Schutzstation Wattenmeer

Schutzstation Wattenmeer Seit über 60 Jahren schützen wir mit praktischer Arbeit und Umweltbildung das Wattenmeer.

Meldorfer Bucht im NDR und live erleben"Landpartie" im TV und Vogelexkursion am 12.9.Vorgestern lief im NDR die “Landpar...
08/09/2026

Meldorfer Bucht im NDR und live erleben
"Landpartie" im TV und Vogelexkursion am 12.9.

Vorgestern lief im NDR die “Landpartie Meldorfer Bucht”, bei der u. a. unsere Freiwilligen der Station “Wattwurm” bei Vogelzählungen im Speicherkoog begleitet werden. Zwischen den Minuten 1:05:44 bis 1:12:32 erläutern Annika, Sophie und Kevin ihre Arbeit und einge Besonderheiten der von ihnen betreuten Schutzgebiete.

Einige Fotos aus dem Juni und Juli zeigen, mit welchem Aufwand die Dreharbeiten betrieben wurden. Zeitweise waren vier Kameras gleichzeitig auf unsere Freiwilligen gerichtet. Zugleich hatte die Tonfrau alle drei mit persönlichen Mikrofonen ausgestattet und fing mit dem großen auch Wind und Vogelstimmen ein.
Zur Sendung in der ARD-Mediathek:
https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL25kci5kZS9wcm9wbGFuXzE5NjM4NDc2M19nYW56ZVNlbmR1bmc

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Gemeinsame Vogelexkursion am 12. September

Am kommenden Samstagnachmittag kann man bei unserer Exkursion zum Mitgliedertag auch selber die Vogelwelt und die Herbststimmung des Speicherkoogs erleben. Es geht u. a. zum im NDR gezeigten Odinsloch und weiter nach Norden zum Wöhrdener Loch. Neben den typischen weißen Löfflern sollten auch Schwärme skandinavischer Goldregenpfeifer und weiterer nordischer Zugvögel zu sehen sein. Besonders sind hier auch die roten Quellerwiesen im Binnenland, die durch unter dem Seedeich hindurch sickerndes Salzwasser zustande kommen.

Die Exkursion startet am Samstag, 12. September, um 15:00 Uhr an der Nationalpark-Station “Wattwurm”
im Meldorfer Speicherkoog. Auch Freundinnen und Freunde der Schutzstation Wattenmeer sind herzlich hierzu eingeladen. Zu genaueren Planung bitten wir um zeitnahe Anmeldung unter www.schutzstation.de/exkursion.

Zur Station "Wattwurm" im Meldorfer Speicherkoog:
https://www.schutzstation-wattenmeer.de/unsere-stationen/meldorfer-speicherkoog/

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Ins Watt zur Aktionswoche Biologische VielfaltStrandastern, Vögel und WattwürmerDuftende Strandastern auf Sylt, Amrum od...
07/09/2026

Ins Watt zur Aktionswoche Biologische Vielfalt
Strandastern, Vögel und Wattwürmer

Duftende Strandastern auf Sylt, Amrum oder Nordstrand, Vogelschwärme an der Föhrer Küste, Wattwanderungen für Kinder oder Erwachsene. Zur “Aktionswoche Biologische Vielfalt” bieten unsere Teams noch bis zum kommenden Sonntag (13. September) wieder ganz unterschiedliche Veranstaltungen an. Im Nationalpark-Haus Wyk / Föhr ist auch eine Fütterung der Aquarientiere Teil des Programms.
Es lohnt sich, einmal in der Veranstaltungsübersicht zu stöbern: https://www.aktion-naturerlebnis.de/aktionswoche-biologische-vielfalt/veranstaltungen/
Einfach als Region “Nordfriesland” auswählen und ggfs. über den Browser nach “Schutzstation” suchen :-)

Die ganze Vielfalt unseres Angebots findet man ansonsten in unserem Gesamtkalender:
https://www.schutzstation-wattenmeer.de/veranstaltungen/
oder auf den Seiten der einzelnen Stationen:
https://www.schutzstation-wattenmeer.de/unsere-stationen/

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"Wattenmeer"-Heft 2026 Nr. 3Kleiner Falter macht Probleme, Pflanzengallen, 30 Fahrten nach HoogeDie jüngste Ausgabe unse...
04/09/2026

"Wattenmeer"-Heft 2026 Nr. 3
Kleiner Falter macht Probleme, Pflanzengallen, 30 Fahrten nach Hooge

Die jüngste Ausgabe unserer Zeitschrift ist gerade ausgeliefert worden. Im Editorial fordert Hans-Ulrich Rösner, das aktuelle Stilllegungsprogramm für Krabbenkutter mit der Vergrößerung fischereifreier Zonen zu verbinden. Nur so hätten die Bundesmittel auch einen greifbaren Effekt für die Nationalparke.

Außerdem geht es um einen bizarren Nachtfalter, mit dessen Raupen und ihren Haaren sich ganze Abteilungen in den Naturschutzbehörden beschäftigen. Darüber hinaus stellen wir auch hier das Thema Pflanzengallen vor.

Jubiläen gibt es ebenso zu vermelden: Eine Professorin aus Heidelberg berichtet über 30 Jahre Studienfahrten nach Hooge. Damit verknüpft ist eine Spendenbitte für neue Technik in der dortigen Ausstellung.
50 Jahre nach ihrer Dienstzeit waren jetzt zwei ehemalige Zivis von Westerhever wieder am Turm. Ein schöner Bericht schlägt die Brücke von den einfachsten Anfängen des Stationsbetriebs bis zum heutigen Seminarhaus.
Nicht zuletzt berichten wir vom Amrumer “Häkel-Korallenriff” und stellen den neuen Freiwilligenjahrgang im Bild vor.

Zeitschrift “Wattenmeer”

Das “Wattenmeer”-Heft erhalten Mitglieder und Menschen, die unsere Naturschutzarbeit mit Spenden oder regelmäßigen Förderbeiträgen unterstützen, viermal jährlich kostenlos per Post. Hier geht es zur Übersichtsseite mit dem Inhaltsverzeichnis und einigen bereits online verfügbaren Artikeln. Auf dieser Seite stehen auch alle älteren Ausgaben von "Wattenmeer" komplett zum Download.

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Update: Stelle Stationsleitung Wyk / FöhrInteressanter Arbeitsplatz auf der Insel29.08.2026Ab sofort suchen wir in Vollz...
29/08/2026

Update: Stelle Stationsleitung Wyk / Föhr
Interessanter Arbeitsplatz auf der Insel

29.08.2026

Ab sofort suchen wir in Vollzeit eine

Betriebs- und Stationsleitung (m/w/d)
für das Nationalpark-Haus Wyk
sowie die Schutzstation Wattenmeer auf Föhr.


Die Aufgabengebiete umfassen:

Leitung des Nationalparkhauses auf Föhr

Betriebsleitung des Nationalpark-Hauses
Mitarbeit im Ausstellungsbetrieb
Konzeption und Durchführung von Veranstaltungen im Nationalpark-Haus
Weiterentwicklung der Ausstellung sowie unseres Veranstaltungsangebots
Verwaltungs- und administrative Aufgaben, Kommunikation mit Projektpartnern
Leitung der Schutzstation Wattenmeer auf Föhr

Anleitung des Teams (Personalplanung, Veranstaltungsplanung, usw.)
Durchführung von Personalgesprächen und Auswahlgesprächen zur Gewinnung neuer Freiwilliger
Sicherstellung einer positiven Arbeitsatmosphäre für das gesamte Team
Ansprechpartner:in für alle Kooperationspartner (Stadt Wyk, Föhr Tourismus GmbH, usw.)
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Wir erwarten:

ein Studium im Bereich der Biologie, Umweltbildung, Tourismus oder Marketing
Erfahrungen in der Anleitung und Führung von Mitarbeiter:innen
Teamfähigkeit, Flexibilität, Einsatzbereitschaft und Organisationsgeschick
Souveräne Kommunikationsfähigkeit in Wort und Schrift, gepaart mit einer hohen digitalen Kompetenz
Wir bieten:

einen Arbeitsplatz in direkter Nähe zum Weltnaturerbe Wattenmeer
ein hochmotiviertes Team, das sich für Naturschutz und Umweltbildung begeistert
flache Hierarchien und ein tolles Arbeitsumfeld auf Föhr


Das Arbeitsverhältnis ist zunächst auf zwei Jahre befristet, eine Verlängerung wird angestrebt. Dienstort ist Wyk auf Föhr.

Wir bitten Sie um eine Bewerbung per E-Mail (nicht größer als 4 MB) umgehend an: bewerbung(at)schutzstation-wattenmeer.de. Rückfragen zur ausgeschriebenen Stelle an Björn Marten Philipps unter 0151 - 22281583 oder per Mail an b.philipps(at)schutzstation-wattenmeer.de.

Seit 1972 gibt es auf Föhr eine Einsatzstelle, die heute mit bis zu 9 Freiwilligen des BFD bzw. FÖJ besetzt ist. Außerdem betreibt die Schutzstation Wattenmeer seit August 2022 in Kooperation mit der Stadt Wyk und der Nationalpark-Service gGmbH das Nationalpark-Haus im ehemaligen AOK Kinderkurheim.
Mehr Infos zur Station Wyk / Föhr:
https://www.schutzstation-wattenmeer.de/unsere-stationen/foehr/

Die Ausschreibung als PDF:
https://www.schutzstation-wattenmeer.de/fileadmin/schutzstation/dokumente/aktuelles/Stelle_Ltg_Foehr_NPH_202608.pdf

Die Schutzstation Wattenmeer e.V. ist ein 1962 gegründeter gemeinnütziger Naturschutzverein. Mit 18 Stationen entlang der Westküste, auf den Halligen und Inseln und über 130 Mitarbeitenden leisten wir ganzjährige, praktische Naturschutzarbeit bei der Betreuung des Nationalparks sowie aktive Umweltbildungsarbeit. Unser Ziel ist es, Verständnis und Faszination für das Ökosystem Wattenmeer und die Nordsee zu wecken und somit Schutz und Schutzbereitschaft für diese Lebensräume zu erhöhen.

Mehr: https://www.schutzstation-wattenmeer.de/

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Mittelmeerqualle auf Sylt entdecktSegelquallen mit Klimawandel in der NordseeAm Sonntag und Montag (23./24.8.2026) sind ...
25/08/2026

Mittelmeerqualle auf Sylt entdeckt
Segelquallen mit Klimawandel in der Nordsee

Am Sonntag und Montag (23./24.8.2026) sind auf Sylt erstmals in Deutschland subtropische Segelquallen (Velella velella) angespült worden. Die fremdartig aussehenden und glücklicherweise harmlosen Quallen sind offenbar im Zuge der Klimaerwärmung in die Nordsee gelangt. Schon Mitte Juli erreichte der Quallenschwarm aus dem Atlantik die Küste Schottlands. Ab Anfang August wurden Segelquallen an der Westküste Dänemarks entdeckt. Mit den Funden auf Sylt ist die Art nun erstmals auch aus Deutschland nachgewiesen:
https://www.beachexplorer.org/arten/velella-velella/steckbrief

Dazu der Meeresbiologe Rainer Borcherding von der Schutzstation Wattenmeer: “Es ist unübersehbar, dass nicht nur das Land, sondern auch die Meere sich aufheizen. Die Segelqualle ist ein harmloser Bote aus dem Süden, dem allerdings auch bald gefährliche Quallen folgen können. Sowohl die Portugiesische Galeere als auch die Mittelmeer-Leuchtqualle können sehr schmerzhafte Verbrennungen verursachen, sobald sie bei uns auftauchen. Die Segelqualle allerdings ist ein niedliches Naturwunder!”

Die nun auch auf Sylt gestrandeten Segelquallen driften wie kleine Segelboote mit Hilfe eines dreieckigen Segels über die warmen Meere. Ihr dunkelblau gefärbter Weichkörper mit Fangtentakeln an der Unterseite umschließt eine ovale Scheibe aus Chitin. Oben darauf sitzt das schräg stehende Segel, das die Qualle vorantreibt. Es gibt zwei spiegelbildliche Varianten der Qualle: Das Segel läuft von links nach rechts wie beim Buchstaben "N", oder umgekehrt wie beim dänischen "Ø". Da der Wind die Segelquallen sortiert, haben ihre Schwärme meist alle die gleiche Segelstellung. Der momentan von Schottland und Dänemark kommende Schwamm hat die Segel in Ø-Stellung.

Zur Lebensweise der Segelqualle erklärt Borcherding: “Segelquallen kommt weltweit und teils massenhaft vor, sind aber noch schlecht erforscht. Sie fangen kleine Planktonkrebse und Fischlarven und brauchen im Winter etwa 14° Wassertemperatur. Die Qualle gibt winzige Tochterquallen ab, die etwa 1000 Meter tief ins Meer tauchen, sich dort paaren und dann an der Oberfläche neue Segelquallen bilden. Es gibt mehrere Arten von himmelblauen Meeresschnecken, die aus erstarrtem Schleim Schaumflöße bilden und den Quallen hinterher segeln, um sie zu fressen. Mal sehen, ob diese Veilchenschnecken auch noch in der Nordsee auftauchen.”

Das Erscheinen wärmebedürftiger Arten in der Nordsee im Zuge des Klimawandels ist ein Phänomen, das seit Anfang des Jahrtausends beobachtet wird und sich zunehmend verstärkt. Erst an diesem Wochenende meldete das EU-Programm Copernicus mit 21,1 Grad einen neuen Höchstwert für die globale Meeresoberflächentemperatur seit Beginn der Messungen im Jahr 1979: https://www.tagesschau.de/wissen/weltmeere-rekordtemperatur-100.html

Fische, Krebse, Muscheln und andere Meeresbewohner, die früher nur westlich des Ärmelkanals vorkamen, dringen in die Nordsee vor, siedeln sich an und werden teils häufig. Diese Zuwanderung hat selten negative ökologische Wirkungen, da die südlichen Arten bereits während des gesamten Eiszeitalters immer wieder vor und zurück gewandert sind und bei ihren nördlichen Nachbarn bereits "bekannt" sind.
Ein anderes Phänomen ist die menschliche Einschleppung von Neobiota aus weit entfernten Meeren. Sie haben Konkurrenzkräfte oder bringen Krankheitserreger mit, die europäischen Arten das Leben sehr schwer machen. Graues gegen Rotes Eichhörnchen, Mink gegen Nerz, Pazifikauster gegen Miesmuschel oder das aktuell grassierende Eschensterben sind Beispiele für verheerende Auswirkungen der vom Menschen eingeschleppten Neobiota.

Beobachtungen von gestrandeten Segelquallen oder anderen Strandfunden können beim beachexplorer.org gemeldet werden. Auch die großen Portale observation.org und inaturalist, auf denen die Strandungen der Segelquallen verfolgt werden können, nehmen Fundmeldungen gerne entgegen:
https://www.beachexplorer.org/

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Westerhever - 50 Jahre danachZwei ehemalige Zivis besuchen ihre Station---1976 begannen Matthias Fanck und Christoph Zöc...
22/08/2026

Westerhever - 50 Jahre danach
Zwei ehemalige Zivis besuchen ihre Station

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1976 begannen Matthias Fanck und Christoph Zöckler ihren Zivildienst bei der Schutzstation Wattenmeer in Westerhever. Für unsere Zeitschrift “Wattenmeer” schrieben sie den folgenden Bericht über einen gemeinsamen Besuch nach fünf Jahrzehnten.

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Nach 50 Jahren ist alles anders. Die Schäferei Hinz am Deichübergang ist, wie uns erzählt wird, seit Jahren geschlossen. Das Grundstück ist verwildert; die Gebäude verfallen. Wir sind sehr berührt. Die Familie Hinz, Willi, Opa und Oma, auch Tochter Anne, waren für uns fern der Heimat ein wenig Ersatzfamilie. Unser Wohnwagen stand auf ihrem Grundstück. Jetzt singt eine Klappergrasmücke in den Büschen. Die Zukunft des Anwesens ist ungewiss, vielleicht sei es schon verkauft, aber keiner weiß Genaues. Anders nach 50 Jahren ist auch, dass Christoph mich fragt, ob ich meine Hörgeräte eingesetzt habe, ich würde ihn wohl nicht verstehen. Aber hab ich natürlich. Mir fällt nur gerade keine Antwort ein.

Tags zuvor trafen wir uns zum Geburtstag unseres Zivi-Kollegen Jan Breden im Wendland. Siebzig ist er geworden. Christoph auch, ich bin fünf Jahre älter. Jan war 1976 auf den Sylter Sandinseln. Und ebenfalls vor 50 Jahren begann unser Zivildienst in Westerhever. Eine beeindruckende Zahl, viel Leben: wir müssen wieder hin!

Der Weg nach Westerhever hat zwei magische Momente: der erste Blick auf den Leuchtturm vom Süderheverkoog und vom Seedeich hinaus zum Horizont mit den Halligen, der Sandbank, dem Vorland, den Schafen, dem Weg.

Auf dem Deich bläst uns der Sturm fast weg, Stärke 6 oder 7 schätzen wir – mindestens. Ein Seeadler segelt dicht über uns. Keiner von uns hat jemals einen so nahe gesehen. Auf dem Weg nach vorne ist der Sturm wirklich beeindruckend. Aber ringsum rufen und flöten die Rotschenkel, viele Rotschenkel, viel mehr als damals und: Feldlerchen! Wir meinen, dass es damals keine im Vorland gab. Ob das stimmt? Jetzt singen sie in großer Zahl, wie schön! Die höhere Vegetation ist wohl günstig für sie. Wiesenpieper, Schafstelzen, die immer lauten „Eusterketscher“ natürlich – wie damals.
Vorne an der Kante kommen die Schuhe in den Rucksack, das Wasser ist noch nicht ganz abgelaufen. „Niedrigwasser is um Neun. Aber ihr seid zu spät fürn Bernstein!“ ruft uns ein Gummibestiefelter zu, der von der Sandbank zurück kommt. Wir kämpfen uns aber gar nicht deshalb durch den Sturm. Unser „Bernstein“ sind Zwergseeschwalbe und Sandregenpfeifer, bunte Muscheln und die magischen Rippeln im Sand. Als wir allein sind, kommt das alte Wüstengefühl zurück. Wenn die Pfahlreihe nicht wäre und der Rest der Holzplattform auf der Sandbank. Beides gab’s noch nicht vor 50 Jahren.

Weite Wüste

Das Meer ist irre aufgewühlt, hohe Wellen, sturmverwehte Schaumkronen und gewaltige Brecher weiter draußen. Unmöglich, das Fernglas ruhig zu halten. Zwei, drei Küstenseeschwalben, Sturm- und Silbermöwen, keine Sturmtaucher oder Tölpel, klar. Weiter südlich haben sich kleine Dünen gebildet, mit Bewuchs sogar. Ein paar Zwergseeschwalben sind da, immerhin. Eine Bestandsaufnahme am 9. Juni 1976 ergab: 155 Gelege vom Austernfischer, 13 vom Sandregenpfeifer, 39 vom Seeregenpfeifer, 223 der Küstenseeschwalbe und 29 der Zwergseeschwalbe – allerdings nur im Vorland mit den Muschelschillflächen im Süden. Die gibt’s nicht mehr.

Und dann stehen wir plötzlich in kniehoher Sanddrift. Kniepsand, es kneift heftig an den Unterschenkeln. Der Sturm treibt die Sandkörner in Wellen und langen wabernden Zungen vor sich her. Wir sind verzaubert. Man meint, der Sand stehe still und man selber rase darüber hin. Wie
in Flugträumen. Oder beim Blick von der Brücke auf einen schnell fließenden Strom.
Der Weg zum Leuchtturm ist an einigen Stellen bedeckt von Tausenden kleiner violetter Quallen, die dekorativ zwischen grünen losgerissenen Algen liegen. Schon weit vor der alten Abbruchkante des Vorlandes beginnt neue Vegetation, die wir damals nicht kannten. Erst Queller und Schlickgras, dann höhere Stellen, dicht bewachsen mit Melde, Wermut, Grasnelken, Wegerich und den ersten blühenden Strandfliedern. Rotschenkel warnen heftigst um uns herum. Sicher haben sie hier irgendwo ihre Jungen. Eine Gasse zwischen den Brutgebieten führt durch rutschige Priele zum Turm.

Die Warft ist seit einigen Jahren für Besucher geöffnet. Zwei Handwerker der Schutzstation bauen einen neuen Zaun. Als wir uns als die (fast) ersten Zivis von Westerhever vorstellen, machen sie große Augen. „Is ja’n Ding!“ Sie holen eine der FÖJ-lerinnen und die Zentrumsbeauftragte [Begriff aus der Vereinsgeschichte. Heute heißt es einfach “Stationsleiterin”] Cornelia, die gerade hier ist. Eine nette Einladung in das frisch renovierte Seminarhaus folgt: Würstchen, Kartoffelsalat, Tee, Kaffee, Kekse und Handyfotos. Fragen und Informationen zum Damals und Heute gehen hin und her. Wir sind sehr glücklich, nicht nur über die menschliche Wärme, sondern auch darüber, dass mehr als 50 Jahre nach uns immer noch junge Leute da sind, die das Kleinod Westerhever bewachen, beobachten und den Besuchern nahe bringen. Beim Abschied habe ich ein paar Tränen hinter der Brille, aber das liegt wahrscheinlich an dem Sturm, der immer noch unvermindert wütet und uns zurück zum Deich weht.

Matthias Fanck, Christoph Zöckler

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Zur Seite der Station:
https://www.schutzstation-wattenmeer.de/unsere-stationen/westerhever/

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Mitmachen und VorbeischauenNeuer Kalender auf unserer WebseiteBislang tauchen besondere Termine, die über das übliche An...
21/08/2026

Mitmachen und Vorbeischauen
Neuer Kalender auf unserer Webseite

Bislang tauchen besondere Termine, die über das übliche Angebot unserer Stationen hinaus gehen, nur selten in unserem allgemeinen Veranstaltungskalender auf.
Aber unsere Teams organisieren etwa bei Hafenfesten und anderen Gelegenheiten vielerorts Infostände. Im Herbst und Frühjahr sind sie oft auch bei Strandmüllsammlungen aktiv und freuen sich über Mithilfe. Zugleich bieten verschiedene Stationen besondere Termine an, wie die Cranberry-Aktionen auf Sylt, die Ringelgans-Zählung auf Hooge oder Landschaftspflege-Einsätze des Sandküste-Projekts in St. Peter-Ording.

Solche Veranstaltungen sind jetzt auf der neuen Seite "Mitmachen und Vorbeischauen" zusammengefasst. Auch der jährliche, öffentliche Landesnaturschutztag oder unsere Mitgliederversammlungen und Vereinstreffen und dazu organisierte Exkursionen sind dort zu finden.

Wer unsere Freiwilligen-Teams und oft auch Hauptamtliche an besonderen Tagen treffen möchte, ist hier richtig. Wir freuen uns auf interessierte Gäste und schöne Gespräche.

Zur Seite ”Mitmachen und Vorbeischauen":
https://www.schutzstation-wattenmeer.de/aktuelles/news-beitrag/mitmachen-und-vorbeischauen/

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Kleiner Falter macht ProblemeGoldafter-Raupen auch an der NordseeKaum größer als eine Zwei-Euro-Münze sorgt ein weißer N...
18/08/2026

Kleiner Falter macht Probleme
Goldafter-Raupen auch an der Nordsee

Kaum größer als eine Zwei-Euro-Münze sorgt ein weißer Nachtfalter mit goldbraunem Hinterleib seit zwei Jahren für größere Aufmerksamkeit an der Westküste. Oder genauer gesagt, seine Raupen. Die Rede ist vom Goldafter, dessen Raupen an Gehölzen fressen und aus versponnenen Blättern ein dichtes Nest bilden, das sie vor Fressfeinden schützt und in dem sie auch überwintern.

Wie beim bekannten Eichenprozessionsspinner können die Brennhaare der Raupen Beschwerden auslösen, indem sie leicht abbrechen und durch den Wind verteilt werden. Meist bleibt es nach einem Hautkontakt nur bei einem Jucken oder Brennen, das nach kurzer Zeit wieder verfliegt. Einzelne Menschen reagieren jedoch heftiger, so dass auch Augen und Atemwege betroffen sein können. Raupen und Gespinste sollten deshalb nicht berührt werden.

Ihre Raupen fressen häufig auf Sand- oder Weißdornbüschen, in Schleswig-Holstein sind sie vor allem auf der invasiven Kartoffelrose zu finden. Haben sie im April das Gespinst verlassen, wachsen die Raupen bis Juni auf drei Zentimeter heran. Bei starkem Auftreten können einzelne Sträucher kahl gefressen werden. Im Juli und bis in den August hinein sind dann die Falter nachts unterwegs. Der Goldafter kommt seit langem in Deutschland vor und hat sich mit steigenden Temperaturen weiter nach Norden ausgebreitet. Nach einem ersten Auftreten auf Helgoland wurde er 2024 auf Sylt und ein Jahr später auch auf Amrum und Eiderstedt festgestellt.

Eine flächige Bekämpfung oder gar Ausrottung hält die Schutzstation weder für sinnvoll noch für möglich. Der Goldafter gehört zur heimischen Tierwelt. Schlupfwespen, Pilzkrankheiten und Vögel sorgen dafür, dass er nicht überhand nimmt. Örtlich können trotzdem Massenvermehrungen auftreten.
Der Einsatz von Mitteln aus der biologischen Schädlingsbekämpfung wie Bt (Bacillus thuringiensis) oder Nematoden würde viele andere Schmetterlinge töten, weil sie nicht artspezifisch wirken bzw. die Verfahren über das Laborstadium noch nicht hinaus sind.
Wo Menschen hingegen gefährdet sind, sollten möglichst im Winter die gut sichtbaren Nester entfernt und entsorgt werden. Das Absaugen der Raupen bleibt eine Notlösung, wenn dieser Zeitpunkt verpasst wurde. In Naturschutzgebieten und im Nationalpark Wattenmeer sollte während der Brut- und Setzzeit eine vorübergehende Wegsperrung Vorrang vor solch weitergehenden Maßnahmen haben.

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Herzlich Willkommen!Dienstantritts-Seminar der neuen Freiwilligen66 junge Freiwillige aus FÖJ und BFD begrüßte Geschäfts...
12/08/2026

Herzlich Willkommen!
Dienstantritts-Seminar der neuen Freiwilligen

66 junge Freiwillige aus FÖJ und BFD begrüßte Geschäftsführer Björn M. Philipps am 4. August im Husumer Nationalpark-Haus zum “An Bord holen”-Seminar. Schon vorher hatten sie ihre neue Dienstkleidung erhalten, so dass alle bereits die “Schutten”-T-Shirts trugen. Das Seminar soll den neuen Teams in drei knappen Tagen das Allerwichtigste über ihre vielfältigen Aufgaben in Naturschutz- und Bildungsarbeit näher bringen. Aber auch die Geschichte und das Selbstverständnis der Schutzstation Wattenmeer sind Thema.

In der Husumer Jugendherberge begrüßten unser Vorsitzender Harald Förster und auch die neue Nationalpark-Leiterin Franziska Junge die Freiwilligen und erläuterten zugleich die Zusammenarbeit zwischen dem Verein und dem staatlichen Naturschutz. Denn viele Aufgaben der Schutzgebietsbetreuung erledigen die Teams im Auftrag des Landes.

Der Abend war dem Kennenlernen untereinander gewidmet. An einem Satellitenbild des Wattenmeers stellten die einzelnen Teams jeweils sich und ihre Einsatzorte dem Kreis der neuen Kolleg:innen vor.

Insgesamt lernten die Freiwilligen viele der fachlichen Ansprechpartner:innen in Husum kennen, so Katharina Weinberg für Naturschutzfragen, Anna Pleser-Scher für die Öffentlichkeits- und Rainer Borcherding für die Bildungsarbeit, Geschäftsführerin Nora Reimers für die Verwaltung, Klaus Günther für die Rastvogelzählungen oder Asbjörn Werner für die handwerkliche Sicherheit und Unterstützung.

Zugleich sollten zahlreiche konkrete Praxistipps helfen, sich im neuen Umfeld schnell sicher zu fühlen. Höhepunkt waren dabei offensichtlich die beiden Lehrwattführungen, die Stationsleiterin Sesle Jacobs und Rainer Borcherding im erstaunlich schlickigen Watt am Schobüller Badesteg durchführten. Ähnlich wie Schulklassen und Erwachsenengruppen, die sie künftig selber ins Watt führen, tasteten sich die Freiwilligen anfangs sehr vorsichtig in dem ungewohnten Lebensraum voran. Aber schon bald gewannen sie deutlich an Sicherheit.

Seid herzlich willkommen bei der Schutzstation Wattenmeer! Wir wünschen Euch ein interessantes und erfüllendes Jahr.

Mehr über das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) und den Bundesfreiwilligendienst (BFD) bei der Schutzstation Wattenmeer:
https://www.schutzstation-wattenmeer.de/mitmachen/

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Winzlinge im WegerichStrandwegerichgallrüsselkäfer - Tier des Monats AugustDer Name des Strandwegerichgallrüsselkäfers i...
11/08/2026

Winzlinge im Wegerich
Strandwegerichgallrüsselkäfer - Tier des Monats August

Der Name des Strandwegerichgallrüsselkäfers ist deutlich länger als dieser 3,5 mm kleine Käfer, der in den Salzwiesen der Nordseeküste lebt. Im Frühsommer krabbelt das Rüsselkäferweibchen an den Blütenstängeln des Strandwegerichs empor und legt jeweils ein Ei in den Stängel knapp unterhalb des Blütenstandes. Mit dem Stich des Käferweibchens wird ein hormoneller Wachstumsreiz an die Pflanze gegeben: Der Stängel schwillt an und bildet die außen feste und innen weiche Galle. Dieses besondere Pflanzengewebe dient als Nahrung für die darin fressende Rüsselkäferlarve. Wenn die Samen des Wegerichs reifen und die Stängel vertrocknen, sind die Larven ausgewachsen und verpuppen sich. Ab August schlüpfen die Jungkäfer durch runde Bohrlöcher aus ihren Gallen. Sie fressen eine Weile an den Blättern des Wegerichs herum und verkriechen sich dann im Boden, um zu überwintern.

Der Käfer und die Schlupfwespe

Hat eine Galle im September kein Ausbohrloch, ruht darin die Puppe der Strandwegerichgallrüsselkäferschlupfwespe, die die Rüsselkäferlarve verspeist hat. Da die Schlupfwespen bis zu 60 Prozent der Käferlarven befallen können, schwankt die Häufigkeit der Käfer von Jahr zu Jahr stark. Insgesamt sind die Gallrüssler aber häufiger geworden, seit die Beweidung der Salzwiesen im Nationalpark verringert wurde und der Wegerich nicht mehr so oft von Schafen abgebissen wird.

Zum Phänomen des Monats - Pflanzengallen - von Insekten gehackt und umprogrammiert:
https://www.schutzstation-wattenmeer.de/aktuelles/news-beitrag/von-insekten-gehackt-und-umprogrammiert

Zum Insekt des Vormonats - Blutbär - Blutstropfen auf Falterflügeln:
https://www.schutzstation-wattenmeer.de/aktuelles/news-beitrag/blutstropfen-auf-falterfluegeln/

Mehr über interessante Insekten zwischen Land und Nordsee erfährt man in den Salzwiesenführungen, die unsere Teams an vielen Orten anbieten. Die Termine stehen in unserem Gesamtkalender:
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Adresse

HafenStr. 3
Husum
25813

Öffnungszeiten

Montag 10:00 - 18:00
Dienstag 10:00 - 18:00
Mittwoch 10:00 - 18:00
Donnerstag 10:00 - 18:00
Freitag 10:00 - 18:00
Samstag 10:00 - 18:00
Sonntag 13:00 - 17:00

Telefon

+494841668543

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