17/03/2025
Es könnte sein, dass das Haus abgebrannt ist, weil eine Kerze zu dicht an den Gardinen stand und die Feuer gefangen haben. Es könnte auch sein, dass die heiße Bratpfanne, die auf dem Herd vergessen wurde, den Brand ausgelöst hat. Es könnte auch sein, dass jemand mit Brandbeschleuniger nachgeholfen hat. Und solange wird nicht wissen, wie der Brand entstanden ist, der uns obdachlos macht, glauben wir auch nicht, dass es überhaupt gebrannt hat.
Das ist die Logik, die hinter der Diskussion ums insektensterben steht. Der pure Zynismus.
Das Insektensterben in Deutschland ist noch lange nicht gestoppt – im Gegenteil: die Bestände sinken weiter. Die Krefelder Insektenforscher haben ihre langjährige Studie fortgesetzt und berichten, dass sich der dramatische Rückgang der Insekten in ganz Deutschland sogar verschärft.
Trotz Schutzgebieten und politischer Maßnahmen zeigen die aktuellen Daten, dass die Bestände weiterhin auf alarmierend niedrigem Niveau bleiben. Besonders erschreckend: Auch in Naturschutzgebieten, die eigentlich als Rückzugsorte dienen sollen, sind die Insektenzahlen stark zurückgegangen. Grund ist unter anderem der flächendeckender Einsatz von Pestiziden, die auch in Schutzgebieten nachgewiesen werden und die Biodiversität stark beeinträchtigen.
Erste Einblicke in die Zwischenergebnisse der zweiten Krefelder Studie, bekommst du im Interview mit dem Insektenforscher Thomas Hörren: https://www.riffreporter.de/de/umwelt/krefelder-studie-insektensterben-biodiversitaet-naturschutz-deutschland
📷 Maximilian Kamps Photography
🖼️ Ein Mensch steht mit einer Glasflasche voller Insekten in einer Wiese. Zitat Thomas Hörren: „Es gibt keine Hinweise auf eine Erholung der Insektenbestände in den letzten Jahren. Im Gegenteil: der Einbruch vieler Insektenpopulationen setzt sich fort – und ein Boden ist nicht abzusehen.“