05/06/2026
🐾 Sandra Carl – Wie ich zu den Hundefreunden Europa kam 🐾
Heute erzählt Sandra Carl ihre persönliche Geschichte darüber, wie sie zu den Hundefreunden Europa e. V. gekommen ist und welche bewegenden Erfahrungen sie bei ihren Fahrten nach Bosnien gemacht hat.
Vielen Dank, liebe Sandra, dass Du diese Eindrücke mit uns teilst:
Meine „kleine“ Geschichte von Sandra Carl
Mein erster Kontakt mit den Hundefreunden Europa e.V. kam dadurch zu Stande, dass wir uns entschieden wieder einen Hund in unsere Familie zu holen. Auf einer Internetseite sahen wir unsere damals noch kleine Elli, vormals Ira, die zu diesem Zeitpunkt mit ihren Geschwistern noch in Kroatien lebte.
Nachdem das ganze Formelle erledigt und klar war, dass Elli bei uns einziehen würde, war die Vorfreude riesengroß. Der Moment, in dem wir unsere Elli in die Arme nehmen konnten war einfach unbeschreiblich.
Das Angebot der WhatsApp Gruppe beizutreten, habe ich gerne angenommen . So bekam ich mit, ich glaube das war 2023 /2024, dass Helfer für einen Tombola Stand benötigt wurden.
Als ich das in der Familie angesprochen hatte, sagte meine jüngste Tochter sofort „ Mama, haben wir da Zeit? Dann müssen wir helfen!"
Seitdem unterstützt unsere Familie die Hundefreunde Europa aktiv.
Dies beinhaltet unter anderem Spendenanfragen, Mithilfe bei Verkaufsständen und Tombolas und auch Fahrten nach Bosnien.
In Bosnien war bisher, außer mir, noch kein anderes Familienmitglied dabei.
Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll ….
Die erste Fahrt werde ich nie vergessen. Ach was, jede Fahrt hat ihre Besonderheit, Ereignisse die unter die Haut gehen und bleiben.
Bereits im Bereich der Grenze befinden sich viele Hunde. Teils liegen sie dort einfach und beobachten das Geschehen, teils laufen sie bettelnd umher, warten auf Futter. Teilweise sehr scheu und teilweise nach Zuneigung bettelnd.
Überall in Stadt und Land sieht man Hunde umherlaufen. Teils kleine Gruppen, die sich zusammengeschlossen haben, um sich auch gegenseitig Schutz vor Gefahren und widrigen Einflüssen zu geben.
An manchen Stellen werden sie geduldet, an manchen verjagt.
Man bekommt mit, wie viele liebenswerte Menschen versuchen mit ihren wenigen Mitteln zu helfen, füttern, verletzte Tiere zu versorgen.
Es wird einem noch bewusster, wie gut es unseren Haustieren doch geht. Sie haben Schutz, warme, weiche Betten, genug Futter (manchmal auch mehr als ihnen Gut tut 😅)!
Aber es gibt nicht nur die Straßen… auch in den Wäldern hört man die wilden Hunde bellen und dann gibt es da noch die Mülldeponie 😥.
An den Gedanken daran kommen mir wieder die Tränen…
So viele Hunde die teilweise dort geboren wurden, teilweise wie Müll dort einfach weggeworfen werden; egal ob jung oder alt. Viele haben dort keine Chance!
Die Wahl zu treffen, welchem Tier kannst du einen Platz bieten, es tierärztlich versorgen lassen, die Chance auf ein sicheres Leben bieten, fällt unwahrscheinlich schwer. Aber man muss sie treffen, denn die Plätze sind leider immer begrenzt.
Glücklicherweise verfügt der Verein mittlerweile über ein gutes Netzwerk sowie mehrere Pflegestellen in Bihać.
Wie oft werde ich gefragt „warum tust du dir das an?“, denn jede Fahrt ist eine Achterbahn der Gefühle!
Freud und Leid liegen hier so dicht beieinander…. Aber zu sehen, das aus einem verlassenen, verwarlostem Hund mit stumpfen Blick ein vollwertiges Familienmitglied wird, die freudig leuchtenden Augen der Menschen die „ihren“ Hund im Empfang nehmen….
Für diese Blicke, die Dankbarkeit von Mensch und Tier und all diese herzlichen Menschen, die dort versuchen alles für die Tiere zu tun…. hierfür werde ich noch viele Male nach Bosnien fahren!