10/08/2026
Putzaktion 2026: Sophie hat in Hamburg den Stein von Paul Drucker geputzt. Der in Leipzig am 18. Januar 1863 geborene Paul Drucker wurde ab 26. Februar 1936 als Mitglied der Jüdischen Gemeinde Altona geführt. Erst in dieser Zeit, mit 73 Jahren, gelangte er nach Hamburg. Seine ersten Hamburger Adressen hatte er als Untermieter u. a. im Grindelviertel, ab 26. Februar 1936 in der Isestraße 37 bei Romann, dann in der Bismarckstraße 90 bei Levy und schließlich ab 26. Oktober 1939 in der Lindenallee 26 bei Libelsky. Anschließend lebte er ab 16. April 1940 in der Isestraße 71 bei Sallinger und ab 30. Mai 1940 am Eppendorfer Baum 58 bei Heymann. Die Familien, selbst jüdisch, halfen sich gegenseitig, so gut es eben ging. Die Wohnsituation war seinem geringen Einkommen als Privatier geschuldet. Pensionen wurden an Juden in Deutschland nicht mehr ausgezahlt und Paul Drucker musste sehen, wie er über die Runden kam. Paul Drucker war ledig und blieb kinderlos und wurde laut Vermerk aus Altona per handschriftlichem Eintrag in der Gemeindesteuerkarte ab Februar 1938 als vollkommen „mittellos“ geführt. Er zog häufig um, denn die Leute, bei denen er wohnte, wurden selbst Opfer des Verfolgungsapparates. In Blankenese, welches zu Altona gehörte, war er in der Probst-Paulsen Straße 1 und zuletzt in der Blankeneser Bahnhofsstraße 52 wohnhaft, schließlich musste er in die Blücherstraße 20 in ein in Altona gelegenes „Judenhaus“ ziehen. Schließlich wurde er per „Evakuierungsbefehl“ vom Hannoverschen Bahnhof am Lohseplatz zur „Verschickung nach dem Osten“ deportiert. In den Dokumenten der Jüdischen Gemeinde Hamburg war zu Paul Drucker ab dem 19. Juli 1942 „ausgeschieden“ durch „Abwanderung“ vermerkt, dieses verweist auf den Tag der Deportation mit dem Transport VI/2, Nummer 114 am 19. Juli 1942 von Hamburg in das auch als „Prominenten- und Altenghetto“ bekannte Lager von Theresienstadt. Laut Todesanzeige des Ältestenrates in Theresienstadt litt Paul Drucker an Arteriosklerose, also Arterienverkalkung, und starb am 10. August 1942 um 4.40 Uhr an Herzschwäche in dem Lagergebäude Ea III (Stolpersteine Hamburg).