21/05/2026
Belegschaft macht an Vahrenwalder Straße Druck – TK Elevator-Beschäftigte fordern Antworten auf 29-Milliarden-Deal mit KONE
Rund 1.000 Beschäftigte von TK Elevator (TKE) protestierten gestern am Standort Hannover gegen die geplante Fusion mit dem finnischen Konzern KONE. Parallel laufen Aktionen, unter anderem in Düsseldorf und Frankfurt – ein gemeinsames Zeichen der Belegschaften in Deutschland und weltweit. Der heutige Tag fällt bewusst auf die Sitzung des TKE-Aufsichtsrats. Das Motto: „Es ist eine Minute vor zwölf."
Besonders kritisch bewertet die IG Metall die angekündigten Kosteneinsparungen von rund 700 Millionen Euro jährlich. Erfahrungen aus vergleichbaren Fusionsprozessen zeigen, dass solche Größenordnungen in der Regel nicht ohne Auswirkungen auf Beschäftigung und Standorte zu erreichen sind. Die IG Metall erwartet daher belastbare Antworten: Wo sollen diese Einsparungen konkret herkommen – und was bedeutet das für die Belegschaften in Deutschland?
Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt: „Ein 29 Milliarden Euro Deal, 100.000 Beschäftigte – und die Belegschaftsvertretungen wird nicht eingebunden? Das ist kein Versehen. Wer Mitbestimmung so behandelt, muss damit rechnen, dass es massive Kritik und Widerstand gibt. Wir erwarten von beiden Unternehmen klare, verbindliche Zusagen: für die Arbeitsplätze, für die Standorte, für faire Tarifbedingungen. Und das nicht irgendwann – sondern jetzt."
Susanne Heyn, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Hannover: „Die Beschäftigten in Deutschland befürchten die vollständige Zerschlagung durch die Übernahme. Hinter den Zahlen stecken Arbeitsplätze und Familien hier in Hannover. Die Kolleginnen und Kollegen bei TKE leisten jeden Tag gute Arbeit – und haben es verdient, dass über ihre Zukunft nicht hinter verschlossenen Türen entschieden wird. Wir erwarten verbindliche Zusagen für unseren Standort. Die Belegschaft muss wissen, was ein solcher Zusammenschluss für ihre Zukunft bedeutet.“
Fotos: Lukas Mires