Die Louis Spohr-Stiftung fördert im und mit dem Namen des großen Kasseler Violinvirtuosen, Komponisten, Dirigenten und Musikpädagogen Louis Spohr begabten musikalischen Nachwuchs. Louis Spohr, einer der bedeutendsten Musiker seiner Zeit, Generalmusikdirektor, Geigenvirtuose, Komponist und Musikpädagoge kam 1822 in die Hessische Residenzstadt Kassel. Spohrs Wirken machte nicht nur das Kasseler Hoft
heater zu einer der angesehensten Bühnen Deutschlands, es zog auch junge Geiger und Geigerinnen aus der ganzen Welt an. Sie kamen nach Kassel, um bei Spohr zu studieren, gingen dann wieder hinaus in die Welt und beeinflussten das Musikleben ihrer jeweiligen Zielorte nachhaltig. Die annährend 200 Schüler des Kosmopoliten bekleideten Leitungspositionen an allen wichtigen Opernhäusern und Musiktheatern der damaligen Welt. Die finnische Nationalhymne geht ebenso auf einen Spohrschüler (Frederik Pacius) zurück wie eine der Hymnen der Südstaaten der USA (The Bonny Blue Flag von dem aus Wolfhagen stammenden Jacob Tannenbaum). Die New Yorker Philharmoniker gründete Urelli Corelli Hill, der 1835 extra zum Studium zu Louis Spohr nach Kassel reiste. Hugo Staehle, einer der vielversprechendsten Schüler Louis Spohrs, wurde 1826 als Sohn eines kurhessischen Offiziers in Fulda geboren. Als Glücksfall für die von der Mutter forcierte musikalische Entwicklung Staehles erwies sich die 1829 erfolgte Versetzung seines Vaters nach Kassel. Ab 1839 wurde er von Moritz Hauptmann in Kassel unterrichtet, der seinem ehemaligen Lehrer Louis Spohr bei der Ausbildung seiner Schüler assistierte. Nach 1842 übernahm Spohr neben dem Violin- auch den Kompositionsunterricht des hoffnungsvollen jungen Musikers selbst, der gleichzeitig schon selbst als Klavierlehrer tätig wurde. Spohr scheint Staehle sehr geschätzt zu haben und ließ in zeitweilig sogar bei sich wohnen. Staehle machte schon bald durch seine Kompositionen auf sich aufmerksam. In zwei Notenbänden (Hefte 6 und 9) unserer Schriftenreihe sind bislang unveröffentlichte Werke von Hugo Staehle erschienen.