09/08/2026
Der Inheidener See ist vielen Menschen vor allem als Bade- und Freizeitsee bekannt. Welche vielfältige Lebenswelt sich unter seiner Wasseroberfläche verbirgt, zeigten im Juli ehrenamtliche Naturschutztaucherinnen und Naturschutztaucher.
Auf Einladung des NABU Horlofftal und des Hessischen Tauchsportverbandes fand am „Haus am See“ in Inheiden ein öffentlicher Aktionstag statt. Unterstützt wurde die Veranstaltung von der Stadt Hungen. Sie war Teil des landesweiten Citizen-Science-Projekts „Tauchen für den Naturschutz“ von NABU Hessen und dem Hessischen Tauchsportverband.
„Der Inheidener See ist für viele vor allem ein Badesee. Mit solchen Veranstaltungen möchten wir zeigen, dass er zugleich ein wertvoller Lebensraum ist, dessen ökologische Entwicklung genau beobachtet werden sollte“, erklärte Wolfgang Macht vom NABU Horlofftal.
Im Mittelpunkt der Untersuchung standen die Unterwasserpflanzen. Diese wurden nach den Tauchgängen direkt am Ufer unter einem Binokular betrachtet, bestimmt und erklärt.
„Wir dokumentieren, welche Wasserpflanzen in welcher Tiefe vorkommen. Werden solche Untersuchungen über mehrere Jahre wiederholt, lassen sich Veränderungen im See nachvollziehbar erkennen“, erläuterte Rainer Stoodt vom HTSV-Naturschutztauchen. Gezeigt wurden außerdem Libellen- und Köcherfliegenlarven sowie Moostierchen – weitere Beispiele für die vielfältige Lebenswelt im und am See.
Der Inheidener See zeigte sich bei der Untersuchung als vergleichsweise nährstoffreich. Darauf weisen unter anderem größere Bestände des Ährigen Tausendblatts und des Rauen Hornblatts hin. Erfreulich war das Vorkommen von Armleuchteralgen. Diese Wasserpflanzen können dichte Unterwasserrasen bilden. Sie stabilisieren den Gewässerboden, binden Nährstoffe und tragen zu strukturreichen Lebensräumen für zahlreiche Tiere bei.