Landesfrauenrat Niedersachsen

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Landesfrauenrat Niedersachsen Der Landesfrauenrat Niedersachsen e.V. ist ein Zusammenschluss von über 60 Frauenverbänden und Fra

Frauen sollen durch politische Arbeit ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und gestalten können – das forderte Elise ...
07/08/2026

Frauen sollen durch politische Arbeit ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und gestalten können – das forderte Elise Bartels, und lebte es selbst vor.

Elise Bartels gehörte zur ersten Frauengeneration im Deutschen Reichstag. Die Arbeitertochter und Fabrikarbeiterin hatte sich in der Sozialdemokratie zu einer gefragten „Frauenagitatorin“ entwickelt und zog 1919 in den Hildesheimer Stadtrat ein. Bei der Sozialdemokratischen Frauenkonferenz 1920 forderte sie „Die Verhältnisse treiben, statt sich von ihnen treiben zu lassen.“

1920 kandidierte Elise Bartels zum ersten Mal für den Reichstag. Ihr Wahlkreis Südniedersachsen reichte von Hildesheim bis Göttingen. Am 01.08.1922 rückte sie für Heinrich Rieke in den Reichstag nach und wurde als erste Frau Hildesheims Mitglied im Deutschen Reichstag.

Bis 1924 war sie in den Ausschüssen für Wohnungsbeschaffung, Volksbildung und Jugendpflege vertreten. Sie trat für Weltlichkeit der Bildung von der Kita bis zum Gymnasium ein, sowie der Einrichtung eines gemischtgeschlechtlichen Jugendwanderheims, wie in der Arbeiter-Jugend üblich.

Nebenbei war Elise Bartels Mitbegründerin und bis 1922 erste Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt in Hildesheim. Zugleich baute sie das „Hildesheimer Volksblatt“ samt Verlag und Druckerei sowie die Volksbibliothek auf.
1925 verstarb Elise Bartels mit nur 45 Jahren an einer Embolie.

Lust auf Fahrradurlaub in Niedersachsen? 🚴‍♀Mit einem Tourentipp auf den Spuren historischer Frauen ist die Initiative f...
05/08/2026

Lust auf Fahrradurlaub in Niedersachsen? 🚴‍♀
Mit einem Tourentipp auf den Spuren historischer Frauen ist die Initiative frauenORTE Niedersachsen im August auf der Website „Hannover historisch“ zu Gast.

Die Plattform für Geschichte und Kultur der Region Hannover bietet neben einem Veranstaltungskalender vor allem fundierte Einblicke zu historischen Ereignissen, Persönlichkeiten und kulturellen Entwicklungen der Landeshauptstadt und der näheren Umgebung. Wir stellen dort eine Radtour entlang der Kulturroute Hannover von unserem frauenORT Susanna Abraham in Nienburg zum frauenORT Eléonore d'Olbreuse in Celle vor.

Hannover historisch: frauenORTE Niedersachsen – Regionalgeschichte mit dem Fahrrad erfahren
👉 https://hannover-historisch.de/2026/08/frauenorte-niedersachsen-regionalgeschichte-mit-dem-fahrrad-erfahren/ -3619

Nienburg: Historisches Foto der ehemaligen Synagoge, sowie Stolperschwelle für die Synagoge. (Bildrechte: Kreisarchiv Nienburg/Weser)

Celle: Evangelisch-reformierte Kirche in Celle (Bildrechte: Stadt Celle)

Helene Hartmeyer widersetzte sich als Oberin des Diakonissen-Mutterhauses in Hamburg dem Willen der Ärzteschaft. Statt s...
31/07/2026

Helene Hartmeyer widersetzte sich als Oberin des Diakonissen-Mutterhauses in Hamburg dem Willen der Ärzteschaft. Statt sich überwiegend pflegerisch einer gutbetuchten Patientenschaft zu widmen, sah sie den Dreiklang von Ausbildung, Krankenpflege und Seelsorge als Grundlage der Tätigkeit der Diakonissen.

Nach einem Eklat, in dessen Folge ihr gekündigt wurde, verließ sie 1904 Hamburg und gründete in Rotenburg (Wümme) ein neues Diakonissen-Mutterhaus, in dem sie auch als Lehrkraft tätig war. Ihr Ziel: Einstehen für Werte, Glauben und soziale Fürsorge. In ihrer Einführung in die Berufsordnung erinnerte sie: „Vergiss niemals, dass du nicht alleine das leibliche Elend lindern sollst, gedenke daran, dass die Seele der Barmherzigkeit die Barmherzigkeit mit der armen Seele ist.“

Mit ihr begann die Entwicklung der Stadt Rotenburg zu einem überregionalen Ausbildungszentrum für Krankenpflege und sozialpädagogische Berufe. Zugleich begründete sie mit ihrem Berufsethos eine Tradition, die bis heute gültig ist.

Ricarda Huch war Schriftstellerin von Weltrang, anerkannte Historikerin, überzeugte Pazifistin und Europäerin. Die gebür...
24/07/2026

Ricarda Huch war Schriftstellerin von Weltrang, anerkannte Historikerin, überzeugte Pazifistin und Europäerin.

Die gebürtige Braunschweigerin studierte ab 1888 Geschichte und Philosophie an der Universität Zürich – in Deutschland durften Frauen noch nicht studieren – und erwarb ihren Abschluss als Lehrerin. 1892 wurde sie als erste deutsche Historikerin promoviert.
Neben ersten Tätigkeiten als Bibliothekarin, Lehrerin und Journalistin, veröffentlichte sie bereits Gedichte und Erzählungen. Ihr späteres Werk umfasste fast alle literarischen Genres.

1926 wurde sie als erste und einzige Frau in die Sektion Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste aufgenommen und erhielt 1931 die damals höchste deutsche Auszeichnung für Schriftsteller*innen, den Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main.

1933 trat sie aus Protest gegen die Nationalsozialisten aus der Akademie der Künste wieder aus. Couragiert bezog Ricarda Huch Stellung gegen Intoleranz, Antisemitismus und einseitigen Nationalismus. In ihren historischen Werken beschäftigte sie sich mit Freiheitsbewegungen in Italien, Russland und Deutschland.

Gewalt gegen Frauen – ein Thema, das Cilli-Maria Kroneck-Salis bis ins hohe Alter umtrieb. Ihr Ziel: Eine Anlaufstelle f...
17/07/2026

Gewalt gegen Frauen – ein Thema, das Cilli-Maria Kroneck-Salis bis ins hohe Alter umtrieb. Ihr Ziel: Eine Anlaufstelle für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder schaffen, in der sie sicher und geschützt sind.

Die Sozialpädagogin engagierte sich seit 1978 im „Verein zum Schutz misshandelter Frauen“. Nach langjährigem Kampf erhielt der Verein 1981 die Trägerschaft für eines der ersten autonomen Frauenhäuser in Niedersachsen. Als Mitbegründerin des Frauenhauses in Osnabrück definierte Cilli-Maria Kroneck-Salis Gewalt gegen Frauen als strukturelle Gewalt einer patriarchalen Gesellschaft.

Cilli-Maria Kroneck-Salis war auch Initiatorin des Frauenflüchtlingshauses für geflüchtete bosnische Frauen (1993 – 1994). 2002 stellte sie zu ihrem jahrzehntelangen Wirken fest: „Ich lasse mir nichts gefallen, und ich finde das nicht stark, ich finde das selbstverständlich.“

  Sie wurde, wie so viele andere Künstlerinnen ihrer Zeit, als „Malweib“ belächelt: Paula Modersohn-Becker. Sie wuchs in...
10/07/2026


Sie wurde, wie so viele andere Künstlerinnen ihrer Zeit, als „Malweib“ belächelt: Paula Modersohn-Becker.

Sie wuchs in einer weltoffenen Dresdner Familie auf. Bereits früh kam sie mit Malerei, Musik und Literatur in Berührung und wollte Malerin werden. 1888 zog die Familie nach Bremen, und Paula bekam ihr erstes Atelier. Auf Drängen der Eltern wurde sie zunächst zur Lehrerin ausgebildet. Während dieser Zeit porträtierte sie ihre Geschwister und schuf 1893 ihr erstes Selbstporträt. Sie bildete sich in Berlin und Paris weiter und unternahm vielfältige Studienreisen.

Mit Willenskraft und Mut entwickelte sie ihren eigenen künstlerischen Ausdruck und nahm dafür sogar persönliche Einschränkungen hin. 1901 heiratete sie den Maler Otto Modersohn und war – entgegen der damaligen gesellschaftlichen Regeln – selbst weiterhin als Malerin tätig: „...dass ich mich verheirate, soll kein Grund sein, dass ich nichts werde.“ Obwohl Modersohn die Arbeiten seiner Frau durchaus schätzte, blieb ihr zu Lebzeiten die Anerkennung verwehrt.

Heute gilt sie als Wegbereiterin des deutschen Expressionismus. Inspiriert durch Studienaufenthalte in Paris gestaltete sie bahnbrechende Werke. Bäuerliche Frauen und Kinder, Selbstbildnisse – sie ist die erste Frau, die sich als Akt selbst malte – und Stillleben bestimmten ihre Motivwahl.

Paula Modersohn-Becker starb wenige Tage nach der Geburt ihrer Tochter Mathilde mit nur 31 Jahren an einer Embolie. Posthum trat ihr immens großes Schaffenswerk zutage.

Danke,  ‼️
04/07/2026

Danke, ‼️

  Obwohl es für Frauen kaum möglich schien, ein Leben mit eigenständiger Existenz führen zu können, entschied sie sich b...
03/07/2026


Obwohl es für Frauen kaum möglich schien, ein Leben mit eigenständiger Existenz führen zu können, entschied sie sich bewusst dafür, den Beruf als Malerin zu ergreifen.

Emy Rogge steht für die vielen heute meist unbekannten und dabei hochtalentierten Malerinnen früherer Zeiten. Sie bildete sich an privaten Kunstschulen aus. Staatliche Akademien nahmen bis auf wenige Ausnahmen erst ab 1919 Frauen auf. Ab 1902 arbeitete sie im Berliner „Kaiser Friedrich Museum“, dem heutigen Bode-Museum. Im Museum hatte sie eine feste Anstellung für 20 Jahre und kopierte dort alte Meister.

Emy Rogge wurde als Künstlerin nicht nur von Vorgesetzten und Kollegen wertgeschätzt, sondern sogar von Kaiser Wilhelm II. für ihre herausragende Arbeitstechnik gelobt.

Sie vernetzte sich mit engagierten Künstlerinnen und Förderinnen, wie dem 1905 gegründeten Berliner Lyceum-Club, dem u.a. Käthe Kollwitz angehörte. Einem lang gehegten Wunsch folgend, zog sie 1922 in die Künstler*innenkolonie Worpswede und baute dort mit ihrem Bruder Cornelius eine Radierwerkstatt auf.

Auftakt für unseren 52. frauenORT zu Ehren Hannah Arendts in der Stadtbibliothek Hannover. Die Vorbereitungszeit war int...
28/06/2026

Auftakt für unseren 52. frauenORT zu Ehren Hannah Arendts in der Stadtbibliothek Hannover.

Die Vorbereitungszeit war intensiv, das Interesse groß, die Veranstaltung heute außerordentlich gelungen und trotz des sehr warmen Wettes hervorragend besucht. Ein Schild für Hannah Arendt wurde durch Sozialminister Dr. Andreas Philippi, Bürgermeisterin Monica Plate, die Vorsitzende des Landesfrauenrates Dr. Barbara Hartung und die Kuratoriumsvorsitzende Mechthild Schramme-Haack enthüllt.

Anschließend sprachen Gästinnen und Gäste bei einem Podiumsgespräch über aktuelle politische und gesellschaftliche Fragen und die Verknüpfung der frauenORTE mit diesen Themen. Die Philosophin und Hochschuldozentin Dr. Diana Häs berichtete aus dem Leben und der Philosophie Hannah Arendts. Musikalisch begleitete die Veranstaltung das wunderbare Duo Ik'Kutan.

Danke an alle Beteiligten, insbesondere den Leiter der Stadtbibliothek Daniel Bister und seine Kolleginnen sowie dem Freundeskreis, dem tapferen Team Hannah-Arendt-Tage mit Dr. Sabine Meschkat-Peters und allen anderen Engagierten für den schönen Auftakt.

Stadtbibliothek Hannover Sozialministerium Niedersachsen

 Marianne Fritzen ist Anfang 50 und fünffache Mutter, als in den 70er Jahren ihr politisches Engagement gegen das Atomen...
26/06/2026


Marianne Fritzen ist Anfang 50 und fünffache Mutter, als in den 70er Jahren ihr politisches Engagement gegen das Atomendlager in Gorleben beginnt.
Kurz zuvor hatte sich die Niedersächsische Landesregierung unter Ministerpräsident Ernst Albrecht für geologische Erkundungen in Gorleben entschieden, um den dortigen Salzstock als kerntechnisches Endlager für radioaktiven Abfall zu nutzen.

Marianne Fritzen bildet sich zur Expertin in Fragen der Atomenergie, gründet mit anderen Atomkraftgegner*innen die Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) und übernimmt als Erste für viele Jahre deren Vorsitz. Ihr Ziel: gewaltfreier Widerstand und ein breites gesellschaftliches Bündnis gegen Atomkraft. Die Aktivistin bleibt ihren Überzeugungen stets treu und scheut keine Auseinandersetzung oder Form des zivilen Ungehorsams.

Später gründet sie u.a. das Gorleben Archiv und gehört ebenfalls zu den Begründern der Grünen Liste Umweltschutz in Niedersachsen, einer Vorläuferorganisation der späteren Partei Die Grünen.

Sie erlebt noch, dass 2011 die Transporte nach Gorleben eingestellt werden und zwei Jahre später ein neues, vergleichendes Endlagersuchverfahren auf den Weg gebracht wird. 2016 stirbt sie hochbetagt. 2020 wird der Salzstock in Gorleben nach über 43 Jahren Widerstand als Endlager für ungeeignet erklärt.

Stellvertretend steht sie für viele Frauen, die die Protestbewegung gegen Atomkraft maßgeblich geprägt haben.

Adresse

Hilde-Schneider-Allee 25
Hanover
30173

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