐—Ÿ๐—œ๐—ก๐—š๐—˜๐—ก?

Diese Frage begegnet mir gerade wieder hรคufiger. Aber je lรคnger ich darรผber nachdenke, desto mehr glaube ich: Wir stellen die falsche Frage.

Vielleicht haben wir gar nicht in erster Linie ein Inklusionsproblem. Vielleicht haben wir ein viel grundlegenderes Problem damit, ๐—จ๐—ป๐˜๐—ฒ๐—ฟ๐˜€๐—ฐ๐—ต๐—ถ๐—ฒ๐—ฑ๐—น๐—ถ๐—ฐ๐—ต๐—ธ๐—ฒ๐—ถ๐˜ ๐˜„๐—ถ๐—ฟ๐—ธ๐—น๐—ถ๐—ฐ๐—ต ๐—ฎ๐—ป๐˜‡๐˜‚๐—ฒ๐—ฟ๐—ธ๐—ฒ๐—ป๐—ป๐—ฒ๐—ป.

Wir sprechen von Integration, Inklusion, Teilhabe und Fรถrderbedarf. Schaut man aber genauer hin, wird die Anpassungsleistung noch immer รผberwiegend von den Menschen verlangt, die von gesellschaftlichen Erwartungen abweichen.

๐Ÿ”น Du kommunizierst anders? Dann lern unsere Kommunikation.
๐Ÿ”น Du lernst anders? Dann versuchen wir, dich an unsere Schule anzupassen.
๐Ÿ”น Du arbeitest anders? Dann schauen wir, ob du in unsere Arbeitswelt passt.
๐Ÿ”น Du brauchst mehr Zeit, andere Strukturen oder Unterstรผtzung? Dann prรผfen wir, ob das innerhalb unseres bestehenden Systems mรถglich ist.

Und wenn das nicht funktioniert, fragen wir irgendwann: Ist dieser Mensch รผberhaupt integrierbar?

โ“ ๐—”๐—ฏ๐—ฒ๐—ฟ ๐˜„๐—ฎ๐—ฟ๐˜‚๐—บ ๐—ณ๐—ฟ๐—ฎ๐—ด๐—ฒ๐—ป ๐˜„๐—ถ๐—ฟ ๐—ป๐—ถ๐—ฐ๐—ต๐˜: ๐—œ๐˜€๐˜ ๐˜‚๐—ป๐˜€๐—ฒ๐—ฟ ๐—ฆ๐˜†๐˜€๐˜๐—ฒ๐—บ ๐—ฒ๐—ถ๐—ด๐—ฒ๐—ป๐˜๐—น๐—ถ๐—ฐ๐—ต ๐—ฏ๐—ฒ๐—ฟ๐—ฒ๐—ถ๐˜ ๐—ณรผ๐—ฟ ๐—ฑ๐—ถ๐—ฒ๐˜€๐—ฒ๐—ป ๐— ๐—ฒ๐—ป๐˜€๐—ฐ๐—ต๐—ฒ๐—ป?

๐Ÿง  ๐—ฉ๐—˜๐—ฅ๐—ฆ๐—ง๐—˜๐—›๐—˜๐—ก ๐—œ๐—ฆ๐—ง ๐—ž๐—˜๐—œ๐—ก๐—˜ ๐—˜๐—œ๐—ก๐—•๐—”๐—›๐—ก๐—ฆ๐—ง๐—ฅ๐—”๐—ฆ๐—ฆ๐—˜

Der Autismusforscher Damian Milton beschreibt mit dem ๐——๐—ผ๐˜‚๐—ฏ๐—น๐—ฒ ๐—˜๐—บ๐—ฝ๐—ฎ๐˜๐—ต๐˜† ๐—ฃ๐—ฟ๐—ผ๐—ฏ๐—น๐—ฒ๐—บ einen wichtigen Perspektivwechsel: Verstรคndigungsprobleme zwischen autistischen und nichtautistischen Menschen lassen sich nicht einfach als einseitiges soziales Defizit autistischer Menschen erklรคren. Unterschiedliche Erfahrungswelten kรถnnen dazu fรผhren, dass gegenseitiges Verstehen ๐—ฎ๐˜‚๐—ณ ๐—ฏ๐—ฒ๐—ถ๐—ฑ๐—ฒ๐—ป ๐—ฆ๐—ฒ๐—ถ๐˜๐—ฒ๐—ป schwieriger wird.

Wenn Verstehen also eine wechselseitige Leistung ist, warum sollte ๐—œ๐—ป๐—ธ๐—น๐˜‚๐˜€๐—ถ๐—ผ๐—ป eine einseitige Anpassungsleistung sein?

Menschen nehmen unterschiedlich wahr, kommunizieren unterschiedlich und verarbeiten Informationen unterschiedlich. Ein fokussierter Blick kann dabei eine enorme Stรคrke sein. Fokus bedeutet aber immer auch Auswahl. Manches wird hervorgehoben, anderes tritt in den Hintergrund.

๐Ÿ”Ž Und manchmal braucht es genau die Menschen, die anders hinschauen. Menschen, die Details wahrnehmen, Widersprรผche erkennen, Zusammenhรคnge anders herstellen oder Perspektiven einbringen, die innerhalb bisheriger Denkweisen schlicht nicht vorgesehen waren.

๐——๐—ฎ๐˜€ ๐—ถ๐˜€๐˜ ๐—ธ๐—ฒ๐—ถ๐—ป๐—ฒ ๐—™๐—ฟ๐—ฎ๐—ด๐—ฒ ๐˜ƒ๐—ผ๐—ป ๐—ฏ๐—ฒ๐˜€๐˜€๐—ฒ๐—ฟ ๐—ผ๐—ฑ๐—ฒ๐—ฟ ๐˜€๐—ฐ๐—ต๐—น๐—ฒ๐—ฐ๐—ต๐˜๐—ฒ๐—ฟ. Es sind unterschiedliche Perspektiven. Und genau darin kann eine enorme gesellschaftliche Ressource liegen.

โš ๏ธ ๐——๐—”๐—ฆ ๐—ฃ๐—ฅ๐—ข๐—•๐—Ÿ๐—˜๐—  ๐—•๐—˜๐—š๐—œ๐—ก๐—ก๐—ง ๐——๐—ข๐—ฅ๐—ง, ๐—ช๐—ข ๐—˜๐—œ๐—ก๐—˜ ๐—ฃ๐—˜๐—ฅ๐—ฆ๐—ฃ๐—˜๐—ž๐—ง๐—œ๐—ฉ๐—˜ ๐—ญ๐—จ๐—ฅ ๐—ก๐—ข๐—ฅ๐—  ๐—ช๐—œ๐—ฅ๐——.

Denn wenn eine bestimmte Art zu kommunizieren, zu lernen, zu arbeiten, Beziehungen zu gestalten oder Informationen zu verarbeiten als โ€žnormalโ€œ definiert wird, werden andere Formen automatisch zur Abweichung. Und aus einer Abweichung wird erstaunlich schnell ein Defizit.

Dann bauen wir Hilfesysteme auf, die Menschen dabei unterstรผtzen sollen, innerhalb genau dieses Systems wieder mรถglichst gut zu funktionieren.

๐Ÿ’ก Vielleicht sollten wir deshalb aufhรถren zu fragen: ๐—ž๐—ฎ๐—ป๐—ป ๐—œ๐—ป๐—ธ๐—น๐˜‚๐˜€๐—ถ๐—ผ๐—ป ๐—ด๐—ฒ๐—น๐—ถ๐—ป๐—ด๐—ฒ๐—ป?

Vielleicht mรผssen wir die wesentlich unbequemere Frage stellen:

โ“ ๐—ฆ๐—œ๐—ก๐—— ๐—ช๐—œ๐—ฅ ๐—”๐—Ÿ๐—ฆ ๐—š๐—˜๐—ฆ๐—˜๐—Ÿ๐—Ÿ๐—ฆ๐—–๐—›๐—”๐—™๐—ง รœ๐—•๐—˜๐—ฅ๐—›๐—”๐—จ๐—ฃ๐—ง ๐—•๐—˜๐—ฅ๐—˜๐—œ๐—ง, ๐—จ๐—ก๐—ฆ ๐——๐—จ๐—ฅ๐—–๐—› ๐—œ๐—ก๐—ž๐—Ÿ๐—จ๐—ฆ๐—œ๐—ข๐—ก ๐—ฉ๐—˜๐—ฅร„๐—ก๐——๐—˜๐—ฅ๐—ก ๐—ญ๐—จ ๐—Ÿ๐—”๐—ฆ๐—ฆ๐—˜๐—ก?

Denn Inklusion bedeutet fรผr mich nicht: Du darfst zu uns kommen, wenn du lernst, mit unseren Bedingungen zurechtzukommen.

Inklusion bedeutet, dass ๐—ฏ๐—ฒ๐—ถ๐—ฑ๐—ฒ ๐—ฆ๐—ฒ๐—ถ๐˜๐—ฒ๐—ป ๐˜€๐—ถ๐—ฐ๐—ต ๐—ฏ๐—ฒ๐˜„๐—ฒ๐—ด๐—ฒ๐—ป. Dass wir versuchen, einander zu verstehen. Dass unterschiedliche Formen von Kommunikation anerkannt werden. Dass Unterstรผtzungsbedarf nicht den Wert eines Menschen bestimmt und Selbststรคndigkeit nicht zum MaรŸstab menschlicher Wรผrde wird.

๐ŸŒ Vielleicht scheitert Inklusion deshalb nicht daran, dass Menschen mit Behinderungen, Fรถrderbedarf oder Neurodivergenzen โ€žnicht inkludierbarโ€œ wรคren.

Vielleicht scheitert sie an einem System, das Vielfalt begrรผรŸt, ๐˜€๐—ผ๐—น๐—ฎ๐—ป๐—ด๐—ฒ ๐˜€๐—ถ๐—ฐ๐—ต ๐—ฑ๐—ถ๐—ฒ๐˜€๐—ฒ ๐—ฉ๐—ถ๐—ฒ๐—น๐—ณ๐—ฎ๐—น๐˜ ๐—ฑ๐—ฒ๐—บ ๐—ฆ๐˜†๐˜€๐˜๐—ฒ๐—บ ๐—ฎ๐—ป๐—ฝ๐—ฎ๐˜€๐˜€๐˜.

Und genau darรผber sollten wir reden.

๐—ก๐—ถ๐—ฐ๐—ต๐˜ ๐—ฑ๐—ฎ๐—ฟรผ๐—ฏ๐—ฒ๐—ฟ, ๐—ผ๐—ฏ ๐— ๐—ฒ๐—ป๐˜€๐—ฐ๐—ต๐—ฒ๐—ป ๐—ถ๐—ป๐—ธ๐—น๐˜‚๐—ฑ๐—ถ๐—ฒ๐—ฟ๐—ฏ๐—ฎ๐—ฟ ๐˜€๐—ถ๐—ป๐—ฑ.

๐—ฆ๐—ผ๐—ป๐—ฑ๐—ฒ๐—ฟ๐—ป ๐—ฑ๐—ฎ๐—ฟรผ๐—ฏ๐—ฒ๐—ฟ, ๐˜„๐—ถ๐—ฒ ๐—ถ๐—ป๐—ธ๐—น๐˜‚๐˜€๐—ถ๐—ผ๐—ป๐˜€๐—ณรค๐—ต๐—ถ๐—ด ๐˜‚๐—ป๐˜€๐—ฒ๐—ฟ๐—ฒ ๐—ฉ๐—ผ๐—ฟ๐˜€๐˜๐—ฒ๐—น๐—น๐˜‚๐—ป๐—ด ๐˜ƒ๐—ผ๐—ป โ€ž๐—ก๐—ผ๐—ฟ๐—บ๐—ฎ๐—น๐—ถ๐˜รค๐˜โ€œ ๐—ฒ๐—ถ๐—ด๐—ฒ๐—ป๐˜๐—น๐—ถ๐—ฐ๐—ต ๐—ถ๐˜€๐˜.

๐Ÿ”Ž ๐—ช๐—˜๐—ก๐—ก โ€ž๐—ก๐—œ๐—–๐—›๐—ง ๐— ๐—œ๐—ง๐— ๐—”๐—–๐—›๐—˜๐—กโ€œ ๐—ž๐—˜๐—œ๐—ก๐—˜ ๐—ฉ๐—˜๐—ฅ๐—ช๐—˜๐—œ๐—š๐—˜๐—ฅ๐—จ๐—ก๐—š ๐—œ๐—ฆ๐—ง28 Mitschรผler. Ein neuer Klassenraum. Viele Stimmen, viele Gesichter, vie...
03/09/2026

๐Ÿ”Ž ๐—ช๐—˜๐—ก๐—ก โ€ž๐—ก๐—œ๐—–๐—›๐—ง ๐— ๐—œ๐—ง๐— ๐—”๐—–๐—›๐—˜๐—กโ€œ ๐—ž๐—˜๐—œ๐—ก๐—˜ ๐—ฉ๐—˜๐—ฅ๐—ช๐—˜๐—œ๐—š๐—˜๐—ฅ๐—จ๐—ก๐—š ๐—œ๐—ฆ๐—ง

28 Mitschรผler. Ein neuer Klassenraum. Viele Stimmen, viele Gesichter, viele Namen und dann Kennenlernspiele.

Was fรผr viele Menschen locker, lustig und eine gute Mรถglichkeit ist, miteinander ins Gesprรคch zu kommen, kann fรผr mich als Autisten eine enorme Herausforderung darstellen. Genau das habe ich heute sehr deutlich gespรผrt.

Ich sitze im Raum, hรถre zu, beobachte und nehme unglaublich viel gleichzeitig wahr. Ich mรถchte dazugehรถren und ich mรถchte auch nicht den Raum verlassen. Gleichzeitig steigt der innere Stress immer weiter an. Smalltalk, spontane Interaktion, die Aufmerksamkeit vieler Menschen, nicht genau zu wissen, wann man an der Reihe ist, was man sagen soll, wie viel man sagen soll und wie die anderen darauf reagieren werden.

Irgendwann macht mein Kopf einfach zu.

Und genau an diesem Punkt entsteht fรผr mich ein entscheidender Unterschied:

๐—œ๐—ฐ๐—ต ๐˜„๐—ถ๐—น๐—น ๐—ป๐—ถ๐—ฐ๐—ต๐˜ ๐—ป๐—ถ๐—ฐ๐—ต๐˜ ๐—บ๐—ถ๐˜๐—บ๐—ฎ๐—ฐ๐—ต๐—ฒ๐—ป. ๐—œ๐—ฐ๐—ต ๐—ธ๐—ฎ๐—ป๐—ป ๐—ถ๐—ป ๐—ฑ๐—ถ๐—ฒ๐˜€๐—ฒ๐—บ ๐— ๐—ผ๐—บ๐—ฒ๐—ป๐˜ ๐—ป๐—ถ๐—ฐ๐—ต๐˜ ๐—บ๐—ถ๐˜๐—บ๐—ฎ๐—ฐ๐—ต๐—ฒ๐—ป.

Je grรถรŸer die Erwartung wird, dass ich mich jetzt beteiligen soll, desto stรคrker wird meine Blockade. Von auรŸen kann das schnell wie Desinteresse, Rรผckzug oder sogar Verweigerung wirken. Von innen fรผhlt es sich aber vรถllig anders an: wie eine zunehmende รœberforderung, bei der immer weniger Handlungsmรถglichkeiten รผbrig bleiben.

Gerade in der Heilerziehungspflege finde ich diesen Unterschied spannend. Denn wir lernen, Verhalten nicht vorschnell zu bewerten, sondern Beobachtung und Interpretation voneinander zu trennen.

โ€žDaniel beteiligt sich nicht am Kennenlernspielโ€œ ist zunรคchst eine Beobachtung.

Daraus beispielsweise abzuleiten, dass Daniel die Namen seiner Mitschรผler nicht kennt, wรคre bereits eine Interpretation beziehungsweise eine Hypothese. Sie kann stimmen. Sie kann aber genauso gut falsch sein.

Und genau hier beginnt fรผr mich Reflexion.

Ich wollte heute weder den Unterricht verlassen noch von allem befreit werden. Mein Wunsch war eigentlich viel einfacher: ๐—œ๐—ฐ๐—ต ๐˜„๐—ผ๐—น๐—น๐˜๐—ฒ ๐—ฑ๐—ฎ๐—ฏ๐—ฒ๐—ถ ๐˜€๐—ฒ๐—ถ๐—ป ๐—ฑรผ๐—ฟ๐—ณ๐—ฒ๐—ป, ๐—ผ๐—ต๐—ป๐—ฒ ๐—ถ๐—ป ๐—ฑ๐—ถ๐—ฒ๐˜€๐—ฒ๐—บ ๐— ๐—ผ๐—บ๐—ฒ๐—ป๐˜ ๐˜‡๐˜‚๐—ฟ ๐—ฎ๐—ธ๐˜๐—ถ๐˜ƒ๐—ฒ๐—ป ๐—ง๐—ฒ๐—ถ๐—น๐—ป๐—ฎ๐—ต๐—บ๐—ฒ ๐—ด๐—ฒ๐—ฑ๐—ฟรค๐—ป๐—ด๐˜ ๐˜‡๐˜‚ ๐˜„๐—ฒ๐—ฟ๐—ฑ๐—ฒ๐—ป.

Fรผr mich wรคre auch das Teilhabe gewesen.

Vielleicht hรคtte ich zunรคchst beobachten kรถnnen. Vielleicht hรคtte ich mich spรคter beteiligt. Vielleicht wรคre eine andere Form des Kennenlernens mรถglich gewesen. Ich hatte deshalb den Impuls gegeben, gemeinsam darรผber nachzudenken, wie ein anderer Weg aussehen kรถnnte. Darauf bekam ich sinngemรครŸ die Antwort, dass es nicht Aufgabe der Lehrkraft sei, hierfรผr eine Lรถsung zu finden.

Und vielleicht liegt genau dort eine spannende Frage.

Natรผrlich liegt es nicht allein in der Verantwortung einer Lehrkraft, sรคmtliche individuellen Schwierigkeiten eines erwachsenen Menschen zu lรถsen. Gleichzeitig wรผnsche ich mir gerade von einem Lernort, an dem zukรผnftige Fachkrรคfte der Heilerziehungspflege ausgebildet werden, die Bereitschaft, gemeinsam nach Mรถglichkeiten zu suchen.

Denn ๐—ด๐—น๐—ฒ๐—ถ๐—ฐ๐—ต๐—ฒ๐˜€ ๐—Ÿ๐—ฒ๐—ฟ๐—ป๐˜‡๐—ถ๐—ฒ๐—น ๐—บ๐˜‚๐˜€๐˜€ ๐—ป๐—ถ๐—ฐ๐—ต๐˜ ๐—ณรผ๐—ฟ ๐—ท๐—ฒ๐—ฑ๐—ฒ๐—ป ๐— ๐—ฒ๐—ป๐˜€๐—ฐ๐—ต๐—ฒ๐—ป ๐—ฑ๐—ฒ๐—ป ๐—ด๐—น๐—ฒ๐—ถ๐—ฐ๐—ต๐—ฒ๐—ป ๐—ช๐—ฒ๐—ด ๐—ฏ๐—ฒ๐—ฑ๐—ฒ๐˜‚๐˜๐—ฒ๐—ป.

Ich bin Autist. Soziale Situationen kรถnnen fรผr mich mit einer Belastung verbunden sein, die von auรŸen mรถglicherweise รผberhaupt nicht sichtbar ist. Wenn mein System รผberlastet ist, hilft zusรคtzlicher Druck nicht dabei, die Situation zu รผberwinden. Im Gegenteil: Meine Handlungsmรถglichkeiten werden dadurch noch kleiner.

Deshalb beschรคftigt mich diese Situation auch รผber meinen persรถnlichen Fall hinaus. Wir sprechen in unserer Ausbildung รผber Selbstbestimmung, Personenzentrierung, Teilhabe, individuelle Bedarfe und darรผber, Verhalten verstehen zu wollen, bevor wir es bewerten.

Warum sollten diese Prinzipien nicht auch fรผr den Lernort selbst gelten?

๐—จ๐—ป๐—ฑ ๐—ต๐—ถ๐—ฒ๐—ฟ ๐˜„รผ๐—ฟ๐—ฑ๐—ฒ ๐—บ๐—ถ๐—ฐ๐—ต ๐—ฒ๐˜‚๐—ฟ๐—ฒ ๐—ฃ๐—ฒ๐—ฟ๐˜€๐—ฝ๐—ฒ๐—ธ๐˜๐—ถ๐˜ƒ๐—ฒ ๐—ถ๐—ป๐˜๐—ฒ๐—ฟ๐—ฒ๐˜€๐˜€๐—ถ๐—ฒ๐—ฟ๐—ฒ๐—ป:

Wie geht man mit einer solchen Situation sinnvoll um?

Wo liegt die Verantwortung bei mir selbst, meine Bedรผrfnisse zu kommunizieren, und wo beginnt die Verantwortung einer Schule oder einer Lehrkraft, alternative Formen der Teilhabe zu ermรถglichen?

Sollte ein erwachsener Schรผler ein Kennenlernspiel einfach aushalten mรผssen, weil es Teil des Unterrichts ist? Oder kann es genauso legitim sein, anwesend zu bleiben, zuzuhรถren und zu beobachten, wenn die aktive Teilnahme gerade zu einer deutlichen รœberforderung fรผhrt?

Und vielleicht die wichtigste Frage:

๐—ช๐—ถ๐—ฒ ๐—ด๐—ฒ๐˜€๐˜๐—ฎ๐—น๐˜๐—ฒ๐—ป ๐˜„๐—ถ๐—ฟ ๐—ง๐—ฒ๐—ถ๐—น๐—ต๐—ฎ๐—ฏ๐—ฒ, ๐—ผ๐—ต๐—ป๐—ฒ ๐—ฑ๐—ฎ๐˜€๐˜€ ๐—ฎ๐˜‚๐˜€ โ€ž๐— ๐—ถ๐˜๐—บ๐—ฎ๐—ฐ๐—ต๐—ฒ๐—ปโ€œ ๐—ฒ๐—ถ๐—ป โ€ž๐— ๐—ถ๐˜๐—บ๐—ฎ๐—ฐ๐—ต๐—ฒ๐—ป ๐—บรผ๐˜€๐˜€๐—ฒ๐—ปโ€œ ๐˜„๐—ถ๐—ฟ๐—ฑ?

๐Ÿ“Œ ๐—˜๐—œ๐—ก๐—ข๐—ฅ๐——๐—ก๐—จ๐—ก๐—š

Dieser Beitrag beschreibt meine persรถnliche Wahrnehmung und meine autistische Innenperspektive auf eine konkrete Situation. Ich mรถchte damit weder eine einzelne Lehrkraft angreifen noch ihre pรคdagogische Arbeit pauschal bewerten.

Ich mรถchte vielmehr einen Impuls zur Reflexion setzen und bin ausdrรผcklich an anderen Perspektiven interessiert, auch wenn sie meiner eigenen widersprechen.

Denn gerade wenn wir รผber Selbstbestimmung, Teilhabe und personenzentriertes Arbeiten sprechen, sollten wir diese Prinzipien auch auf unsere eigenen Lernorte und unser eigenes Handeln anwenden kรถnnen.

๐Ÿ”Ž ๐—ช๐—”๐—ก๐—ก ๐—ช๐—œ๐—ฅ๐—— ๐—จ๐—ก๐—ง๐—˜๐—ฅ๐—ฆ๐—งรœ๐—ง๐—ญ๐—จ๐—ก๐—š ๐—ญ๐—จ๐—  รœ๐—•๐—˜๐—ฅ๐—š๐—ฅ๐—œ๐—™๐—™?๐—ง๐—ฒ๐—ถ๐—น ๐Ÿญ: ๐—žรถ๐—ฟ๐—ฝ๐—ฒ๐—ฟ๐—น๐—ถ๐—ฐ๐—ต๐—ฒ ๐—š๐—ฟ๐—ฒ๐—ป๐˜‡๐˜ƒ๐—ฒ๐—ฟ๐—น๐—ฒ๐˜๐˜‡๐˜‚๐—ป๐—ด & ๐—™๐—ฟ๐—ฒ๐—บ๐—ฑ๐—ฏ๐—ฒ๐˜€๐˜๐—ถ๐—บ๐—บ๐˜‚๐—ป๐—ดIn den letzten Wochen besch...
03/09/2026

๐Ÿ”Ž ๐—ช๐—”๐—ก๐—ก ๐—ช๐—œ๐—ฅ๐—— ๐—จ๐—ก๐—ง๐—˜๐—ฅ๐—ฆ๐—งรœ๐—ง๐—ญ๐—จ๐—ก๐—š ๐—ญ๐—จ๐—  รœ๐—•๐—˜๐—ฅ๐—š๐—ฅ๐—œ๐—™๐—™?
๐—ง๐—ฒ๐—ถ๐—น ๐Ÿญ: ๐—žรถ๐—ฟ๐—ฝ๐—ฒ๐—ฟ๐—น๐—ถ๐—ฐ๐—ต๐—ฒ ๐—š๐—ฟ๐—ฒ๐—ป๐˜‡๐˜ƒ๐—ฒ๐—ฟ๐—น๐—ฒ๐˜๐˜‡๐˜‚๐—ป๐—ด & ๐—™๐—ฟ๐—ฒ๐—บ๐—ฑ๐—ฏ๐—ฒ๐˜€๐˜๐—ถ๐—บ๐—บ๐˜‚๐—ป๐—ด

In den letzten Wochen beschรคftigt mich im Rahmen meiner Ausbildung zum Heilerziehungspfleger immer wieder eine Frage: Wie lange geben wir einem Menschen Zeit, selbst zu handeln und ab wann handeln wir fรผr ihn, weil es fรผr uns schneller oder einfacher ist?

Dazu ein bewusst ๐—ณ๐—ถ๐—ธ๐˜๐—ถ๐˜ƒ๐—ฒ๐˜€ ๐—™๐—ฎ๐—น๐—น๐—ฏ๐—ฒ๐—ถ๐˜€๐—ฝ๐—ถ๐—ฒ๐—น:

๐ŸšŒ Ein erwachsener nonverbaler Autist kommt nach seinem Arbeitstag mit dem Fahrdienst zurรผck in sein Wohnangebot. Das Taxi hรคlt, die Tรผr รถffnet sich, aber der Mensch bleibt sitzen. Die Beine sind รผberkreuzt. Er steigt nicht aus.

Warum?

๐Ÿงฉ Vielleicht war der Tag anstrengend.
๐Ÿงฉ Vielleicht ist der รœbergang gerade schwierig.
๐Ÿงฉ Vielleicht benรถtigt sein Nervensystem Zeit zur Regulation.
๐Ÿงฉ Vielleicht stรถren Regen, Kรคlte, Gerรคusche oder andere sensorische Reize.
๐Ÿงฉ Vielleicht mรถchte er gerade tatsรคchlich nicht aussteigen.
๐Ÿงฉ Vielleicht mรถchte er aussteigen, ๐—ธ๐—ฎ๐—ป๐—ป ๐—ฑ๐—ถ๐—ฒ ๐—›๐—ฎ๐—ป๐—ฑ๐—น๐˜‚๐—ป๐—ด ๐—ฎ๐—ฏ๐—ฒ๐—ฟ ๐—ถ๐—ป ๐—ฑ๐—ถ๐—ฒ๐˜€๐—ฒ๐—บ ๐— ๐—ผ๐—บ๐—ฒ๐—ป๐˜ ๐—ป๐—ถ๐—ฐ๐—ต๐˜ ๐—ถ๐—ป๐—ถ๐˜๐—ถ๐—ถ๐—ฒ๐—ฟ๐—ฒ๐—ป.

โš ๏ธ ๐—ก๐—ถ๐—ฐ๐—ต๐˜ ๐—ท๐—ฒ๐—ฑ๐—ฒ ๐—ฎ๐˜‚๐˜€๐—ฏ๐—น๐—ฒ๐—ถ๐—ฏ๐—ฒ๐—ป๐—ฑ๐—ฒ ๐—›๐—ฎ๐—ป๐—ฑ๐—น๐˜‚๐—ป๐—ด ๐—ถ๐˜€๐˜ ๐—ฉ๐—ฒ๐—ฟ๐˜„๐—ฒ๐—ถ๐—ด๐—ฒ๐—ฟ๐˜‚๐—ป๐—ด. ๐—จ๐—ป๐—ฑ ๐—ณ๐—ฒ๐—ต๐—น๐—ฒ๐—ป๐—ฑ๐—ฒ ๐—Ÿ๐—ฎ๐˜‚๐˜๐˜€๐—ฝ๐—ฟ๐—ฎ๐—ฐ๐—ต๐—ฒ ๐—ฏ๐—ฒ๐—ฑ๐—ฒ๐˜‚๐˜๐—ฒ๐˜ ๐—ป๐—ถ๐—ฐ๐—ต๐˜ ๐—ณ๐—ฒ๐—ต๐—น๐—ฒ๐—ป๐—ฑ๐—ฒ๐—ป ๐—ช๐—ถ๐—น๐—น๐—ฒ๐—ป.

Was kรถnnte ich tun?

โ˜• Ich kann einen vertrauten nรคchsten Schritt anbieten. Vielleicht gehรถrt ein Kaffee nach der Rรผckkehr zur Routine. Ich kann ihn zeigen, riechen lassen und schauen, ob dieser bekannte Reiz Orientierung bietet.
โ˜‚๏ธ Bei Regen kรถnnte ich einen Regenschirm anbieten, wenn meine Arbeitshypothese lautet, dass Regentropfen auf der Haut unangenehm sein kรถnnten.
โณ Ich kann ankรผndigen, warten, beobachten und Zeit geben.

Vielleicht funktioniert meine Idee. Vielleicht nicht.

๐Ÿง  ๐—˜๐—ถ๐—ป๐—ฒ ๐—”๐—ฟ๐—ฏ๐—ฒ๐—ถ๐˜๐˜€๐—ต๐˜†๐—ฝ๐—ผ๐˜๐—ต๐—ฒ๐˜€๐—ฒ ๐—ฑ๐—ฎ๐—ฟ๐—ณ ๐—ณ๐—ฎ๐—น๐˜€๐—ฐ๐—ต ๐˜€๐—ฒ๐—ถ๐—ป. Entscheidend ist fรผr mich, dass ich beobachte, reflektiere und mein Handeln immer wieder an diesem Menschen ausrichte.

Nun verรคndern wir das fiktive Beispiel:

Ein Mitarbeiter kommt zum Taxi. Der Mensch sitzt weiterhin dort. Der Mitarbeiter steigt ein, greift nach den รผberkreuzten Beinen, bewegt sie auseinander und beginnt, den Menschen kรถrperlich Richtung Ausgang zu bewegen: โ€žJetzt raus. Komm, wir gehen.โ€œ

Vielleicht funktioniert es. Vielleicht steigt der Mensch tatsรคchlich aus.

โ—๐—”๐—ฏ๐—ฒ๐—ฟ ๐—ถ๐˜€๐˜ ๐—ฒ๐—ถ๐—ป๐—ฒ ๐—œ๐—ป๐˜๐—ฒ๐—ฟ๐˜ƒ๐—ฒ๐—ป๐˜๐—ถ๐—ผ๐—ป ๐˜€๐—ฐ๐—ต๐—ผ๐—ป ๐—ฑ๐—ฒ๐˜€๐—ต๐—ฎ๐—น๐—ฏ ๐—ฟ๐—ถ๐—ฐ๐—ต๐˜๐—ถ๐—ด, ๐˜„๐—ฒ๐—ถ๐—น ๐˜€๐—ถ๐—ฒ ๐—ณ๐˜‚๐—ป๐—ธ๐˜๐—ถ๐—ผ๐—ป๐—ถ๐—ฒ๐—ฟ๐˜?

Fรผr mich beginnt genau hier die Auseinandersetzung mit kรถrperlicher Grenzverletzung, kรถrpernaher Machtausรผbung und Fremdbestimmung.

Eine Grenzverletzung beginnt nicht zwangslรคufig erst bei grobem Festhalten oder kรถrperlicher Gewalt. Auch vorsichtiges kรถrperliches Lenken kann die Selbstbestimmung eines Menschen รผbergehen, insbesondere wenn sein mutmaรŸlicher Wille, bekannte kรถrperliche Grenzen oder weniger eingreifende Mรถglichkeiten nicht ausreichend berรผcksichtigt wurden.

๐Ÿš• Natรผrlich mรถchte der Fahrdienst weiter.
โฑ๏ธ Natรผrlich gibt es Zeitplรคne.
๐Ÿ  Natรผrlich gibt es Ablรคufe im Wohnangebot.
๐Ÿ“‹ Natรผrlich haben Mitarbeitende weitere Aufgaben.

๐—”๐—ฏ๐—ฒ๐—ฟ ๐˜„๐—ฒ๐—ฟ ๐˜€๐˜๐—ฒ๐—ต๐˜ ๐—ด๐—ฒ๐—ฟ๐—ฎ๐—ฑ๐—ฒ ๐—ถ๐—บ ๐— ๐—ถ๐˜๐˜๐—ฒ๐—น๐—ฝ๐˜‚๐—ป๐—ธ๐˜?

Der Mensch? Der Taxifahrer? Der Dienstplan? Die nรคchste Aufgabe? Oder vielleicht irgendwann meine eigene Ungeduld?

โณ Wenn ein Mensch fรผnf oder zehn Minuten benรถtigt und ich in dieser Zeit begleite, beobachte, Orientierung anbiete und auf eine mรถglichst eigenstรคndige Handlung warte, dann ist das fรผr mich keine โ€žverlorene Zeitโ€œ.

๐——๐—ฎ๐˜€ ๐—ถ๐˜€๐˜ ๐—ฝรค๐—ฑ๐—ฎ๐—ด๐—ผ๐—ด๐—ถ๐˜€๐—ฐ๐—ต๐—ฒ ๐—”๐—ฟ๐—ฏ๐—ฒ๐—ถ๐˜.

Selbstbestimmung bedeutet selbstverstรคndlich nicht, dass Fachkrรคfte niemals unterstรผtzen, Entscheidungen รผbernehmen oder kรถrperliche Hilfestellung leisten dรผrfen. Aber gerade wegen des bestehenden Machtgefรคlles sollten wir immer wieder รผberprรผfen:

๐Ÿ”นHabe ich ausreichend Zeit gegeben?
๐Ÿ”นHabe ich versucht zu verstehen, was dieses Verhalten bedeuten kรถnnte?
๐Ÿ”นKenne ich die individuellen Zeichen fรผr Zustimmung und Ablehnung?
๐Ÿ”นHabe ich sensorische Belastungen berรผcksichtigt?
๐Ÿ”นHabe ich Orientierung und Alternativen angeboten?
๐Ÿ”นHabe ich die am wenigsten eingreifende Mรถglichkeit gewรคhlt?
๐Ÿ”น๐—›๐—ฎ๐—ป๐—ฑ๐—น๐—ฒ ๐—ถ๐—ฐ๐—ต ๐—ด๐—ฒ๐—ฟ๐—ฎ๐—ฑ๐—ฒ ๐—ณรผ๐—ฟ ๐—ฑ๐—ถ๐—ฒ๐˜€๐—ฒ๐—ป ๐— ๐—ฒ๐—ป๐˜€๐—ฐ๐—ต๐—ฒ๐—ป ๐—ผ๐—ฑ๐—ฒ๐—ฟ ๐—ณรผ๐—ฟ ๐—ฑ๐—ถ๐—ฒ ๐—”๐—ฏ๐—นรค๐˜‚๐—ณ๐—ฒ ๐˜‚๐—บ ๐—ถ๐—ต๐—ป ๐—ต๐—ฒ๐—ฟ๐˜‚๐—บ?

๐ŸŒฑ Fรผr mich lautet die entscheidende Frage deshalb nicht:

โ€žWie bekomme ich diesen Menschen jetzt aus dem Taxi?โ€œ

Sondern:

โžก๏ธ ๐—ช๐—ฎ๐˜€ ๐—ฏ๐—ฟ๐—ฎ๐˜‚๐—ฐ๐—ต๐˜ ๐—ฑ๐—ถ๐—ฒ๐˜€๐—ฒ๐—ฟ ๐— ๐—ฒ๐—ป๐˜€๐—ฐ๐—ต, ๐—ฑ๐—ฎ๐—บ๐—ถ๐˜ ๐—ถ๐—ต๐—บ ๐—ฑ๐—ถ๐—ฒ๐˜€๐—ฒ๐—ฟ รœ๐—ฏ๐—ฒ๐—ฟ๐—ด๐—ฎ๐—ป๐—ด ๐—บรถ๐—ด๐—น๐—ถ๐—ฐ๐—ต๐˜€๐˜ ๐˜€๐—ฒ๐—น๐—ฏ๐˜€๐˜๐—ฏ๐—ฒ๐˜€๐˜๐—ถ๐—บ๐—บ๐˜, ๐˜€๐—ถ๐—ฐ๐—ต๐—ฒ๐—ฟ ๐˜‚๐—ป๐—ฑ ๐˜€๐˜๐—ฟ๐—ฒ๐˜€๐˜€๐—ฎ๐—ฟ๐—บ ๐—ด๐—ฒ๐—น๐—ถ๐—ป๐—ด๐—ฒ๐—ป ๐—ธ๐—ฎ๐—ป๐—ป?

๐Ÿ’ฌ Wie erlebt ihr das in der Praxis? Habt ihr รคhnliche Situationen oder Beobachtungen gemacht? Wo liegt fรผr euch die Grenze zwischen notwendiger Unterstรผtzung und kรถrperlicher Fremdbestimmung? Nennt gerne anonymisierte oder fiktiv verfremdete Fallbeispiele. Ich finde gerade den Austausch unterschiedlicher Perspektiven zu diesem Thema sehr spannend.

๐——๐—œ๐—˜ ๐—จ๐—ก๐—ง๐—˜๐—ฅ๐—ฆ๐—–๐—›๐—œ๐—˜๐——๐—Ÿ๐—œ๐—–๐—›๐—˜๐—ก ๐—”๐—จ๐—™๐—™๐—”๐—ฆ๐—ฆ๐—จ๐—ก๐—š๐—˜๐—ก ๐—ฉ๐—ข๐—ก ๐—•๐—˜๐—ญ๐—œ๐—˜๐—›๐—จ๐—ก๐—š๐—ฆ๐—”๐—ฅ๐—•๐—˜๐—œ๐—ง ๐Ÿงฉ๐ŸคEine Frage, die mich gerade in meiner Ausbildung zum Heilerzie...
02/09/2026

๐——๐—œ๐—˜ ๐—จ๐—ก๐—ง๐—˜๐—ฅ๐—ฆ๐—–๐—›๐—œ๐—˜๐——๐—Ÿ๐—œ๐—–๐—›๐—˜๐—ก ๐—”๐—จ๐—™๐—™๐—”๐—ฆ๐—ฆ๐—จ๐—ก๐—š๐—˜๐—ก ๐—ฉ๐—ข๐—ก ๐—•๐—˜๐—ญ๐—œ๐—˜๐—›๐—จ๐—ก๐—š๐—ฆ๐—”๐—ฅ๐—•๐—˜๐—œ๐—ง ๐Ÿงฉ๐Ÿค

Eine Frage, die mich gerade in meiner Ausbildung zum Heilerziehungspfleger sehr beschรคftigt:

๐—ช๐—ถ๐—ฒ ๐—ป๐—ฎ๐—ต ๐—ฑ๐—ฎ๐—ฟ๐—ณ ๐—ฝ๐—ฟ๐—ผ๐—ณ๐—ฒ๐˜€๐˜€๐—ถ๐—ผ๐—ป๐—ฒ๐—น๐—น๐—ฒ ๐—•๐—ฒ๐˜‡๐—ถ๐—ฒ๐—ต๐˜‚๐—ป๐—ด๐˜€๐—ฎ๐—ฟ๐—ฏ๐—ฒ๐—ถ๐˜ ๐˜€๐—ฒ๐—ถ๐—ป? Und was passiert mit einer aufgebauten Beziehung, wenn sich die Zustรคndigkeiten verรคndern?

In den vergangenen Monaten war ich in einem anderen Wohnbereich eingesetzt. Mittlerweile arbeite ich im direkt angrenzenden Bereich. Seitdem mache ich eine Beobachtung, die mich fachlich und persรถnlich sehr beschรคftigt.

Ein Bewohner kommt mich beispielsweise gelegentlich besuchen. Nicht, weil er etwas von mir einfordert. Nicht, weil er eine besondere Betreuung durch mich benรถtigt. Und auch nicht, weil er seinen eigenen Tagesablauf fรผr mich aufgibt.

Er kommt einfach vorbei.

Manchmal bleibt er eine Stunde in dem Bereich, in dem ich gerade arbeite. Dabei braucht es รผberhaupt keine intensive Interaktion zwischen uns. Er ist einfach da, beschรคftigt sich, verbringt etwas Zeit in meiner Umgebung und geht anschlieรŸend selbststรคndig wieder zurรผck.

Fรผr mich fรผhlt sich das sinngemรครŸ fast an wie:

๐—›๐—ฒ๐˜†, ๐—น๐—ฎ๐˜€๐˜€ ๐—บ๐—ฎ๐—น ๐—ด๐˜‚๐—ฐ๐—ธ๐—ฒ๐—ป, ๐˜„๐—ฎ๐˜€ ๐—ฑ๐—ฒ๐—ฟ ๐——๐—ฎ๐—ป๐—ถ๐—ฒ๐—น ๐—ฑ๐—ฎ ๐—ฑ๐—ฟรผ๐—ฏ๐—ฒ๐—ป ๐—บ๐—ฎ๐—ฐ๐—ต๐˜. ๐—”๐—ต, ๐—ฑ๐—ฎ ๐—ถ๐˜€๐˜ ๐—ฒ๐—ฟ. ๐—”๐—น๐—น๐—ฒ๐˜€ ๐—ธ๐—น๐—ฎ๐—ฟ. ๐—ช๐—ฒ๐—ป๐—ป ๐—ถ๐—ฐ๐—ต ๐—ถ๐—ต๐—ป ๐—ฏ๐—ฟ๐—ฎ๐˜‚๐—ฐ๐—ต๐—ฒ, ๐˜„๐—ฒ๐—ถรŸ ๐—ถ๐—ฐ๐—ต, ๐˜„๐—ผ ๐—ถ๐—ฐ๐—ต ๐—ถ๐—ต๐—ป ๐—ณ๐—ถ๐—ป๐—ฑ๐—ฒ. ๐ŸŒฑ

Natรผrlich ist das meine Interpretation und keine Aussage, die ich dem Bewohner zuschreiben kann. Aber genau dieses selbstbestimmte Kommen und Gehen finde ich bemerkenswert.

Vielleicht zeigt sich gelungene Beziehungsarbeit manchmal gerade darin, dass ein Mensch unsere Nรคhe aufsuchen ๐—ธ๐—ฎ๐—ป๐—ป, ohne sie stรคndig zu ๐—ฏ๐—ฟ๐—ฎ๐˜‚๐—ฐ๐—ต๐—ฒ๐—ป.

Eine zweite Situation hat mich darรผber noch einmal intensiver nachdenken lassen.

Bei einem anderen Bewohner kam es am Abend zu einer schwierigen Situation. Im Wohnbereich hatte ein Mitarbeiterwechsel stattgefunden und der Bewohner kam mit der fรผr ihn verรคnderten personellen Situation an diesem Abend offenbar nicht gut zurecht. Er war deutlich angespannt und geriet zunehmend in eine Situation, aus der er selbst nicht mehr herauszufinden schien.

Er befand sich im Vorraum und wiederholte bestimmte Ablรคufe und Kommunikationsansรคtze. Fรผr mich wirkte es wie eine Art Schleife. Der notwendige รœbergang zur Abendhygiene und anschlieรŸend ins Bett gelang in diesem Moment nicht mehr.

Ich wurde schlieรŸlich um Unterstรผtzung gebeten.

Mein Ansatz war nicht, ihn mรถglichst schnell ins Badezimmer zu bekommen. Ich versuchte zunรคchst, ๐—ถ๐—ป ๐˜€๐—ฒ๐—ถ๐—ป๐—ฒ ๐—ž๐—ผ๐—บ๐—บ๐˜‚๐—ป๐—ถ๐—ธ๐—ฎ๐˜๐—ถ๐—ผ๐—ป ๐—ฒ๐—ถ๐—ป๐˜‡๐˜‚๐˜€๐˜๐—ฒ๐—ถ๐—ด๐—ฒ๐—ป.

Der Bewohner verfรผgt รผber einzelne lautsprachliche Wรถrter und kommuniziert darรผber hinaus auf seine individuelle Art. Ich hรถrte zu, griff seine ร„uรŸerungen auf und lieรŸ mich auf das ein, was er mir in diesem Moment vermitteln wollte.

Und dann entstand etwas Spannendes.

Ich griff sein eigenes Rollenspiel auf und lud ihn in diesem Rahmen in mein โ€žBรผroโ€œ ein.

๐— ๐—ฒ๐—ถ๐—ป โ€ž๐—•รผ๐—ฟ๐—ผโ€œ ๐˜„๐—ฎ๐—ฟ ๐—ถ๐—ป ๐—ฑ๐—ถ๐—ฒ๐˜€๐—ฒ๐—บ ๐— ๐—ผ๐—บ๐—ฒ๐—ป๐˜ ๐—ฑ๐—ฎ๐˜€ ๐—•๐—ฎ๐—ฑ๐—ฒ๐˜‡๐—ถ๐—บ๐—บ๐—ฒ๐—ฟ. ๐Ÿ—‚๏ธ

Er nahm diese Einladung an, setzte sich auf den Waschstuhl und wir fรผhrten innerhalb seines Spiels unser โ€žGesprรคchโ€œ. Er konnte seine Themen und Probleme auf seine Weise einbringen, ich reagierte darauf und gleichzeitig konnte ich ihn ruhig bei der notwendigen Abendhygiene begleiten.

Die Situation funktionierte plรถtzlich reibungslos.

Und genau hier beginnt fรผr mich die fachliche Reflexion.

๐—œ๐—ฐ๐—ต ๐—ต๐—ฎ๐—ฏ๐—ฒ ๐—ถ๐—ต๐—ป ๐—ป๐—ถ๐—ฐ๐—ต๐˜ ๐—ฎ๐˜‚๐˜€ ๐˜€๐—ฒ๐—ถ๐—ป๐—ฒ๐—ฟ ๐—ช๐—ฒ๐—น๐˜ ๐—ต๐—ฒ๐—ฟ๐—ฎ๐˜‚๐˜€๐—ด๐—ฒ๐—ต๐—ผ๐—น๐˜, ๐˜€๐—ผ๐—ป๐—ฑ๐—ฒ๐—ฟ๐—ป ๐—ถ๐—ฐ๐—ต ๐—ฏ๐—ถ๐—ป ๐—ณรผ๐—ฟ ๐—ฒ๐—ถ๐—ป๐—ฒ๐—ป ๐— ๐—ผ๐—บ๐—ฒ๐—ป๐˜ ๐—ถ๐—ป ๐˜€๐—ฒ๐—ถ๐—ป๐—ฒ ๐—ช๐—ฒ๐—น๐˜ ๐—ต๐—ถ๐—ป๐—ฒ๐—ถ๐—ป๐—ด๐—ฒ๐—ด๐—ฎ๐—ป๐—ด๐—ฒ๐—ป.

๐Ÿงฉ ๐— ๐—ฒ๐—ถ๐—ป๐—ฒ ๐—”๐—ฟ๐—ฏ๐—ฒ๐—ถ๐˜๐˜€๐—ต๐˜†๐—ฝ๐—ผ๐˜๐—ต๐—ฒ๐˜€๐—ฒ:

Vielleicht konnte die bestehende Beziehung in diesem Moment eine Brรผcke sein. Ich war ihm bekannt, meine Kommunikation war ihm bekannt und ich konnte an seine aktuelle Kommunikationsform anknรผpfen, anstatt gegen sie zu arbeiten.

Das bedeutet ausdrรผcklich nicht, dass dieser Bewohner grundsรคtzlich nur mit mir zurechtkommt. Im normalen Alltag kommt er seinen Strukturen und Ablรคufen nach und benรถtigt mich dafรผr nicht.

๐—˜๐˜€ ๐˜€๐—ถ๐—ป๐—ฑ ๐—ฑ๐—ถ๐—ฒ ๐—ฏ๐—ฒ๐˜€๐—ผ๐—ป๐—ฑ๐—ฒ๐—ฟ๐—ฒ๐—ป ๐— ๐—ผ๐—บ๐—ฒ๐—ป๐˜๐—ฒ ๐—ต๐—ผ๐—ต๐—ฒ๐—ฟ ๐—”๐—ป๐˜€๐—ฝ๐—ฎ๐—ป๐—ป๐˜‚๐—ป๐—ด, ๐—ถ๐—ป ๐—ฑ๐—ฒ๐—ป๐—ฒ๐—ป ๐—ฒ๐—ถ๐—ป๐—ฒ ๐˜ƒ๐—ฒ๐—ฟ๐˜๐—ฟ๐—ฎ๐˜‚๐˜๐—ฒ ๐—•๐—ฒ๐˜‡๐˜‚๐—ด๐˜€๐—ฝ๐—ฒ๐—ฟ๐˜€๐—ผ๐—ป ๐—บรถ๐—ด๐—น๐—ถ๐—ฐ๐—ต๐—ฒ๐—ฟ๐˜„๐—ฒ๐—ถ๐˜€๐—ฒ ๐—ฒ๐—ถ๐—ป๐—ฒ ๐˜‡๐˜‚๐˜€รค๐˜๐˜‡๐—น๐—ถ๐—ฐ๐—ต๐—ฒ ๐—ฅ๐—ฒ๐˜€๐˜€๐—ผ๐˜‚๐—ฟ๐—ฐ๐—ฒ ๐—ฑ๐—ฎ๐—ฟ๐˜€๐˜๐—ฒ๐—น๐—น๐—ฒ๐—ป ๐—ธ๐—ฎ๐—ป๐—ป. ๐Ÿค

Und genau deshalb beschรคftigt mich die Diskussion um Nรคhe und Distanz in der Heilerziehungspflege.

Ich habe zu Beginn durchaus die Rรผckmeldung erhalten, dass ich vielleicht โ€žzu sehrโ€œ in die Beziehungsarbeit gehe. Diese Rรผckmeldung nehme ich ernst, denn professionelle Beziehung braucht Grenzen und permanente Selbstreflexion.

Aber ich glaube ebenso wenig daran, dass Professionalitรคt durch mรถglichst groรŸe emotionale Distanz entsteht.

Gerade bei Menschen im Autismus-Spektrum, die wenig oder nicht lautsprachlich kommunizieren, besteht Kommunikation aus so viel mehr als gesprochenen Sรคtzen:

โ—† Kรถrpersprache
โ—† Mimik und Gestik
โ—† individuelle Formen von Blickkontakt
โ—† Tonlage und Sprachmelodie
โ—† Nรคhe und Distanz
โ—† gemeinsames Schweigen
โ—† Rituale und wiederkehrende Ablรคufe
โ—† und, sofern gewรผnscht und akzeptiert, auch Berรผhrung

๐—•๐—ฒ๐˜‡๐—ถ๐—ฒ๐—ต๐˜‚๐—ป๐—ด ๐—ถ๐˜€๐˜ ๐—ณรผ๐—ฟ ๐—บ๐—ถ๐—ฐ๐—ต ๐—ธ๐—ฒ๐—ถ๐—ป ๐—š๐—ฒ๐—ด๐—ฒ๐—ป๐˜€๐—ฎ๐˜๐˜‡ ๐˜‡๐˜‚ ๐—ฃ๐—ฟ๐—ผ๐—ณ๐—ฒ๐˜€๐˜€๐—ถ๐—ผ๐—ป๐—ฎ๐—น๐—ถ๐˜รค๐˜. Beziehung ist ein Teil professionellen Handelns.

Dabei begegnen mir durchaus unterschiedliche fachliche Auffassungen. Manche Vorstellungen von Nรคhe und Distanz sind stรคrker durch frรผhere heilpรคdagogische Ansรคtze geprรคgt. Das mรถchte ich nicht abwerten. Erfahrung ist wertvoll. Gleichzeitig entwickelt sich unser Fach weiter und neue Erkenntnisse sollten bestehende Erfahrungen ergรคnzen dรผrfen. ๐ŸŒฟ

๐—ฃ๐—ฒ๐—ฟ๐˜€๐—ผ๐—ป๐˜‡๐—ฒ๐—ป๐˜๐—ฟ๐—ถ๐—ฒ๐—ฟ๐˜‚๐—ป๐—ด. ๐—ฆ๐—ฒ๐—น๐—ฏ๐˜€๐˜๐—ฏ๐—ฒ๐˜€๐˜๐—ถ๐—บ๐—บ๐˜‚๐—ป๐—ด. ๐—ก๐—ฒ๐˜‚๐—ฟ๐—ผ๐—ฑ๐—ถ๐˜ƒ๐—ฒ๐—ฟ๐˜€๐—ถ๐˜รค๐˜. ๐—”๐˜‚๐˜๐—ผ๐—ป๐—ผ๐—บ๐—ถ๐—ฒ. ๐—ฉ๐—ฒ๐—ฟ๐˜€๐˜๐—ฒ๐—ต๐—ฒ๐—ป ๐˜€๐˜๐—ฎ๐˜๐˜ ๐—ฏ๐—น๐—ผรŸ๐—ฒ๐—บ ๐—ž๐—ผ๐—ฟ๐—ฟ๐—ถ๐—ด๐—ถ๐—ฒ๐—ฟ๐—ฒ๐—ป.

Auch meine eigene Neurodivergenz gehรถrt fรผr mich in diese Reflexion. Ich trage selbst Autismus und ADHS in mir und kommuniziere mรถglicherweise in manchen Situationen intuitiv anders.

Das bedeutet nicht, dass ein Autist einen anderen Autisten automatisch versteht. Ganz sicher nicht.

Aber vielleicht fรผhrt meine eigene Wahrnehmung dazu, dass ich manchmal weniger danach frage:

๐—ช๐—ถ๐—ฒ ๐—ฏ๐—ฒ๐—ธ๐—ผ๐—บ๐—บ๐—ฒ ๐—ถ๐—ฐ๐—ต ๐—ฑ๐—ถ๐—ฒ๐˜€๐—ฒ๐˜€ ๐—ฉ๐—ฒ๐—ฟ๐—ต๐—ฎ๐—น๐˜๐—ฒ๐—ป ๐—ท๐—ฒ๐˜๐˜‡๐˜ ๐˜„๐—ฒ๐—ด?

Und hรคufiger danach:

๐—ช๐—ฎ๐˜€ ๐˜ƒ๐—ฒ๐—ฟ๐˜€๐˜‚๐—ฐ๐—ต๐˜ ๐—ฑ๐—ถ๐—ฒ๐˜€๐—ฒ๐—ฟ ๐— ๐—ฒ๐—ป๐˜€๐—ฐ๐—ต ๐—บ๐—ถ๐—ฟ ๐—ด๐—ฒ๐—ฟ๐—ฎ๐—ฑ๐—ฒ ๐—บ๐—ถ๐˜๐˜‡๐˜‚๐˜๐—ฒ๐—ถ๐—น๐—ฒ๐—ป? ๐—จ๐—ป๐—ฑ ๐˜„๐—ถ๐—ฒ ๐—ธ๐—ฎ๐—ป๐—ป ๐—ถ๐—ฐ๐—ต ๐—ถ๐—ต๐—บ ๐—ถ๐—ป ๐˜€๐—ฒ๐—ถ๐—ป๐—ฒ๐—ฟ ๐—ž๐—ผ๐—บ๐—บ๐˜‚๐—ป๐—ถ๐—ธ๐—ฎ๐˜๐—ถ๐—ผ๐—ป ๐—ฏ๐—ฒ๐—ด๐—ฒ๐—ด๐—ป๐—ฒ๐—ป? ๐Ÿ’ก

Fรผr mich ist genau das Beziehungsarbeit.

Nicht einen Menschen an mich zu binden.

Sondern eine Beziehung anzubieten, in der ein Mensch vielleicht irgendwann die Erfahrung gemacht hat:

๐—œ๐—ฐ๐—ต ๐—ธ๐—ฎ๐—ป๐—ป ๐—ฑ๐—ผ๐—ฟ๐˜๐—ต๐—ถ๐—ป ๐—ด๐—ฒ๐—ต๐—ฒ๐—ป. ๐—œ๐—ฐ๐—ต ๐—ธ๐—ฎ๐—ป๐—ป ๐—ฎ๐˜‚๐—ฐ๐—ต ๐˜„๐—ถ๐—ฒ๐—ฑ๐—ฒ๐—ฟ ๐—ด๐—ฒ๐—ต๐—ฒ๐—ป. ๐—จ๐—ป๐—ฑ ๐˜„๐—ฒ๐—ป๐—ป ๐—ถ๐—ฐ๐—ต ๐—จ๐—ป๐˜๐—ฒ๐—ฟ๐˜€๐˜รผ๐˜๐˜‡๐˜‚๐—ป๐—ด ๐—ฏ๐—ฟ๐—ฎ๐˜‚๐—ฐ๐—ต๐—ฒ, ๐˜„๐—ฒ๐—ถรŸ ๐—ถ๐—ฐ๐—ต, ๐˜„๐—ผ ๐—ถ๐—ฐ๐—ต ๐˜€๐—ถ๐—ฒ ๐—ณ๐—ถ๐—ป๐—ฑ๐—ฒ. ๐ŸŒฑ

Vielleicht ist genau das eine Form von Sicherheit.



๐—ฃ๐—ฆ: Heute ist meine Einschulung in die Fachschule fรผr Heilerziehungspflege und Heilpรคdagogik. ๐ŸŽ“๐Ÿ“š

๐ŸŒง๏ธ๐Ÿ‚ ๐— ๐—ฎ๐—ป๐—ฐ๐—ต๐—บ๐—ฎ๐—น ๐—ฏ๐—ฟ๐—ฎ๐˜‚๐—ฐ๐—ต๐˜ ๐—ง๐—ฒ๐—ถ๐—น๐—ต๐—ฎ๐—ฏ๐—ฒ ๐—ธ๐—ฒ๐—ถ๐—ป ๐—ด๐—ฟ๐—ผรŸ๐—ฒ๐˜€ ๐—ž๐—ผ๐—ป๐˜‡๐—ฒ๐—ฝ๐˜. ๐— ๐—ฎ๐—ป๐—ฐ๐—ต๐—บ๐—ฎ๐—น ๐—ฏ๐—ฟ๐—ฎ๐˜‚๐—ฐ๐—ต๐˜ ๐˜€๐—ถ๐—ฒ ๐—ป๐˜‚๐—ฟ ๐—ฒ๐—ถ๐—ป๐—ฒ๐—ป ๐—ฅ๐—ฒ๐—ด๐—ฒ๐—ป๐˜€๐—ฐ๐—ต๐—ถ๐—ฟ๐—บ. โ˜‚๏ธ๐Ÿ‚ Der Herbst kommt. Reg...
01/09/2026

๐ŸŒง๏ธ๐Ÿ‚ ๐— ๐—ฎ๐—ป๐—ฐ๐—ต๐—บ๐—ฎ๐—น ๐—ฏ๐—ฟ๐—ฎ๐˜‚๐—ฐ๐—ต๐˜ ๐—ง๐—ฒ๐—ถ๐—น๐—ต๐—ฎ๐—ฏ๐—ฒ ๐—ธ๐—ฒ๐—ถ๐—ป ๐—ด๐—ฟ๐—ผรŸ๐—ฒ๐˜€ ๐—ž๐—ผ๐—ป๐˜‡๐—ฒ๐—ฝ๐˜. ๐— ๐—ฎ๐—ป๐—ฐ๐—ต๐—บ๐—ฎ๐—น ๐—ฏ๐—ฟ๐—ฎ๐˜‚๐—ฐ๐—ต๐˜ ๐˜€๐—ถ๐—ฒ ๐—ป๐˜‚๐—ฟ ๐—ฒ๐—ถ๐—ป๐—ฒ๐—ป ๐—ฅ๐—ฒ๐—ด๐—ฒ๐—ป๐˜€๐—ฐ๐—ต๐—ถ๐—ฟ๐—บ. โ˜‚๏ธ

๐Ÿ‚ Der Herbst kommt. Regen, Matsch, Nรคsse, Wind und wechselnde Temperaturen gehรถren wieder zum Alltag. Fรผr viele Menschen bedeutet das vielleicht nur: Jacke an und durch.

Bei Menschen aus dem neurodivergenten Spektrum, beispielsweise bei ๐—”๐˜‚๐˜๐—ถ๐˜€๐—บ๐˜‚๐˜€ ๐—ผ๐—ฑ๐—ฒ๐—ฟ ๐—”๐——๐—›๐—ฆ, kann das ganz anders aussehen. Wissenschaftlich gut beschrieben sind Unterschiede in der sensorischen Verarbeitung. Reize kรถnnen stรคrker, schwรคcher oder schlicht anders wahrgenommen und verarbeitet werden. Dazu kรถnnen auch Berรผhrung, Temperatur, Nรคsse und die Wahrnehmung des eigenen Kรถrpers gehรถren.

๐ŸŒง๏ธ ๐—”๐—ฏ๐—ฒ๐—ฟ ๐˜„๐—ฎ๐˜€ ๐—ต๐—ฎ๐˜ ๐—ฑ๐—ฎ๐˜€ ๐—บ๐—ถ๐˜ ๐—ฅ๐—ฒ๐—ด๐—ฒ๐—ป ๐˜‡๐˜‚ ๐˜๐˜‚๐—ป?

Regen ist sensorisch betrachtet nicht einfach nur Wasser. Jeder einzelne Tropfen bedeutet einen neuen, kaum vorhersehbaren Reiz. Kaltes Wasser trifft Gesicht, Kopf, Hรคnde oder Nacken. Haare werden nass. Kleidung verรคndert ihre Beschaffenheit und liegt plรถtzlich feucht auf der Haut. Dazu kommen Wind, Kรคlte, Gerรคusche, Pfรผtzen und Matsch.

โš ๏ธ ๐—จ๐—ป๐—ฑ ๐—ด๐—ฒ๐—ป๐—ฎ๐˜‚ ๐—ต๐—ถ๐—ฒ๐—ฟ ๐—ฏ๐—ฒ๐—ด๐—ถ๐—ป๐—ป๐˜ ๐—ณรผ๐—ฟ ๐—บ๐—ถ๐—ฐ๐—ต ๐—•๐—ฒ๐—ด๐—น๐—ฒ๐—ถ๐˜๐˜‚๐—ป๐—ด.

Ich beobachte in meinem Alltag sehr genau: Wie reagiert der einzelne Mensch auf Regen? Verรคndert sich seine Kรถrperspannung? Wird er unruhiger? Bleibt er stehen? Mรถchte er plรถtzlich nicht mehr weiter? Versucht er, Tropfen aus dem Gesicht zu bekommen? Wird aus einer eigentlich problemlos mรถglichen Wegstrecke plรถtzlich eine belastende Situation?

Denn bevor ich ein Verhalten als โ€žVerweigerungโ€œ, โ€žkeine Lustโ€œ oder โ€žschwierigโ€œ interpretiere, mรถchte ich eine andere Frage stellen:

๐Ÿ”Ž ๐—ช๐—ฎ๐˜€ ๐—บ๐—ฎ๐—ฐ๐—ต๐˜ ๐—ฑ๐—ถ๐—ฒ ๐—จ๐—บ๐˜„๐—ฒ๐—น๐˜ ๐—ด๐—ฒ๐—ฟ๐—ฎ๐—ฑ๐—ฒ ๐—บ๐—ถ๐˜ ๐—ฑ๐—ถ๐—ฒ๐˜€๐—ฒ๐—บ ๐— ๐—ฒ๐—ป๐˜€๐—ฐ๐—ต๐—ฒ๐—ป?

Deshalb habe ich mein eigenes Repertoire angepasst. Inzwischen habe ich bei meiner Begleitung ganz selbstverstรคndlich einen Regenschirm dabei und biete Schutz vor Nรคsse an, wenn ich erkenne, dass dieser benรถtigt wird.

Nicht, weil ich jemanden verwรถhnen mรถchte. Nicht aus Bequemlichkeit. Und auch nicht als unnรถtige Sonderbehandlung.

โ™ฟ ๐—ฆ๐—ผ๐—ป๐—ฑ๐—ฒ๐—ฟ๐—ป ๐˜„๐—ฒ๐—ถ๐—น ๐—ถ๐—ฐ๐—ต ๐—ฒ๐—ถ๐—ป๐—ฒ ๐˜ƒ๐—ฒ๐—ฟ๐—บ๐—ฒ๐—ถ๐—ฑ๐—ฏ๐—ฎ๐—ฟ๐—ฒ ๐—•๐—ฎ๐—ฟ๐—ฟ๐—ถ๐—ฒ๐—ฟ๐—ฒ ๐—ฟ๐—ฒ๐—ฑ๐˜‚๐˜‡๐—ถ๐—ฒ๐—ฟ๐—ฒ.

Wenn eine kleine Anpassung sensorische Belastung reduziert und einem Menschen ermรถglicht, seinen Weg sicherer und entspannter fortzusetzen, dann ist das fรผr mich keine Komfortleistung.

Es ist ๐—ฏ๐—ฒ๐—ฑ๐—ฎ๐—ฟ๐—ณ๐˜€๐—ด๐—ฒ๐—ฟ๐—ฒ๐—ฐ๐—ต๐˜๐—ฒ ๐—•๐—ฒ๐—ด๐—น๐—ฒ๐—ถ๐˜๐˜‚๐—ป๐—ด.

๐Ÿ’ก Denn nicht immer muss sich der Mensch an seine Umwelt anpassen. Manchmal kรถnnen wir auch die Bedingungen verรคndern, unter denen Teilhabe stattfindet.

Und dabei darf es durchaus unkonventionell zugehen. Nicht die Konvention entscheidet darรผber, was ein Mensch braucht.

๐——๐—ฒ๐—ฟ ๐—ถ๐—ป๐—ฑ๐—ถ๐˜ƒ๐—ถ๐—ฑ๐˜‚๐—ฒ๐—น๐—น๐—ฒ ๐—•๐—ฒ๐—ฑ๐—ฎ๐—ฟ๐—ณ ๐˜๐˜‚๐˜ ๐—ฒ๐˜€.

๐Ÿ“Œ ๐—ช๐—œ๐—–๐—›๐—ง๐—œ๐—š๐—˜๐—ฅ ๐—›๐—œ๐—ก๐—ช๐—˜๐—œ๐—ฆ

Nicht jeder autistische, neurodivergente oder Mensch mit ADHS erlebt Regen, Nรคsse und Kรคlte als belastend. Sensorische Wahrnehmungsprofile sind individuell und ein Unterstรผtzungsbedarf darf niemals pauschal aus einer Diagnose abgeleitet werden. Entscheidend sind ๐—•๐—ฒ๐—ผ๐—ฏ๐—ฎ๐—ฐ๐—ต๐˜๐˜‚๐—ป๐—ด, ๐—ถ๐—ป๐—ฑ๐—ถ๐˜ƒ๐—ถ๐—ฑ๐˜‚๐—ฒ๐—น๐—น๐—ฒ๐—ฟ ๐—•๐—ฒ๐—ฑ๐—ฎ๐—ฟ๐—ณ ๐˜‚๐—ป๐—ฑ ๐—ฆ๐—ฒ๐—น๐—ฏ๐˜€๐˜๐—ฏ๐—ฒ๐˜€๐˜๐—ถ๐—บ๐—บ๐˜‚๐—ป๐—ด. Unterstรผtzung darf dabei auch unkonventionell sein, wenn sie dazu beitrรคgt, Barrieren zu reduzieren und dem Menschen Sicherheit, Wertschรคtzung und Teilhabe zu ermรถglichen.

๐ŸŒฑ Gute Begleitung bedeutet fรผr mich nicht, einen Menschen passend fรผr seine Umwelt zu machen. Sie bedeutet auch, die Umwelt dort anzupassen, wo sie unnรถtige Barrieren schafft.

โ˜‚๏ธ ๐— ๐—ฎ๐—ป๐—ฐ๐—ต๐—บ๐—ฎ๐—น ๐—ถ๐˜€๐˜ ๐—ฑ๐—ถ๐—ฒ ๐—Ÿรถ๐˜€๐˜‚๐—ป๐—ด ๐—ฒ๐—ฟ๐˜€๐˜๐—ฎ๐˜‚๐—ป๐—น๐—ถ๐—ฐ๐—ต ๐—ธ๐—น๐—ฒ๐—ถ๐—ป โ€“ ๐—ถ๐—ต๐—ฟ๐—ฒ ๐—ช๐—ถ๐—ฟ๐—ธ๐˜‚๐—ป๐—ด ๐—ฎ๐—ฏ๐—ฒ๐—ฟ ๐—ด๐—ฟ๐—ผรŸ.

๐——๐—ฎ๐—ป๐—ถ๐—ฒ๐—น ๐— ๐—ผ๐—น๐—ถ๐˜๐—ผ๐—ฟ
๐ŸŒฟ Naturpรคdagogischer Inklusionsbegleiter

๐Ÿงฉ ๐—ฃ๐—™๐—Ÿ๐—˜๐—š๐—˜๐—š๐—ฅ๐—”๐—— & ๐—ก๐—˜๐—จ๐—ฅ๐—ข๐——๐—œ๐—ฉ๐—˜๐—ฅ๐—š๐—˜๐—ก๐—ญWas wirklich zรคhlt und warum eine Diagnose allein noch keinen Pflegegrad machtDie Diskussio...
01/09/2026

๐Ÿงฉ ๐—ฃ๐—™๐—Ÿ๐—˜๐—š๐—˜๐—š๐—ฅ๐—”๐—— & ๐—ก๐—˜๐—จ๐—ฅ๐—ข๐——๐—œ๐—ฉ๐—˜๐—ฅ๐—š๐—˜๐—ก๐—ญ
Was wirklich zรคhlt und warum eine Diagnose allein noch keinen Pflegegrad macht

Die Diskussion zieht sich durch viele Gruppen und immer wieder treffe ich auf Menschen, denen wichtige Informationen rund um Pflegegrad, Begutachtung und Pflegeberatung fehlen. Deshalb mรถchte ich heute ein bisschen aufklรคren. Kurz, verstรคndlich und praxisnah. ๐ŸŒฟ

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Autismus oder ADHS bedeuten nicht automatisch, dass ihr einen Pflegegrad bekommt. Andersherum bedeutet eine unsichtbare Behinderung aber genauso wenig, dass kein Pflegegrad mรถglich ist. Entscheidend ist, wie stark eure Selbststรคndigkeit und eure Fรคhigkeiten im Alltag beeintrรคchtigt sind. Genau danach richten sich die fรผnf Pflegegrade.

Bei Autismus und ADHS kรถnnen beispielsweise folgende Bereiche relevant sein:
๐Ÿ”นTagesstruktur und Handlungsplanung
๐Ÿ”นRegelmรครŸige Erinnerungen und Aufforderungen
๐Ÿ”นSelbstversorgung
๐Ÿ”นKommunikation und Orientierung
๐Ÿ”นVerhaltensweisen und psychische Problemlagen
๐Ÿ”นGestaltung des Alltags und sozialer Kontakte

๐Ÿ“Œ Medizinische Unterlagen sind trotzdem wichtig. Diagnosen, Arztberichte und andere Befunde kรถnnen eure Situation belegen. Entscheidend ist aber nicht allein, was auf einem Blatt Papier steht, sondern wie sich eure Beeintrรคchtigungen tatsรคchlich im tรคglichen Leben auswirken.

โค๏ธ ๐——๐—˜๐—ฅ ๐—ง๐—˜๐—ฅ๐— ๐—œ๐—ก, ๐——๐—˜๐—ฅ ๐—ข๐—™๐—ง ๐—™รœ๐—ฅ ๐—›๐—˜๐—ฅ๐—ญ๐—ž๐—Ÿ๐—ข๐—ฃ๐—™๐—˜๐—ก ๐—ฆ๐—ข๐—ฅ๐—š๐—ง

Dann folgt die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst, hรคufig noch als โ€žMDK-Terminโ€œ bezeichnet. Mein wichtigster Tipp: Zeigt nicht nur, was an einem besonders guten Tag funktioniert. Beschreibt euren tatsรคchlichen Alltag und Unterstรผtzungsbedarf.

Was funktioniert nur mit Erinnerung? Wer strukturiert euren Alltag? Wo benรถtigt ihr Anleitung, Motivation, Beaufsichtigung oder Begleitung? Was รผbernimmt vielleicht lรคngst der Partner, die Eltern oder eine andere Bezugsperson, sodass gar nicht mehr auffรคllt, wie viel Unterstรผtzung tatsรคchlich notwendig ist? Gerade bei unsichtbaren Behinderungen muss dieser Unterstรผtzungsbedarf sichtbar gemacht werden.

๐Ÿค Auch dabei unterstรผtze ich euch ehrenamtlich. Vom Antrag รผber die Vorbereitung bis zur Begutachtung kรถnnen wir gemeinsam schauen, was benรถtigt wird. Auf Wunsch kann ich euch auch als Vertrauensperson begleiten.

๐Ÿ“‹ ๐—ก๐—”๐—–๐—› ๐——๐—˜๐—  ๐—ฃ๐—™๐—Ÿ๐—˜๐—š๐—˜๐—š๐—ฅ๐—”๐——: ยง ๐Ÿฏ๐Ÿณ ๐—”๐—•๐—ฆ. ๐Ÿฏ ๐—ฆ๐—š๐—• ๐—ซ๐—œ

Hier gibt es ein hรคufiges Missverstรคndnis: Der regelmรครŸige Beratungsbesuch ist keine erneute Begutachtung des Pflegegrades. Er dient vielmehr dazu, die hรคusliche Pflege zu sichern, Fragen zu beantworten und Pflegebedรผrftige sowie ihre Pflegepersonen fachlich zu unterstรผtzen.

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Seit 2026 gilt fรผr Menschen, die ausschlieรŸlich Pflegegeld beziehen:
๐Ÿ”นPflegegrad 1: keine Pflicht, freiwillig mรถglich
๐Ÿ”นPflegegrad 2: 1ร— pro Halbjahr = 2ร— jรคhrlich
๐Ÿ”นPflegegrad 3: 1ร— pro Halbjahr = 2ร— jรคhrlich
๐Ÿ”นPflegegrad 4: 1ร— pro Halbjahr = 2ร— jรคhrlich
๐Ÿ”นPflegegrad 5: 1ร— pro Halbjahr = 2ร— jรคhrlich

Fรผr Pflegegrad 4 und 5 wurde die Pflicht von zuvor vierteljรคhrlich auf halbjรคhrlich reduziert. Wer mรถchte oder einen hรถheren Beratungsbedarf hat, kann die Beratung weiterhin vierteljรคhrlich in Anspruch nehmen.

๐Ÿ’ก Kleine Begriffskorrektur: Zustรคndig ist an dieser Stelle die Pflegekasse, nicht die Krankenkasse.

๐ŸŒฟ ๐— ๐—˜๐—œ๐—ก๐—˜ ๐—˜๐— ๐—ฃ๐—™๐—˜๐—›๐—Ÿ๐—จ๐—ก๐—š: ๐—ฃ๐—™๐—Ÿ๐—˜๐—š๐—˜๐—•๐—˜๐—ฅ๐—”๐—ง๐—จ๐—ก๐—š ๐—”๐—ก๐—š๐—˜๐—Ÿ๐—œ๐—ค๐—จ๐—˜ ๐—›๐—˜๐— ๐— 

Fรผr genau diese Beratungsgesprรคche mรถchte ich euch heute Angelique Hemm und ihre Pflegeberatung ans Herz legen. Gerade bei Autismus, ADHS und anderen unsichtbaren Behinderungen finde ich es wichtig, jemanden gegenรผber zu haben, der versteht, dass ein Mensch nach auรŸen sehr selbststรคndig wirken und trotzdem tรคglich erheblichen Unterstรผtzungsbedarf haben kann.

๐Ÿงฉ Nicht jede Einschrรคnkung kann man sehen. Nicht jede Pflegebedรผrftigkeit bedeutet klassische kรถrperliche Pflege. Genau deshalb braucht es Beratung, die genauer hinschaut und den individuellen Menschen wahrnimmt.

Wer also noch eine passende Ansprechperson fรผr seinen Beratungsbesuch nach ยง 37 Abs. 3 SGB XI sucht, dem mรถchte ich Angelique an dieser Stelle gerne empfehlen.

๐Ÿฟ๏ธ Und gerade fรผr meine neurodivergente Community: Manchmal hรผpft einfach ein Eichhรถrnchen dazwischen. Also Termin eintragen, Erinnerung stellen und den Beratungsbesuch nicht vergessen.

๐Ÿ’ถ ๐——๐—˜๐— ๐—กร„๐—–๐—›๐—ฆ๐—ง: ๐—˜๐—ก๐—ง๐—Ÿ๐—”๐—ฆ๐—ง๐—จ๐—ก๐—š๐—ฆ๐—•๐—˜๐—ง๐—ฅ๐—”๐—š & ๐—ก๐—”๐—–๐—›๐—•๐—”๐—ฅ๐—ฆ๐—–๐—›๐—”๐—™๐—ง๐—ฆ๐—›๐—œ๐—Ÿ๐—™๐—˜

Das bekommt einen eigenen Beitrag. Denn ihr mรผsst Unterstรผtzung nicht zwangslรคufig ausschlieรŸlich รผber einen klassischen Pflegedienst organisieren. Unter bestimmten Voraussetzungen gibt es beispielsweise in NRW Mรถglichkeiten der Nachbarschaftshilfe bzw. Unterstรผtzung durch Einzelpersonen.

โš ๏ธ Das bedeutet allerdings nicht, dass einfach irgendeine Privatperson bezahlt und anschlieรŸend eine Rechnung bei der Pflegekasse eingereicht werden kann. Dafรผr gelten bestimmte Voraussetzungen. Wer unterstรผtzen darf, welche Regeln gelten und wie die Abrechnung funktioniert, schauen wir uns in einem eigenen Beitrag an.

๐Ÿ’ฌ ๐—™๐—ฅ๐—”๐—š๐—˜ ๐—”๐—ก ๐——๐—œ๐—˜ ๐—–๐—ข๐— ๐— ๐—จ๐—ก๐—œ๐—ง๐—ฌ

Gibt es ein Thema, das wir noch einmal separat beleuchten sollen? Schreibt mir eure Fragen. Pflegegrad, Begutachtung, Autismus und ADHS, Pflegegeld, Entlastungsbetrag oder Nachbarschaftshilfe. Wenn sich Fragen hรคufen, steigen wir gemeinsam noch einmal genauer in das jeweilige Thema ein.

๐ŸŒฟ Daniel Molitor
Naturpรคdagogischer Inklusionsbegleiter

โ„น๏ธ Disclaimer: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Pflege- oder medizinische Beratung. Die Empfehlung der genannten Pflegeberatung erfolgt unbezahlt. Es handelt sich um eine persรถnliche, nicht bezahlte Empfehlung.

30/08/2026

๐Ÿฅ• ๐—”๐—จ๐—ง๐—œ๐—ฆ๐—ง๐—œ๐—ฆ๐—–๐—› ๐—ž๐—ข๐—–๐—›๐—˜๐—ก

Leute, das muss ich mit euch teilen! Ich habe gerade dieses Video entdeckt und finde die Idee einfach genial.

๐—ก๐˜‚๐—ฟ ๐Ÿฎ ๐—ญ๐˜‚๐˜๐—ฎ๐˜๐—ฒ๐—ป:
๐Ÿฅ• Karotten
๐ŸŒพ Klebreismehl

Und ja: Klebreismehl ist trotz seines Namens glutenfrei. Daraus werden diese kleinen โ€žCarrot Button Noodlesโ€œ geformt. Einfach, รผberschaubar und mal etwas vรถllig anderes.

๐Ÿง  ๐—›๐—œ๐—ฅ๐—ก ๐—จ๐—ก๐—— ๐——๐—”๐—ฅ๐— 

Gerade in der Autismus-Community beschรคftigen sich viele Menschen mit Ernรคhrung und der Darm-Hirn-Achse. Die Forschung dazu ist spannend, aber lรคngst nicht so eindeutig, dass man behaupten kรถnnte, eine glutenfreie Ernรคhrung wรผrde Autismus โ€žbehandelnโ€œ.

Trotzdem ist es vollkommen legitim, fรผr sich auszuprobieren, welche Ernรคhrung einem guttut und ob sich dadurch das eigene Wohlbefinden verรคndert. ๐ŸŒฟ

Und genau deshalb finde ich dieses Rezept so spannend: von Natur aus glutenfrei, wenige Zutaten und richtig interessant gemacht.

๐Ÿ“น Das Video und Rezept stammen von Harris Farm Markets. Ich habe es gerade entdeckt und wollte diese tolle Idee unbedingt mit euch teilen.

๐— ๐—ฎ๐—ฐ๐—ต๐˜ ๐—ฑ๐—ฎ๐˜€ ๐—ป๐—ฎ๐—ฐ๐—ต!
Ich werde es definitiv ausprobieren. Das wird genial. ๐Ÿฅ•๐Ÿฝ๏ธ

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LiebfrauenStr. 1a
Krefeld
47798

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