Im Jahre 1806 erstellte die Gemeinde in der Kirchstraße einen Mehrzweckbau, ein Backhaus zusammen mit Spritzen- und Brandleiternhaus. Erst Ausgangs des vorigen Jahrhunderts kam in unserem Raum die Feuerspritze auf. Eine von Hand bediente Pumpe, fest auf ein 4-Rad-Fahrzeug installiert, das man als Handwagen und auch als bespanntes Fahrzeug nutzen und bewegen konnte. Der Schlauchwagen, eine 2-Rad-Ka
rre mit fest installierter Schlauchhaspel, auf die die Wasserschläuche aufgerollt waren, wurde an die fahrbare Spritze angehängt. Als Wasserreservoir diente von altersher der bruchsteinummauerte und heute in seiner Art noch einzig erhaltene Brandweiher und dazu noch einige rundum liegende Brunnen. Bis Anfang der 60er Jahre bestand, wie vielerorts, die sogenannte Pflichtfeuerwehr. Alle männlichen Personen von 18 bis 60 Jahren konnten im Ernstfall und auch zu Übungen herangezogen werden. Während des letzten Krieges erhielt unsere Gemeinde – und damit unsere Feuerwehr – erstmals eine gebrauchte Motorspritze. Wie sich herausstellte, ein selten funktionierendes und launisches Ding. Diese bittere Erfahrung mußten wir machen, als in der Nacht vom 12. auf 13. September 1950 Heilberscheid von einem Großbrand heimgesucht wurde. Scheune, Stall und Schuppen des Anwesens August Gerz sowie Scheune, Stall, Schuppen und das angrenzende Wohnhaus des Anwesens Josef Ortseifen wurden ein Raub der Flammen
Die Wehren der Nachbargemeinden Nentershausen, Nomborn, Eppenrod und Montabaur waren nach dem Hilferuf ganz schnell zur Stelle und verhinderten durch ihren tatkräftigen Einsatz Schlimmeres. Jeder im Dorf, der konnte, legte Hand an, vor allem auch am nächsten Tag, als es galt, die Brandstelle aufzuräumen. Genau 5 Jahre später sollte schon wieder ein Großbrand unser Dorf heimsuchen. Das Anwesen des Landwirts Alois Voll mit Scheune, Stall und teilweise das angrenzende Wohnhaus brannte im September 1955 nieder. Der Feuersbrunst in Heilberscheid noch nicht genug, brannte im Juli 1966 die Scheune des Landwirtes Peter Schönberger nieder. Der schnellen Hilfe unserer Wehr, einschließlich der Nachbarwehren, war es zu verdanken, daß das angrenzende Wohnhaus vor dem Übergreifen des Feuers verschont blieb. Das Vieh im Stall konnte man retten, das erst frisch eingebrachte Heu wurde ein Raub der Flammen. Auch der Landwirt Josef Thome (später Joachim Thome) blieb von einem Brand nicht verschont. Am Sonntag, dem 10.09.1972, wurde unsere Feuerwehr, alarmiert. Bei Thome brannte der an die Scheune angebaute Geräte- und Futtervorratsschuppen. Schnelle Hilfe ermöglichte, daß Scheune, Stall und angrenzendes Wohnhaus vor einem Übergreifen des Feuers bewahrt blieben. Das waren die großen Brände in Heilberscheid in diesem Jahrhundert. Davor soll der letzte Brand in 1882 gewesen sein. Am 13. Januar 1963 war die Gründungsversammlung der freiwilligen Feuerwehr Heilberscheid, zu der der Wehrführer der Pflichtfeuerwehr Bernhard Sprenger eingeladen hatte. In der Gaststätte Acht (Pächter Albert Voll), sind in dieser Versammlung 19 männliche Personen der freiwilligen Feuerwehr beigetreten. Zum 1. Wehrführer und Vorsitzenden wurde Bernhard Sprenger gewählt. Pro Mitglied wurde ein Jahresbeitrag von 6,-- DM festgesetzt. Um auch an auswärtigen Versammlungen und Festen teilnehmen zu können, hatte die Gemeinde über den Schneidermeister Willi Wick 10 Ausgehuniformen beschaffen lassen. Fortan gab es dann regelmäßige Übungen im Wechsel von 2 Gruppen. Schon im folgenden Jahr erhöhte sich die Zahl der Mitglieder um das Doppelte. Durch den Neubau der Schule 1964 wurde auch das Ökonomiegebäude (Schulscheune) der alten Schule überflüssig. Der günstigen Lage entsprechend, hat die Gemeinde das Gebäude zu einem Feuerwehrgerätehaus umfunktioniert. Zumeist geschah dies in eigener Regie der Feuerwehrleute. 1970 erhielt die Feuerwehr ein neues Feuerwehrauto (Transit 1,5), zu einem Preis von 15.000,- DM, von denen 50% die Gemeinde zu erbringen hatte und 50% bezuschußt wurden. In der alten Schule hat 1985 die Feuerwehr in eigener Regie sich einen Mannschaftsraum als Gesellschaftsraum hergerichtet
Bernhard Sprenger war bis Januar 1968 Wehrführer und ist dann auf eigenen Wunsch zurückgetreten. Ihm folgte bis Februar 1976 Edmund Weimer. Nach seinem ebenfalls freiwilligen Rücktritt übernahm Edgar Neu die Geschicke der Feuerwehr von Februar 1976 bis Januar 1981, der dann die Verantwortung dieses Postens an Berthold Thome übergab. In seiner Wehrführerzeit wurde am 22.07.1982 die Frauenfeuerwehr gegründet, der 15 Mädchen und Frauen unseres Dorfes beigetreten sind. Als erste Frauenfeuerwehr im gesamten Verbandsgemeindebereich hat sie inzwischen in Übungen auch mehrfach ihr Können unter Beweis gestellt und einen beachtlichen Stellenwert erreicht. Die Ausbildung zum Truppmann und –führer sowie mehrere Ernennungen zu Hauptfeuerwehrfrauen prägen die erfolgreiche Arbeit unserer Feuerwehrdamen. Wie sehr sie in der Wehr engagiert sind, zeigte sich beim Erwerb des Feuerwehrleistungsabzeichens in Bronze bis Gold in den Jahren 1990 – 1993, bei der 2 Feuerwehrfrauen erfolgreich teilgenommen haben. Vom 1. bis 3. Juli 1988 feierte unsere Feuerwehr unter Beteiligung vieler Feuerwehren aus den Nachbargemeinden und aus weiterer Umgebung, ihr 25jähriges Bestehen. Einer der Höhepunkte dieser Festlichkeiten war die Fahrzeugübergabe. Unsere Wehr erhielt ein neues TSF, ein VW LT 31. Zu diesem Zeitpunkt zählte unsere Wehr 129 Mitglieder, darunter 34 Aktive sowie 14 Jugendfeuerwehrangehörige. Von Januar 1989 bis 28. Januar 2011 war Manfred Weimer Wehrführer unserer Wehr. Während seiner Dienstzeit mußte die Feuerwehr in eine Scheune (Anwesen Joachim Thome) umziehen, da das Gerätehaus abgerissen wurde. Durch den Umbau der alten Schule in ein Dorfgemeinschaftshaus wurde das Gerätehaus gleichzeitig mit integriert, das am 27.09.1991 eingeweiht wurde.
1990 schaffte sich unser Wehr 2 Atemschutzgeräte an. 2/3 des Anschaffungspreises wurde durch Eigenleistung finanziert, den Rest übernahm die Verbandsgemeinde. Nach dem Manfred Weimer nach 22 Jahren sein Amt zur Verfügung stellte, wurde am 28. Januar 2011 Matthias Noll zum neuen Wehrführer gewählt.
2012 das große Jahre der Heilberscheider Wehr:
Da das Dorfgemeinschaftshaus mittelfristig erweitert werden soll und es an allen Ecken zu wenig Platz bei Feuerwehr und Bauhof gab entschied sich die Ortsgemeinde ein Multifunktionsgebäude zu bauen. Dies wurde 2011/2012 durch einen großen Anteil Eigenleistung der Aktiven im Bereich Gründung, Fundamente und Bodenplatte realisiert. Hier nochmal einen Herzlichen Dank an Polier Günter Noll für die Bauleitung an Hennig Russ und Familie Schönberger für das zur Verfügung stellen der nötigen Maschinen. So konnte das Gebäude noch vor Weihnachten am 8.12.12 eingeweiht werden. Ein weiterer Höhepunkt 2012 für unsere Wehr war der 30. Juni hier wurde das lang erwartete TSF-W uns durch die Verbandsgemeinde übergeben. Es handelt sich hierbei um einen Iveco Daily 6,3 t, mit 750 Liter Löschwasser an Bord. Hier steuerte der Förderverein runde 12000 € bei, um Zusatzausstattung über die Norm beschaffen zu können.
2013 zählte unsere Wehr 31 Aktive sowie 14 Jugendfeuerwehr Mitglieder. Unsere Jugendfeuerwehr:
Dem Vorstand gelang es 1983, unter Federführung des ersten Jugendwartes Hans Fein, eine Jugendfeuerwehr auf die Beine zu stellen. Nach 5 erfolgreichen Jahren mit Teilnahme an Bundeswettbewerb und Abnahme der Leistungsspange sowie in Eigeninitiative durchgeführten Zeltlagern übergab er am 15. Januar 1988 die Leitung der Jugendfeuerwehr an Rudi Voll. Er führte die Arbeit bis 31. Dezember 2001 erfolgreich fort, wobei er sich auf seinen Helfer Günther Brühl, ein Mann der ersten Stunde, stets verlassen konnte. Rudi Voll engagierte sich auch über die Ortsgrenzen hinaus als Wertungsrichter und im Vorstand des Fördervereins der VG Jugendfeuerwehren. Nach dem Rücktritt von Rudi Voll als Jugendwart übernahm zunächst Lars Bertelmann für 8 Monate das Amt kommissarisch. Ihm folgten am 1 Januar 2002 Nadine Schäfer und Matthias Noll als stellv. Jugendwart. er übernahm dann am 1. Juni 2005 dieses Amt mit Heiko Ortseifen an seiner Seite,
Im Jahre 2008 feierte die Jugendfeuerwehr auf dem Sportplatz ihr 25-jähriges Bestehen mit Abnahme der Jugendflamme Stufe 2-3 und der Ausrichtung des KJF Fußballturniers
Nach der Wahl zum Wehrführer von Matthias Noll wurde im Januar 2011 Dominik Weimer zum Jugendwart gewählt. In den Jahren 2004-2013 qualifizierte sich unsere Jugendfeuerwehr 5x in Folge zum Landes- und Bundesausscheid im Bundeswettbewerb. Sie vertraten das Land Rheinland-Pfalz 2005 in Arnsberg/Nordrhein-Westfalen, 2007 in Weyhe/Niedersachsen, 2009 in Amberg/Bayern und 2011 in Weimar/Thüringen und dieses Jahr im September in Stadthagen/Niedersachsen. Einer der Höhepunkte war der Gewinn der Rheinland-Pfälzischen Landesmeisterschaft im Bundeswettbewerb 2012 in Kirn. Heute ist die Feuerwehr aus unserem Dorf nicht mehr wegzudenken. Sie ist ein fester Bestandteil des dörflichen Lebens geworden. Neben dem Brandschutz und der technischen Hilfeleistung organisiert und hilft sie bei sozialen Veranstaltungen wie z.B.: Absicherung der Wallfahrt nach Wirzenborn, des Kirmes- und des Martinsumzuges. Ebenfalls veranstaltet die Feuerwehr Jahr für Jahr ihr schon traditionelles Oktoberfest, das regen Anteil in der Dorfbevölkerung findet.