17/10/2026
🪷 Der Buddha mit der schwarzen Nase🪷
Es war einmal eine buddhistische Nonne, die auf der Suche nach Erleuchtung durch das Land wanderte. Überallhin nahm sie ihren kleinen goldenen Buddha mit. Er war wunderschön, glänzte im Licht und er war ihr ganzer Stolz. Eines Tages kam sie in einen großen Tempel. Dort standen Hunderte von Buddha-Statuen, große und kleine, dicke und dünne, alte und neue.
Die Nonne fand einen besonders schönen Platz für ihren goldenen Buddha, stellte ihn auf und zündete ein Räucherstäbchen an. Doch plötzlich kam ihr ein beunruhigender Gedanke: „Was, wenn der wunderbare Duft auch zu den anderen Buddhas hinüberweht? Schließlich habe ICH dieses Räucherstäbchen für MEINEN Buddha angezündet!“ Das ging natürlich nicht! ☝️
Also überlegte sie, wie sie verhindern könnte, dass die anderen Buddhas etwas von ihrem kostbaren Rauch abbekamen.
Schließlich bastelte sie einen kleinen Trichter, der den Rauch direkt auf ihren goldenen Buddha leitete. Wunderbar! Problem gelöst.
Nun bekam ihr Buddha wirklich allen Rauch ab, jeden Tag und jeden einzelnen Räucherstäbchenrauchkringel. Doch nach einiger Zeit geschah etwas Merkwürdiges. Während alle anderen Buddhas friedlich, freundlich und glänzend auf ihren Plätzen saßen, hatte ihr wunderschöner goldener Buddha eine tiefschwarze, verrußte Nase bekommen! 😂 Ausgerechnet der Buddha, dem sie so besonders viel Gutes tun wollte, sah ziemlich mitgenommen aus.
Und was hat diese kleine Zen-Geschichte mit Kundalini Yoga zu tun? Vielleicht mehr, als uns lieb ist. Auch in der spirituellen Welt gibt es manchmal eine merkwürdige Vorstellung von Besitz: Mein Lehrer, meine Tradition, mein Mantra, meine Wahrheit und mein spiritueller Weg. Und wehe, jemand macht es anders!
Dabei singen wir im Kundalini Yoga Ek Ong Kar – die gesamte Schöpfung ist Ausdruck des Einen. Das ist doch eigentlich eine wunderbare Erinnerung daran, dass wir alle miteinander verbunden sind.
Und wir üben Kundalini Yoga ja nicht, um besonders heilig zu werden oder irgendwann mit einer unsichtbaren Erleuchtungsmedaille herumzulaufen. 🏅
Wir üben, um bewusster, freier, liebevoller und hoffentlich auch ein bisschen humorvoller zu werden. Vielleicht gehört zur spirituellen Entwicklung auch, über die eigenen Vorstellungen lachen zu können. Darüber, wie schnell aus Hingabe Besitzdenken werden kann und aus einer schönen Übung eine starre Regel.
Denn das Licht wird nicht weniger, wenn wir es mit anderen teilen. Und der Duft eines Räucherstäbchens darf ruhig den ganzen Raum erfüllen. Sonst sitzen wir am Ende womöglich selbst mit einer schwarzen Nase auf unserem kuscheligen Schafffell und wundern uns, warum die Erleuchtung auf sich warten lässt. 😄
Sat Naam! 🙏🪷
Bild: KI generiert