12/11/2025
🩺 Fachtagung „Ungleiche Chancen, ungleiche Gesundheit – Rassismus im Gesundheitswesen“
„Rassismus macht krank.“ Mit diesen klaren Worten eröffnete Dr. Anwar Hadeed die Fachtagung und brachte damit auf den Punkt, was durch die Forschung mittlerweile hinreichend belegt ist: Rassismus ist ein Gesundheitsrisiko. Auch Dr. Uta Biermann vom Nds. Sozialministerium bekräftigte die Wichtigkeit des Themas und sicherte weitere Unterstützung zu.
Rund 70 Teilnehmende aus Gesundheitswesen, Verwaltung, NGO und MSO kamen gestern im Pavillon in Hannover zusammen, um über Strukturen, Erfahrungen und Veränderungsmöglichkeiten zu diskutieren.
💬 Zentrale Themen und Impulse:
• Diskriminierungserfahrungen von Patient*innen of Color – und wie diese sich auf die Gesundheit auswirken.
• Rassismus innerhalb von Teams, durch Patient*innen und institutionelle Abläufe.
• Fachkräftemangel als doppelte Herausforderung: internationale Pflegekräfte sichern die Versorgung – und erleben zugleich Rassismus.
• Die Notwendigkeit struktureller Veränderung: Diversity-Management allein reicht nicht – es braucht vor allem Haltung, Verantwortung und Schutzräume.
Tanja Gangarova (DeZIM) und Muna Aikins (EOTO, Max-Planck-Institut) präsentierten aktuelle, auch community-basierte, Forschungsergebnisse und Praxisberichte, die insb. die strukturelle Ebene von Rassismus hervorhoben.
Die Fishbowl-Diskussion zum Thema Strukturelle Herausforderungen und Strategien der rassismuskritischen Organisationsentwicklung verdeutlichte die komplexen Dynamiken in Einrichtungen und welche Bedeutung offene Gespräche über Macht, Verantwortung und Solidarität haben.
Die Tagung machte deutlich:
➡️ Rassismus zeigt sich nicht nur in individuellem Fehlverhalten, sondern ist vor allem ein strukturelles Problem.
➡️ Institutionen müssen Verantwortung übernehmen.
➡️ Veränderung beginnt dort, wo Menschen bereit sind, zuzuhören – und sich selbst zu hinterfragen.
Zum Abschluss stellte Robin Marks erste Ergebnisse des Projekts „Rassismus macht krank“ vor.
📣 Danke an alle Mitwirkenden, Teilnehmenden und Unterstützer*innen für diesen intensiven, ehrlichen und wichtigen Fachtag! Wir machen weiter – mit Forschung, Praxis und Haltung.