27/01/2026
📣 Vortrag: „Duckmäusertum in der schwarzen Berufsverbots-Provinz“? Der „Radikalenerlass“ von 1972 in Baden-Württemberg – Vorbedingungen, Umsetzung und Wirkungsgeschichte
2026 jährt sich zum 35. Mal der Beschluss der baden-württembergischen Landesregierung von 1991 zur Abschaffung der Regelanfrage beim Verfassungsschutz auf Grundlage des „Radikalenerlasses“. Dieser war 1972 unter Bundeskanzler W***y Brandt ausgearbeitet worden, um potentiell Rechts- und Linksradikale, sog. Verfassungsfeinde, aus dem öffentlichen Dienst fernzuhalten. Im Südwesten hatte seit 1973 eine eigene besonders strenge Variante des „Radikalenerlasses“ bestanden, der sog. „Schiess-Erlass“, wodurch das CDU-geführte Baden-Württemberg „schwarze Berufsverbotsprovinz“ getauft wurde. Die individuellen Folgen für die oftmals jungen linken Betroffenen des „Radikalen“- und „Schiess-Erlasses“ waren zum Teil schwerwiegend, und im gesamtgesellschaftlichen Rahmen überwog eher der Eindruck von „Duckmäusertum“ und Verunsicherung als von effektivem Schutz der Demokratie mittels der Bekämpfung von Extremismus.
Der Vortrag von Mirjam Schorr, M. A. (Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fritz-Bauer-Institut, Frankfurt a. M.) skizziert die Geschichte des „Radikalenerlasses“ im Südwesten und fragt dabei nach seinen regionalen Besonderheiten. Ein Augenmerk liegt dezidiert auf der Veranschaulichung von Fallbeispielen aus dem badischen Raum, um die Perspektive der Betroffenen mit aufzunehmen.
📍 Ort: Campus Karlsruhe der FernUniversität in Hagen
Seminarraum ELSASS (2. OG)
Kriegsstraße 100
76133 Karlsruhe
🛜 Onlineteilnahme: https://e.feu.de/gespraeche
🗓️ Zeitpunkt: Mittwoch, 11. Februar 2025 (18-20 Uhr)
📩 Freier Eintritt