16/08/2025
Festrede
zum 50-jährigen Jubiläum des Heimat- und Verkehrsvereins Hoheneiche
1. Begrüßung
Liebe Vereinsmitglieder, sehr geehrte Gäste aus Gemeinde und Partnervereinen, liebe Freunde unserer Heimat,
Wir feiern heute ein besonderes Jubiläum: 50 Jahre Heimat- und Verkehrsverein Hoheneiche. 50 Jahre Einsatz, Zusammenhalt und Verantwortung für unser Dorf. Fünf Jahrzehnte – das sind 600 Monate, über 18.000 Tage – voller Engagement, Gemeinschaft und gelebter Heimatliebe. Ich freue mich sehr, dass ihr alle gekommen seid, um diesen Tag mit uns zu begehen – und gemeinsam auf das zu schauen, was wir erreicht haben. Denn heute feiern wir nicht nur ein Jubiläum, sondern auch eine Haltung: die Haltung, sich einzubringen, aktiv mitzugestalten, Verantwortung zu übernehmen – für das eigene Dorf, für die Nachbarschaft und damit für die Zukunft.
2. Die Gründung – ein mutiger Anfang
Wir schreiben das Jahr 1975. Am 19. April treffen sich 20 engagierte Bürgerinnen und Bürger zur Gründungsversammlung. Der erste Vorsitzende wird Helmut Lange, unterstützt von Wilhelm Rabe, Josef Neuzner und Leo Axt.
Sie gründeten unseren Verein – und legten sofort los. Schon wenige Tage später entstand ein Arbeitsplan: Rabatten, Blumenbeete, Wanderwege. Die Mitglieder griffen zu Spaten und Schaufel, pflanzten, mähten, bauten – und leisteten allein im ersten Jahr über 1.200 Stunden freiwillige Arbeit.
Diese Energie war ansteckend. Der Verein wuchs, die Aufgaben wurden größer – und die Begeisterung blieb.
3. Die 1980er – Aufbaujahre und erste Meilensteine
In den 80er Jahren nahm der Verein richtig Fahrt auf. Die Idee einer Grillhütte wurde geboren – und schon 1984 feierten wir die Einweihung der Barbarossa-Hütte. Über 1.500 Stunden Arbeit, über 12.000 DM Kosten – und ein Ort, der bis heute Treffpunkt und Symbol für Gemeinschaft ist.
Die Vereinsmitglieder beschlossen eine Satzung, beantragten die Gemeinnützigkeit, organisierten Kulturabende, Wanderungen und Feste. Der Verein wurde zum Herzstück des Dorflebens.
4. Die 1990er – Ausbau, Infrastruktur und neue Impulse
Die 90er Jahre standen im Zeichen des Ausbaus. Zahlreiche Vereinsmitglieder verlegten Strom und Wasser zur Grillhütte, errichteten eine Toilettenanlage, pflasterten den Vorplatz, erneuerten Bänke und Wege. Die Mitglieder packten an – mit über 700 Stunden allein für die sanitären Anlagen.
1995 feierte der Heimatverein 20 Jahre Vereinsgeschichte – und Bernhard Hermann Roth begann, die Vereinschronik zu niederzuschreiben. Der Heimat- und Verkehrsverein öffnete sich neuen Themen, arbeitete mit anderen Vereinen und der Gemeinde zusammen, und stärkte seine Rolle als Impulsgeber für das gesamte Dorf.
5. Die 2000er – Jubiläen, Medienpräsenz und neue Aufgaben
Das 25-jährige Jubiläum 2000 wurde mit einem Festkommers und Frühschoppen gefeiert. Der Hessische Rundfunk berichtete über Hoheneiche – und der Heimat- und Verkehrsverein stand im Mittelpunkt.
Die Vereinsmitglieder modernisierten die Grillhütte, bauten Werkstatträume, organisierten eine Berlinfahrt, pflegten Grünflächen und Wanderwege. Die Zahl der Arbeitseinsätze stieg, die Beteiligung war groß – und die Ergebnisse waren deutlich sichtbar.
6. Die 2010er – Wandel und Kontinuität
Die 2010er Jahre brachten neue Herausforderungen: Digitalisierung, demografischer Wandel, neue gesetzliche Anforderungen. Doch der Verein blieb aktiv. Zahlreiche Mitglieder und Gäste waren bei Freiwilligentagen dabei. Der Verein veranstaltete Konzerte und Maifeste, pflegte Wanderwege und Grünflächen.
Leo Axt, unser langjähriger Hüttenwart, übergab 2018 sein Amt an Volker Bartholmai – nach Jahrzehnten unermüdlichen Einsatzes. Wir ehrten Leo mit einer Urkunde und großem Dank – und wir alle wissen: Ohne Menschen wie ihn gäbe es diesen Verein nicht.
7. Die 2020er – Gegenwart und Zukunft
Trotz Pandemie und Einschränkungen hielt der Heimat- und Verkehrsverein den Betrieb aufrecht. Mit viel Herzblut und Einsatz entstand in der Grillhütte ein gemütlicher Holzofen, die Fenster erstrahlen nun in neuem Glanz, moderne Geräte halten Einzug – und allein im letzten Jahr wurden über 350 Stunden ehrenamtlich geleistet, die unsere Gemeinschaft sichtbar vorangebracht haben.
Der Heimatverein pflegte das Ortsbild, organisierte eine Walpurgisfeier, Helferfeste, und hielt die Homepage aktuell. Das alles zeigt: Heimatpflege ist kein Relikt – sie ist lebendig, modern und wichtig.
8. Menschen, die den Verein prägten
Ein Verein lebt von Menschen. Von denen, die anpacken, organisieren, motivieren. Ich nenne heute einige Namen – stellvertretend für viele:
• Leo Axt, Gründungsmitglied und jahrzehntelanger Hüttenwart. Sein Engagement ist wegweisend.
• Werner Kessel, langjähriger Vorsitzender und Ehrenvorsitzender. Er verlieh dem Verein neuen Schwung.
• Klaus Großkurth, unser derzeitiger Vorsitzender, der den Verein mit ruhiger Hand und klarem Blick führt.
• Volker Bartholmai und Ernst Krauße, die die Grillhütte mit Hingabe betreuen.
• Dieter Beck und Kirsten Egermann Herwig, die als Vogelwarte aktiven Naturschutz in unserem Ort betreiben.
Und viele andere: die Blumen pflanzen, Rasen mähen, Bänke streichen, Protokolle schreiben, Kuchen backen und Bratwürste grillen. Beispielhaft wende ich mich an Klaus Bakschies, Clemens Großkurth, Kurt Glados, Friedhelm Herwig, Ingo Keinenburg, Otto Reimuth, Karl-Martin Reis, Wilfried Walter, Carola Sander, Familie Beck und Familie Patrick Reis!
9. Dank und Ausblick
Ich danke allen, die in den vergangenen 50 Jahren Verantwortung übernommen haben – im Vorstand, bei Arbeitseinsätzen, bei Festen und Veranstaltungen. Ich danke der Gemeinde Wehretal für ihre Unterstützung – finanziell, organisatorisch und menschlich.
Und ich danke allen, die heute hier sind, um dieses Jubiläum mit uns gemeinsam zu feiern.
10. Schlusswort
Ich schließe mit einem Satz, der uns seit Jahren begleitet:
„Heimat ist kein Ort. Heimat ist ein Gefühl. Und dieses Gefühl lebt – in unserem Verein, in unserer Gemeinschaft, in Hoheneiche.“
Herzlichen Glückwunsch, Heimat- und Verkehrsverein Hoheneiche – zu 50 Jahren gelebter Heimat!
(Geschrieben und vorgetragen von Bernd Biertümpfel)