04/05/2026
Beim gemeinsamen Übungsdienst mit dem Deutschen Roten Kreuz trafen wir uns am vergangenen Montag in Hitzacker. Die Kameradinnen und Kameraden rund um Manuela und Michael Roost rückten mit mehreren Fahrzeugen des DRK an. Thema des Dienstes waren Erste Hilfe sowie lebensrettende Sofortmaßnahmen.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde wurden die Teilnehmenden in Gruppen aufgeteilt und durchliefen verschiedene Stationen.
Station 1: Wiederbelebung und Maßnahmen bei Bewusstlosigkeit
An dieser Station ging es um die richtige Einschätzung der Lage und das anschließende Handeln. Zunächst musste festgestellt werden, ob eine Wiederbelebung (Reanimation) erforderlich ist oder ob die verunfallte Person „nur“ bewusstlos ist.
Dazu wird wie folgt vorgegangen:
1. Bewusstsein prüfen:
Die Person wird laut angesprochen („Hallo, können Sie mich hören?“) und vorsichtig an den Schultern gerüttelt. Reagiert sie nicht, gilt sie als bewusstlos.
2. Atmung kontrollieren:
Der Kopf wird vorsichtig überstreckt (Kopf in den Nacken legen, Kinn anheben), um die Atemwege freizumachen. Dann wird maximal 10 Sekunden lang geprüft: Sehen (hebt sich der Brustkorb?), Hören (Atemgeräusche?), Fühlen (Atemluft an der Wange?).
3. Entscheidung treffen:
o Normale Atmung vorhanden:
Die Person ist bewusstlos, aber nicht reanimationspflichtig. In diesem Fall wird sie in die stabile Seitenlage gebracht, um die Atemwege freizuhalten und ein Ersticken (z. B. durch Erbrochenes) zu verhindern. Anschließend wird regelmäßig die Atmung kontrolliert und der Notruf abgesetzt.
o Keine oder keine normale Atmung:
Es liegt ein Atemstillstand bzw. Kreislaufstillstand vor → Reanimation notwendig.
4. Reanimation durchführen:
o 30 Herzdruckmassagen (kräftig und schnell, etwa 100–120 pro Minute, mittig auf den Brustkorb drücken)
o 2 Beatmungen
o Im Wechsel fortfahren (30:2), bis Hilfe eintrifft
Zusätzlich wurde an der Station das Einsetzen eines Guedel-Tubus geübt, um die Atemwege bei bewusstlosen Personen freizuhalten.
Station 2: Wundversorgung und Blutstillung
An der zweiten Station lag der Schwerpunkt auf der Versorgung von Verletzungen sowie dem Stillen von Blutungen. Geübt wurden der einfache Verband, der Druckverband sowie der Einsatz eines Tourniquets.
1. Einfacher Verband:
Dieser wird bei kleineren Verletzungen eingesetzt, um die Wunde zu schützen und zu versorgen. Zunächst wird – wenn möglich – eine sterile Wundauflage auf die Verletzung gelegt. Anschließend wird diese mit einer Mullbinde fixiert. Wichtig ist dabei, sauber zu arbeiten und die Wunde möglichst keimfrei abzudecken.
2. Druckverband:
Der Druckverband kommt bei stärkeren Blutungen zum Einsatz. Ziel ist es, die Blutung schnell und effektiv zu stoppen.
Vorgehen:
o Wundauflage auf die Blutung legen
o Einen Druckkörper (z. B. Verbandpäckchen) direkt auf die Wunde platzieren
o Mit einer Binde fest umwickeln, sodass ausreichend Druck entsteht
Dabei ist darauf zu achten, dass der Verband fest genug sitzt, um die Blutung zu stillen, aber die Durchblutung nicht vollständig abgeschnitten wird (Durchblutung kontrollieren!).
3. Tourniquet:
Ein Tourniquet wird bei sehr starken, lebensbedrohlichen Blutungen an Armen oder Beinen eingesetzt, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichen.
Anwendung:
o Oberhalb der Verletzung (herznah) anlegen
o Fest zuziehen, bis die Blutung gestoppt ist
o Zeitpunkt der Anlage dokumentieren
Der Einsatz eines Tourniquets ist eine drastische Maßnahme und wird nur angewendet, wenn es unbedingt notwendig ist, da die Blutzufuhr vollständig unterbrochen wird.
Station 3: Patiententransport mit dem Viertragewagen
An der dritten Station wurde der sichere Transport von verletzten oder erkrankten Personen mit einem Viertragewagen geübt. Ziel war es, den Patienten möglichst schonend und gleichzeitig effizient zu bewegen.
Zunächst wurde das richtige Aufnehmen des Patienten auf die Trage trainiert. Dabei ist besonders wichtig, dass alle Helferinnen und Helfer ihre Bewegungen koordinieren und klare Kommandos geben. In der Regel übernimmt eine Person die Leitung und gibt die Anweisungen („Anheben“, „Absetzen“ etc.), damit alle gleichzeitig handeln.
Wichtige Punkte beim Patiententransport:
• Ruhiges und abgestimmtes Arbeiten:
Unkoordinierte Bewegungen können zu zusätzlichen Verletzungen führen oder bestehende verschlimmern.
• Richtige Trageweise:
Die Trage wird von vier Personen getragen, um das Gewicht gleichmäßig zu verteilen und den Patienten möglichst stabil zu lagern.
• Patientenbeobachtung:
Während des Transports wird ständig auf den Zustand des Patienten geachtet (Bewusstsein, Atmung, Schmerzen).
• Gelände beachten:
Hindernisse, unebenes Gelände oder enge Wege erfordern besondere Vorsicht und klare Kommunikation im Team.
• Schonender Transport:
Erschütterungen sollten möglichst vermieden werden, insbesondere bei Verdacht auf Wirbelsäulenverletzungen.
Durch die Übung konnten alle Teilnehmenden den sicheren Umgang mit der Trage sowie die Zusammenarbeit im Team praktisch festigen.