28/04/2026
Wir trauern um Tobias Wolber
Tobias Wolber war unser Bärenkind. Und er wird es bleiben.
Als Tobias im Jahr 2007 Bärenkind wurde, war er knapp zwölf Jahre alt. Er war einer der Ersten, der diese Rolle ganz bewusst annahm und mittrug. Der Bärenadvent und die vielen Begegnungen wurden Teil seiner Lebensgeschichte – und unserer.
Am 1. April ist Tobias Wolber friedlich eingeschlafen. Wer ihn kannte, wusste um seinen Mut. Die Duchenne Muskeldystrophie nahm ihm nach und nach die Kraft, aber nicht seine Neugier auf die Welt. Mit seiner linken Hand hielt er sich diese Welt offen – über Computer, Spiele, Filme, Serien und Nachrichten. Sie war sein Fenster nach draußen, seine Verbindung zu anderen Menschen.
Der Hausacher Bärenadvent war für Tobias auch ein Versprechen: dass man ihn nicht vergisst. Und dieses Versprechen wurde gehalten. Über viele Jahre kamen Menschen zu ihm – nicht aus Mitleid, sondern aus Verbundenheit. Tobias durfte erfahren, dass er Teil einer Gemeinschaft war.
Besondere Erinnerungen verband er mit dem Bärenadvent bei der Erzpoche, mit seiner Begrüßung als Bärenkind und mit Menschen wie Anne Maier und Erwin Moser, die ihm im Tod vorausgegangen sind. Später wurde ihm der große Trubel zu anstrengend, doch er blieb immer Teil des Bärenadvents.
Tobias haderte nicht mit seinem Schicksal. Er lebte, was möglich war. In seinem Wohnheim in Freiburg fand er Freunde und Sicherheit, in Gutach seine Familie: seine Mutter Brigitte, seinen Vater Hans, dessen Tod ihn tief traf, und seine Schwester Jasmin, die immer für ihn da war. Tobias wusste, wo er hingehörte.
Mit ihm verlieren wir nicht nur ein ehemaliges Bärenkind, sondern einen Menschen, der uns gezeigt hat, wie groß ein Leben sein kann, auch wenn der Körper immer kleiner wird – und wie wichtig es ist, füreinander da zu sein.
Lieber Tobias, danke, dass du Teil unserer Geschichte warst.
Du wirst immer ein Bärenkind bleiben.