25/04/2026
Wir klagen um Michèle Kiesewetter, die am 25. April 2007 in vom NSU ermordet wurde. Ihr Kollege Martin A. überlebte die Schüsse schwer verletzt und lag nach der Tat wochenlang im Koma.
Die Ermittlungen waren geprägt von Antiziganismus. Die Polizei fahndete zwei Jahre lang nach einer "Landfahrerin" und verdächtigte Rom*nja und Sinti*zze. Anstatt zu den Täter*innen führte dieses Vorgehen zu anhaltender Diskriminierung. Medien wie die Heilbronner Stimme, Die Zeit und Stern übernahmen in ihrer Berichterstattung die Stereotype aus den Polizeiakten. Obwohl 2009 bekannt wurde, dass der Verdacht auf einem bei der Spurensicherung verwendeten Wattestäbchen basierte, änderte sich die Ausrichtung der Ermittlungen nicht.
Nach der Selbstenttarnung im Nov. 2011 wurden Mord & Mordversuch dem NSU zugeschrieben, zahlreiche Fragen zur Tat sind bis heute nicht beantwortet. "Ihm ist bewusst, dass er sein Leben einer Reihe glücklicher Umstände verdankt", sagte der Anwalt des schwer verletzten Martin A. in seinem Plädoyer im NSU-Prozess.
Das Bild zeigt Michèle Kiesewetter.