06/04/2026
Heute vor 20 Jahren wurde der Kasselaner Halit Yozgat - einen Tag vor seinem 22. Geburtstag - von rechtsextremen Terrorist*innen in seinem Internet Café ermordet. Er war das Neunte von zehn Opfern, die der selbsternannte NSU aus Rassenwahn und rechtsextremen Allmachtsfantasien heraus tötete. Er wurde von seinem eigenen Vater gefunden, dessen Wunsch, die Straße des Tatorts nach Halit zu benennen, bis heute nicht erfüllt worden ist und der nach diesem traumatischen Ereignis auch noch angefeindet wurde.
Wie bei fast allen NSU-Morden suchte die Polizei die Täter jahrelang fast ausschließlich im Umfeld des Opfers. Halits Familie wurde abgehört und mit verdeckten Ermittlern drangsaliert. Die Medien schrieben nicht weniger rassistisch von den Döner Morden. Bis heute wurde die Klärung der Rolle des "Verfassungsschützers" Andreas Temme nicht erfüllt. Der V-Mann Führer für die rechtsextreme Szene war zum Zeitpunkt des Mordes im Café, will aber weder die Schüsse gehört, noch das Schießpulver gerochen, noch den toten Halit gesehen haben. Seit 20 Jahren bestehen Fragen, auf welche weder die Familie Yozgat noch die Stadtgesellschaft Antworten erhalten hat - die Akten bleiben unter Verschluss.
Wir gedenken heute Halit Yozgat, der in einem Alter getötet wurde, in dem sich viele der Fans befinden, mit denen wir arbeiten. Die wie Halit damals vielleicht heute versuchen, ihr Abitur nachzuholen, um noch einmal studieren zu können.
Wir möchten aber auch den Moment nutzen, um die Taten zu verurteilen und an die anderen Opfer der Rechtsextremist*innen des selbsternannten NSU zu erinnern: Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık und Michèle Kiesewetter. Und all den anderen, von München über Hanau und Halle - bis Istha - die aus rechtsextremistischen Motiven ermordet wurden. Ruht in Frieden.