Lernort Kislau e. V.

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Lernort Kislau e. V. Am Ort des ehemaligen frühen Konzentrationslagers Kislau möchten wir einen Lernort zur badischen Demokratiegeschichte errichten. Der Lernort Kislau e. V.

verfolgt das Ziel, die Erforschung des Widerstands gegen den Nationalsozialismus im und aus dem Land Baden während der Weimarer Republik und unter der NS-Diktatur zu befördern. Gleichermaßen engagiert sich der Verein für neue Formen der Geschichtsvermittlung, die jungen Menschen Bezüge zur eigenen Lebenswelt eröffnen. Wenn wir aus den Entwicklungen, die in den Zweiten Weltkrieg und in die Shoah geführt haben, tragfähige Lehren für die Zukunft ziehen wollen, müssen wir die Geschichte der Jahre 1918 bis 1945 ganz und von Anfang an erzählen. Und wir müssen genauer hinterfragen, wie und warum die NS-Diktatur überhaupt möglich wurde. Wir möchten diejenigen Menschen stärker in den Blick rücken, die erst den Aufstieg der N***s zu verhindern suchten und sich dann dem NS-Regime mutig entgegenstemmten. Sie, die Nazi-Gegner, müssen vor allem als aktiv Handelnde statt als gedemütigte Opfer des NS-Terrors gezeigt werden. Nur dann können junge Menschen sie als Vorbilder eigenen Handelns wahrnehmen, und nur dann kann ihr Erbe einen wirkungsvollen Beitrag zur Wertevermittlung und Präventionsarbeit leisten.

Beim Kislauer Hoffest am 27. September waren sowohl das ‚Lab to go‘ als auch unsere historischen Führungen sehr gefragt....
07/10/2026

Beim Kislauer Hoffest am 27. September waren sowohl das ‚Lab to go‘ als auch unsere historischen Führungen sehr gefragt.

Auch in diesem Jahr beteiligen wir uns am Kislauer Hoffest der JVA Bruchsal – Außenstelle Kislau. Mehr über uns, unsere ...
18/09/2026

Auch in diesem Jahr beteiligen wir uns am Kislauer Hoffest der JVA Bruchsal – Außenstelle Kislau. Mehr über uns, unsere Vermittlungsarbeit und den aktuellen Stand des Bauprojekts erfahren Sie an unserem Info-Stand. Auf den Wegen rund um die Schlossanlage bieten wir darüber hinaus drei Führungen zur Kislauer NS-Geschichte an.

Schauen Sie am 27. September in Bad Schönborn vorbei – wir freuen uns auf Sie!

Unser Geschichtslabor ist umgezogen!Am Montag, den 14. September, wurde unser mobiles Geschichtslabor im Theodor-Heuss-G...
14/09/2026

Unser Geschichtslabor ist umgezogen!

Am Montag, den 14. September, wurde unser mobiles Geschichtslabor im Theodor-Heuss-Gymnasium Mühlacker aufgebaut und ist nun in Kooperation mit dem erstmals im Enzkreis erkundbar. Bis zum 23. Oktober kann das Labor hier während der Öffnungszeiten der Schule von Schulklassen und Gruppen genutzt werden. Um Terminüberschneidungen zu vermeiden, müssen alle Besuche vorab bei Susanne Leitz angemeldet werden: [email protected].

Interessierte Lehrkräfte und Multiplikator:innen sind herzlich zur Multiplikator:innen-Schulung vor Ort am Donnerstag, den 17. September, ab 15.50 Uhr eingeladen.

Wir freuen uns über viele interessierte Nutzer:innen aus Mühlacker und Umgebung!

Als im Mai 1933 auf dem Heidelberger Universitätsplatz die Bücher brannten, geschah dies im erklärten Willen, „uns und u...
10/09/2026

Als im Mai 1933 auf dem Heidelberger Universitätsplatz die Bücher brannten, geschah dies im erklärten Willen, „uns und unser Volk endgültig freizumachen vom Geist eines Gumbel, eines Remarque, eines Tucholsky, eines Heinrich Mann und wie die Verbrecher am deutschen Geist alle heißen mögen“. Nicht umsonst firmierte der Name Gumbel bei der Aufzählung an erster Stelle:

Durch seine Erlebnisse als Soldat im Ersten Weltkrieg zum Pazifisten geläutert, stritt der Heidelberger Mathematiker Emil Julius Gumbel in der Weimarer Republik wie nur wenige Andere für Frieden und Menschenrechte und prangerte eine Unrechtsjustiz an, die die zahlreichen rechtsextremistisch motivierten Mordtaten jener Jahre kaum sühnte, ja vielfach sogar straffrei beließ.

Im Zuge einer beispiellosen Hetz- und Diffamierungskampagne trieben die Heidelberger Rechten den mutigen Statistikprofessor im Verein mit weiten Teilen des Universitätskollegiums und der örtlichen Bürgerschaft im Sommer 1932 schließlich aus der Stadt und aus dem Land – was ihm vermutlich das Leben rettete. Er starb heute vor 60 Jahren in den USA.

📸 Emil Julius Gumbel um 1932 [Universitätsarchiv Heidelberg]
💬 Emil Julius Gumbel im Mai 1932 im Rahmen eines Vortrags auf Einladung der Sozialistischen Studentenschaft Heidelbergs.

Zweifellos hätte der badische Regierungschef Adam Remmele die drastische Maßnahme, die er Anfang 1923 so vollmundig vor ...
09/09/2026

Zweifellos hätte der badische Regierungschef Adam Remmele die drastische Maßnahme, die er Anfang 1923 so vollmundig vor dem Landtag in Aussicht gestellt hatte, wirklich in die Tat umgesetzt, wenn er es denn gekonnt hätte:

Dass er extremistische Umtriebe von links wie von rechts konsequent zu bekämpfen wusste, hatte der langjährige Landesinnenminister schon in den Jahren zuvor eindrucksvoll unter Beweis gestellt, und er sollte dies auch bis zu seinem Ausscheiden aus dem Landeskabinett 1931 weiter tun.

Nach der NS-‚Machtergreifung‘ präsentierten die badischen N***s ihrem Haupt- und Lieblingsfeind Remmele die Quittung für seine Standhaftigkeit: Im Rahmen einer an Niedertracht kaum zu überbietenden Schaufahrt verschleppten sie ihn am 16. Mai 1933 zusammen mit sechs politischen Mitstreitern auf einem offenen Polizeiwagen unter johlendem Beifall einer aufgehetzten Menschenmenge in das wenige Wochen zuvor errichtete Konzentrationslager Kislau.

Remmele überlebte die NS-Zeit verarmt und ausgebombt. Dennoch stellte er sich umgehend nach Kriegsende in den Dienst des demokratischen Wiederaufbaus. Heute jährt sich sein Tod zum 75. Mal.

📸 Adam Remmele 1929 [Archiv der sozialen Demokratie]

Lernorte sind gefährlich?Antidemokratische Haltungen nehmen auch in Deutschland signifikant zu. Wer sich also morgen nic...
04/09/2026

Lernorte sind gefährlich?

Antidemokratische Haltungen nehmen auch in Deutschland signifikant zu. Wer sich also morgen nicht in einer Diktatur wiederfinden möchte, muss heute den Anfängen wehren. Eine historisch-politische Bildungsarbeit, die sich genau diesem Ziel verpflichtet sieht, ist deshalb derzeit nötiger denn je.



Durch die bevorstehenden Wahlen stehen Gedenkstätten, Lernorte, Museen und andere demokratierelevante Orte unter politis...
31/08/2026

Durch die bevorstehenden Wahlen stehen Gedenkstätten, Lernorte, Museen und andere demokratierelevante Orte unter politischem und gesellschaftlichem Druck. Viele Akteur:innen stören sich an erinnerungspolitischer Arbeit, weil sie ihrer geschichtsrevisionistischen Agenda widerspricht. Rechtsextremist:innen wollen deutsche Geschichte für ihre Zwecke umdeuten und verklären. Lernorte sind für sie gefährlich, denn sie arbeiten faktenbasiert, stehen für ein kritisches Geschichtsbewusstsein und setzen sich für demokratische Werte und die Unverhandelbarkeit von Menschenrechten ein.



Historisch-politische Bildung ist gefährlich? ❗Mit der Kampagne   machen Gedenkstätten und Lernorte einerseits auf die G...
28/08/2026

Historisch-politische Bildung ist gefährlich?

❗Mit der Kampagne machen Gedenkstätten und Lernorte einerseits auf die Gefahr rechtsextremer Geschichtsnarrative und andererseits auf die Bedeutung einer kritischen Erinnerungskultur für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit aufmerksam. Die Posts spitzen sprachlich zu: „Gefährlich“ ist die kritische Aufarbeitung der NS-Verbrechen für alle, die Geschichte umdeuten, relativieren oder verdrängen wollen, um ihre politischen Ziele zu erreichen.

📣 Mit der Kampagne reagieren die Gedenkstätten und Lernorte auf die Beobachtung, dass die Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen zunehmend infrage gestellt wird. Nationalistische Geschichtsmythen und völkische Ideologien verbreiten sich schnell, nicht zuletzt unter Jugendlichen. Sie richten sich gegen die kritische Diskussion der Vergangenheit und drohen, Fundamente unseres Zusammenlebens zu untergraben: ein respektvolles und solidarisches Miteinander, das auf der Würde jedes einzelnen Menschen basiert.

🗣️ Dem stellen die Posts entgegen, was Lernorte leisten: Sie setzen sich nachdrücklich für die kritische Aufarbeitung der Gewaltgeschichte ein. Durch Bildungsarbeit und Forschung schaffen sie Räume für eine offene und faktenbasierte Debattenkultur, für die Begegnung von Menschen und die Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen. Sie begreifen die kritisch-reflektierende Erinnerungskultur als wichtigen Beitrag zu einer offenen und diversen Gesellschaft.



Heute vor 90 Jahren wurde das Konzentrationslager Kislau offiziell in ‚Bewahrungslager‘ umbenannt. Mehr zu den Hintergrü...
04/08/2026

Heute vor 90 Jahren wurde das Konzentrationslager Kislau offiziell in ‚Bewahrungslager‘ umbenannt. Mehr zu den Hintergründen erfahren Sie in unserem Post.

Quellen:
Generallandesarchiv Karlsruhe 521, Nr. 6172
Generallandesarchiv Karlsruhe 465c, Nr. 23591

Als katholischer Stadtpfarrer von Ettlingen stellte sich Augustin Kast entschieden den N***s entgegen. Am 29. Juli 2026 ...
21/07/2026

Als katholischer Stadtpfarrer von Ettlingen stellte sich Augustin Kast entschieden den N***s entgegen. Am 29. Juli 2026 wäre er 150 Jahre alt geworden. Gemeinsam mit der Pfarrei St. Martin Ettlingen und Ettlingen.de erinnern wir mit zwei Veranstaltungen an den mutigen Pfarrer. Herzliche Einladung an alle Interessierten!

Adresse

Ettlinger Straße 3a
Karlsruhe
76137

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