Die Gründung und Eintragung:
Die Hochdorfer Dalba-Hexa wurden im Januar 1997 gegründet. Im Frühjahr 1999 erfolgte die Eintragung ins Vereinsregister. Die Namensgebung:
Der Verein trägt den Namen Hochdorfer Dalba-Hexa e.V. Er setzt sich zusammen aus dem schwäbischen Wort für den Talbach, dem „Dalba“, welcher durch Hochdorf fließt, und der Figur der Hexe, die gemäß der heimischen Ortschronik im 17
. Jahrhundert in Hochdorf ihr Unwesen trieb. Die Larve (Maske):
Sie ist eine vom Maskenschnitzer aus Lindenholz geschnitzte Barockmaske. Das Aussehen unserer Larve ist keinesfalls gruselig, sondern zeigt das Gesicht einer alten, von jahrelanger Arbeit gezeichneten Frau. Die Farben und das Häs:
Die Hochdorfer Dalba-Hexa tragen die Farben schwarz, gelb und blau. Diese Farbkombination ist im Umkreis einzigartig und deshalb unterscheiden wir uns von sämtlichen umliegenden Hexenfiguren. Dabei dominant ist die Farbe blau, die vielleicht nicht zuletzt auf unseren Namensgeber, den „Dalba“ (Talbach) zurück zu führen ist. Unser Häs besteht aus einer weißen Pumpunterhose, einem schwarzen Rock und einer gelben Schürze, sowie einer blauen Bluse, auf der das Vereinswappen und die individuelle Häsnummer aufgenäht sind. Des Weiteren tragen wir ein gelbes Schultertuch, schwarze Handschuhe und in den Vereinsfarben geringelte Strümpfe, bzw. Komplettiert wird unser handgenähtes Narrenkleid durch die Strohschuhe und selbstverständlich führt jede Hexe einen Reisigbesen mit sich. Die Mitgliederzahlen:
Der Verein setzt sich zurzeit aus 122 Mitgliedern zusammen, die sich in 68 aktive Hästräger (27 Narrensamen) und 54 passive Mitglieder unterteilen. Stand 04/2016
Der Narrenruf:
Dalba hex, Dalba hex, Dalba hex - hex - hex
Unsere Geschichte
Es begann um die Weihnachtszeit im Jahre 1996. Bei den Familien Weible und Grausam entsprang der Gedanke und festigte sich der Wunsch die Fasnet in Hochdorf (wieder) aufleben zu lassen. Aus der anfänglichen Idee wurde bald das feste Vorhaben, als „richtige“ Narrengruppe aufzutreten. Um die Frage zu klären, welche Figur in Betracht gezogen werden konnte, studierte man die Hochdorfer Ortschronik und traf sich mit dessen Autoren um sich mit ihnen über besondere und ungewöhnliche Geschehnisse in Hochdorfs Vergangenheit auszutauschen. Schließlich kristallisierte sich eine Erzählung heraus, deren Hauptperson die spätere Dalba- Hex darstellen sollte. Bekannt ist, dass die Hochdorfer Kühe keine Milch mehr gaben, wenn diese „gute Frau“ sich näherte und so, oder so ähnlich könnte es sich damals zugetragen haben…
„Es trug sich etwa im 17.Jahrhundert zu, dass eine ältere, dem Leben ergebene Frau sich in Hochdorf niederließ. Von der Dorfgemeinschaft nicht angenommen, bestritt sie ihr Leben so gut es ging aus eigenen Mitteln. Den Dorfbewohnern aber war die eigenbrötlerisch wirkende Alte nicht geheuer und suspekt. So gab sich ein Wort dem anderen. Jeder wusste noch mehr über sie zu berichten und das Weib geriet immer mehr ins Abseits der Dorfgemeinschaft. Das Verhalten der Hochdorfer erboste die alte Frau und sie schwor sich, die Schandreden über sie nicht ungesühnt zu lassen. Als es sich dann ergab, dass die Kühe der Hochdorfer Bauern keine Milch mehr gaben, wenn sie sich dem Hof näherte, nährte das das gewonnene Bild über die Alte und sie ward von nun an als böses Weib und Hexe verschrien. Vielleicht aber waren es tatsächlich ihre Kräfte, war es ihre erwünschte Rache, die die Bauern ihrer Existenz beraubten. Die über die Zeit gewachsenen Vorurteile und der dadurch entstandene Hass auf das alte Weib verboten es den Dorfbewohnern eine solche Frau in ihren Reihen verweilen und leben zu lassen
Zwar ereilte sie nicht das für Hexen übliche Schicksal der Verbrennung auf dem Scheiterhaufen, doch wurde sie aus Hochdorf verbannt und galt als geächtet. Der Makel, als Hexe betitelt zu sein, blieb der Alten ihr Leben lang anhaften.“
Das Schicksal der als Hexe verschrienen Frau, die in Hochdorf ihr Unwesen getrieben haben soll, animierte die Gründungsmitglieder eine Hexenfigur ins Leben zu rufen.