XertifiX

XertifiX XertifiX ist eine NGO, die für bessere Arbeitsbedingungen und Umweltschutz im asiatischen Steinsektor kämpft.

XertifiX is an NGO that fights child and bonded labour in the stone Indian sector. On a regular basis, we inspect factories and quarries in India to make sure that all ILO labour conventions are fulflilled. In the case a child labour has been found, it will be liberated and rehailitation measures will be taken. That way, a natural stone with the XertifiX label is definitely produced without child labour.

Benjamin Pütter erhält das BundesverdienstkreuzEin besonderer Tag für den Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit: In ei...
27/02/2026

Benjamin Pütter erhält das Bundesverdienstkreuz

Ein besonderer Tag für den Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit: In einer feierlichen Zeremonie in Freiburg wurde am 11.02.2026 unserem Mitbegründer und langjährigen Weggefährten Benjamin Pütter das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Die Auszeichnung, überreicht im Namen des Bundespräsidenten durch Staatssekretärin Sandra Boser MdL, würdigt ein Lebenswerk, das von unermüdlicher Zivilcourage, tiefem christlichem Glauben und dem unerschütterlichen Einsatz für die Schwächsten geprägt ist.

Ein Leben im Dienst des Kampfs gegen Kinderarbeit

In ihrer Laudatio zeichnete Staatssekretärin Boser den beeindruckenden Weg von Benjamin Pütter nach. Von seinen Anfängen in der Friedensbewegung und der Zusammenarbeit mit Persönlichkeiten wie Petra Kelly bis hin zu seinem Engagement für MISEREOR und das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“: Pütter war und ist eine der profiliertesten Stimmen gegen Kinderarbeit in Deutschland.
Besonders hervorgehoben wurde sein Mut:

- Über 90 Reisen nach Indien: Dort deckte er die systematische Ausbeutung in der Natursteinindustrie auf – oft unter persönlichem Risiko.
- Wirkung statt Worte: Sein Einsatz trug dazu bei, mehr als 600 Kinder aus ausbeuterischen Verhältnissen zu befreien und ihnen Bildung und eine Zukunft zu schenken.
- Aufklärung: Mit seinem Buch „Kleine Hände – großer Profit“ machte er die unsichtbaren Leiden hinter glänzenden Fassaden für die breite Öffentlichkeit sichtbar.

Für uns als XertifiX-Team war es besonders bewegend, dass die Gründung unseres Vereins im Jahr 2005 als ein zentraler Meilenstein in der Laudatio gewürdigt wurde. Zusammen mit Mitstreitern wie Norbert Blüm und Peter Weiß schuf Benjamin Pütter mit XertifiX ein Instrument, das nicht nur anklagt, sondern konkret handelt: „Sie haben nicht nur Missstände aufgezeigt, sondern Lösungen ermöglicht“, so Staatssekretärin Boser in ihrer Rede.

Die Verleihung unterstreicht, dass das Prinzip „Think globally, act locally“ aktueller denn je ist. Dass Steine in unseren Kommunen heute unter fairen Bedingungen zertifiziert werden können, ist maßgeblich Pütters Beharrlichkeit zu verdanken. Darauf weist auch Peter Weiß, MdB a.D. in seiner sehr persönlichen Rede hin. Pütter und Weiß kennen sich seit der Kindheit und haben sich seitdem immer wieder gemeinsam für mehr Gerechtigkeit in der Welt eingesetzt. Im Namen von XertifiX gratuliert Peter Weiß Benjamin Pütter von ganzem Herzen zu dieser höchsten staatlichen Anerkennung. Für XertifiX ist diese Auszeichnung nicht nur eine Rückschau auf Erreichtes, sondern auch ein Ansporn. Die Arbeit in Ländern wie Indien geht weiter – bis kein Kind mehr in einem Steinbruch arbeiten muss.

Lieber Benjamin, wir sind stolz darauf, diesen Weg gemeinsam mit dir zu gehen!

Europäische Brandmauer gefallen, Menschenrechtsschutz geopfertDas EU-Parlament hat heute über das Omnibus-I-Paket abgest...
13/11/2025

Europäische Brandmauer gefallen, Menschenrechtsschutz geopfert

Das EU-Parlament hat heute über das Omnibus-I-Paket abgestimmt, nachdem es sich vor zwei Wochen nicht auf den Vorschlag des Rechtsausschusses einigen konnte. Die heutige Mehrheit wurde durch die Stimmen der rechten und rechtsextremen Fraktionen erreicht. Die „Initiative Lieferkettengesetz“, bei der XertifiX Mitglied ist, kommentiert den Vorgang entsprechend:

„Durch die gemeinsame Mehrheit von Europäischer Volkspartei und rechtsextremen Fraktionen wurde die EU-Lieferkettenrichtlinie bis zur Unkenntlichkeit abgeschwächt – ein politischer Dammbruch mit unmittelbaren Folgen für den Schutz von Menschenrechten und Umwelt sowie die politische Stabilität der EU.

Es wiederholt sich auf europäischer Ebene, was wir Anfang dieses Jahres in Deutschland erlebt haben: CDU und CSU sind entgegen wiederholten Beteuerungen und ohne Not eine Allianz mit den Rechtsextremen eingegangen und haben die Brandmauer nach Rechtsaußen endgültig zu Fall gebracht. Getrieben von Rechtsaußen opfert die Union zentrale Errungenschaften für den weltweiten Schutz von Menschenrechten. Die Auswirkungen werden die Betroffenen in den Lieferketten deutscher Unternehmen knallhart zu spüren bekommen. Wer sich mit Rechten verbündet, um europäische Schutzstandards zu kippen, nimmt in Kauf, dass Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Umweltzerstörung wieder zum Geschäftsmodell werden.

Die Initiative Lieferkettengesetz fordert daher die deutsche Bundesregierung auf, im nun anstehenden Trilog darauf zu drängen, dass die menschenrechtlichen Kernverpflichtungen der EU-Lieferkettenrichtlinie wiederhergestellt werden. Sollte dies nicht gelingen, darf Deutschland dem Omnibus-I-Paket nicht zustimmen. Europa darf nicht zulassen, dass seine Werte unter dem Deckmantel der Deregulierung ausgehöhlt werden.“

Siehe:

Hier gibt es aktuelle Pressemeldungen zur Initiative Lieferkettengesetz.

Bundesregierung setzt Berichtspflichten des Lieferkettengesetzes ausWie wir bereits berichtet haben, hat die Bundesregie...
30/09/2025

Bundesregierung setzt Berichtspflichten des Lieferkettengesetzes aus

Wie wir bereits berichtet haben, hat die Bundesregierung beschlossen, das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) deutlich abzuschwächen. Kernpunkt der Reform ist die Streichung der Berichtspflichten, die bislang Transparenz über die Umsetzung menschenrechtlicher und umweltbezogener Sorgfaltspflichten in den Lieferketten schaffen sollten. Besonders bedeutsam ist jetzt die direkte Weisung an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), bestehende Prüfungen und Kontrollen der Unternehmensberichte sofort einzustellen, wie die WirtschaftsWoche berichtet: „Für einen Großteil der Tatbestände im Katalog der Ordnungswidrigkeiten soll das BAFA laufende Verfahren einstellen und keine neuen Verfahren aufnehmen. In der Weisung des Wirtschaftsministeriums an die zuständige Behörde heißt es, das „öffentliche Verfolgungsinteresse“ an den Verstößen sei „erloschen“. Es handelt sich um neun von dreizehn Tatbeständen, die damit obsolet werden.“

Kritische Bewertung durch XertifiX

Aus Sicht von XertifiX ist diese Entscheidung ein schwerer Rückschritt im Einsatz gegen Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Umweltzerstörung. Transparenzpflichten sind ein entscheidender Hebel, um menschenrechtliche Risiken in globalen Lieferketten sichtbar zu machen und Unternehmen in die Verantwortung zu nehmen. Wenn diese Pflichten nun ausgesetzt werden, besteht die Gefahr, dass Missstände wieder leichter hinter verschlossenen Türen bleiben.

Gerade in Branchen wie dem Natursteinsektor, in denen Kinderarbeit und ausbeuterische Arbeitsbedingungen nachweislich vorkommen, braucht es mehr staatliche Kontrolle und öffentliche Rechenschaftspflicht – nicht weniger. XertifiX appelliert daher an Politik und Unternehmen, trotz der Lockerungen weiterhin konsequent Verantwortung zu übernehmen und menschenrechtliche Standards entlang ihrer Lieferketten sicherzustellen.

Siehe:

Das Lieferkettengesetz als zahnloser Tiger: Sanktionen werden künftig noch unwahrscheinlicher. Was die Weisung aus Berlin nun genau für Unternehmen bedeutet, bleibt aber unklar.

Bundesregierung plant Schwächung des Lieferkettengesetzes Die Bundesregierung plant eine Entschärfung des seit 2023 gelt...
05/09/2025

Bundesregierung plant Schwächung des Lieferkettengesetzes

Die Bundesregierung plant eine Entschärfung des seit 2023 geltenden Lieferkettengesetzes, das bislang Unternehmen dazu verpflichtet, regelmäßige Berichte zur Einhaltung von Arbeits- und Umweltstandards entlang ihrer Lieferketten zu veröffentlichen. Im Rahmen eines Bürokratieabbaus soll diese Berichtspflicht entfallen und künftig nur noch schwerwiegende Verstöße geahndet werden. Die Grünen halten der schwarz-roten Koalition vor, die bisherigen Schutzstandards für Menschenrechte in den Lieferketten zu verwässern. Die Koalition sieht in der Streichung eine dringend notwendige Entlastung für Unternehmen, ohne den Kampf gegen Kinder- und Zwangsarbeit sowie Arbeitsausbeutung aufzugeben.

Dennoch kritisiert Sofie Kreusch für die Initiative Lieferkettengesetz, bei der XertifiX auch Mitglied ist, die geplante Gesetzesänderung deutlich: „Mit diesem Beschluss handelt die Bundesregierung nicht nur verantwortungslos gegenüber den Betroffenen von Menschenrechtsverletzungen weltweit, sondern auch im Widerspruch zu europäischen und völkerrechtlichen Vorgaben, die Rückschritte beim Schutz der Menschenrechte verbieten. Deutsche Unternehmen, die mit der Umsetzung des LkSG begonnen haben, verlieren wichtige Anreize zur Vorbeugung von Menschenrechtsverstößen und Umweltschäden.“

Hier finden Sie Informationen zu dem Thema „Bürokratieabbau“. Lesen Sie jetzt „Kritik an Änderungen von Lieferketten-Regeln“.

Lieferketten-Transparenz: Keine langfristigen Einbußen für UnternehmenIn einer aktuellen Studie zeigen die Forschenden B...
01/09/2025

Lieferketten-Transparenz: Keine langfristigen Einbußen für Unternehmen

In einer aktuellen Studie zeigen die Forschenden Bernhard Reinsberg (Universität Glasgow) und Christoph Steinert (Universität Zürich), dass strengere Auflagen für Lieferketten – wie sie in Frankreich seit 2017 bestehen (Devoirs de Vigilance) – mittelfristig keinen wirtschaftlichen Nachteil für betroffene Unternehmen bedeuten. Unter Verwendung von Firmendaten aus der Orbis-Datenbank analysierten sie mehr als 11 000 französische Unternehmen mit über 5 000 Mitarbeitenden zwischen 2008 und 2024. Kennzahlen wie Umsatz, Kosten pro Mitarbeiter und Warenumschlag unterschieden sich nicht signifikant von Unternehmen ohne solche Regularien, auch wenn zunächst erhöhte Investitionen etwa ins Compliance-Personal erforderlich waren. Die Studie lässt daher darauf schließen, dass mehr Transparenz nicht zwangsläufig wirtschaftlichen Schaden verursacht.

Allerdings stellt der höhere administrative Aufwand insbesondere für KMU eine Herausforderung dar – Branchenverbände wie Swiss Textiles sehen darin ein höheres Risiko im Vergleich zu großen Unternehmen. Gleichzeitig wird der Ruf nach harmonisierten Vorgaben innerhalb Europas laut, damit Unternehmen nicht unterschiedlich reguliert werden und so unnötige Belastungen entstehen.

Eine neue Studie kommt zum Schluss: Regeln für transparentere Lieferketten müssen Unternehmen nicht schaden.

Unternehmen fordern verlässliche Rahmenbedingungen für nachhaltige Transformation Ein breites Bündnis deutscher Unterneh...
26/08/2025

Unternehmen fordern verlässliche Rahmenbedingungen für nachhaltige Transformation

Ein breites Bündnis deutscher Unternehmen (u.a. Allianz, ING, Nestlé, GLS Bank) fordert von der Bundesregierung verlässliche und praxistaugliche Rahmenbedingungen, um die nachhaltige Transformation der Wirtschaft erfolgreich gestalten zu können. Anstelle einer undifferenzierten Deregulierung plädieren die Unterzeichner für klare Standards und einen stabilen regulatorischen Rahmen, der Investitionen ermöglicht, Innovationskraft stärkt und Planungssicherheit schafft. Denn nur so lassen sich die Risiken durch Klimawandel, Lieferkettenunterbrechungen und Infrastrukturschäden wirksam reduzieren.

Die Unternehmen betonen, dass Nachhaltigkeit nicht allein von einzelnen Vorreitern getragen werden kann, sondern einen umfassenden Wandel in allen Wirtschaftsbereichen erfordert. Wichtige Bausteine sind dabei die Vereinheitlichung von Standards, abgestufte Anforderungen für kleine und mittelständische Unternehmen sowie die konsequente Einbindung von ESG-Risiken in die Finanz- und Geschäftsplanung. Nachhaltigkeitsberichterstattung und transparente Transitionspläne gelten als zentrale Instrumente, um Vertrauen zu schaffen und langfristige Investitionsentscheidungen abzusichern.

Mit ihrem Statement richten die Unternehmen einen klaren Appell an die neue Bundesregierung: Deutschland und Europa müssen verlässliche, zukunftsorientierte Regeln schaffen, die ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit verbinden. Nur mit stabilen Rahmenbedingungen kann die Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschaft gelingen – im Interesse von Unternehmen, Gesellschaft und Umwelt.

Siehe:

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30159

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