07/01/2026
Halbjahresprogramm 1/2026 Historischer Verein Ingelheim
18 Uhr, Dienstag 20.01., Museum bei der Kaiserpfalz, Dr. Zsolt Török Győző, Institut für Kartographie und Geoinformatik, Eötvös Loránd Universität Budapest: Sebastian Münsters Kosmos – Perspektiven zur Kartierung und Abbildung
Anlässlich des 538. Geburtstags Sebastian Münsters widmen wir uns dem Herstellungsprozess der Karten im Werk des gebürtigen Ingelheimers. Mit seiner »Cosmographia« schuf er eine einzigartige Verbindung von Text und Bild – eine anschauliche Beschreibung der Welt, in der Karten eine zentrale Rolle spielen. Sie sind nicht bloß Beigaben, sondern zeigen, wie die Menschen der Renaissance ihre Welt neu zu verstehen begannen. Der Vortrag lädt dazu ein, diese Karten und Darstellungen mit frischem Blick zu betrachten und ihre Bedeutung für die Entwicklung der Kosmographie neu zu entdecken. Besonders Münsters Beziehung zum siebenbürgisch-sächsischen Reformator Johannes Honterus eröffnet neue Einblicke in die Entstehung seiner Karten und in die intellektuellen Netzwerke seiner Zeit. Begeben Sie sich auf eine Entdeckungsreise in Münsters Kosmos und entdecken Sie die Geheimnisse seiner Karten neu. Eine Kooperationsveranstaltung mit dem Museum bei der Kaiserpfalz. Telefonische Anmeldung im Museum: 06132/714701 ([email protected])
19 Uhr Dienstag, 10.02., WBZ, Dr. Joachim Gerhard, Erster Vorsitzender Historischer Verein Ingelheim: Ingelheim auf dem Weg ins 19. Jahrhundert
In einer Zeit verschiedener Umbrüche wird die Entwicklung Ingelheims, mit Schwerpunkt Ober-Ingelheims, von der nachnapoleonische Ära bis zum Ende des 19. Jahrhunderts aufgeblättert. Dabei wird auch der Bedeutungswandel der Orte Ober- und Nieder-Ingelheim aufgezeigt, der maßgeblich durch die Industrialisierung in der Mitte des 19. Jahrhunderts verursacht wird.
19 Uhr Dienstag 10.3., WBZ, Mitgliederversammlung
15 Uhr, Samstag, 21.03., Heidesheim, Kirche St. Philippus und Jakobus, Christian Müller, Vorstandsmitglied Historischer Verein Ingelheim: Vergangen, verborgen, verkannt? Historischer Spaziergang durch Heidesheim
Heidesheim, seit 2019 Stadtteil von Ingelheim, kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken. Vieles aus vergangenen Zeiten mag uns heute verborgen erscheinen, das Potenzial mitunter verkannt sein. Und dennoch oder gerade deswegen: Heidesheim hat Einiges zu bieten! Erleben Sie auf diesem ausgedehnten Spaziergang das "alte" Heidesheim mit seinen Geschichten und Ereignissen, die diesen Ort geprägt haben. Von der Burg bis zur Schlossmühle. Von einer lebendigen Festkultur bis zu politischen Machtkämpfen und Nachspielen. Von Erfolgen und Niederlagen. Ein spannender Spaziergang für alle, die Heidesheim neu oder auf den zweiten Blick entdecken möchten, mit besonderem Fokus auf die vielseitige Epoche des 19. und 20. Jahrhunderts. Startpunkt des Spaziergangs ist der Haupteingang der Kirche St. Philippus und Jakobus.
19 Uhr Mittwoch 22.4., WBZ, Vortrag André Madaus, M.A.: „Römischer Schmuck aus Ingelheim – Fibeln als Schutz vor bösen Geistern?“
Ab dem späten 1. Jh. entwickelten sich im gallo-römischen Raum aus den ursprünglich zum Zusammenhalten der Kleidung getragenen Gewandspangen wahre Schmuckstücke. Die meist kleinen, aber oftmals aufwändig gestalteten und prächtig mit Glas, Silber, Bein oder Niello-Einlagen verzierten Fibeln ähneln unseren heutigen Broschen. Es ist jedoch unklar, ob sie nur zur Zierde getragen wurden, oder noch andere Funktionen hatten: Objekte wie die in einer römischen Villa rustica bei Großwinternheim gefundenen emaillierten Fibeln in Gestalt einer Schuhsohle und einer extrem seltenen Säge könnten auch als unheilabwehrende Zeichen oder Bekenntnis zu einer Berufsgruppe (Zimmerleute) getragen worden sein. Der Vortrag findet im Rahmen des Römerjahres des Landkreises Mainz-Bingen statt. Höhepunkt ist der zentrale Römertag am Sonntag, 26. April.
19 Uhr Dienstag 05.5., WBZ, Vortrag Prof. Dr. phil. Peter Haupt, Johannes Gutenberg-Universität Mainz: Unser römisches Erbe und was wir daraus machen (können)
Die antiken Römer haben eine andere Sprache gesprochen, betrieben Sklaverei und lebten in einem politischen System, das dem der nationalsozialistischen Diktatur sehr viel näher war als unserer freiheitlichen Demokratie. Trotzdem erscheint uns ihre Kultur seltsam vertraut und irgendwie wertvoll. Römischer Müll wird in Museen ausgestellt, römische Ruinen werden genauso geschützt, als wären es barocke Schlösser. Im Vortrag wird den Gründen hierfür nachgegangen und aufgezeigt, wie sich der Blick auf das römische Erbe im Laufe der Zeit gewandelt hat. Zudem wird abgewogen, welche Vor- und Nachteile unser Blick auf die alten Römer für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft hat. Der Vortrag findet im Rahmen des Römerjahres des Landkreises Mainz-Bingen statt. Höhepunkt ist der zentrale Römertag am Sonntag, 26. April.
19 Uhr Mittwoch 10.6., WBZ, Matylda Gierszewska-Noszczyńska M.A., M.Sc., Forschungsstelle Kaiserpfalz: Was Pippin gesehen hätte, wenn er in Ingelheim gewesen wäre?
Diese provokative Frage zu Beginn des Vortrages soll das Publikum auf eine Schriftquelle aufmerksam machen, die von einer möglichen Begegnung des Königs Pippin mit dem Mainzer Erzbischof L*llus im Jahr 754/755 in Ingelheim berichtet. Der Vortrag nimmt dieses Zusammentreffen zum Ausgangspunkt, um die Siedlungstopographie Ingelheims um die Mitte des 8. Jahrhunderts zu beleuchten: Wie sahen die Siedlungen, Gräberfelder, Sakralanlagen und der Königshof aus – und welche Veränderungen prägten diese Lebensräume? Er knüpft an Impulse aus dem Ausstellungsrahmen „447. Ein fränkischer Krieger auf dem Weg ins Jenseits“ an und stellt neue Erkenntnisse zu den frühmittelalterlichen Transformationsprozessen und zur Dynamik der Besiedlung vor. Kooperation mit der Forschungsstelle Kaiserpfalz