12/09/2026
Zum anstehenden Verbandstag des DVF in Mindelheim
Liebe Fotofreundinnen und Fotofreunde,
vor dem Hintergrund einer aus meiner Sicht fatalen Entwicklung im Vorfeld der anstehenden Präsidiumswahlen am 03.10.2026 halte ich es für wichtig, möglichst viele DVF-Mitglieder auf die aktuellen Vorgänge aufmerksam zu machen. Nicht, um eine bestimmte Person oder Position zu bewerben, sondern damit jede und jeder die Möglichkeit hat, sich anhand der verfügbaren Informationen eine eigene Meinung zu bilden. Ich finde es schon sehr befremdlich, dass die offizielle DVF-Website – abgesehen von einer Information zur Stimmübertragung – bislang keinerlei weiterführende Informationen zu einem der wichtigsten Termine des Jahres bietet: dem anstehenden Verbandstag und den dort stattfindenden Wahlen zum Präsidium. Die einzigen ausführlicheren Informationen, die ich hierzu finden konnte, veröffentlicht derzeit der Landesverband Berlin! Ich finde es als mehr als problematisch, dass uns Mitgliedern damit die Grundlage für eine fundierte eigene Meinungsbildung fehlt. Bei einer so wichtigen Entscheidung wie der Wahl des Präsidiums sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass die Mitglieder rechtzeitig und umfassend über Kandidaturen, Positionen und die für den Verbandstag relevanten Vorgänge informiert werden. Wenn wichtige Informationen offenbar zurückgehalten werden, wird den Mitgliedern faktisch die Möglichkeit genommen, sich selbst ein Bild zu machen und eigenständig zu entscheiden. Das empfinde ich nicht nur als mangelnde Transparenz, sondern als Missachtung der Mitglieder und ihres berechtigten Anspruchs, bei einer so wichtigen Weichenstellung auf der Grundlage möglichst vollständiger Informationen ihre eigene Entscheidung treffen zu können.
Ich möchte noch einmal betonen, dass es mir in den folgenden Zeilen nicht darum geht, für eine bestimmte Person oder Kandidatur zu werben. Ich äußere ausschließlich meine persönliche Meinung – als zunehmend besorgtes DVF-Mitglied, dem Transparenz, eine offene Diskussion und die Möglichkeit einer eigenständigen Meinungsbildung innerhalb unseres Verbandes wichtig sind. Und meine Meinung ist eindeutig: Das offizielle Magazin unseres Verbandes hat nicht die Aufgabe, Wahlkampf für den amtierenden Präsidenten zu betreiben oder eine Gegenkandidatin öffentlich vorzuführen. Leider ist es bereits das zweite Mal, dass das DVF-Journal dazu benutzt wird, gegen die Kandidatin für das Präsidentenamt auszuteilen. Das hat mit einer sachlichen Information über eine Wahl aus meiner Sicht nichts mehr zu tun. Hier wird öffentlich mit Dreck geworfen.
Wenn Wolfgang Rau als amtierender Präsident meint, auf diese Weise gegen eine Kandidatin vorgehen zu müssen, sollte er sich darüber im Klaren sein: Wer mit Mist wirft, macht sich dabei selbst die Hände schmutzig. Für mich ist dieses Verhalten aus mehreren Gründen nicht akzeptabel:
Erstens: Wir werden als Mitglieder für dumm verkauft.
Ich möchte mir anhand von Fakten selbst ein Bild machen und daraus abgeleitet meine eigene Meinung bilden. Genau das wird mir aber erschwert, wenn einseitige Angriffe im offiziellen Verbandsmagazin als redaktionelle Beiträge präsentiert werden.
Ein in meinen Augen weiteres zentrales Problem und letztlich eine Missachtung der Mitglieder ist es zudem, wenn eine einzelne Meinung aus dem Hut gezaubert und im offiziellen Verbandsmagazin derart prominent platziert wird, als würde sie eine relevante oder gar repräsentative Position des Verbandes wiedergeben. Wir DVF-Mitglieder sind durchaus in der Lage, uns selbst eine Meinung zu bilden. Aber dafür brauchen wir Fakten, unterschiedliche Positionen und einen fairen Umgang mit allen Beteiligten – und keine von oben dirigierte Meinung, die uns im offiziellen Verbandsorgan als vermeintlich objektive Einordnung präsentiert wird. So entsteht zwangsläufig der Eindruck, dass die Mitglieder nicht informiert, sondern beeinflusst werden sollen. Dabei ist das ganze Unterfangen auch noch so offensichtlich und plump, dass ich mich wirklich frage, für wie dumm uns das Präsidium eigentlich hält!!
Das DVF-Journal gehört allen Mitgliedern. Es ist im Zusammenhang mit den Präsidiumswahlen kein Sprachrohr des amtierenden Präsidenten und schon gar kein Instrument, um dessen Gegenkandidatin im Wahlkampf öffentlich zu beschädigen.
Zweitens: Das DVF-Journal wird beschädigt.
Das DVF-Journal hat durch seine neue Form nicht nur in meinen Augen aktuell in seiner Außenwirkung erheblich gewonnen. Umso unverständlicher ist es, dass unser Journal jetzt für das Austragen persönlicher und vereinsinterner Konflikte herhalten muss. Das offizielle Verbandsmagazin sollte den DVF repräsentieren. Es sollte für unseren Verband werben – nicht dessen interne Schlammschlachten nach außen tragen. Ich jedenfalls werde die beiden betreffenden Ausgaben nicht an Außenstehende weitergeben. Denn wenn jemand wissen möchte, wofür der DVF steht, möchte ich ihm diese Seiten ganz bestimmt nicht zeigen müssen.
Drittens: Es ist schlicht schlechter Stil.
Bei allen unterschiedlichen Auffassungen, Interessen und Positionen innerhalb eines Verbandes: So geht man nicht miteinander um. Schon gar nicht in einem offiziellen Medium des Verbandes. Wir sind kein Unternehmen, in dem es um eine Vorstandspostenbesetzung geht. Wir sind ein Verband mit einer langen Tradition und mit Menschen, die sich vielfach ehrenamtlich für die Fotografie und den DVF engagieren. Dass ein DVF-Mitglied in einem offiziellen Verbandsmedium derart öffentlich angegriffen wird, halte ich schlicht für beschämend. Ich würde mich wirklich schämen, wenn ich als Verantwortlicher des DVF für eine derartige Vorgehensweise und einen derartigen Umgangston stehen müsste.
Noch einmal: es geht mir nicht darum, ob man die Kandidatin gut findet oder schlecht. Es geht auch nicht darum, wen jemand bei der Wahl unterstützt. Es geht mir um eine viel grundlegendere Frage: Wollen wir einen Verband, in dem man sich mit Argumenten und auf Augenhöhe respektvoll auseinandersetzt – oder einen Verband, in dem das offizielle Verbandsmagazin zum Instrument des Wahlkampfs gemacht und zur öffentlichen Abrechnung auf unterstem Niveau mit unliebsamen Mitgliedern missbraucht wird?
Ich zumindest wünsche mir einen DVF, in dem unterschiedliche Meinungen zugelassen und offen ausgetragen werden können – und in dem das offizielle Verbandsmagazin nicht zum Instrument persönlicher oder wahlpolitischer Auseinandersetzungen wird. Denn wer das offizielle Verbandsmagazin für einseitige Angriffe im Wahlkampf nutzt, beschädigt nicht nur das Magazin, sondern auch das Vertrauen der Mitglieder in eine faire und ausgewogene Verbandsführung.
Gerne höre ich Eure Meinung zu dem Thema!
Mit herzlichen Grüßen
Euer Andreas Klesse - DVF | Bezirksleitung Bremen & Niedersachsen West
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