Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte

Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte Die Hamburger Stiftung für
politisch Verfolgte setzt
sich für Menschen ein, die wegen Ihrer Meinung in Ihrem Heimatland um Ihr Leben fürchten müssen.

Übers Wochenende ist Karen Farisai Mukwasi als neuer Gast der Stiftung sicher in Hamburg eingetroffen. Die Menschenrecht...
19/05/2025

Übers Wochenende ist Karen Farisai Mukwasi als neuer Gast der Stiftung sicher in Hamburg eingetroffen. Die Menschenrechtsverteidigerin und Frauenrechtlerin aus Simbabwe wurde am Flughafen von der Geschäftsführerin der Stiftung, Martina Bäurle, empfangen. Jetzt wird Karen für ein Jahr an der Elbe leben, um sich von den Folgen der zunehmenden staatlichen Repression in ihrer Heimat zu erholen.
Seit dem Putsch von 2017 gegen den Autokraten Robert Mugabe hat Simbabwe sich in einen militarisierten, autoritären Staat verwandelt. Der Raum für zivilgesellschaftliches Engagement werden täglich kleiner.
Die Stiftung setzt sich weltweit für Menschen wie Karen ein, die mutig ihre Stimme gegen Unrecht erheben und bietet ihnen in Hamburg für eine gewisse Zeit Schutz und Ruhe.
Frauenrechte, Bildungsprogramme für Mädchen und junge Frauen sowieder Kampf gegen Missbrauch und Gewalt stehen im Zentrum der Arbeit von Karen Mukwasi. Für sie gründete sie 2018 die Internet-Plattform PADA. "PADA ist für uns ein Symbol der Schwesternschaft und wachsender weiblicher Konkurrenzfähigkeit. Vor allem in unterversorgten Regionen bietet PADA digitale Räume an, in denen soziale und unternehmerische Kompetenzen gelernt und von Frauen erreichte Ziele gefeiert werden."
Soviel Zivilcourage führt in Simbabwe schnell zu Konflikten mit wichtigen staatlichen Akteuren. Mehrfach wurde die junge Frau während der Pandemie festgesetzt und mit Haft bedroht, sollte sie ihre Schulungsseminare nicht absagen. Über social media Kanäle wurde sie mit Morddrohungen überschüttet. Als sie mit ihrem Wagen dann auch noch von einem LKW von der Strasse gedrängt wurde, und die Polizei die Ermittlungen überhastet einstellte, taucht Karen Mukwasi und ihre Familie für einige Monate ab.
In den kommenden 12 Monaten will sie ihre Aufgaben bei PADA vom sicheren Hamburg aus wahrnehmen. Sie hofft, ihr internationales Netzwerk um neue Freund:innen erweitern und die Öffentlichkeit über die Lage in ihrer Heimat informieren zu können.
Für das Erreichen dieser Ziel wünschen wir Karen viel Glück und Erfolg.

Theory meets Reality at Bucerius Law School in Hamburg! Gut 100 Studierende der renommierten privaten Hochschule waren a...
16/05/2025

Theory meets Reality at Bucerius Law School in Hamburg! Gut 100 Studierende der renommierten privaten Hochschule waren am vergangenen Mittwochabend gekommen, um mit unserem Gast Amir Aman Kiyaro über die Lage in seinem Heimatland Äthiopien zu debattieren.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Stellvertretenden CEO der Hochschule, Benedikt Landgrebe, Umriss Martina Bäurle, die Geschäftsführerin der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte, die Mission der vor bald 40 Jahren gegründeten NGO: "Wir bieten denen, die sich für Demokratie und Freiheit einsetzen und die wegen ihres Engagements zuhause politisch verfolgt werden, ein 12-monatiges Auszeit-Stipendium in Hamburg. Hier sollen sie zur Ruhe kommen und neue Kontakte knüpfen, um dann im Anschluss in ihrer Heimat ihre so wichtige Arbeit fortsetzen zu können."

In diesem Sinn beschrieb der junge Journalist Kiyaro dann die blutigen Konflikte zwischen ethnischen Rebellengruppen und dem Militär, aber auch die zunehmenden Attacken auf Meinungsfreiheit und kritische Berichterstatter. Kiyaro selbst wurde zusammen mit seinem Kameramann nach mehreren Recherchereisen in die Unruheregionen Tigray und Oromia als angeblicher "Feind Äthiopiens" verhaftet. Nach monatelanger Untersuchungshaft, während der er auch misshandelt wurde, wurden die Beiden zwar ohne Angaben von Gründen entlassen.

Dafür wurde Kiyaro in den sozialen Medien als "Verräter" und gar als "Terrorist" gebrandmarkt und verfolgt: "Welchen Sinn machen ein auf dem Papier frei gewähltes Parlament und eine an der Urne bestätigte scheindemokratische Regierung samt vieler Gesetze, wenn der Staat alle diese Regeln nach Gutdünken interpretiert?"

Moderiert von den Law School Studierenden Per Ahmerkamp und Timon Weiler gelang es Amin Kiyaro immer wieder, die äthiopische Diskrepanz zwischen theoretischem demokratischen Schein und realem politischen Sein zu beschreiben.

Wir danken allen Beteiligten für diesen gelungenen Abend!

Gestern (26, März 2025) war ein ein sehr besonderer Tag für Alhierd Bachrevic. Für seinen von der Kritik bejubelten Roma...
27/03/2025

Gestern (26, März 2025) war ein ein sehr besonderer Tag für Alhierd Bachrevic. Für seinen von der Kritik bejubelten Roman "Europas Hunde" wurde der belarussische Schriftsteller und Dichter im Gewandhaius zu Leipzig mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet.

Wir freuen uns mit Alhierd Bacharevic über diese -wenn auch um den Preis des Exils - wohl verdiente Erfolgsgeschichte.

Bis Ende vergangenen Jahres waren er und seine Frau, die Dichterin und Dichterin Julia Cimafiejeva, Gäste unserer Stiftung in Hamburg. Inzwischen lebt das wortgewaltige Ehepaar in Berlin. Nachdem das Stipendium der Stiftung im Dezember 2024 endete, haben wir geholfen, dass das Schriftstellerpaar auch in Zukunft in Freiheit und Sicherheit wird leben können. In Minsk droht den beiden Gefängnis.

Der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung zählt zu den wichtigsten Literaturauszeichnungen in Deutschland. Er wird seit 1994 jährlich vergeben und ist mit 20.000 Euro dotiert. Das Preiskuratorium bilden der Freistaat Sachsen, die Stadt Leipzig, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels e. V. und die Leipziger Messe. Kooperationspartner ist die Bundeszentrale für politische Bildung.

"Europas Hunde" ist beim Verlag Voland & Quist erschienen. Nachdem das Stipendium der Stiftung im Dezember 2024 endete, haben wir geholfen, dass das Schriftstellerpaar auch in Zukunft in Freiheit und Sicherheit wird leben können. In Minsk droht ihnen beiden Gefängnis.

Hier noch einige Links zu Alhierd Bacharevic und der Preisverleihung:

https://www.mdr.de/kultur/buchmesse/audio-bacharevic-leipziger-buchpreis-europa-verstaendigung-kultur-news100.html
https://www.boersenblatt.net/home/subversive-kraft-368271
https://kreuzer-leipzig.de/2025/03/26/leipzig-buchmesse-verstaendigungspreis-bacharevic-weiler

Alhierd Bacharevič erhält den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung. Ausgezeichnet wird der er für seinen Roman „Europas Hunde“. Maren Ahring stellt den Schriftsteller und sein Buch vor.

20/02/2025

The good news, writes our former guest and moroccan journalist Ali Anouzla: Sihem Ben Sedrine released today (Wednesday), but is still prohibited from leaving the territory.
On last January 14, Bensdrine prominent activist and former president of Tunisia’s Truth and Dignity Commission, began a hunger strike while detained in prison.
Bensedrine, 74-year-old, had fought the abuses of successive governments for four decades and was imprisoned under former presidents Habib Bourguiba and Ben Ali. Now she is detained under Tunisia's authoritarian president, Kais Saied, in a clear case of retaliation for her human rights work.

19/02/2025

Frisch aus dem Netz: Nach fast einem dreivierteljahr Jahr ist unsere ehemalige Stipendiatin Sihem Bensedrine am frühen Abend aus der U-Haft in Tunis entlassen worden. Das haben wir am frühen Abend von ihrer Familie gehört.
Vor wenigen Tagen erst musste Sihem ihren Hungerstreik gegen das ihr angetane Unrecht abbrechen.
Was jetzt geschehen wird, ob mit der Entlassung aus der U-Haft auch die Ermittlungen gegen die Menschenrechts-Aktivistin fallen gelassen wurden - wir wissen es noch nicht.
Heute sind erst einmal Erleichterung und Freude angesagt!

17/02/2025
Nach einem Jahr haben wir gestern Abend unseren Gast Yavuz Ekinci mit einer letzten Veranstaltung im Literaturhaus Hambu...
12/02/2025

Nach einem Jahr haben wir gestern Abend unseren Gast Yavuz Ekinci mit einer letzten Veranstaltung im Literaturhaus Hamburg verabschiedet. Noch einmal hat der kurdisch-türkische Schriftsteller dabei aus seinem Roman "Das ferne Dorf meiner Kindheit" gelesen und sich anschließend den Fragen des zahlreich erschienenen Publikums gestellt.

Apropos Publikum: Unser Dank gilt auch am Morgen danach den merh als sechzig Literaturbegeisterten, die sich trotz der Abendkälte noch einmal aufgemacht hatten.

Und er gilt natürlich auch dem Schauspieler Gustav Peter Wöhler, der die von Yavuz Ekinci ausgewählten Passagen aus der deutschen Übersetzung des Romans gelesen hat.
Der anhaltende Schlussapplaus war der Lohn eines sehr gelungenen Abends.

Am Morgen danach hat Yavuz seine Koffer gepackt und ist jetzt auf dem Weg zum Flughafen - zurück nach Istanbul. Er wird uns auch in Zukunft besuchen. Spätestens zur Präsentation seines neuen, hier in Hamburg geschriebenen neuen Romans "Der Heilige.

Wir sind gespannt, bleiben mit dem Schriftsteller in Kontakt, und wünschen ihm alles Gute.

04/02/2025

Die tunesische Menschenrechts-Aktivistin Sihem Bensedrine hat auf Drängen ihrer Familie und der behandelnden Ärzte ihren Hungerstreik gegen die unbegründete Verlängerung ihrer U-Haft um weitere sechs Monate abgebrochen. Ende letzter Woche war sie überraschend in die Intensivstation eines Krankenhauses verlegt worden. Schritt für Schritt zerstört das Regime den von Sihem massgeblich beeinflussten Demokratisierungsprozess. Menschenrechte und zivilgesellschaftlicher Einfluss werden beschnitten. Der Weg scheint offen für die Rückkehr der religiösen Eiferer und Kleptokraten an die Schaltstellen der Macht.

SIHEM BENSEDRINE SEIT GESTERN ABEND AUS IHRER ZELLE ALS NOTFALL IN EIN KRANKENHAUS EINGELIEFERT!Diesen Beitrag hatten wi...
27/01/2025

SIHEM BENSEDRINE SEIT GESTERN ABEND AUS IHRER ZELLE ALS NOTFALL IN EIN KRANKENHAUS EINGELIEFERT!

Diesen Beitrag hatten wir am 1. April 2017 gepostet. Wir schicken ihn aus gegebenem Anlass hier noch einmal auf die Reise:

Sihem Bensedrine war Gast der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte vor 15 Jahren. Eine bewundernswerte Kämpferin für Gerechtigkeit war sie selbst Opfer der Diktatur unter Ben Ali. Sie hat immer Mut bewiesen und sich für andere politische Verfolgte, Gefangene und Gefolterte eingesetzt.
Wir wünschen ihr und Tunesien, dass sie ihre Arbeit und ihr Mandat für die Aufarbeitung der Verbrechen fortsetzen kann. Es ist eine tägliche 16 Stunden-Aufgabe mit Anfeindungen vieler Akteure mit ihren durchschaubaren Interessen.
Chapeau! Sihem!
Herzliche Grüße aus Hamburg, Martina Bäurle
www.hamburger-Stiftung.

Zur Erinnerung: Sihem sitzt seit dem vergangenen Sommer im tunesischen Frauengefängnis "La Manouba" in Untersuchungshaft. Ermittelt wird gegen die mutige Journalistin und Menschenrechts-Verteidigerin wegen Korruption und Dokumentenfälschung. Am vergangenen Freitag hätte der Untersuchungsrichter nach den Regeln der tunesischen Justiz über die Fortsetzung oder Beendigung der U-Haft entscheiden müssen. Statt dessen verschob er sein Urteil auf den heutigen Montag.

Von dem Richter in Tunis haben wir bis zu dieser Stunde nichts gehört! Stattdessen sind wir von einem der Anwälte von Sihem Bensedrine informiert worden, dass er heute Morgen im Gefängnis folgendes hören musste:

"Je ne vais pas vous donner d’informations sur l’état de santé de madame Sihem Bensedrine par ce que j’en ai pas.
Elle a été hospitalisée en urgence hier soir."

("Ich kann Ihnen keine Auskunft über den Gesundheitszustand von madame Sihem Bensedrine geben, weil ich keine habe. Sie ist gestern Abend als Notfall im Krankenhaus eingeliefert worden.")

WIR MACHEN UNS SORGEN!

Sihem Bensedrine, Stiftungsgast (2002) und bis 2018 Vorsitzende der Kommission für Versöhnung und Würde (IVD), ist wegen ihrer willkürlichen Haft in Tunesien am 14.1.25 in den Hungerstreik getreten.

Sihem Bensedrine (Tunesien) befindet sich seit August 2024 in Untersuchungshaft im Frauengefängnis von Manouba und ab he...
14/01/2025

Sihem Bensedrine (Tunesien) befindet sich seit August 2024 in Untersuchungshaft im Frauengefängnis von Manouba und ab heute im Hungerstreik.

Sihems Nachricht an die tunesischen Behörden und Erklärungen zu dem Fall wurden von ihrer Tochter an uns weitergeleitet!
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Ich trete in den Hungerstreik
Sihem Bensedrine, Frauengefängnis La Manouba - Dienstag, 14. Januar 2025

An die tunesischen Behörden,
Ich werde die Ungerechtigkeit, die sich gegen mich richtet, nicht länger hinnehmen.
Ich bin entschlossen, mich aus diesem schwarzen Loch, in das man mich willkürlich geworfen hat, zu befreien, egal, was es mich kostet.

J’entame une grève de la faim
Sihem Bensedrine, prison des femmes de La Manouba – mardi 14 janvier 2025

Aux autorités tunisiennes,
Je ne supporterai pas davantage l’injustice qui me cible.
En conséquence, je suis décidée à m’extraire, quoiqu’il m’en coûte, de ce trou noir où l’on m’a arbitrairement jetée.


Sihem war unsere Stipendiatin in 2002, später Gast in Graz-Kulturvermittlung und lebt seit dem Sturz des Diktators Ben ALI im Jahr 2011 wieder in Tunesien. Bis 2018 war sie Vorsitzende der tunesischen Kommission für Wahrheit und Würde (IVD), zuvor Chefredakteurin, Generalsekretärin der „Beobachter zur Verteidigung der Pressefrei­heit“und Sprecherin des ver­botenen „Nationalen Rats für die Freiheit in Tunesien“ (CNLT).

Aus dem Bericht von amnesty international: (…)
Die Untersuchungshaft von Sihem Bensedrine ist willkürlich, da sie ausschließlich auf der friedlichen Ausübung ihrer Menschenrechte beruht. Außerdem entspricht sie nicht den internationalen Standards für ein faires Gerichtsverfahren. Bei der strafrechtlichen Verfolgung von Sihem Bensedrine scheint es sich um eine Vergeltungsmaßnahme dafür zu handeln, dass sie als Vorsitzende der IVD Menschenrechtsverletzungen aufgedeckt hat. Sihem Bensedrine befindet sich derzeit in Untersuchungshaft im Frauengefängnis von Manouba.

Gegen Sihem Bensedrine wird seit Februar 2023 ermittelt. Ihr werden "Betrug", "Fälschung" und "Missbrauch der Amtsgewalt" vorgeworfen, nachdem es eine Beschwerde über die angebliche Fälschung des Kapitels über Korruption im Bankensektor im Abschlussbericht der IVD gab. Am 1. August 2024 ordnete ein Untersuchungsrichter in Tunis Untersuchungshaft für die Menschenrechtsverteidigerin an.

Seit Jahren wird Sihem Bensedrine we­gen ihrer politischen und Menschenrechts-Ar­beit von Sicherheitskräf­ten bedroht und verfolgt. Gegen sie wurden Hetzkam­pagnen gestartet, über Monate hinweg erhielt sie telefoni­sche Drohungen. Im April 2000 wird sie zum ersten Mal verhaftet und von Polizeikräften ge­schlagen und wieder frei­gelassen. Bis zum Beginn ihrer Untersuchungshaft folgten weitere Angriffe der tunesischen Justiz und der Sicherheitsorgane.

Adresse

Osterbekstraße 96
Hamburg
22083

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