30/01/2026
MENSCHEN & GESCHICHTEN
Inge Kurtz und Jürgen Geers ist es gelungen, ein Jahrhundert deutscher Geschichte zu erzählen – allein anhand von Zeitzeugeninterviews. Rund 300 Stunden Material haben sie aufgezeichnet, 16 ausgewählte Gespräche wurden im Rundfunk sowie im Deutschen Hörverlag veröffentlicht. Ihr Ansatz: vor allem den „ganz normalen Leuten“ zuzuhören, um Geschichte erfahrbar zu machen und sie aus der Abstraktion grauer Theorie zu lösen.
Rund 60 Besucherinnen und Besucher lauschten den fünf- bis fünfzehnminütigen Audiosnippets sowie dem anschließenden Bühnengespräch. Darin machten Geers und Kurtz auch unübersehbare Parallelen zwischen Vergangenheit und Gegenwart deutlich. Wenn Faschisten in Parlamenten säßen, die millionenfache Ermordung Unschuldiger relativiert werde und Begriffe wie „Remigration“ (Deportation und Ausgrenzung von Menschen, die nicht so sind, wie wir uns das vorstellen) wieder salonfähig würden, so ihre Warnung, dann sei dies kein historisches Echo, sondern ein gravierendes politisches Alarmsignal.
Ein Abend als ein Plädoyer zum Zuhören, Miteinandersprechen und Erinnern.