Königswarthaer Geschichtsverein RAK e.V.

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Königswarthaer Geschichtsverein RAK e.V. Zweck des Vereins ist die Förderung der Heimatpflege und Heimatkunde sowie die Förderung von Kunst und Kultur.

RAK steht für das sorbische Wort Krebs und findet sich in unserem sorbischen Ortsnamen Rakecy wieder. Wir wissen alle, dass die sorbische Sprache, Kultur und Geschichte insgesamt für das Leben unserer Vorfahren prägend war und uns und unseren Nachkommen, gerade auch heute, wieder neue Chancen für die Gestaltung der Zukunft offen hält. Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch:

- Aneignung und Aufarbeitung der Geschichte von Königswartha mit seinen Ortsteilen
- Förderung der sorbischen Traditionen, Sprache und Kultur
- Erhaltung und Restaurierung von kunst- und kulturgeschichtlichen Zeugnissen
- Unterstützung der Heimatstube mit kunst- und kulturgeschichtlichen Dokumenten
- Erstellung und Fortschreibung der Ortschroniken von Königswartha und seinen Ortsteilen
- Durchführung von Ausstellungen, Lesungen und Informationsveranstaltungen zur Ortsgeschichte und der Region. Der Verein ist selbstlos tätig, er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus den Mitteln des Vereins. Keine Person darf durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen oder durch Ausgaben, die dem Zweck des Vereins fremd sind, begünstigt werden. Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke.

14/08/2026
Liebe Geschichtsfreunde,zur Kultur, die es in Königswartha „früher“ reichlich gab, haben wir noch intensiv zu recherchie...
30/07/2026

Liebe Geschichtsfreunde,

zur Kultur, die es in Königswartha „früher“ reichlich gab, haben wir noch intensiv zu recherchieren; wir berichten darüber wieder zu einem späteren Zeitpunkt.
Heute haben wir uns nachstehendes Thema vorgenommen und hoffen, dass wir Sie damit gut unterhalten:

Die „Apotheke am Markt“ in Königswartha

Im Jahre 1834 begannen in Königswartha Bestrebungen und Untersuchungen zur Einrichtung einer Apotheke.
Im Jahre 1838 verkaufte der damalige Gutsherr Ferdinand von Rabenau dem Apotheker Carl Gustav Eduard Billig die alte Schänke am Markt für 1050 Taler zwecks Einrichtung einer Apotheke.
Diese wurde noch im Jahr 1838 eingerichtet und eröffnet.
Der Apotheker Billig verstarb bald nach der Gründung. Sie wurde daraufhin von den Erben an den Apotheker Carl Wilhelm Facius verkauft und der Fortbestand als Apotheke war gesichert. Diesem wurde im Jahre 1839 von der Kreisdirektion des damaligen Gesundheitswesens der Pflichtschein (Apotheken-Betriebserlaubnis) ausgestellt. Diese fungierte als formelle Bestätigung seiner Qualifikation und seiner Bindung an die Sächsische Medizinal-Ordnung.
Die Apotheke stand unter der Aufsicht der Gutsherrschaft Königswartha und der Pflichtschein diente als Dokument gegenüber den Gutsbesitzern um das Fortbestehen des Apotheken-Privilegs zu sichern. Die Familie Facius war mehrere Jahrzehnte in Königswartha und betrieb die Apotheke.
Aus Berichten des Jahres 1932 geht hervor, dass in der Gegend um Königswartha medizinische Blutegel (nicht zu verwechseln mit den von Tierhaltern gefürchteten Leberegeln) in großer Anzahl vorkamen, weil es eine sehr feuchte Gegend war und Blutegel wasserbewohnende Ringelwürmer sind. Zur damaligen Zeit spielten sie in der Medizin eine bedeutende Rolle. Sie wurden gesammelt und teilweise auch gezüchtet. Dafür gab es in Sachsen sogar Prämien.
Ein bekannter Sammler in Königswartha war Herr Schlicke, er verkaufte die gesammelten Blutegel an die hiesige Apotheke. Der Zoologe Heinrich Dathe, uns bekannt als Direktor des Tierparks Berlin-Friedrichsfelde, interessierte sich sehr für die Blutegel. Zusammen mit Rudolf Zimmermann, dem Ornithologen und Tierfotografen, der im Sommer immer im Gasthof Entenschenke wohnte, begab er sich auf die Suche nach Blutegeln in unserer Gemeinde. So war er auch am 06. und 07. Juli 1939 in Königswartha um an Blutegeln zu forschen (aus Mitteilungen des Vereins Sächsischer Ornithologen 8/1998). Medizinische Blutegel sind wegen Übernutzung und Lebensraumverlust heute fast ausgestorben und deshalb streng geschützt. In der Medizin dürfen nur noch gezüchtete Blutegel verwendet werden.
Auszug aus dem Brigadetagebuch:
1. März 1982
30 Jahre – Staatliche Apotheke Königswartha
Kranke Menschen hat’s zu allen Zeiten gegeben und natürlich auch den Wunsch, ihnen zu helfen, zu lindern, zu heilen!
Im 13. Jahrhundert versteht man unter einer Apotheke einen Verkaufsraum, die Offizin mit den dazugehörigen Herstellungsräumen, den Laboratorien.
Die Apotheke in Königswartha wurde im Jahr 1952 verstaatlicht. Damals waren die Räumlichkeiten noch nicht so schön angeordnet wie heute. Einige Räume gehörten zur Apotheke, einige dem damaligen Leiter Herrn Grimm.
Für die Kolleginnen war die Arbeit in jeder Beziehung sehr umständlich. Für ein Jahr, 1958 – 1959, leitete Herr Teubner die Apotheke. 1960 kam dann Frau Petasch nach Königswartha. Während ihrer Leitung wurde die Apotheke so umgebaut wie sie heute besteht. Die privaten Räume entstanden im oberen Geschoß, die Apothekenräume erhielten eine übersichtliche Anordnung: Offizin und Rezeptur, Defektur und Büroräume, Apothekenleiterzimmer, Warenlagerräume, Spülraum.
Seit April 1979 ist Frau Zeh die Leiterin der Apotheke.
Mit 5 Kolleginnen hat sich ein gutes Kollektiv entwickelt, das am 1. März 1982 die 30-jährige Verstaatlichung der Apotheke Königswartha feiern kann.
gez. Wieder Auszug-Ende
Defektur: Eine Defektur ist ein Arzneimittel, das die Apotheke im Voraus für häufige ärztliche Verschreibungen herstellt, bis zu 100 abgabefertige Packungen pro Tag, ähnlich einem Fertigarzneimittel, aber mit strengen Dokumentations- und Prüfanforderungen nach der Apothekenbetriebsordnung.
Spülraum: Ein Spülraum in einer Apotheke ist ein funktionaler Bereich, oft Teil des Labors oder der Herstellung, der für die Reinigung, Desinfektion und Sterilisation von Geräten (wie Mörser, Stempel, Fläschchen, Infusionsflaschen) und die Hygiene des Arbeitsumfelds dient…).

Auszug aus dem Brigadetagebuch von 1984 (150 Jahre Apotheke Königswartha):
„Frau Zeh, die die letzten 38 Jahre (am 1.3.) unserer Apotheke konzentriert miterlebte, kann uns auch manches, was sie selber erlebte, berichten. Frau Zeh arbeitete mit den Apothekenleitern Otto, Klötzer („Magister“) bis 1952 und Grimm (bis 1958) zusammen.

- Apotheker Grimm mit Frau Zeh - (siehe Bild 1)
Frau Zeh kann sich gut daran erinnern, daß sie in den ersten Jahren nichts gelernt, sondern nur gearbeitet, Staub gewischt, private Aufträge für die Apotheker erledigt und unendlich viel Leinsamen abgefasst hat. Wohn- und Arbeitsräume waren völlig anders aufgeteilt, als es jetzt der Fall ist. Unser Rezepturenraum („Labor“) war früher Privatküche, unser Apothekenleiter- und Belegschaftsraum war das Wohnzimmer. Auch Dienstmädchen der ersten Apotheker lernte Frau Zeh noch kennen.
Jalousien gab es damals noch nicht. Die Fensterläden wurden jeden Abend mit Eisenstangen und Vorhängeschloss verriegelt.
Im Jahre 1958 begann unser jetziger Direktor des Pharmazeutischen Zentrums Bautzen, Herr OPhR Teubner, hier seine Tätigkeit und könnte aus dieser Zeit sicher auch einiges berichten.
Von 1960 bis 1978 war Frau Petasch unsere Apothekenleiterin. In diesen 18 Jahren hat sie in Königswartha auch viel erlebt.
Frau Sabine Zeh, unsere jetzige Apothekenleiterin, übernahm am 1. April 1979 die Apotheke, nachdem Frau Sickert, von Neschwitz aus, die Leitung mit übernommen hatte (für ½ Jahr).
Frau Ebert, die seit 1967 der Apotheke als Reinigungskraft die Treue gehalten hatte, verließ uns im Oktober 1987, nachdem sie im Juli Rentnerin geworden war. Auch sie hat ein Stück „Geschichte der Apotheke“ miterlebt.
Da ein genauer Tag der Gründung nicht auszumachen ist, wird auch an keinem bestimmten Tag gefeiert. Doch mit der Gestaltung unseres großen Offizinregals versuchen wir Patienten und interessierte Besucher unseres Ortes sowie „Ortsansässige“ auf die 150jährige Geschichte der Apotheke Königswartha aufmerksam zu machen.“ Auszug-Ende
PS: 1838 Eröffnung / 2026 = 188 Jahre Bestehen unserer Apotheke
Offizin: Die Offizin - lat. officina = “Werkstätte” oder ”Arbeitsraum”- ist ein Arbeitsraum in einer Apotheke.

Bilder haben wir leider von den Anfängen nicht, aber vielleicht sah es im Verkaufsraum schon so ähnlich aus, wie auf dem Bild mit der damaligen Leiterin Frau Petasch und ihren Mitarbeiterinnen siehe Bild 2).

So kennen vielleicht noch einige die Apotheke; auf dem Schild stand damals „Apotheke“ und „lěkarnja“ – daneben der Torbogen des heutigen Verkaufsraumes der Bäckerei Dörfer (siehe Bild3).
Seit Dezember 1997 ist Frau Andrea Springer Inhaberin der Apotheke am Markt.
Wir wünschen uns für die Zukunft, dass wir bei Frau Springer und ihren Mitarbeiterinnen auch weiterhin Rezepte einlösen, Arzneimittel bestellen und Medikamente kaufen können und das alles, wie gewohnt, bei freundlicher Bedienung und persönlicher Beratung.
Quellen: Chronik von Johannes Ssyckor – Auszüge aus dem Brigadebuch der Apotheke –
Recherchen von A. Rentsch und A. Hager

War dieser historische sächs.-preuß. Grenzstein Nr. 100, im Oppitzer Wald, nur jemandem im Wege oder soll er künftig als...
20/03/2026

War dieser historische sächs.-preuß. Grenzstein Nr. 100, im Oppitzer Wald, nur jemandem im Wege oder soll er künftig als Schmuckstück in einem privaten Grundstück stehen? Letzteres wäre eine Straftat!

Adresse

Am Gässel 1
Königswartha
02699

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