13/05/2026
Historisches Wissen diskutieren und Wikinger-Aktionen erleben, passt das zusammen? Am Sonnabend, den 9.5. konnten knapp 100 Gäste dieses auf dem Studientag "Ansgar, der erste echte Europäer? Vom Mut, Grenzen zu überschreiten" im Wikinger Museum Haithabu bestätigen. Die Evangelische Akademie hatte zusammen mit der Uni Kiel, mit dem Stift im dänischen Ribe und anderen eingeladen und damit eine der vielen Veranstaltung um das ökumenische Ansgarjubiläum gestaltet (mehr dazu unter www.ansgar2026.de). Vor 1200 Jahren brach der Mönch Ansgar, aus Frankreich stammend, in Corvey tätig, im Auftrag des dänischen Königs auf, um dem Norden das Evangelium zu bringen. Mit allen Verflechtungen von Macht, die Mission in sich trägt, aber auch mit einer Abstimmung der Wikinger in Birka in Schweden, ob sie christlich werden wollten; und jahrelang, so machte der Archäologe und Museumsleiter Dr. Matthias Toplak deutlich, gab es ein scheinbar unkomplizierteZusammenflechten der christlichen Inhalte mit den nordischen Religionen, ehe man dann erst im 10. Jh. Christianisierung des Nordens sprechen kann. Prof. Dr. Andreas Müller von der Uni Kiel stellte die mildtätige und tatsächlich empathische Seite Ansgars heraus. Nur eines der vielen Themen, bei denen in der Ansgargeschichte deutlich wurde: Hier finden wir Inspirierendes für unsere Gegenwart. Signe von Oettingen aus Ribe macht die beiden Seiten Ansgars auf: die Zerrissenheit und denr Mut zum Brückenbauen und Grenzen überwinden, ebenfalls anregend für uns. Bevor der Tag in ein hervorragendes Konzert der dänischen Jazzgruppe "Fibelsange" mündete, kam noch die Frage nach einer europäischen Identität heute im Vortrag von Prof. Monika Eigmüller von der Uni Flensburg in den Blick. Es ist als ein historisches und friedensstiftendes Ereignis zu bewerten, dass wir das Jubiläum - anders als vor 100 Jahren - in einem guten deutsch-dänischen Zusammenspiel gestaltet haben.
mlp