19/06/2026
Margaretha „Greten“ Handorf betrieb als erste Reederin eine Elbfähre – und wurde ab 1924 als erste Frau im Register des Norddeutschen Lloyd als Reederin aufgeführt.
Ihr Ziel: die Wiedereinrichtung der stillgelegten Fährverbindung zwischen den Hafenstädten Cuxhavens nach Brunsbüttelkoog.
Die für den Fährbetrieb notwendige Konzession für die Querung der Elbe erwirkte sie persönlich mit einem launigen Auftritt beim Reichsverkehrsministerium in Berlin:
Nachdem ihr der Zugang zum zuständigen Minister verweigert wurde, zog sie die Schuhe aus und verzehrte ein mitgebrachtes Butterbrot mit stark riechendem Limburger Käse. Nachdem sie ausgiebig und lautstark protestierte, wurde sie zum Minister geführt – jetzt allerdings auf Strümpfen. Als sie den Minister sah, eröffnete sie das Gespräch mit den Worten:
„Kiek, dort sitt he jo! Du, Minister, so geiht dat dor bi uns nich wieder!“
Der Minister hatte Verständnis für die Argumente von Greten Handorf und erteilte sofort die Konzession. In den folgenden Jahren baute Greten Handorf einen regelmäßigen Fährbetrieb für bis zu 180 Passagiere auf. Als stadtbekannte Persönlichkeit führte sie das Unternehmen zunächst eigenständig, dann unter treuhänderischer Verwaltung bis 1938.
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