01/03/2026
Im späten Winter wirkt jeder Garten still. Aber leer ist er nicht.
Unter der Laubschicht ist das Leben angehalten — nicht verschwunden.
Hummelköniginnen überwintern einzeln unter Laub und in lockerer Erde. Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs verbringen den Winter als fertige Falter in Hohlräumen unter Laubhaufen. Marienkäfer und Florfliegen clustern sich in trockenen Blattritzen. Jede dieser Arten ist nur wenige warme Tage von ihrem Schlupf entfernt.
Wer das Laub im März wegräumt, räumt die Unterkunft weg, bevor die Bewohner ausgezogen sind.
Deshalb verzichten viele Naturgärtner heute auf den frühen Frühjahrsputz. Wer bis Mitte April wartet — bis die Temperaturen tagsüber stabil über 12 °C bleiben — gibt den überwinternden Tieren Zeit, von selbst aufzubrechen. Das Laub kann dann ohne Verluste bewegt werden.
Der Unterschied ist im Mai spürbar. Gärten, die länger unberührt blieben, erwachen zuerst. Mit Hummeln, Faltern und Nachtfaltern.
Manchmal bedeutet Naturschutz nicht, etwas Neues hinzuzufügen. Manchmal bedeutet es nur, ein bisschen länger zu warten.