17/08/2026
🐾 Katzenschutz in Sachsen-Anhalt: Warum stehen wir eigentlich so schlecht da? – Teil 1
Eine Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE im Landtag Sachsen-Anhalt zeigt ziemlich deutlich, wo wir beim Schutz freilebender Katzen stehen.
Dabei ist das Problem keineswegs neu...
Bereits 2017 bis 2019 untersuchte MULE Sachsen-Anhalt in einem eigenen Projekt die Nachhaltigkeit von Katzenkastrationen. Dabei wurde deutlich: Es reicht nicht, immer wieder nur freilebende Katzen zu kastrieren.
Ein entscheidender Faktor für den Fortbestand dieser Populationen sind unkastrierte Freigängerkatzen mit Halter. Sie sorgen immer wieder für neuen Nachwuchs und weiteren Zustrom in freilebende Populationen.
Das Land wusste bereits damals, dass nachhaltiger Katzenschutz auch bei den gehaltenen Freigängerkatzen ansetzen muss.
2019 übertrug Sachsen-Anhalt die Ermächtigung zum Erlass von Katzenschutzverordnungen nach § 13b TierSchG auf die Kommunen.
Sieben Jahre später gibt es im gesamten Bundesland genau ZWEI : Havelberg und aktuell Halberstadt.
Und daneben?
Nach Kenntnis der Landesregierung bestehen in 17 (!) Kommunen Regelungen nach Gefahrenabwehr.
Hier zeigt sich vor allem ein buntes Durcheinander:
🐾 17 schreiben eine Kennzeichnung vor.
🐾 13 zusätzlich die Kastration.
🐾 Nur 5 verlangen auch die Registrierung.
Nur FÜNF verbinden Kastration, Kennzeichnung und Registrierung miteinander.
Und das bei geschätzt rund 100.000 freilebenden Katzen in Sachsen-Anhalt.
Gleichzeitig fördert das Land deren Kastration. Von 2022 bis 2025 konnten über das Landesprogramm lediglich 6.527 Katzen kastriert und gekennzeichnet werden – durchschnittlich rund 1.600 pro Jahr.
Die Mittel sind regelmäßig ausgeschöpft. Der Bedarf ist da – das Geld reicht nur für einen winzigen Bruchteil der Tiere.
Wir kastrieren also mit begrenzten Mitteln fast sinnfrei freilebende Katzen, während der weitere Eintrag durch unkastrierte Freigängerkatzen nicht konsequent unterbunden wird.
Das Problem und Ursache ist bekannt. Die Lösung seit 2013 vom Gesetzgeber präsentiert...
Warum passiert trotzdem so wenig?
Darum geht es in Teil 2.