31/05/2026
Das Haus wurde 1823 in Woringen als Austragshaus erbaut und kam 1977 nach Illerbeuren – aufgebaut durch Benno Krell, Hermann Zeller und 5 Helfern.
Das Haus hat mich fasziniert, weil es so klein und überschaubar ist, weil ich mir vorstellte, wie es wohl war, im Alter im eigenen Tiny-Haus zu wohnen, welches drei Außenwände und daher hohen Heizbedarf hat. Wie es wohl war, im Alter mit offenem Feuer zu kochen und zu heizen. Wer hat das Holz gemacht und wie kamen die von harter Arbeit gezeichneten betagten Menschen die steile Stiege hinauf?Fasziniert hat mich stets das Foto der letzten Bewohnerin Maria sowie der multifunktionale Kinderwagen.
Die Bewohner betrieben noch bis ins Alter eine Hucklerei; so bezeichnete man Kleinhändler, die mit ihrem Korb huckepack übers Land zogen oder im kleinen Laden verkauften.
Diese dörfliche Struktur kleiner Läden wollte man zeigen. Krell und Zeller fügten damals den Anbau um 3,60 m hinzu. Ziel war es d “Handel auf dem Land“ zu vermitteln. Das Ensemble Hucklerei / Laden sowie das Backhaus sollte auch die ländliche Versorgungsinfrastruktur zeigen bzw. zeigt es ja bis heute.
Und so kennen den Anbau auch noch viele Besucher und Besucherinnen – als kleinen Krämerladen mit heimischen Produkten wie Seife oder Bürsten: Doch die Zeiten wandeln sich. Das zeigt das Schwäbisches Freilichtmuseum Illerbeuren nun plakativ. Anstelle des eingerichteten Wohraumes, in dem man die Zeit und Atmoshpäre auf sich wirken lassen konnte, wird nun erklärt. Die Nutzungsänderung spiegelt die heutige Dorfsituation wider.
Die meisten Dorfläden sind verschwunden, eine Versorgungsinfrastruktur in Dörfern muss man mancherorts suchen. Wie schön, dass Illerbeuren noch über Bäcker, Wirtshäuser oder die Raiba verfügt.
Das Museumsteam widmet heute den ehemaligen Laden einer neuen Ausstellung: Wie will ich wohnen, wie schaut wohl meine Zukunft aus? Der Raum ist zugleich zu einer Ruheoase für Familien geworden.