04/06/2026
Um eine Übersicht über unsere geleistete Arbeit zu haben, dokumentieren wir (fast) alles, was wir tun. Die Dunkelziffer unserer Statistik ist vermutlich höher, aber hier ein kleiner Einblick:
476 Individuen:
- 267 Stadttauben
- 75 Ringeltauben
- 21 Brieftauben
- 26 Ziertauben
- 63 Sonstige
- 24 unbekannte Vögel (keine Rückmeldung mehr)
Jungvögel in Not - wann eingreifen, wann nicht?
Diesen Monat haben wir neben etlichen hilflosen Jungtauben viele Ästlinge anderer Vogelarten gemeldet bekommen.
Rabenvögel, Enten, sogar eine junge Waldohreule war dabei.
Es kann durchaus normal sein, dass sich junge Vögel mal unbeholfen am Boden aufhalten, aber woran erkennt man, wann ein Jungvogel Hilfe braucht und wann nicht (außer offensichtlich verletzt)?
Vorweg: Stadttaubenküken und -jungtauben, die sich noch unselbstständig am Boden befinden brauchen immer Hilfe.
Stadttauben sind keine Wildvögel und es gibt bei ihnen keine Ästlingsphase; fallen sie zu früh aus ihrem Nest sind sie verloren und sollten gesichert werden.
Bei Wildvögeln sieht es anders aus.
Junge Ringeltauben können sich ab einem gewissen Alter, selbst wenn sie noch nicht ausreichend flugfähig sind, bereits außerhalb des Nestes befinden, verstecken sich aber instinktiv im Gebüsch und werden dort noch von den Elterntieren versorgt.
In unseren Städten ist es nur leider so, dass sie am Boden oft verunfallen; sie werden angefahren, von Hunden gebissen oder von Katzen erbeutet.
In einer geschützten Umgebung kann man es bei Wildvögeln aber idR so handhaben, dass man das Jungtier zunächst aus der Ferne beobachtet. Versorgen es die Eltern? Kann es hüpfen, wirkt es aufmerksam und flüchtet, wenn man sich nähert? Gibt es Gefahren in der Nähe; sitzt es bspw. am Straßenrand, oder gibt es Gebüsche, in denen es Schutz suchen kann?
Oft ist ein Eingreifen nicht nötig, manchmal braucht es aber einen fachkundigeren Blick aus der Nähe, um die Situation richtig einzuschätzen. So z.B. bei der Waldohreule, die auf den ersten Blick unauffällig erschien. Beim genaueren Hinsehen zeigten sich massive Schäden im Gefieder, die sie an ihrer weiteren Entwicklung und daran, rechtzeitig ausreichend flugfähig zu werden, gehindert hätten.