ArztMobil Hamburg

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ArztMobil Hamburg Medizinische Hilfe für Menschen, die in Hamburg auf der Straße leben. Wir behandeln jeden, der unsere Hilfe braucht.

Das ArztMobil Hamburg ist ein Team aus Ärzt*innen und Pflegepersonal sowie anderen engagierten Menschen, das auf der Straße notwendige medizinische Hilfe leistet. Seit 2017 behandeln wir Menschen, die auf der Straße leben und/oder keinen Zugang zum Regelsystem haben. Unsere Sprechstunden finden zu festen Zeiten an Wochenenden und Feiertagen an inzwischen 4 Standorten in Hamburg statt. Fürsorglich, respektvoll und auf Augenhöhe - ohne Nachweis von Krankenversicherung und Personalien und unabhängig von Herkunft, Geschlecht und Lebensweise. Das ArztMobil Hamburg finanziert sich rein aus Spenden. Wir alle handeln aus Überzeugung und ausschließlich ehrenamtlich, getreu unseres Mottos:

Wer die Not sieht, muss handeln!

Bei herbstlichem Wetter waren wir heute an der TAS Spaldingstraße. Obst und Tee fanden schnell Abnehmer und boten einen ...
18/10/2026

Bei herbstlichem Wetter waren wir heute an der TAS Spaldingstraße. Obst und Tee fanden schnell Abnehmer und boten einen schönen Anlass für gute Gespräche mit unseren Patienten. Die Atmosphäre war freundlich und offen. Besonders die Dankbarkeit für unsere gemeinsame Arbeit war heute ein wichtiges Thema.

Gleichzeitig zeigte sich, wie sehr das Leben auf der Straße die Gesundheit belastet: Viele unserer Patienten kämpfen mit Erkältungen und Rückenschmerzen und starken Wunden. Seitdem die Temperaturen sinken, sind die Menschen, die auf der Straße leben, zusätzlich mehr belastet. Ab dem 1.11.2026 wird das Winternotprogramm seine Türen öffnen. Doch, wie man hört, wohl nicht mehr zu den gleichen Bedingungen wie in den letzten Jahren. Wir werden es beobachten, denn:
Wer die Not sieht, muss handeln!

Heute waren Onur, Nikola, Toni und Sandra im Dienst.

Heute waren Günther, Andrea, Tom und Catharina mit dem Arztmobil unterwegs. Trotz der Kälte sorgten nette Gespräche und ...
17/10/2026

Heute waren Günther, Andrea, Tom und Catharina mit dem Arztmobil unterwegs. Trotz der Kälte sorgten nette Gespräche und überwiegender Sonnenschein für gute Laune.
Bei einer Tasse Tee und etwas Obst ließ sich auch der vorüberziehende Nieselregen gut aushalten. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie Zuhören, Aufmerksamkeit und Respekt ein Lächeln auf die Gesichter zaubern können. Wir alle verdienen es gleichermaßen, mit Freundlichkeit behandelt zu werden – unabhängig von unserer sozialen oder finanziellen Situation!
Da nun die Erkältungssaison wieder beginnt und der Winter bald Einzug hält, waren Socken, Schlafsäcke und Vitamine sehr gefragt – ob in Form von frischem Obst oder als Brausetablette.
Medizinisch standen heute vor allem Bluthochdruck sowie zahlreiche offene und infizierte Wunden im Mittelpunkt. Dank großzügiger Spenden von Verbandsmaterial konnten wir die Wunden individuell und bedarfsgerecht versorgen und verbinden.
Wir wünschen unseren Patientinnen und Patienten eine baldige Genesung und freuen uns auf ein Wiedersehen bei warmem Tee und Sonnenschein.

Schon bei unserer Ankunft mit dem ArztMobil auf der Reeperbahn bot sich uns ein vertrautes, aber dennoch erschreckendes ...
11/10/2026

Schon bei unserer Ankunft mit dem ArztMobil auf der Reeperbahn bot sich uns ein vertrautes, aber dennoch erschreckendes Bild. Vor der Essensausgabe hatte sich bereits eine riesige Schlange von Menschen gebildet. Von Woche zu Woche scheint der Andrang größer zu werden.

Auch bei der medizinischen Versorgung war heute viel los, und unser Team hatte alle Hände voll zu tun. Dabei erleben wir immer wieder, wie hart und belastend das Leben auf der Straße ist. Neben Hunger, Krankheit und der ständigen Sorge um das tägliche Überleben herrscht auch unter den Menschen selbst häufig Gewalt.
Spannungen, Streit und körperliche Auseinandersetzungen gehören für viele zum Alltag. Wer ohnehin schon am Rand der Gesellschaft lebt, findet oft kaum einen Ort, an dem er sich sicher fühlen und zur Ruhe kommen kann.

Besonders nahe ging uns der Einsatz des Rettungswagens für einen uns bekannten Patienten. Seit dem Tod seiner Ehefrau vor einigen Monaten findet er keinen Halt mehr. Mit diesem schweren Verlust kommt er offenbar nur schwer zurecht und greift zunehmend zum Alkohol. Inzwischen wird immer deutlicher, wie sehr ihn die Trauer und die damit verbundene Verwahrlosung belasten. Der Alkohol scheint mehr und mehr die Kontrolle über sein Leben zu übernehmen.
Es macht uns betroffen, seine Entwicklung mitzuerleben. Man fragt sich, wie lange das noch gut gehen kann und wann der Punkt erreicht ist, an dem die Situation völlig außer Kontrolle gerät.
Solche Begegnungen führen uns immer wieder vor Augen, wie schnell ein Mensch aus der Bahn geraten kann. Ein schwerer Verlust, ein Schicksalsschlag und plötzlich gerät das Leben, das eben noch Halt und Sicherheit gegeben hat, ins Wanken.
Was von außen manchmal unverständlich erscheint, hat häufig eine Geschichte, die von Schmerz, Verzweiflung und dem Verlust jeglicher Sicherheit erzählt.
Gerade deshalb ist es so wichtig, hinzusehen, da zu sein und Menschen nicht aufzugeben. Wir können nicht alle Schicksale verändern und nicht jede Not lindern. Aber wir können zuhören, medizinisch helfen, ein Stück Wärme schenken und Menschen mit Respekt begegnen. Denn manchmal braucht es nur einen kleinen Halt, ein offenes Ohr oder einen Moment der Menschlichkeit, damit jemand nicht vollends den Boden unter den Füßen verliert.

Heute im Team Essenverteilung:
Andrea und Mascha mit den Elmshorner Suppenhühnern

Und im Team ArztMobil:
Michael, Lisa, Mirja und Diana

Heute waren Anna,Lars, Christian und Hubertus mit dem Arztmobil unterwegs. Ein ruhiger, regnerischer Tag mit viel Dankba...
10/10/2026

Heute waren Anna,Lars, Christian und Hubertus mit dem Arztmobil unterwegs. Ein ruhiger, regnerischer Tag mit viel Dankbarkeit.

Im Team hat uns heute besonders eine Frage beschäftigt: Wie verändert uns diese Arbeit eigentlich? Was nehmen wir mit nach Hause? Sprechen wir darüber oder behalten wir vieles für uns?

Manche Begegnungen lassen Fragen zurück. Wir können nicht immer einschätzen, was hinter einer Aussage oder einem Verhalten steckt. Wenn Abhängigkeit, Angst oder große Not eine Rolle spielen, versuchen wir, die Situation zu verstehen. Dabei hilft es, sich im Team auszutauschen und auch die eigenen Grenzen ernst zu nehmen.

Auch nach dem Dienst beschäftigt uns manches weiter. Deshalb brauchen wir Raum, um ehrlich zu sagen: „Das geht mir gerade noch durch den Kopf.“

Heute haben wir uns gegenseitig zugehört. Auch das gehört für uns zum Helfen dazu.

Heute war es bei schönstem Sonnenschein etwas ruhiger vor der TAS. Wir sind verwundert. Dafür ist ein bisschen mehr Zeit...
04/10/2026

Heute war es bei schönstem Sonnenschein etwas ruhiger vor der TAS. Wir sind verwundert. Dafür ist ein bisschen mehr Zeit für Gespräche. Da Monatsanfang sei, hätten ja viele Geld bekommen. Da sei bei einigen die Not noch nicht so groß, wird uns erzählt. Diejenigen, die heute zu uns kommen, freuen sich sehr über das Obst und die Knabbereien. Für viele ist das schon Luxus. Im Wagen behandeln wir heute vor allem Erkältungen. Der Herbst hat angefangen, und die Nächte draußen auf der Straße werden schon deutlich kälter. In den nächsten Wochen werden wir leider wieder mehr sehr kranke Menschen sehen.
Wer die Not sieht muss handeln!
Im Team: Martina, Luca, Rüdiger, Dalia

Die Nerven liegen blank. Streit, Geschrei, irgendwann fliegen die Fäuste. Polizeieinsatz. Worum ging es eigentlich? Alle...
04/10/2026

Die Nerven liegen blank. Streit, Geschrei, irgendwann fliegen die Fäuste. Polizeieinsatz. Worum ging es eigentlich? Alle zucken die Schultern. Keine Ahnung. Frust, Alkohol, Verzweiflung. Das reicht schon. Ich gege zu einigen Männern, die in einem Nachbarschaftscafe sitzen und entschuldige mich für die Aufregung. Einer lächelt mich an: „Ach, das sind wir schon gewöhnt hier, alles OK“. Ich denke mir: Hoffentlich. Hoffentlich müssen wir nicht irgendwann die Arbeit hier einstellen, weil es für die Umgebung nicht mehr tragbar ist. Hoffentlich hält die Toleranz der AnwohnerInnen weiterhin. Es ist nicht banal, jeden Tag das Elend vor der Tür zu haben. Davor müssen wir auch Respekt haben.

Auch sonst ist von Feiertage nichts zu spüren. Die Schlange ist lang, die Menschen warten geduldig. Jeder kommt dran, bis auch die letzte Wunde verbunden, der letzte Blutdruck eingestellt und die letzte Triefnase behandelt ist. Noch scheint die Erkältungssaison nicht begonnen zu haben, aber wir sind bereit…

Wer die Not sieht, muss handeln

Michael, mit Inga, Kerstin und Michael

Der Herbst hatte heute einen seiner schönen und warmen Tage. Dies führte sowohl bei der Essensausgabe als auch beim Arzt...
27/09/2026

Der Herbst hatte heute einen seiner schönen und warmen Tage. Dies führte sowohl bei der Essensausgabe als auch beim Arztmobil zu langen Schlangen und ein wenig Ärger zwischen den Patienten, da diese zwischen der Essensschlange und unserer Schlange hin und her wechselten – immer in der Angst, ihren Platz zu verlieren.

Unser Toni hatte dies aber sehr gut im Griff, behielt die Übersicht und sorgte für einen reibungslosen Ablauf vor unserem Arztmobil. Die Fälle bewegten sich anfänglich im üblichen Rahmen: Wundversorgung nach ambulanten Operationen, Schnittwunden sowie die Versorgung mit Medikamenten und Hygieneartikeln. Erst gegen Ende kamen dann Läuse und Skabies in einer durchaus relevanten Größenordnung hinzu.
Dann hieß es zusammenräumen, Rückkehr in den Jägerlauf und Reinigung des Arztmobils.

Heute im Team: Julia, Mascha, Toni, Johanna und Günther

Liebe Freunde des Arztmobils,Heute möchte ich nicht von der Arbeit in der Düppelstrasse berichten sondern an einen Arzt ...
26/09/2026

Liebe Freunde des Arztmobils,
Heute möchte ich nicht von der Arbeit in der Düppelstrasse berichten sondern an einen Arzt erinnern der in diesem Jahr mit 93 Jahren gestorben ist.
Ich spreche von Hannes Kapuste.er war der erste Arzt der in Deutschland substituierte in den 70iger Jahren, der also den He**inabhängigen statt He**in Methadon verschrieb.Das war damals streng verboten,heute ist es die Standardtherapie.Er wurde damals ,so kann man es wohl sagen, von Ärzteschaft und Politik fertig gemacht, verlor seinen Beruf und ging ins Gefängnis.
Heute ist diese Therapie Mittel der Wahl und hat überall auf der Welt leben gerettet ,auch Patienten des Arztmobils.
Ich habe ihn als Medizinstudent in München kennengelernt:ein toller Mensch, wir sollten ihn nicht vergessen.
Gearbeitet haben heute Gudrun,Lene,Julia und Hu

Wenn die Nächte wieder kalt und feucht werden, spüren es die Menschen auf der Straße als Erste.Heute waren wir bei herbs...
20/09/2026

Wenn die Nächte wieder kalt und feucht werden, spüren es die Menschen auf der Straße als Erste.

Heute waren wir bei herbstlichem Wetter an der TAS im Einsatz. Obst und Schokobrötchen waren im Nu verteilt – für manche nur eine Kleinigkeit, für andere ein wertvoller Moment der Wärme und Zuwendung.

Auch medizinisch war von allem etwas dabei: Knie- und Halsschmerzen, entzündete Augen und bereits die ersten grippalen Infekte. Eine Entzündung an einem Finger musste eröffnet und anschließend versorgt werden.

Doch manchmal sind es die Gespräche, die besonders nachwirken. Ohne festen Wohnsitz wird selbst das Organisieren alltäglicher Dinge zu einer kaum überwindbaren Aufgabe. Dazu kommt die Sorge um die mögliche Schließung der Palette. Für viele unserer Patientinnen und Patienten ist sie nicht einfach irgendeine Einrichtung – sie ist Anlaufstelle, Versorgung, Halt und ein Stück Sicherheit.

Solche Orte dürfen nicht einfach verschwinden. Gerade jetzt müssen wir hinschauen, zuhören und darüber sprechen.

Heute im Team: Kerstin, Nikola, Rüdiger und Sandra.

Gestern standen wir mit dem ArztMobil Hamburg in der Düppelstraße in Altona.Es war leicht regnerisch, die Sonne ließ sic...
20/09/2026

Gestern standen wir mit dem ArztMobil Hamburg in der Düppelstraße in Altona.

Es war leicht regnerisch, die Sonne ließ sich nicht blicken – und trotzdem war wieder viel Dankbarkeit zu spüren. Wir haben ganz unterschiedliche Menschen versorgt, darunter auch mehrere komplexe Wundfälle.

In vielen Gesprächen ging es um die Zukunft der Suchthilfe in Hamburg. Einige Menschen haben große Angst, vertraute Anlaufstellen zu verlieren. Sie fragen sich, wo sie zukünftig Unterstützung erhalten, wo sie sich aufhalten dürfen und was passiert, wenn wichtige Hilfsprojekte schließen oder nicht mehr ausreichend finanziert werden.

Gerade Menschen, die ohnehin in einer unsicheren Lebenssituation leben, brauchen verlässliche Strukturen, medizinische Versorgung und Orte, an denen sie angenommen und nicht weiter verdrängt werden.

Für uns zählt der Mensch: zuhören, Wunden versorgen, Orientierung geben und nicht wegsehen. Auch an einem grauen und regnerischen Tag merkt man, wie viel Dankbarkeit zurückkommt.

Im Dienst waren Julia, Jens, Lars, Christian und Mendaugas.

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