17/06/2026
Guten Morgen liebe Graftenfreunde!
Nach fast 9jähriger Tätigkeit an den Graften können wir glücklicherweise sagen, dass die Jeveraner/innen zu fast 100% hinter dem stehen, was wir machen. Wir wissen allerdings auch, dass es eine Handvoll Menschen gibt, denen das alles nicht gefällt und die einiges an den Graften als störend empfinden.
Klar muss es auch die geben und grundsätzlich haben wir auch kein Problem damit. Es werden in diesem Zusammenhang allerdings manchmal Aussagen getroffen, die nicht stimmen und die wir hier gerne aufklären würden.
Heute möchten wir uns mit der Frage beschäftigen: Locken wir mit dem Füttern bzw. dem Körnerfutter Ratten an?
Natürlich haben auch wir "klein" angefangen, aber uns in "unsere" wie Materie - wie wir finden - ziemlich gut eingearbeitet und umfangreiche Kenntnisse erworben.
Wer uns kennt, der weiß, dass wir uns mit dem Thema "Richtiges Füttern" breit und ausgiebig beschäftigt haben, denn falsches Füttern schadet mehr als es nützt.
Wir klären daher regelmäßig darüber auf, dass Füttern mit Brot oder anderen Essensresten nicht nur schädlich und ungesund ist, sondern auch andere Schädlinge anlocken kann. Daher haben wir auch schon diverse Futterhinweis-Schilder angebracht, die aber leider zerstört wurden. Deswegen setzen wir auf die direkte Ansprache.
Die Tiere essen die ungeeigneten Lebensmittel wie Kuchen, schimmeliges Brot, Chips oder Mettwurst sowieso nicht. Glücklicherweise sind diese oft auch noch gut gemeinten Hinterlassenschaften im Laufe der Jahre immer weniger geworden.
Aber auch wenn manchmal Essensreste an der Graft entsorgt werden, liegen diese in der Regel nicht lange dort, weil wir sie entweder selber schnellstmöglich entfernen oder ein anderer Graftenfreund tätig wird. Somit können auch keine unerwünschten Futterräuber angelockt werden.
Wir füttern ausschließlich artgerechtes Körnerfutter, welches aus Getreide, Hafer, Gerste, Mais und Muschelstückchen besteht. Dieses Futter ist ein Ergänzungsfutter und wird – wie der Name schon sagt – jahreszeitlich oder medizinisch bedingt zugefüttert.
Es gibt keine festen Futterstellen, die laufend Tag und Nacht befüllt sind. Wir füttern immer kontrolliert, d.h. nur soviel, wie die Tiere auch essen. Am besten klappt das Füttern aus den Dosen, welches wir seit Jahren praktizieren, denn dann bleiben keine Reste an der Graft liegen. Das kontrollierte Füttern ist übrigens mit der Stadt Jever abgesprochen und daran halten wir uns auch gerne, um mögliche Gefahren von den Tieren fernzuhalten.
Zurzeit füttern wir nur an der Pferde- und Prinzengraft, und da gilt unsere größte Aufmerksamkeit dem Seniorganter Gustav, da er Arthrose hat und das Futter Kalzium in Form von Muschelgritt enthält, was gut für Gelenke und Knochen ist. Der Gesundheitszustand von Gustav hat sich so in den letzten Jahren sehr verbessert und er muss keine Medikamente mehr nehmen.
Natürlich futtern manchmal auch einige der anderen gefiederten Freunde mit, aber das ist nicht regelmäßig der Fall. Die Tiere signalisieren schon sehr genau, ob sie Bedarf haben oder nicht. Schlafen sie, lassen wir sie schlafen, schwimmen sie, lassen wir sie in Ruhe. Wir schütten dann auch kein Futter irgendwo hin nach dem Motto: „Dann können sie es ja später noch futtern!“ Es kann also gut sein, dass wir bei unseren Runden auch gar nichts „loswerden“.
Dringlicher ist das, wenn die Tiere kein natürliches Futter mehr finden. Das ist z.B. im Winter der Fall oder wenn die Sonne die Rasenflächen extrem austrocknet. Auch, wenn die Wasservögel-Damen Eier legen bzw. Brüten, ist ein Futterzusatz fördernd, da die Weibchen einen erhöhten Bedarf an Vitaminen und Kalzium haben. Vor kurzem haben wir es bei einer Ente erlebt, dass diese nur aufgrund dieser Mängel plötzlich nicht mehr laufen konnte.
Die Zeit an den Graften nutzen wir allerdings immer, um dort alles schön sauber zu halten, deswegen ist im Laufe der Zeit aus unserer „Fütter-Runde“ auch eine „Ich-schau-mal-nach-dem-Rechten-Runde geworden“, bei der wir Futter- bzw. Essensreste von anderen, Müll und Zigarettenkippen aufsammeln, die Kothaufen (übrigens auch die der Hunde) entfernen, große Äste aus dem Weg räumen, damit alle gut laufen können, und unsere Kippendosen verteilen.
Wenn wir die Graft abends verlassen, ist sie „besenrein“. Um also noch einmal die o.a. Frage zu beantworten: Nein, wir vom Graften-Team locken mit unserem Verhalten garantiert keine nachtaktiven Ratten an.
Wir wünschen allen Graftenfreunden eine schöne Wochenmitte! 😘