25/05/2026
➡️Pferde sind Dauerfuttersucher⬅️
Sie verbringen in der Natur fast 16 Stunden damit, ihr Futter im langsamen Vorwärtsbewegen hauptsächlich vom Boden zu suchen. Dies und auch das Abrupfen, Selektieren, Tasten und Riechen ist wichtig für sie und trägt zum allgemeinem Wohlbefinden und gut funktionierendem Verdauungssystem bei.
Doch leider sieht die Realität heute oft anders aus. In vielen Pensionsställen werden die Pferde aus Personal- und Kostengründen lediglich morgens und abends mit Heu versorgt. Sollte das Heu doch unbegrenzt zur Verfügung stehen, müssen sich Besitzer leichtfuttriger Pferde dennoch meistens Sorgen machen, denn die Pferde stehen dann oft vor vollen Raufen und bewegen sich kaum - auch das ist nicht wirklich artgerecht - ebenso wenig, wie viel zu stark begrenztes Raufutter.
Wie also kann man das Heu bedarfsgerecht rationieren und gleichzeitig die Fressdauer möglichst weit ausdehnen?
Eine einigermaßen alltagstaugliche Variante: das Heunetz.
Doch die Stimmen gegen die Heunetze werden laut - und das mit Berechtigung!
Zu Engmaschig, zu großmaschig, auf falscher Höhe angebracht, aus dem falschen Material. Damit Verletzungen z. B. durch ein Hängenbleiben mit den Hufen vermieden werden, sollten die Heunetze am besten in Brusthöhe des Pferdes aufgehängt werden. Doch gerade dann ist klar, dass allein schon diese Höhe alles andere als positiv für das Pferd ist. Dauerhaft führt das zu einer Überstrapazierung der Hals- und Kiefermuskulatur. Besteht das Netz aus Nylon ist es zudem nicht gut für die Zähne.
Wichtig ist also:
- Baumwollnetze mit nicht zu engen Maschen nutzen, damit das Pferd das Heu zupfen kann, ohne ständig mit den Zähnen an dem Material zu reiben.
- Die Maschen sollten nicht so groß sein, damit es mit dem Huf nicht drin hängen bleiben kann.
- Die Höhe der Anbringung sollte gut durchdacht sein.
- Eine Nutzung bei beschlagenen Pferden wird abgeraten.
- Auch bei Fohlen und Minishettys ist von einer Fütterung über Heunetze abzusehen.
Dennoch sollte man immer alles von beiden Seiten beleuchten!
Pferde stundenlang OHNE Raufutter, oder an vollgestopften Raufen ohne ausreichend Bewegung stehen zu lassen, kann keine Lösung sein. Manchmal sind einfach Kompromisse erforderlich.
Die beste Lösung in solchen Fällen ist jedoch immer: Mehrere kleine Heurationen über den Tag aus bodennahen Raufen oder direkt vom Boden an mehreren Stellen verteilt. Es ist alles eine Sache des Zeit Managements und der Organisation.
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