20/12/2021
FORUM – JUNGE WISSENSCHAFT IM GESPRÄCH
WIE WOLLEN WIR IN ZUKUNFT GEWCHICHTE SCHREIBEN?
Nachlese zur Online-Veranstaltung PUBLIC HISTORY mit: Prof. Dr. Thorsten Logge, Public History, Universität Hamburg und Team – Andrea Lorenz, M.A., Nils Steffen, M.A., Luca Jacobs, M.A.
Das noch sehr junge Arbeitsfeld „Public History“ hat der mit dem Hamburg Open Science Award 2020 für das Projekt coronarchiv ausgezeichnete Prof. Dr. Thorsten Logge vorgestellt. Public History beschäftigt sich mit der Geschichte: in der Öffentlichkeit, für die Öffentlichkeit und mit der Öffentlichkeit. Prof. Logge versteht Public History als Teilbereich der Public Humanities, die Forschung, Lehre und Transfer als Bildung vereinen. Zu seiner Forschungsarbeit gehören drei wesentliche Projekte mit den Titeln:
coronarchiv
SocialMediaHistory
Streetart Explorers
Coronarchiv
Das Coronarchiv, als Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Hamburg, Bochum und Gießen und bis Ende Oktober 2021 koordiniert durch Luca Jacobs sammelt so viele Perspektiven der Corona-Krise wie möglich. Die Bürger erwecken das Projekt zum Leben, indem sie aktiv ihre Erinnerungen öffentlich teilen. Damit hinterlassen die Bürger:innen Spuren, geschichtliche Zeugnisse von und über die „Corona-Krise“.
SocialMediaHistory
Andrea Lorenz ist Teil des Projekts „SocialMediaHistory“. Im Projekt beschäftigt sich das Team mit der Frage, wie in den sozialen Medien Instagram und TikTok Geschichte gemacht wird. Im sogenannten „DabeiRat“ untersuchen interessierte Bürger:innen – freiwillig und individuell – über 2,5 Jahre zusammen mit dem Projektteam die Darstellung von Geschichte und die Funktionsweise der sozialen Medien. Eine große Herausforderung ist es, die extrem große Menge an Datenmaterial auf wesentliche Inhalte zu filtern. Eine weitere besondere Problemstellung wirft die Frage auf: Wie bleiben diese Inhalte der Nachwelt erhalten, wenn in etlichen Jahren diese Eingangskanäle nicht mehr existieren und durch neue Technologien abgelöst worden sind?
Streetart Explorers
Das Team beantwortet in dem Projekt „Streetart Explorers“ die Frage, was Street Art mit Geschichte zu tun hat. Streetart kann politische Aussagen widerspiegeln, es ist damit eine Ausdrucksform, um Geschichte zu erzählen, aber auch um eigene, manchmal kritische Botschaften in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen. In speziellen Workshops werden Jugendliche angeregt, sich mit ihrer eigenen Umgebung zu befassen und Politik und Geschichte zu erleben. Sie lernen, Geschichte(n) hinter der Streetart zu recherchieren und zu dokumentieren.
Die Veranstaltung hat kreative und neue Ansätze in der Geschichtsforschung anschaulich vorgestellt. Public History umfasst eine breite Palette von Aktivitäten.
Die UGH bedankt sich bei Prof. Dr. Logge und seinem Team für die inspirierenden Beiträge.