01/05/2026
Erster Mai: „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“
Unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ haben sich in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen rund 74.000 Menschen an Demonstrationen, Kundgebungen und Familienfesten des DGB zum Tag der Arbeit beteiligt. Unter den Rednerinnen und Rednern waren viele Vertreterinnen und Vertreter der IGBCE.
Dieses Jahr standen die ständigen Angriffe der Arbeitnehmenden und den Sozialstaat im Mittelpunkt der Kundgebungen. In Stade forderte Ralf Becker, Leiter des Landesbezirks Nord die Politik auf, die permanente Angriffe zu stoppen und die Interessen der Beschäftigten in den Mittelpunkt zu stellen. Insbesondere die Forderung aus der Union, den Ersten Mai abzuschaffen, wies Ralf Becker scharf zurück. „Wir lassen uns die hart erkämpften Rechte nicht streitig machen. Wir lassen uns auch nicht das Recht nehmen, für diese Rechte auf die Straße zu gehen.“
Statt Sozialstaat und die Rechte der Arbeitnehmenden ins Visier zu nehmen, müsse die Politik endlich Lösungen für die wahren Probleme finden, forderte Alexander Bercht, Mitglied im Hauptvorstand der IGBCE, in seiner Rede in Wilhelmshaven. Das sind stagnierendes Wirtschaftswachstum und der Verlust von 100.000 Industriearbeitsplätze – aktuell 10.000 jeden Monat. Die Politik müsse alles daransetzen, die Produktion in Deutschland und Europa zu fördern – gekoppelt an die klare Ansage an die Unternehmen: „Wer Steuergeld als Unternehmen nimmt oder davon profitiert, der muss die Arbeit derjenigen schützen, die dieses Geld jeden Tag hart erarbeiten“, so Alexander Bercht. Gute Arbeit, sichere Arbeitsplätze und soziale Sicherheit müssen immer Vorrang haben vor kurzfristigen Renditeinteressen.
Die stellvertretende Landesbezirksleiterin Petra Adolph warnte bei der Mai-Kundgebung in Hildesheim vor einem bröckelnden gesellschaftlichen Zusammenhalt – vor Ort und in den Betrieben. Dem tritt der Landesbezirk mit der Kampagne „Jetzt! Zukunft erhalten“ entgegen, indem er Betriebsräte und Arbeitgeber dabei unterstützt, Perspektiven für ihre Unternehmen zu entwickeln. Zentral seien die Fragen, „wie Unternehmen sich nachhaltig aufstellen, Produktionsprozesse so verändert werden können, dass sie eine Zukunft haben – und zwar ökonomisch und ökologisch.“ Eine solche Strategieentwicklung gehöre nicht zu den Kernaufgaben von Betriebsräten, so Petra Adolph. Ihr Eindruck sei aber, „wenn die Mitbestimmung nicht aktiv wird, passiert nicht viel.“ Deshalb dankte sie allen engagierten Betriebsräten, dass sie die Mitbestimmung leben und sich als Rückgrat der Unternehmen beweisen.